Ausserordentlicher Bericht vom 25 bis 27.10.2002

 

Stadionbau erneut verschoben, werden wir denn nur betrogen? JHV 25.10.2002

Vorwort

Nein, ich schreibe nicht wieder regelmässig Berichte. Aber wenn ich nicht über gestern abend etwas schreiben würde, dann würde ich irgend jemanden umbringen. Vorzugsweise Menschen, die für die Presse arbeiten oder irgendeine Funktion in diesem Verein wahrnehmen. Und ja, es ist mir komplett egal, was die Leser von mir denken. Das ist reine Selbsttherapie. Die etwas wechselnden Angaben wie „gestern abend“, „Freitag“, „Vorgestern“ möchte ich entschuldigen. Der Bericht ist Samstag (26.10) und Sonntag (27.10) abend entstanden.

Warum???

Es war irgendwie klar, dass wir heute nicht fertig werden. 24 Uhr war für diese Tagesordnung viel zu knapp. Ob eine solch kurze Zeit gewollt war, ob dies technisch nicht anders machbar war oder einfach niemand richtig nachgedacht hat? Keine Ahnung. Da ich aber Sven als einzigen heute nicht kritisieren möchte, gehe ich mal von mittlerem aus.

Fakt ist es einfach nur, dass es sehr misslich ist, dass die eigentlich wichtigen Punkte nicht behandelt wurden. Dies gilt umso mehr, dass alleine für diese Versammlung (!!!!!!!) ein Schweizer, ein Schwabe, ein Marburger, drei Dortmunder und ein in Paris Arbeitender angereist waren. Das diese für eine Versammlungsfortsetzung am 21.11. nicht nochmals anreisen können, ist wahrscheinlich klar. Ob irgendjemand von diesen ganzen Selbstdarstellern in diesem Verein eigentlich weiss, was diese Leute auf sich nehmen, um ihre Rechte als Mitglied wahrzunehmen? Herzlichen Dank, dass sie dazu nicht kamen. Nebenbei: Ich habe drei davon aufgefordert, doch mal in einem Redebeitrag den von mir kritisierten Fakt darzustellen. Alle drei meinten sinngemäss: „Ich? Ne, ich will nicht, muss mich da nicht darstellen.“ Diese Einstellung bei mehr Leuten würde diesem Verein mehr als gut tun.

Am Anfang tat es noch nicht weh

Die Versammlung begann mit erheblicher Verspätung. Hatten sich doch nicht alle Mitglieder frühzeitig eingefunden, sondern sind auf den letzten Drücker gekommen. Die Anmeldung an den jeweiligen Ständen ging zwar zügig und auch Schädel im Anzug überbrückte die Wartezeit sehr gut, aber irgendwie hing es auch daran, dass die AFM nur drei Anmeldestände aufgemacht hatte und die alphabetische Aufteilung etwas komisch war. Mal ehrlich, ich denke, dass es mehr Leute gibt, die A-H als Anfangsbuchstaben haben als Q-Z. (Reine Vermutung). Schon alleine durch diese Verspätung war die Hoffnung, dass die Versammlung heute endet, zerstört.

Presse war auch zum Erbrechen anwesend.

Als Versammlungsleiter wurde nach einem kurzen Grusswort wie immer Karsten Marschner bestellt, bzw. wurde vom Präsidium bestimmt. Zu dieser Person später mehr, kann ich diesmal doch nicht sagen, dass er eine chaotische Versammlung ruhig leitete. Den üblichen Witz mit der Beschlussfähigkeit hat er auch wieder gerissen. „Die Versammlung ist beschlussfähig, das ist sie nämlich laut Satzung immer, egal wieviele Mitglieder da sind.“

Vergessen: Kurze Schweigeminute beim Grusswort, u.a. für alle Opfer sinnlosen Terrors und für alle verstorbenen St. Paulianer, wobei St. Pauli Willy und Karl-Heinz Zöller mit Bild geehrt wurden. Koch wünschte sich eine „ruhige konstruktive Versammlung“

Als nächstes gab es die „üblichen“ Ehrungen. U.a. einmal 70 Jahre Vereinsmitgliedschaft (mit Standing Ovations gefeiert) und fünfmal 50 Jahre und mehrfach 40 Jahre. Dann noch ein paar Ehrennadeln, wobei die für Kaminski aus der Schweiz ziemlich peinlich war, war dieser doch nicht anwesend, im Gegensatz zu dem anderen Schweizer, der vielleicht nur einfach nicht so ein Selbstdarsteller ist. Vor der Versammlung wurde mit Kollege Brux auch darüber spekuliert, wie wir denn so ab ca. 2060 aussehen, wenn unsere 70-jährigen anliegen.

Bowling und Rugby wurden dann auch noch für sportliche Leistungen geehrt, schön dass wenigstens einige Abteilungen sportlichen Erfolg hatten.

Der ärmste Scheini hatte auch noch Geburtstag und durfte diesen auf der JHV verbringen. Da bringen auch die guten Wünsche nichts. Lustig, dass Koch „aus den nächsten drei Spielen neun Punkte“ wünschte. Ist das ein Ultimatum für Pipel? ;-)

Danach folgte die Abstimmung über Anträge zur Tagesordnung. Eigentlich vollkommen überflüssig, war doch zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass wir zu solchen Fragen nicht kommen. Ich war eigentlich dagegen, die Anträge vor die Wahl der Aufsichtsräte zu nehmen. Ganz ehrlich: Diese ganzen Anträge sind –ausser der Mitgliedschaft für ein Jahr in der AFM (als Werbenummer)- alle kompletter Blödsinn, da sie sowieso keine Chance hatten. Und die Aufsichtsratswahl ist so etwas von überfällig und wichtig, dass sie einfach schnell durchgeführt werden muss.

Gut, die Mehrheit war anderer Meinung, schade eigentlich. Lag vielleicht auch an der relativ blöden Gegenrede gegen den von Tatjana gestellten Antrag.

Der Antrag Abstimmungen nur bis 23 Uhr durchzuführen, wurde zwar von einer Mehrheit auf die Tagesordnung gesetzt, inhaltlich dann aber abgelehnt. Eine noch weitere Verkürzung der Zeit wäre ja nun wirklich sinnlos gewesen. Im Nachhinein wäre es egal gewesen, wurde doch ab 19 Uhr kein Antrag abgestimmt, ausser den eben beschriebenen

Täuschen, blenden, Selbstdarstellung Teil I bis CCCCXVII

Es folgte der Bericht des Präsidums. Dieser begann damit, dass Koch die unbestreitbaren Erfolge der Vergangenheiten mit schönen Worten und schönen Bildern darstellte. Im Überblick: Bau des Trainingszentrums, Bau des Jugendzentrums (spontaner starker Beifall), Förderung der Jugend, Verstärkung der Geschäftsstelle mit fünf neuen Arbeitskräften. Bei den Bauten wurde deutlich gemacht, dass alle ohne öffentliche Förderung gebaut wurden. Dass die letzte Saison mit erheblichem persönlichen Einsatz der Angestellten verbunden war, wurde auch erwähnt und am Beispiel des Derbies verdeutlicht. Etwas komisch kam es mir dann schon vor, dass dazu Fotos von unserer Choreo gezeigt wurden, ebenso Fotos der Lautern-Choreo. Ich persönlich werde eigentlich ungern so instrumentalisiert ohne gefragt zu werden. Das Entsetzen in meiner Umgebung war dementsprechend gross.

Im einzelnen nannte er (in Klammern meine Anmerkungen): In sportlicher Hinsicht scheint sich die Mannschaft zu fangen. Die neuen Spieler sind integriert und die Leistung wird sich steigern (Holla! Die Mannschaft fängt sich? In den Niederungen?). Die Arbeit im Präsidium ist professionell (das Wort „gut“ fiel nicht!). Der Verein ist wirtschaftlich und strategisch gut aufgestellt.

Die Verpflichtung von Andreas Bergmann wurde als „Glücksfall“ bezeichnet. Der Verein verfügt zum ersten Mal seit Jahren nicht über ein negatives Vereinsvermögen, sondern hat zum ersten Mal Eigenkapital (grosse Leistung!). Dies sei abzugrenzen zu den anderen Zweitligisten, die zusammen 20 Mio negatives Eigenkapital haben. (Wenn man bedenkt, dass dies bei Kapitalgesellschaften ein Insolvenzgrund ist, dann weiss man, wie bitter es um die Fussballvereine steht und wie stark die über ihre Verhältnisse gelebt haben). Auch dieses Jahr soll ein Gewinn von 500.000 Euro erwirtschaftet werden.

Die BuLi Saison sei frustrierend gewesen, man habe aber in der Saison die Nerven behalten (dazu wurde ein Bild von der berühmten Bayern-Anzeigetafel gezeigt). Dass man die Ruhe behalten wolle, sei auch mit der Aussage gemeint gewesen, dass der Trainer alle Spiele verlieren könne. Die weiteren Interpretationen habe er gar nicht überdacht. (Interessant, wie man das hindrehen kann).

Aufgrund der schlechten Stimmung in der Mannschaft habe man sich dann vom Trainer getrennt, der trotzdem den Dank für den Aufstieg und die gute Zeit verdiene (Beifall im Saal).

Pipel habe das Vertrauen und auch ein hohes Ansehen bei den Fans. Die Amateure würden nun von Ewald Reil geführt (Gelächter bei dem wirklich nicht sehr gelungenen Foto).

Ziel für diese Saison sei ein gesicherter Mittelfeldplatz und dann soll die Mannschaft auf höherem Niveau verstärkt werden (von diesem Ziel sind wir weit entfernt).

(Nun wurde es kurzzeitig interessant...) Im Rahmen der Beteiligungen wurde auch auf die Stadionbetriebsgesellschaft eingegangen. Diese sei nicht notleidend, sie würde sich ausschliesslich aus Mitteln finanzieren, die der Verein zur Verfügung stelle und es sei unverständlich, warum immer wieder mit der Insolvenz kokettiert wird. Der Verein würde der Gesellschaft eigenkapitalersetzende Darlehen zur Verfügung stellen, deren Rückzahlung „in absehbarer Zeit“ erfolgen würde (so wörtlich nach meinen Aufzeichnungen. Kurze Anmerkung dazu: Das was da erzählt wird, ist natürlich auf den angeblichen Brief von Jost Münster gemünzt (sic!). Zu beachten ist hier jedoch, dass Koch selbst sagt, dass die Gesellschaft ausschliesslich durch die Unterstützung des Vereines liquide bleibt. Ich erinnere, dass Münster in seinem Brief meines Wissens auch sagte, dass die Gesellschaft dann pleite geht, wenn der Verein sie nicht weiter unterstützt und er eben daran zweifele. Richtig ist aber auch, dass eine solche Projektgesellschaft immer nur Miese macht, woher soll sie auch Einkünfte bekommen? Mich ärgerte nur, dass so etwas nicht in einfachen Worten erklärt wird (bzw. geklärt wird) und dass aus solchem Kram ein Presseskandal gestrickt wird, nur um einen AR zu diskreditieren. Woher Koch eine Rückzahlung der Gesellschafterdarlehen in absehbarer Zeit nimmt, ist mir vollkommen unverständlich. Diese Darlehen sind die letzten, die bedient werden und wann in „absehbarer Zeit“ die Gesellschaft entsprechende Einnahmen und Gewinne erzielen soll, ist mir unklar).

Die Zusammenarbeit mit den Abteilungen sei sehr gut, aber der Streit mit der AFM sei eskaliert. Es gäbe viel Zusammenarbeit mit allen Abteilungen, dies sei bei anderen Vereinen undenkbar. Die Ziele der AFM seien nicht bekannt, er hoffe, dass er diese heute kennenlerne. (Polemik)

Das Viertel weiss, dass man sich als Teil des Viertels verstehe. Als Beispiel nannte er z.B. Kiezkick. Zum Thema Fans wurde auf das Fanturnier auf dem Vereinstrainingsgelände und auf die Zuwendungen für den Fanladen verwiesen.

Abschliessend noch ein Wort zum Eindruck, den Koch machte: Irgendwie fahrig und nervös. Er versprach sich für seine Verhältnisse häufig. Sein insgesamter Redestil ist aber interessanter geworden als früher.

Danach erschien Kollege Pothe und es begann die Luftnummer des Jahres. Waren wir bei Weisener schon mit Stadionpräsentationen der guten Art gesegnet, sollte diesmal eine der besten Shows folgen, die ich je gesehen habe. Nur ganz ehrlich: Irgendeinen Gehalt oder Neuigkeiten hatte das nicht.

Pothe sagte unter anderem: Bisher seien keine Wasserstandsmeldungen abgegeben worden. Die Pläne seien mit dem AR besprochen worden und dann sechs Tage später in der Welt zu lesen. Auch hier wurde wieder stark die Weitergabe von Interna an die Presse kritisiert. (Wobei hier eigentlich ein interessantes Detail lustig ist. Anscheinend ist die undichte Stelle im AR, da meistens Sachen an die Öffentlichkeit gehen, die im AR diskutiert werden. So zumindest der Eindruck nach allen Reden.)

Er sagte weiterhin, dass der Verein sich nicht auseinander dividieren darf, sondern dass nur ein geschlossenes Auftreten das Projekt Stadion unterstützen kann.

Er meinte, dass für das jetzt amtierende Präsidum die Planung eigentlich erst jetzt 2002 begonnen hat, da man erst seitdem im Besitz der Rechte sei.

Christian Pothe bat dann nach kurzer Zeit einen Herrn Linzmeier und einen Herrn Laabs auf die Bühne, die nun die Finanzierungsmodelle vorstellen sollten. Herr Linzmeier als Banker (fragt mich jetzt bitte nicht von welcher, irgendeine mit Berlin und Hyp. Gehört die eigentlich zur Bankgesellschaft Berlin? Keine Ahnung!) und Herr Laabs als technischer Projektleiter.

Beide legten einen klassischen Fehlstart hin. Herr Laabs damit, dass seine Referenzen u.a. die AOL-Arena, die Color-Line-Arena und die Preussag-Arena seien. Alles Projekte, die den klassischen St. Paulifan eher abschrecken als anziehen.

Herr Linzmeier ist gebürtiger Bayer und wollte seinen Vortrag mit einem kleinen Gag beginnen, als er meinte, er hoffe, dass St. Pauli bald im neuen Stadion gegen Bayern spielen solle und dann vielleicht unentschieden spielen sollte. Kam irgendwie nicht so gut an.

Inhaltlich kam dann folgendes (Zwischenkommentare in Klammern, eine abschliessende Wertung folgt am Ende): Seit Mai werde seriös in Teams an der Finanzierung gearbeitet (wörtlich: „seit Mai, genauer seit Anfang Mai“). Bis September sei der Projektstand überprüft worden und alle Kosten überprüft worden. Es sei sauber strategisch und nach vorne gearbeitet worden. Alle Kosten seien nun keine geschätzten Kosten mehr, sondern könnten heute mit Verträgen fixiert werden. (Erstaunlich ist, dass dieser Schritt in den Jahren vorher nie erfolgt war. Bzw. wie häufig ist dieser Schritt bisher gemacht worden? Allemal handelt es sich um einen Schritt, der sine qua non (ohne wird das nix) für eine Bankfinanzierung ist. Mit geschätzten Kosten muss man zu einer Bank gar nicht kommen, die wollen Kosten haben, die auf Verträgen basieren.)

Das Betriebskonzept soll an die Siemens Gebäudemanagement vergeben werden. (Namedropping, dass der Name Siemens bei mir alle Nackenhaare hochstellt, sei mal nur mal so am Rande erwähnt. Aber egal, gerade in technischer Sicht ist Siemens eine Firma, um die man kaum herum kommt.)

Erst seitdem die Kosten fest liegen würden, könne mit der Stadt diskutiert werde. (Was habt ihr eigentlich vorher gemacht? Hat Fechner eigentlich nix gemacht? Oder sind seine Ergebnisse eigentlich mit ihm gegangen? BTW: Der Wechsel eines AR würde –laut Abendblatt- das Stadionprojekt auf null zurückwerfen, aber der Wechsel des Projektverantwortlichen ist egal? Entweder vollkommener Blödsinn oder Fechner hätte wegen vollkommener Untätigkeit vorher gehen müssen. Oder irgendwas ganz anderes...)

Das ganze wurde untermauert mit einer Übersicht über die geplante Kosten zu bestimmten Terminen. Je näher die Termine an der Gegenwart lagen, desto höher die Kosten. Bis zum 24.09. Danach fielen die Kosten. Der Stand von gestern (25.10.) waren dann Kosten in Höhe von 45,09 Mio Euro (!!!!!!!!)

Zur echten Begeisterung der Zuschauer führten die zwischenzeitlichen Auftritte von Herrn Laabs. Dieser erklärte in seinem nun folgenden ersten Auftritt dem staunenden Publikum, dass Stahl durch Beton ersetzt worden sei und untermalte dies mit Zeichnungen, auf die handschriftlich „Beton = Stahl“ gemalt war. (In meinen handschriftlichen Aufzeichnungen des Abends findet sich am Rand der Eintrag: „Völliger Blödsinn“. Hier findet sich mal wieder ein Beispiel dafür, dass Fakten und Tatsachen auch keinen Informationsgehalt haben können)

Herr Linzmeier ging dann auf den Vorplatz ein und sprach von Kosten in Höhe von 74,8 Mio Euro. Und einer Bruttofläche von ca. 46.000 qm. (Nur mal so: Verdammt gross! Lustig ist, dass in diesem Moment nicht deutlich wurde, dass diese Planung nicht mehr der Stand war, da dies die Planung ist, die das Büro gemacht hat, welches zwischenzeitlich gefeuert wurde.)

Insgesamt sei ein Kapitalbedarf von 40 Mio Euro für beide Projekte vorhanden (Wobei ich mal davon ausgehe, dass damit der Bedarf an Eigenkapital gemeint ist, was bedeuten würde ca. 30 % EK)

Erst seitdem die Kosten feststünden, könne man die Frage der Gleichbehandlung zum Lokalrivalen mit der Stadt „definieren“. (Dabei wurde auch die schöne Feststellung getroffen, dass die Kosten seit dem 15.10. feststünden, welches ja vor 10 Tagen gewesen sei. Für solche Rechnungen braucht man eindeutig Fachleute.). Man wolle sich ja auch nicht klein machen.

Es folgte die Einnahmenseite (wohlgemerkt, dass die Kosten für die Mantelbebauung vollkommen anders sein sollen, war in diesem Zeitpunkt noch nicht deutlich gemacht, inwieweit andere Planungen sich auf die Einnahmenseite auswirken blieb unklar). Geplant waren Mieteinnahmen für das Stadion von 2,5 Mio Euro pro Jahr. Zusätzlich ist eine Reserve von 0,7 Euro geplant, die aus Namensrechten und „Blockvermarktung“ gewonnen werden sollen. Der Vorplatz soll 3,8 Mio Euro einnehmen, d.h. insgesamt 7 Mio Euro. (In der Gesamtsumme waren die 0,7 Mio Euro nicht mehr als Reserve gekennzeichnet. Was als „Blockvermarktung“ zu verstehen ist, ist mir vollkommen unklar. 0,7 Mio aus den Namensrechten ist verdammt viel. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Astra solche Summen zahlt. 2,5 Mio Euro Miete? Geht man von Kosten für unser jetziges Stadion von 1 Mio Euro pro Saison aus, so sind das immerhin 1,5 Mio Euro mehr.)

Es folgten die fünf berühmten Finanzierungsmodelle, die bereits jetzt als Klassiker in der Stadionneubaugeschichte zu bezeichnen sind. Sorry, ein mitschreiben aller Detail war bereits aufgrund der Geschwindigkeit der Vorstellung nicht möglich. Was bei mir ankam (und ich hoffe, dass ist noch relativ viel), ist folgendes:

Nach den Worten von Linzmeier ist für alle Modelle Ausgangsüberlegung, dass Eigenkapital nicht vorhanden ist, so dass man davon ausgehen muss, dass das notwendige Eigenkapital anders ersetzt bzw. besorgt werden muss. Kurzer Exkurs: Eigenkapital ist der Gegensatz zu Fremdkapital, Fremdkapital ist ein Darlehen von einer Bank, welches entsprechend verzinst werden muss und irgendwann zurückgezahlt werden muss. Eigenkapital ist mein eigenes Geld, welches das Risiko trägt, aber nie zurückgezahlt werden muss

Modell 1

Modell 1 rechnete mit einem Zins- und Tilgungssatz von 7 %, so dass eine finanzielle Belastung von ca. 3,22 Mio Euro herauskommt. Das Eigenkapital soll durch ein sog. Sicherungsersatzmodell aufgebracht werden, wo die 14 Mio Euro durch mehrere kleine Bürgschaften erbracht werden, wie z.B. normale Landesbürgschaften, Arbeitsplatzbürgschaften oder Sicherungsbürgschaften. Dabei sollen mehrere unterschiedliche öffentliche Geldgeber angesprochen werden und miteinander kombiniert werden. (So komisch das klingt: Dies ist noch das Finanzierungsmodell, welches die grösste Verwirklichungschance hat. Mit echten Geldzahlungen von der öffentlichen Hand ist nicht zu rechnen, mit Bürgschaften vielleicht schon eher, insbesondere, wenn dies auf mehrere Haushalte aufgeteilt wird. Weiterhin könnte es mit privaten Bürgschaften unterlegt werden.)

Modell 2

Geht von den gleichen Zahlen wie Modell 1 aus, jedoch sollen die 14 Mio als wirklicher Zuschuss der öffentlichen Hand fliessen. (Unwahrscheinlich, auch wenn man von einer Gleichbehandlung zum Lokalrivalen ausgeht. Zum einen hat der nur ca. 20 Mio bekommen, zum anderen wird man einen WM Zuschlag beim Lokalrivalen berechnen, zum anderen die Kosten, die die Stadt vorher mit dem Stadion hatte. Alles über drei oder vier Mio ist absolut utopisch (meiner Meinung nach))

Modell 3

In diesem Modell soll das Eigenkapital in Höhe von 20 Mio von Risikokapitalgebern kommen, die sich an dem Projekt beteiligen. Dazu soll dann die Bank Risikokapital geben. (Dieses Modell ist das einzige, was ohne eine staatliche Unterstützung auskommt. Es ist nur leider vollkommen unrealistisch. Bisher gibt es kein vollkommen privat finanziertes Stadion. Alle sind irgendwie mit Hilfe der öffentlichen Hand gebaut worden. Wäre die Einwerbung von 20 Mio Eigenkapital von Risikokapitalgebern möglich, dann hätten wir schon lange ein Stadion. Dies ist nämlich schon zu Weiseners Zeiten versucht worden. Mal ganz davon ab: Dieses Modell beinhaltet selbstverständlich ein vollkommenes „verkaufen“ unseres Vereins. Wer 20 Mio in ein solches Projekt investiert, möchte entsprechende Mitspracherechte. Und der will entsprechende Renditen sehen und den interessieren ausschließlich Renditen. Was das heisst, muss ich wohl nicht ausführen, oder?)

Modell 4

Hier kam wieder Herr Laabs ins Spiel, der anhand einer Grafik den Zuhörern erklärte, dass man Vorplatzbebauung (bis dahin noch gar nicht im Spiel) und das Stadion zusammen sehen muss und dass diese Nutzer ja unterschiedliche Bedürfnisse hätten und man die Kosten durch neueste Technik minimieren könnte. (wenn jetzt jemand meint, ich würde hier Blödsinn schreiben, das sind ziemlich genau die Worte, die dort gefallen sind) Zum Beispiel benötigen ja nicht alle Nutzer gleichzeitig Wärme.

(Die Folgerung daraus blieb mir unklar, da nun wieder Herr Linzmeier sprach. Ich kann es nur so deuten, dass die energieeffiziente Nutzung neue öffentliche Förderungsmöglichkeiten eröffnen sollen. Das ist ja okay und auch sehr interessant, aber warum das hier plötzlich zu einem neuen Modell wird, blieb für mich unklar.)

Das Stadion solle dann wie Modell 2 finanziert werden, insgesamt wurde mit einem Zinssatz von 5,5 % gerechnet. Dieser soll dadurch erlangt werden, dass eine „Währungsfinanzierung“ genutzt wird. Dies mache man bei Banken so. (Hinter diesem Punkt verbirgt sich ein riesiges Ding. Kurz vorab: Worüber redet der überhaupt? Währungsfinanzierung bedeutet folgendes: Zinssätze sind nicht überall in jeder Währung gleich. Vielmehr sind in jeder Währung die Kreditzinsen anders. Möchte ich zum Beispiel unbedingt einen Kredit in brasilianischen Reals aufnehmen, dann werde ich dafür sehr hohe Zinsen zahlen müssen, da sich der Verleiher gegen zwischenzeitliche Inflationsrisiken (hoch in dieser Währung) absichern möchte. Leihe ich mir Geld jedoch in Schweizer Franken (hallo Lustri ;-)) oder in japanischen Yen, dann zahle ich weniger Zinsen, da der Schweizer Franken einfach als stabil gilt und sich als Währung ohne grosse Inflation über die Jahre gezeigt hat. Beim Yen herrscht selbst keine Inflation, sondern das Gegenteil, Deflation. Dies kann ich nun in einer Finanzierung ausnutzen und meine Kredite für ein Projekt in Deutschland z.B. in Yen zu geringeren Zinsen aufnehmen. Diesen Kredit wandele ich dann in Euro um und schon habe ich Zinsen gespart. Soweit die Theorie. Kling alles ganz geil, nech? Hat nur leider einen vollkommen unbedeutenden Pferdefuss. Es ist hochriskant. Warum? Weil Währungen gegeneinander schwanken. Bleiben wir bei unserem Yen Beispiel. Nehmen wir an, dass der Yen 1=1 zum Euro steht. Ich nehme meinen Kredit auf und bekomme also für einen Yen ein Euro. Nur leider, als ich ihn zurückzahlen muss, steht der Yen bei 2 Euro. D.h. ich muss doppelt soviele Euros zurückzahlen, wie ich anfänglich als Kredit bekommen habe. Und das Währungen schnell, brutal und unberechenbar schwanken, sollte eigentlich bekannt sein. Ich sag nur Pfundkrise und Asienkrise. Natürlich kann man solche Risiken wieder durch Währungsoptionen absichern etc. aber a. geht dann irgendwann der Vorteil verloren und b. steigen wir hier in eine so komplizierte Finanzierung ein wie irgendein weltweit agierender Konzern, der eine riesige Anzahl an Leuten hat, die das planen. Ich halte solche Planspiele nicht für realistisch, da sie das hochriskante Projekt Stadion noch riskanter machen. Und ob das eine Bank mitträgt? Keine Ahnung. Meine von Emotionen geprägte handschriftliche Notiz war „Was für ein Irrsinn“)

Modell 5

Herr Linzmeier begann dieses Modell damit, dass er eine Übersicht über die öffentlichen Förderungen von anderen Stadien zeigte und meinte, dass wir uns nicht dahinter verstecken müssten. Er sagte was von „liebes Land, mach uns nicht unsere Heimat kaputt“. Ein Zwischenruf machte (zu Recht) darauf aufmerksam, dass alle gezeigten Stadien WM Stadien seien, was bei uns nicht der Fall ist.

Herr Linzmeier zeigte dann, dass das Stadion sich in einem Fördergebiet der Europäischen Union befinden würde und man über diese Förderung Geld besorgen könnte. Dazu müssten die entsprechenden Rahmenbedingungen erfüllt sein und es müsste ein Landesanteil von 50 % gezahlt werden. In diesem Modell sollten erneut 14 Mio aus öffentlichen Geldern fliessen und 20 Mio „Währungsfinanzierung“ einfliessen. (Ich mag mich jetzt nicht - wie es in der Fragerunde passierte- darüber streiten, ob das Programm überhaupt Mittel in entsprechender Höhe bereit hält oder ob dies überhaupt ein förderungswürdiges Projekt ist, da ich beides nicht nachgesehen habe und beides eher ein Detail ist. Fakt ist nur folgendes: 50 % Landesanteil? 7 Mio Euro? Sehr unrealistisch. Weiterhin ist auch das Risiko mit der Währungsfinanzierung drin. Welchen Eindruck eine Abschöpfung dieser Gelder im Viertel hätte, mag ich nicht zu beurteilen (kam als Einwand), genauso mag ich nicht die einzelnen Detailnachfragen (Förderhöchstgrenze 2 Mio etc.) beurteilen. Teilweise klang das in der Fragerunde sehr plausibel, aber nachprüfen kann ich es nicht. Aber selbst wenn diese Details alle geklärt sind. Es bleibt bei den von mir genannten Fakten.)

Zuletzt wurde ein Zeitplan aufgelegt, der u.a. Baubeginn Mai 03 bis September 03 vorsah.

In der Fragerunde wurde viele Detailfragen gestellt und auch plausible Einwände geäussert, die ich aber nicht nachprüfen kann. Interessant war, dass Koch die Frage, warum jetzt Wasserstandsmeldungen abgegeben worden seien damit beantwortete, dass er dies sinnvoll gehalten hätte (wegen der Abwahlanträge?). Dies seien aber keine festen Finanzierungskonzepte, sondern Planungsstände. Auch das Problem der Rechte an der Vorbebauung wurde angesprochen, dabei meinte aber das Präsidium, dass dies kein Problem sei, da man die von dem gefeuerten Büro geplante Bebauung nicht umsetzen wolle, da diese zu teuer sei.

Auch das Bad solle neugebaut werden, wobei Bäderland gegen Hingabe des Grundstückes dann „umsonst“ ein neues Bad erhalten soll. Dies wurde auch als Beitrag für das Viertel angesehen von Herrn Linzmeier. Eine gehässige Nachfrage fragte, ob er denn meine, dass Bäderland-Tickets billiger werden würde, wenn sie das Bad geschenkt bekämen.

Was blieb eigentlich unbeantwortet? Zum einen wurde der Umzug während der Bauzeit nicht problematisiert, zum anderen sind die Fragen der Baugenehmigung nur für das Stadion angesprochen worden. Die Vorplatzbebauung scheint keine Baugenehmigung zu haben, ob sie eine bekommt wurde nicht gefragt. Geplant ist sie aber auch noch nicht. Wie dies alles in 10 Monaten geschehen soll? Keine Ahnung.

Fazit

Wie soll nun das Fazit lauten? Wir haben fünf Finanzierungsmodelle, von denen eins Wunschdenken (Modell 1), drei extremes Wunschdenken (Modell 3 bis 5) und eines schlichtweg unwahrscheinlich ist, da bereits probiert (Modell 2). Dazu kommt, dass man sich fragt, was eigentlich in den Jahren vorher passiert ist? Warum zaubert man jetzt plötzlich EU-Förderungen aus dem Hut, wenn solche Fragen Jahre vorher nie zur Debatte standen? Warum war immer wieder davon die Rede, dass die Finanzierung beinah in trockenen Tüchern ist, wenn wir noch nicht einmal jetzt wissen, wie wir eigentlich das notwendige EK bekommen sollen? Warum gibt es - wenn doch alles immer nah vor trockenen Tüchern gewesen ist- immer noch fünf Modelle und nicht mal eine Präferenz für ein Modell (Herr Linzmeier wollte zwar Modell 2, aber das ist auch das am fernsten liegende).

Kurz: Wir haben Planspiele, aber Finanzierungen haben wir nicht annähernd, da nicht mal irgendwie eine Bank präsentiert wurde, die sagen würde: „Wir machen das, wenn ihr die und die Voraussetzungen erfüllt.“ Oder soll das die Bank von Herrn Linzmeier sein? Oder um es ganz kurz zu sagen: Luftschlösser! Ich zumindest gebe einen aus, wenn im Mai oder September wirklich die Bagger rollen.

Luft holen

Es folgte der Bericht des Ehrenrates, den ich ehrlich gesagt grösstenteils geknickt habe, da ich einfach innerlich zu aufgewühlt war. Für den Präsidenten des Ehrenrates, der seine letzte Rede hielt und ein verdienter St. Paulianer ist, tut es mir leid. Selbst sein Lied habe ich nur mit einem Ohr gehört. Nebenbei: Liebe Blöd, es ist richtig, dass das Singen des Liedes Zeit gekostet hat. Aber soviel Ehrerbietung, Anerkennung und Respekt muss auch in Zeitnot vorhanden sein. Das ist eben kein Verein, wo der in euren Augen nur störende Opa einfach kurz von der Bühne gerollt wird. Schön, wichtig und richtig, dass dafür Zeit war. Auf einen schönen Lebensabend, Harald!

Bericht der Amateurvertretung

Die Amateurvertretung verzichtete aufgrund der bereits fortgeschrittenen Zeit auf ihren Bericht, merkte nur kurz an, dass sich derjenige, der die Vorschläge der Amateurvertretung der Presse gesteckt hat sich warm anziehen müsste, da dies wirklich intern bleiben sollte.

Bericht der AFM

Es folgte der Bericht der AFM. Hier verlief sich dann die Versammlung in vollkommenes Chaos. Holger fing gleich damit an, dass der Vorstand dem Präsidium das Vertrauen entzogen habe und dass es dagegen keinen Widerspruch auf der Versammlung gegeben habe. Hier fühlte sich dann irgendso ein Idiot bemüssigt, erst „Lügner“ zu rufen und dann, als Holger ihn fragte, ob er ihm sagen könne, wo denn dieser Widerspruch auf der Versammlung gewesen sei, sofort anfing einen Vortrag zu halten, der von Tumulten unterbrochen war. Er erhielt grossen Beifall, als er Holger als „Selbstdarsteller“ bezeichnete. Als Holger versuchte das Wort wieder an sich zu ziehen, wurde er von Karsten Marschner daran gehindert, der meinte, Holger habe diese Person im Rahmen seines Berichtes zu Wort gebeten und daher müsse dieser nun auch aussprechen. Das dies nach dem oben beschrieben nicht der Fall war und dieser Idiot, der sich nebenbei selbst darstellte, nun nicht gerade auf die von Holger gestellte Frage antwortete, sei nur am Rande erwähnt. Irgendwann schaltete Marschner Holger das Mikro ab und der Idiot durfte seinen Beitrag beenden. Holger verliess dann sauer die Bühne und Andreas Kahrs trug einen sehr verkürzten Bericht vor.

Meines Erachtens haben Karsten Marschner und Holger beide hier vollkommen überreagiert. Holger bereits, als er auf diesen blödsinnigen Zwischenruf einging, Karsten Marschner, als er dem Berichterstatter das Mikro abdrehte. Hier wäre ein Verweis auf die Fragerunde für den Zwischenrufer sinnvoller gewesen, auch wenn Holger - wie bereits erwähnt- überreagierte. Auch hat Marschner danach mit zweierlei Mass gemessen, da er Otto Paulick in Ruhe über die Supersenioren faseln lies und diesen nicht sofort von der Bühne jagte.

Beim Thema Marschner kamen mir noch andere Kritikpunkte in den Sinn, die für ihn einfach untypisch sind und eigentlich vollkommen unverständlich. Beitragswünsche in der oberen Hälfte des Raumes wurden grundsätzlich (Ausnahme am Anfang) übersehen. Bei Anträgen auf Schliessung der Rednerliste ist es eigentlich üblich eine letzte Möglichkeit zu bieten, sich noch zu Wort zu melden, bevor man dann über den Antrag abstimmt. Auch dies unterliess er. Weiterhin wurde ein Antrag auf Auszählung von ihm übergangen, was eigentlich nicht normal ist. Wenn jemand auf Auszählung besteht, dann muss ausgezählt werden, auch wenn das Ergebnis klar ist. Ich weiss nicht, so kenn ich ihn eigentlich nicht.

Genauso schade ist, dass in diesem Moment nicht Koch das Mikro ergriff und einfach mal klar Schiff machte. Dafür ist er Präsident, hier muss er einfach durchgreifen. Das hätten andere vorherige Präsidenten auch gemacht.

Ein schlechtes Bild gaben Holger und Andreas auch bei der Diskussion um die AR-Wahlvorschläge ab. Richtig ist, dass diese falsch in der Bild waren, richtig ist aber auch, dass das nun nicht gerade wie eine geheime Kommandosache gehandelt wurde, sondern nicht nur an alle Mitglieder geschickt wurde, sondern auch noch ins Internet gestellt wurde. Aber das Problem hätte es nicht gegeben, wenn man nicht diesen direkten Konfrontationskurs gewählt hätte. (siehe gleich).

Insgesamt muss man aber sagen, dass Andreas –trotz erheblicher Nervosität - eine sehr gute Figur machte und insgesamt noch die Kohlen aus dem Feuer holte. Dafür meinen höchsten Respekt.

Der Rest der Aussprache war durch Zeitverzögerungsbeiträge, wie von Otto Paulick und viele blödsinnige Reden geprägt. Zur eigentlichen AFM Arbeit gab es nur einen Beitrag von jemanden aus einer Abteilung, der sich für die Unterstützung bedankte. Viel Unmut auch darüber, dass wirklich Leute am Saalmikro vorbei zum Podest gingen um ihren Beitrag zu halten. Hatte Marschner am Anfang noch drum gebeten, auch die Saalmikros zu nutzen, meinte er nun, dass es jedem frei stehe, welches Mikro er nutze. Auch hier eine von ihm nicht gekannte Unsicherheit.

Was ist hier das Fazit? Holger sollte aus meiner Sicht zurücktreten. Ein weiteres Aufschaukeln als Kochs Gegenspieler sollte er vermeiden. Warum? Zum einen hat er eindeutig keine Mehrheit hinter sich, zum anderen ist eine Eskalation garantiert nicht hilfreich. Warum? A. Hat Pothe Recht, wenn er sagt, dass Streitigkeiten garantiert nicht dem Verein hilfreich sind. B. Wäre Holger am Freitag nah daran gewesen, mit 2/3 Mehrheit aus dem Verein gekegelt zu werden (der Antrag war da und hätte vielleicht auch eine 2/3 Mehrheit (Schätzung nach Beifall) gefunden, die meines Erachtens satzungsändernd auch einen Ausschluss durch die JHV selbst ermöglicht hätte). C. Schaden diese Streitereien der unglaublich guten Arbeit, die auch dieser Vorstand der AFM gemacht hat. Meines Erachtens wäre ein Präsident bald nicht mehr darum herum gekommen für seine Anträge die Zustimmung der AFM zu holen, da wir die grösste und wichtigste Abteilung sind und grossartige Erfolge vorzuweisen haben. Ich will eben keinen Schmusekurs, aber eine öffentliche Auseinandersetzung kann man gegen Koch und seine Spin Doctors nur verlieren.

Ich verstehe auch nicht, was dieses Rumgeeiere mit den Abwahlanträgen sollte. Entweder ich sage klar: „Wir stehen dahinter“ Dann stelle ich die aber auch selbst und nicht durch irgendwelche Schattenmänner, oder ich stehe nicht dahinter und dann sag ich das auch. Das „wir haben ihm das Vertrauen entzogen etc.“ ist da viel zu schwammig. Insbesondere, da Koch 1000 mal lügen kann, da in solchen Fragen immer Aussage gegen Aussage steht und Koch die Presse immer hinter sich hat (klar, vergibt er doch - indirekt- die VIP Karten). Hier wäre entweder mehr Inhalt oder weniger Offensive besser gewesen.

Ich hätte eine Konzentration auf den AR für richtig gehalten. Koch war mit keinem Team angetreten, so dass hier keine direkte Konfrontation eingesetzt hätte, bzw. Koch hätte sich aus der Deckung wagen müssen. Es wäre also, insbesondere, wenn man bedenkt, dass die AFM die grösste Abteilung ist, ohne weiteres möglich gewesen, vier Kandidaten durchzubringen, die man als Abteilung will. Wäre ja auch vollkommen legitim gewesen, oder? Aber eben eher hinten rum. Die direkte Konfrontation spielte nur Koch in die Hände, insbesondere, da am Ende die AFM nicht einmal mehr eine Wahlempfehlung abgeben konnte, ohne dass diese Kandidaten verbrannt waren.

Schluss und aus

Beobachtungen am Rande: Ugur hat eine schöne Lockenwelle, der Paulipirat wird zum Problemfan und das, obwohl ich ihm nicht zeigen konnte, was er beim AR wählen soll, Schädel sieht im Anzug hübsch aus, und ich habe mich im Jolly druckbetankt. Da ich keine Berichte mehr schreibe kein Wort zum Sp