Norbert regt sich auf vom 26.4.
über
Warum bloss?
"Kann jemand Bengalos besorgen? Bis nächsten Samstag?" waren die Fragen, die der Förderhund letzten Sonntag bei den Amateuren stellte. "Will jemand heiraten?" meine Antwort. Es folgte die Erklärung, dass die A-Jugend in Berlin Bei TeBo spielt. Und während die mithörende Freibeuterin in den Volkspark zu Köln muss (und hiermit mal wieder öffentlich zu einem Bericht genötigt wird ;-) (was nicht notwendig ist, da der gleichzeitig online geht), hatte der mithörende Autor irgendwie keine glaubhafte Ausreden.
Und nach Erlaubniseinholung und einigen Unsicherheiten, ob das Gefährt zustande kommt, traf man sich also Samstag morgen am Clubheim, um mit dem Amateurebus nach Berlin zu fahren. "Man" heisst hier die harte Amateuregang mit dem Förderhund, dem Förderhundfreund und dem Mob. Am Clubheim wurde noch kurz Choreomaterial besorgt, indem man spontan die Herzchenschilder, welche anscheind auf irgendeine Party hinweisen sollten, klaute. Hoffen wir mal, dass die Party gestern war (man heiratet doch normalerweise am Freitag, oder?) und wir nicht die Hinweise für heute abend geklaut haben.
Sehr geehrte Damen und Herren, sind Sie schon mal mit dem Mob auswärts gefahren? Bringen Sie gute Lachmuskeln mit! Aber vorher war absolutes Staunen angesagt, war doch die Pünktlichkeit pünktlich. Und nachdem wir unsere Mitfahrgelegenheit nach Berlin eingesammelt hatten, hätte es eigentlich losgehen sollen, aber vorher muss man ja einen Disclaimer herausgeben. "Leute, alles, was ihr sagt, kann gegen euch verwendet werden und wird im nächsten NRSA (sprich diesem hier) verwendet." "Ich fahr nicht mit" und "Als guter Journalist gibt man seine Quellen nicht preis, auch wenn man es selbst ist" waren die Antworten. Kurz noch auf den gestrigen Abend gekommen "Bier war alle, da musste ich Sekt trinken" und dann losgefahren.
Auf dem Weg zur Autobahn musste noch kurz ein Geldautomaten geplündert (wobei man sich wirklich fragt, wie lange die Leute brauchen, um einen Haspa Geldautomat aufzubohren, denn legal wollte hier keiner heute bleiben) und an einer Tankstelle gehalten werden. Preisfrage: Wo hat ein Peugeot Transporter seinen Tank? Demokratisch wurde sich auf die Beifahrerseite geeinigt. Und auch die Demokratie führt ab und zu mal zu falschen Ergebnissen, findet sich der Tank doch auf der Fahrerseite. So musste der Autor kurz eine kleine Stuntaktion zum Tanken durchführen, welche dazu führte, dass unser Fahrer ein bißchen eingedieselt wurde. Gut, dass er gerade keine Lust hatte, eine zu rauchen. ;-)
Natürlich wurde das Benzin geklaut, denn so ein Bus mit dicken St. Pauli Amateure-Aufdruck ist doch absolut nicht wiederzufinden, oder?
In der Zwischenzeit durchsuchte HossMob den Bus und fand erstaunliche Dinge. U.a. eine Zahnbürste und Nagellack. Während sich letzteres noch als harmloser Ausbesserungslack für den Bus herausstellte, führte Ersteres doch zu Verwirrung und Flachs. "Steht da Hauke drauf?" "Ne, da steht >>von Mami für Hauke; bleib sauber, Junge<< drauf."
So, sitzt man jetzt hier im Bus, fährt Berlin entgegen, und ich beginne damit, den Bericht zu schreiben. Und wenn mir meine reizende Sitznachbarin nicht immer Bier reichen würde, dann wäre dieser Berichtsabschnitt trockener geworden ;-)
Ihr merkt, ich schreibe schon wieder in Raten, und die erste Rate ist hiermit beendet. Prost.
Der Rest der Hinfahrt wurde dann langsam ruhiger, insbesondere, da TiMob sich aufs Schlafen verlegte. Nur der der kleine Beobachtungsturm für Jäger sorgte für Aufmerksamkeit, war doch sein Vater Belagerungsturm beim Herr der Ringe ;-). Lustig auch die abgebrochene Windenergieanlage, welche mit allen möglichen PDS-Plakaten beklebt war.
In Berlin angekommen machte man sich auf die Suche nach dem Stadion, welches sich eigentlich ganz eigentlich finden lässt, aber welches aufgrund eines Routenplaners, welcher empfahl, ca. 10 mal zwischen der B und A 110 zu wechseln, obwohl das eigentlich nur eine Strasse ist, die immer geradeaus geht, doch erst mit kleinen Umwegen gefunden wurde.
Irgendwann fand man das Stadion, welches direkt hinter dem Messegelände ist. Dort parkte man elegant auf dem VIP-Parkplatz und machte erstmal Poserfotos vor dem Kleinbus, welche von dem anwesenden Ordner gemacht wurde.
Bevor wir jedoch das Stadion enterten, besuchten wir den TeBo Fanladen, welcher extra für uns öffnete. Lustiger Laden. In der Bahnstation Messe Süd. Dieser Laden befindet sich in einem Lagerraum der gegenüberliegenden Kneipe und ist eher halboffiziell, aber wie meinte der Junge von TeBo: "Glücklicherweise hat die Bahn dreissig Gesellschaften und keiner weiss, das wir hier sind."
Der Laden an sich ist wirklich eher ein Lager als ein Laden. Stinkt zum Gotterbarmen und ist vollgestellt mit irgendwelchen Sachen. Sehr gut auch die Schalparade an der Wand, bei welcher der Braunschweigschal direkt unter den Hannoverschal gehängt wurde. Sehr schön auch, dass St. Pauli an zweiter Stelle von oben hing.
Kommen wir zu den Nachteilen dieses Ladens. Dieser liegt direkt an der Bahnstrecke, welche auch zum Olympiastadion führt, so dass dieser bereits einmal von irgendwelchen Herthaidioten überfallen wurde. Konsequenz ist, dass die Tür eigentlich immer zu ist und nur auf Klopfen geöffnet wird.
So ganz (Ge)wehrlos sind die TeBoler dann aber auch nicht, hängt doch immerhin ein Gewehr an der Wand. Man konnte noch die regionale Unterstützer-Fraktion in Form von MoPri und Freunden begrüssen, um sich dann auf den Weg zum Stadion zu machen.
Der Weg dorthin wurde in perfekter Fussballaufstellung hinter sich gebracht, marschierten wir doch in zwei Viererketten und einem Zweiersturm und einem Torhüter (welcher erstaunlicherweise hinter den Stürmern maschierte...). Selbst der im Weg stehende Baum wurde elegant umschifft.
Man holte Bengalos und Rauch aus dem Auto und natürlich auch die Transparente, insbesondere auch die "Ultra Szene Poppenbüttel".
Eintritt sechs Euro? Alter Schwede! Das ist - um es ehrlich zu sagen - verflucht teuer. Da müssen sich dann irgendwann die Vereine auch nicht mehr wundern, wenn keine Sau mehr zu irgendwelchen unteren Mannschaften kommt. Insgesamt bevölkerten so vielleicht 100 Zuschauer das ganze Stadion.
TeBo hat immer noch den Stadionsprecher mit der lustigsten Musikauswahl im deutschen Fussball. Zum Einlauf gab es doch wirklich ein Lied von der "Ich weiss warum ich hier stehe..."-CD. Zum Einlauf unserer Mannschaft präsentierten wir unsere geklauten Herzen, vier Bengalos und zwei Rauchtöpfe. Letztere riefen einen Ordner auf den Plan, welcher meinte, dass er uns beim nächsten Mal bitten würde, das Stadion zu verlassen. Lustig nur, dass der Ordner so ca. 45 kg wog und von seinem kleinen Bruder begleitet wurde. Aber immerhin zog er schonmal seine Lederhandschuhe an, bevor er mit uns sprach. Lieber Ordner, bitte uns bitte nochmal das Stadion zu verlassen, ich steh da drauf.
Zum Spiel: 3-2 gewonnen! Schönen Toren auf unserer Seite, alle drei von einem Spieler, standen ein Abwehrfehler und ein alberner Elfmeter (Marke: ich lauf an meinem Gegner vorbei, und nachdem ich vorbei bin, lass ich mich fallen) entgegen. Schön auch die zwischenzeitliche 2-1 Führung, welche durch eine lächerliche Flanke fiel, die von dem Torhüter ins eigene Tor gelenkt wurde. Selbst wenn er die durchrutschen lässt, dann geht die vorbei..., aber er alleine gab dem Ball eine neue Richtung. Trotzdem gab der Stadionsprecher dem Flankengeber das Tor (daher auch oben die Aussage, dass alle drei Tore von einem Spieler gemacht wurden). Schön auch die Anzeigetafel, welche unser Wappen doch sehr zerschossen zeigte.
Die Stimmung bei einem solchen Spiel ist natürlich eher von Flachs und Witz geprägt. "Schiri, wie lange noch?" wird vom Schiri direkt mit den Fingern beantwortet und das "Wir gehen nach vorne, wir gehen nach hinten, wir gehen zur Seite" wird nicht nur wörtlich genommen, sondern auch mit "wir gehen zur Kneipe" variiert.
So wurde der siebte Sieg unserer A-Jugend eingefahren, welcher eine interessante Serie fortführte, hat doch unsere A-Jugend diese Saison bisher nicht unentschieden gespielt. Lustig auch, dass Union Bremen als Tabellenletzter bisher nur einen Punkt auf dem Konto hat und diesen auch noch gegen den Lokalrivalen geholt hat. Leider befindet sich auch so unsere A-Jugend immer noch auf einem Abstiegsplatz und wird noch viel Glück haben müssen, um sich zu retten.
Nach dem Spiel ging man wieder Richtung Fanladen, jedoch nicht ohne zuvor mit Stani auf kürzester Distanz eine Welle zu machen. Uns wurde noch ein Kuchen für die Unterstützung versprochen und danach konnte man sich auf den Weg zum Fanladen machen.
Hier wurde dann unser Büffet geplündert und noch ein bißchen Bier genossen. MoPri war irgendwann fertig und hing unten am Bahnhof, was noch für ein paar lustige Sprüche genutzt wurde. Danach brach man dann wieder auf, duckte sich vor Tunneln und befindet sich jetzt auf dem Heimweg in die einzig wirkliche Grossstadt Deutschlands.
Abgeschlossen wurde der Abend beim kölnischen Abend im Jolly, bei dem sich Horden vollkommen betrunkener Kölner tummelten. Kurz noch am Kickertisch verloren. U.a. auch ein Einzel gegen die Freibeuterin mal eben 6-0. Der Abend war dann schnell vorbei und endete noch vor Zwölf in meinem Bett. Aber nicht ohne vorher In dubio in die Hände von vollkommen besoffenen Schalkern zu geben, welche ihrem Ruf als Assi und Sufffanszene mal wieder alle Ehre machten.
Abschliessend der Dank an alle Mitfahrer für eine wirklich gelungene Fahrt. Danke insbesondere an unseren Fahrer.
Naja, wenn man Samstag in den Osten der Republik tourt, dann kann man doch am Sonntag den Westen aufsuchen, um unsere erste Herrenmannschaft bei ihrem Auswärtsspiel im Westfalenstadion zu unterstützen.
Die OlleZicke schlug im Vorfeld dieses Spiel vor, doch gleichzeitig noch Bochum - Werder zu besuchen, was mir natürlich sehr entgegen kam, konnte ich doch so endlich mal eine der peinlichsten Lücken in meinen Groundpoints schliessen. Unser Lieblingspaar organisierte auch für dieses Spiel Karten und so konnte man sich entspannt auf den Weg machen.
Entspannt auch deswegen, weil man Fanladenadventuretours diesmal umgehen konnte und sich mit dem Privatfahrzeug aufmachte. Dementsprechend verlief die Hinfahrt auch ohne viel Aktion mit BamS lesen und kleinen Massagen für Badminton-gequälte Rücken.
Für ein bißchen Ablösung sorgte nur Pecs Musikauswahl, welche bei zwei Mitfahrern Begeisterung, bei den anderen Mitfahrern eher Entsetzen auslöste. Ich sag nur: "Das deutsche Volk will Ramones hören".
Hatte ich am Samstag noch Platz ohne Ende im Neunerbus, so ist so ein Ford doch etwas eng, wenn man hinter Pec sitzt.
Wir kamen sehr gut nach Dortmund durch, so dass wir bereits um halb zwölf die Parkplatzsuche beginnen konnten. Jedoch nicht ohne sich vorher an die örtlichen Begebenheiten anzupassen und die Fenster zu öffnen und die Ellenbogen rauszulegen. Die Parkplatzsuche gestaltete sich aufgrund von ein bißchen Hektik ;-) und einer Messe etwas schwierig. Grossartig dabei, dass wir auch am Trainingsgelände des BvB vorbei kamen, wo die Spieler anscheinend gerade trainierten. Was einen dabei wirklich verwirrt ist, dass dort wirklich Groupies rumstehen oder wie sonst soll ich irgendwelche jungen Mädels nennen, die vor dem Gelände stehen?
Vor dem Stadion war noch gar nix los, so dass man nach einem Biergarten suchte. Man fand diesen im Stadion Rote Erde. Kurze Zeit später waren auch Psycho und Cliff angekommen, welche den Weg zum Stadion von Psychos Wohnort zu Fuss gegangen waren, nachdem Psycho dies nach dem letzten Spiel versprochen hatte. Respekt dafür. Insbesondere, da Psycho immer noch vollkommen aufgedreht war und wirklich noch ziemlich Alarm gemacht hat.
Warum haben wir eigentlich nicht in der Roten Erde gespielt? Ein wirklich schönes Stadion, welches Tradition ohne Ende atmet. Hat zwar eine Laufbahn, ist aber sonst wirklich super schön. Und der fehlende Zaun kann ja wohl nicht wirklich ein Argument sein, oder? Warum rüstet man das Stadion eigentlich damit nicht aus? Denn die Spiele im Westfalenstadion wirken wirklich albern.
Irgendwann war es dann Zeit, Karten zu besorgen. Sechs Euro sind okay und immerhin gab es einen Sitzplatz ;-). Ich also erstmal egoistisch eine für mich gekauft und dann nochmal hin, um auf Bitten aus den Bussen noch zwei zu besorgen. Ich also zwei gezahlt, Karten genommen und bin wieder am zurückgehen, da merk ich, dass ich drei Karten bekommen habe. Dafür herzlichen Dank, lieber BvB.
Nur leider hatte ich meine Mitfahrer vollkommen vergessen, so dass ich mir - absolut zu Recht - Mecker anhören musste. Die geschenkte Karte bekam unser Fahrer für seine Mühen geschenkt.
Ich werde es nie schaffen, vor Spielen nicht vollkommen nervös zu sein. So auch diesmal. Ich tigerte die ganze Zeit durch den Biergarten und konnte eigentlich nirgendwo wirklich still stehen. Claudio versuchte noch das "Ultra Szene Poppenbüttel"-Plakat an sich zu nehmen, was aber verhindert wurde und was dazu führte, dass ich mit Plakat tigerte.
Irgendwann begab man sich zum Stadion und dankenswerter Weise nahm Pec mein Plakat zum Aufhängen mit. Ich traf vor dem Stadion noch die Fanladenhonorarkraft, welche nicht nur den USP-Bus gemacht hatte, sondern auch noch eine Arbeitskarte mit dem Aufdruck "Fanprojekt Praktikant" erhalten hatte.
Irgendwann hatte man dann auch die Karten abgegeben und enterte den Ground. Tausend Mal gesehen wird dieses Stadion bei 2.600 anwesenden Zuschauern nicht interessanter. Insbesondere, wenn ca. 2.300 von diesen in dem Block stehen, in dem man selber steht. Auf der Südtribüne stand anfänglich gerade mal ein Ordner, später ca. vier Leute. Die Dortmunder hatten sich auf der Gegentribüne versammelt, glänzten aber nur mit faschistoid anmutenden Schwenkfahnen (oder wie soll ich so ein "deutsches Heldengesicht" auf einer Fahne deuten?) und blödsinnigen Zaunfahnen wie "Rädelsführerei ganz Dortmund ist dabei" oder "Pro Secco - Kein Kick ohne Sekt". Gerade letzteres regte mich mal wieder auf, da es doch nicht wirklich sein kann, dass solch wichtigen Fanaktionen wie "Pro Fans - Kein Kick ohne Fans" ins Lächerliche gezogen werden.
Liebe St. Pauli-Fans, wenn Ihr einen riesigen Block für 2.000 Leute habt, dann muss man nicht auf dem Aufgang gedrängt stehen bleiben! So war die Mitte des Blocks voll und umso weiter man nach aussen kam, umso leerer wurde es.
Vor Anpfiff genoss man die Sonne und den Fakt, dass keine Stadionmusik gespielt wurde. Letzteres änderte sich, als die Cheerleader den Rasen betraten. Von uns mit Pfiffen und "Das hat mit Fussball nix zu tun"-Rufen empfangen, welche aus meiner Sicht vollkommen okay sind, auch wenn mir die Mädels immer ein bißchen leid tun. Der vollkommen besoffene fünfzehnjährige Vollassi, der "Ausziehen" rief und später dann was von "Muschis" laberte, bekam spätestens nach den "Schalke"-Rufen extrem verbal Feuer, fühlte sich aber gleich zu Unrecht angemacht und wurde irgendwann von XYZ mit Bier beschmissen, was nicht wirklich okay ist, aber emotional bei dem Vollhonk zu verstehen ist.
Die Mannschaften liessen sich vor Anpfiff nebenbei nicht sehen, sondern machten sich anscheind auf dem Platz der Roten Erde warm (Rasenschonen oder was?). Erwähnenswert sei auch der braune Fleck auf dem Rasen, welcher entweder ein misslungener Baseballhügel oder ein spontaner Rasenausfall war.
Zum Spiel: Wieviele Chancen will man eigentlich haben? Wir hatten ca. 100 und konnten nur zwei nutzen. Insbesondere dauerte es, bis uns Hanke erlöste. Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung möchte ich Akbel herausheben, welcher das 1-0 eiskalt Weidenfeller durch die Beine schob um in der zweiten Halbzeit das potentielle 2-0 kläglich zu verstolpern. Aber der ist jung, der lernt das noch. Insbesondere, da er wirklich schöne Aktionen hatte. Weiterhin möchte ich Hanke und Albrecht herausheben, welche beide eingewechselt wurden und sich das 2-0 wirklich grossartig teilten. Albrecht erkämpfte den Ball und Hanke überwand den Torhüter. Der - wie schon erwähnt - Weidefeller aus dem Profikader war und der sich mit der Leistung nicht wieder für die erste Mannschaft empfohlen hat. Das erste Tor ging auf seine Kappe und auch sonst machte er keinen tollen Eindruck. Sonst war die ganze Innenverteidigung von Dortmund nicht wirklich regionalligareif und extrem zweikampfschwach. Nur warum brauchen wir Tausende von Chancen und kommen zwischenzeitlich so ins Schlingern, dass Elvis neben mir nicht ganz zu Unrecht von "Betteln ums Gegentor" sprach.
Ging aber alles gut ,und nach dem 2-0 begann die Party. Geil, wie sich die Jungs vor dem Block freuten und wie sie nach dem Schlusspfiff lange mit dem Block feierten, dann die Trikots in den Block zu schmeissen und auf Aufforderung nochmal erschienen. Auch der "Siegeshüpfkreis" scheint langsam zum Markenzeichen dieser Mannschaft zu werden.
Die Stimmung im Block war bis zum 2-0 eher mau. Zwar immer irgendwer am Singen, aber nur selten sangen mehr Leute als die USPler und Umfeld. Auch in unserem Bereich war eher wenig los. Nach der Halbzeit versuchte ein Skin/USPler noch die erste Humba in St. Pauli Historie, verkackte diese aber so doll, dass wirklich alles am lachen war und nur "Zugabe" forderte.
Für uns war jedoch schnell Abschied angesagt, da wir ja noch nach Bochum wollten. So gab man die Aktion Süd-Fahne zurück, welche ich aus Aberglaube wieder gewedelt, verabschiedete die direkt Zurückfahrenden und begab sich Richtung Bochum. Vor dem Stadion musste die vollkommen erstaunte Polizei noch vier erwachsene Menschen erleben, welche komische Tänze aufführten und immer "Gewonnen" riefen.
Dortmund -> Bochum ist nicht gerade eine lange Strecke und so konnten wir schon ca. eine halbe Stunde später und trotz eines kleinen Staus mal wieder mit der Parkplatzsuche beginnen. Unser Glück war uns jedoch hold und wir fanden recht schnell einen Parkplatz. Den restlichen Weg zum Stadion legte man zwischen einigen Werderfans und vielen Bochumfans zu Fuss zurück.
Und da stand ich nun endlich vor dem Bochumer Ruhrstadion. Dies ist der dritte Anlauf in meinem Leben, dort ein Spiel zu sehen. Der erste war in Bremen in einem riesigen Stau gescheitert, der zweite daran, dass das Spiel ausfiel, weil die Bochumer Mannschaft einer Grippewelle zum Opfer gefallen war (!!).
Viel Zeit, um sich umzusehen, hatte man nicht, war das Stadion doch ausverkauft. Auf dem Schwarzmarkt wollten doch wirklich Leute bis zu 70 Euro für Karten haben. Das ist für ein solches Spiel dann doch ein stolzer Preis.
Vor dem Stadion hatte man dann auch Gelegenheit, die Bochumer Fanszene zu bewundern. Nahezu keine Kutten, dafür viele Trikotträger oder Leute, welche ausschliesslich einen Schal trugen. Erstaunlich für einen Verein, welcher schon so lange im Geschäft ist. Vor dem Eingang auch die Jungs von der dritten Halbzeit, welche hier eher wirklich die "Guten und Alten" sind.
Im Stadion angekommen enterten wir den Block, welcher sich als Eckblock herausstellte, was zwar nicht gerade die beste Sicht auf das Spielfeld bringt, aber einen sehr schönen Blick auf die Kurve. Kurz: was für mich, der beim Hoppen doch eher Fanszenengucker als Spielgucker ist.
Betrachten wir aber erstmal das Stadion. Nächste Saison handelt es sich bei diesem Stadion um das älteste unveränderte Stadion der Bundesliga. Selbst wenn Nürnberg, Bielefeld und Cottbus aufsteigen, würde sich daran nichts ändern. Alle anderen Stadien sind in der Zwischenzeit baulich durch neue Tribünen verändert worden oder sind komplette Neubauten. Im Ruhrstadion sind zwischenzeitlich nur Sitze eingebaut worden. Das Stadion an sich ist wunderschön. Eng, nettes Dach und eine sehr schöne Stehkurve.
Die Gästeseite hat man mal durch Sitzplätze verschandelt, so dass der Gästestehblock in beide Ecken aufgeteilt wurde. Leider standen die etwas mehr singenden Werderfans auf unserer Seite, so dass man von diesem Block leider wenig sah oder hörte.
Was für ein Unterschied an diesem Tag. Eben noch in einem Stadion mit 2.600 Zuschauern und dritte Liga, nun erste Liga mit 32.000 Zuschauern. Was auffällt, ist, dass die dritte Liga doch relativ Show- und werbefrei ist, aber hier wieder das volle Programm mit Musik und Werbung läuft. Lustig dabei ist, dass Bochum wirklich den Hauptsponsor und die Premiumpartner präsentiert (so wortwörtlich gesagt). Insbesondere der Premiumpartner "Rewirpower" hat sich doch einen wirklich lustigen Wortwitz ausgedacht.
Das Warmmachen der Spieler war auch mit Überraschungen verbunden. Nicht nur dass bei Bremen Ailton als erster auf das Feld kommt, nein, van Duijnhoven übt beim Warmmachen Bälle wegschlagen. Er bekommt lange Bälle hingeschossen, die er dann versucht relativ gerade wieder wegzuschlagen. Das habe ich ehrlich gesagt noch nie bei einem Torhüter gesehen. Die Bochumer treffen selbst beim "wir wärmen uns auf und schiessen aufs Tor" Spiel. Das wiederum habe ich bei unseren Helden noch nicht gesehen.
Zur Stimmung: Auf Bochumer Seite war eigentlich für ein solches Spiel nicht viel los. Zwar werden die höllelaut, wenn die mal alle singen, aber sehr durchgängig ist der Support nicht gerade. Die Ultras Bochum haben sich in die Mitte des Blocks gestellt und sind dadurch eigentlich sehr gut in der gesamten Kurve zu hören. Nur der Rest brauchte bis Mitte zweiter Halbzeit, bis er wirklich in Fahrt kam. Dann aber war selbst der Sitzplatzblock neben uns heftig in Wallung, welcher anscheinend die eben schon erwähnten Guten und Alten beherbergte. Als Einheizer agieren in Bochum zwei relativ junge Jungs, einer mit so einem albernen Fischerhut. So richtig sinnvoll war der Megafoneinsatz jedoch nicht immer. U.a. nutzte der Vorsänger es dann noch, wenn schon der gesamte Block am Singen war.
Die Bremer Seite war von unseren Plätze nicht wirklich zu hören (was aber auch vielleicht an den Plätzen lag), ausser sie machten über die ganze Kurve Wechselgesänge (beeindruckend), und in den letzten zwanzig Minuten, als die gesamte Kurve in einen Dauergesang verfiel. Dabei fiel auf, dass einige Typen auf dem Zaun sassen, was niemanden interessierte und sich dieses Desinteresse auch nicht änderte, als zwei von denen mit den Pfosten vom Fangnetz rüttelten. Ich glaube, in jedem anderen Stadion wäre der Ordnungsdienst sofort ausgepflippt.
Zum Spiel: Torchancen auf beiden Seiten, wobei Werder feldüberlegen und Bochum insbesondere bei schnellen Kontern gefährlich war. Tore schiessen müssen hätten beide Seiten, aber irgendwie kam irgend etwas immer in letzter Minute dazwischen. Schön anzusehen, dass bei Werder im Sturm jeder Ball direkt weitergespielt wird. Dadurch wird jeder Ball eigentlich gefährlich, auch wenn natürlich viele Bälle beim Gegner landen. Dies erklärt aber vielleicht auch, warum Ailton der zweikampfschwächste Spieler der Liga ist. Wenn er in einem Zweikampf verwickelt wird, dann ist bei Werder schon etwas schief gelaufen. Trotzdem versemmelte er all seine Chancen und wurde zusammen mit Sturmpartner Klasnic nach siebzig Minuten ausgewechselt. Letzterer akzeptierte dies, während Ailton eine ziemliche Show machte, seine Jacke wegwarf und danach alle Kisten auf der Werder Bank umwarf.
Nach dem Spiel feierten sich die Werderfans noch ein bißchen selbst, während die Bochumer Spieler das Ganze anscheinend als Punktgewinn ansahen und sich vom Anhang feiern liessen.
Wir machten uns auf dem Heimweg, welcher sehr ruhig verlief, die meiste Zeit laberten wir uns durch die Situation unseres Vereines oder dösten vor uns hin. So kann ich zum Abschluss nur meinen ganzen Mitfahrern für einen netten Tag danken. Insbesondere ist Pieper zu danken, welcher die gesamte Fahrarbeit verrich