Norbert regt sich auf vom 26.07.2004

 

über

Ich schlafe gern mit Hackfleisch und andere Erkenntnisse

Vorwort

Ich habe ein neues Problem. Dieses Problem nennt sich "Schlaflosigkeit an Sonntagabenden". Immer wieder Sonntags habe ich erhebliche Probleme einzuschlafen und liege die ganze Nacht wach. Da Sommerpause ist, kann es eigentlich an den spannenden Spielen nicht liegen. Aber woran liegt es dann?

Ich steh doch am Clubheim...

Eigentlich wollte ich ja nicht. Nein, eigentlich wollte ich nie wieder Busse organisieren. Alleine schon wegen dem Chaos, was mit so einer Busorganisation immer verbunden ist. Aber Hollywood hat es dann doch geschafft, mich wieder breit zu schlagen und als auch die aktive Kommandoebene der Passanten zugestimmt hatte, konnte kurzfristig der 32er Bus bei Sportreisen gebucht werden.

So trafen sich die üblichen Verdächtigen am Sonntag morgen um 11:30 am Klubheim, erfreuten sich, dass selbst die sprichwörtliche Pünktlichkeit pünktlich war und überlegten, dass zum vollständigen Glück eigentlich nur eines fehlte: Der Bus! Ein Anruf bei Hamburger Sportreisen erbrachte nur die Aussage "Warum, der steht doch vor dem Klubheim". Okay, ich bin blind und wir hatten ja auch nur einen kleinen Bus gebucht, aber wir waren uns eigentlich alle einig ihn nicht übersehen zu haben.

Der Busfahrer - welcher direkt vor dem Schwimmbad stand - überlegte auch schon zwischenzeitlich, ob er hier richtig sei, denn es war nicht wirklich irgendjemand zu sehen. Logischerweise, hatte sich der ganze Mob vor dem Klubheim versammelt. Okay, diese Missverständnisse konnten schnell ausgeräumt werden und mit etwas Verspätung konnte der Mob den Bus besteigen. Das Wendemanöver war dann schon wieder alleine die Mitfahrt wert, denn bisher hat noch kein Busfahrer versucht über die Stellplätze der Übertragungswagen zu wenden. Hat auch nicht geklappt und so mussten wir Captain Kirk rückwärts einsammeln, da sich dieser verspätet hatte.

Noch ein Wort vom Organisationskommittee. Ich bin ja bei Abmeldungen relativ grosszügig und verzichte immer dann auf eine Zahlung, wenn der Bus sich so oder so rechnet, aber sich anzumelden und dann einfach nicht zu erscheinen, oder sich anzumelden, dann wieder abzumelden und Sonntags zu erscheinen ohne auch nur irgendwie Anstalten zu machen sich erneut zu melden, ist schon sehr interessant. Es ist immer wieder lustig mit welcher Selbstverständlichkeit Leute das Vorhandensein von Infrastruktur hin nehmen.

Mit ein paar Schlenkern und Umwegen ging es dann nach Buchholz. Viel zu berichten gibt es über die Fahrt nicht. Gerade als man bequem sass, war man auch schon da. Dank dem von Schädel organisierten Stadtplan fand man auch das Stadion relativ schnell und konnte feststellen, dass man viel zu früh vor Ort war.

So waren wir die ersten und konnten ganz in Ruhe und ohne Schlange Tickets erwerben. Drinnen gab es Bier für 1,50 Euro und Kaffee, Kuchen und eine gute Stadionwurst.

Der Mob machte es sich am äusseren Rand der überdachten Tribüne bequem. Stellt euch jetzt da nix Grosses vor. Ein einfaches Dach mit zwei Sitzreihen bilden hier die Tribüne. Immerhin durfte man die Plätze auch mit einem normalen Stehplatzticket nutzen. Und das, obwohl die Plätze auch noch einen hervorragenden Panoramablick in das gegenüberliegende Waldstück boten.

Pieper war irgendwie langweilig und so ging man auf Entdeckungstour, zeichnete sich doch am Platz hinter ein paar Tennisplätzen ein interessantes Klubheim ab. Aber die Entdeckungstour wurde jäh gestoppt, als folgender Dialog den Ernst unserer Lage deutlich machte: "Moin, ist das da ein Klubheim? Kann man da noch innerhalb des Stadions hin?" "Nein, das ist Tennis, wenn du da hingehst, dann wirst du erschossen." "Und wo ist dann das Klubheim?" "In dem Haus, wo die Tribüne vor ist..." "Und dann im ersten Stock?" "Nein, da ist tanzen, aber im Erdgeschoss, da ist nur Fussball." "Aha, ich verstehe, so richtig grün sind sich die Abteilungen anscheinend nicht, oder?"

So verbrachte man den Rest der Zeit damit unseren Talenten für 2016 (Olympia; hoffentlich nicht in Hamburg) zuzugucken, spielten doch zwei kleine Mädelsmannschaften das Vorspiel aus. Der Trainer der einen Mannschaft war zwar in St. Paulikutte unterwegs, aber viel genützt hat es ihm nicht, verlor doch sein Team höher als 1-9 (wie genau lässt sich leider nicht mehr ermitteln, da die Anzeigentafel (hochmoderner Handbetrieb) nur bis 1-9 funktionierte). Die "wir haben die Schnauze voll"-Rufe hat er aber mit einem Lächeln ertragen.

Irgendwann war es dann soweit und unsere Helden betraten den Rasen. Zwischenzeitlich hatte sich auch der gesamte Ultrahaufen zu uns gesellt und alles freute sich auf ein entspanntes Spiel. Leider wich die Entspannung doch relativ schnell einer gewissen Anspannung, hatten sich doch auf der anderen Seite des Rasens einige Stirnnacken breit gemacht, welche teilweise auch als Jolly Angreifer geoutet wurden. Als sich diese dann auch noch auffällig unauffällig in Richtung der angebrachten Plakate begaben, war es vorbei mit der Ruhe. Mit einer kurzen Standortverlagerung konnte ein Diebstahl jedoch verhindert werden.

Das Spiel begann, unsere Mannschaft gewann mit halber Kraft 4-1 und musste sich nicht wirklich anstrengen. Sehr spannend war das ganze nicht.

Lustig wurde es jedoch auf den Rängen. Nachdem das 2-1 gefallen war, verfiel der Support in vollkommenen Schwachsinn. Erst mit Absingen ungefähr aller achtziger Jahre Klassiker, dann mit einem vollkommen verhunzten "We love St. Pauli", welches der Typ, der den Vorsänger mimte nicht einmal richtig hinbekam, nachdem man ihm das einmal vollständig vorsang und als Höhepunkt mit einer Humba, die mal wieder verhunzt, aber doch sehr lustig war.

Überraschenderweise wurde dann noch 1860 abgefeiert, aber eine gewisse Skepzis über die Ernsthaftigkeit dieser Anfeuerungen blieb ;-).

In der zweiten Halbzeit musste ein "Scheiss St. Pauli"-Schalträger zur Kenntnis nehmen, dass es dusselig ist mit einem solchen Schal an dem harten Kern der Fans vorbei zu flanieren. Denn danach war er ihn los. Finde ich als gesetzestreuer Mensch nicht okay, aber wundern muss er sich nun wirklich nicht und nun meckernd die Polizei holen zu wollen war auch ganz gross. Vielleicht hätte er diesen Deppenschal einfach zu Hause lassen sollen.

Der Haufen Stirnnacken hatte sich zwischenzeitlich vergrössert, so dass man sich entschloss, die Bahnfahrer kurz zum Bahnhof mitzunehmen. Dies gelang vorzüglich und aufgrund unserer Hilfe waren die schneller wieder auf St. Pauli als wir es waren.

Die Rückfahrt wurde durch einen kleinen Nothalt bei McDreck aufgelockert und man vertrieb sich die Zeit damit, dass Sandra und Brod ihren geteilten Tipspielgewinn in Bier umsetzten. So konnten alle noch ein genüssliches Feierabendbier trinken und dann fröhlich ihre Wege gehen.

Unserer führte uns zum Olympischen Feuer, wo man sich griechisch die Kante gab, Husky versuchte das Rauchen abzugewöhnen und lernte, warum Gründungsmitglieder bei Kopfschuss eine herausgehobene Kaste sind. Dies war auch bereits Freitag nach dem Frankfurtspiel Thema. Also Gründungsmitglied ist man bei denen nur, wenn man an einem bestimmten Abend um eine ganz bestimmte Uhrzeit mit am Tisch sass. Kommt man später, dann ist man kein Gründungsmitglied mehr und hat man geschlafen ;-), dann ist man nur ein halbes Gründungsmitglied. Und die Gründungsmitglieder legen starken Wert darauf, Gründungsmitglied bei Kopfschuss zu sein.

Noch ein paar lockere Worte zu Freitagabend.

Insgesamt langweiliger Sommerfussball, bei denen man erkennen konnte, dass wir aus dem Spiel nahezu keine Torchancen erarbeiten. Nett an dem Abend war, dass mein zweites Wohnzimmer endlich wieder geöffnet hat und dass man in der Marktlücke sehr schön draussen sitzen kann. Nicht so nett war das erneute Aufflammen des Konfliktes zwischen USP und Teilen der Gegengrade. Nachdem USP sich länger mit ihrer Abneigung zu Frankfurt verbal beschäftigt hatten, schallte es "Ihr seid Scheisse wie der ..." aus der Gegengrade. Hmmm... jetzt mag man ja über Liedtexte und insbesondere das ausdauernde Verfluchen des Gegners lange diskutieren und auch aus meiner Sicht war das für ein Freundschaftsspiel überflüssig, aber ob man das mit solchen Beschimpfungen ändert, wenn man gerade in letzter Zeit doch sehr viele Möglichkeiten hatte seine Kritik an die Gruppe heranzutragen, wage ich zu bezweifeln. Man schüttet damit immer noch nur mehr Gräben auf, die keiner zuschütten kann.

Rasenpatenschaft

Ja, ich habe mir eine gekauft. Zugunsten des Fanladens, was dazu führt, dass ich nicht auf irgendeinem prominenten Teil des Platzes zu finden bin, sondern oben links im Südkurvenstrafraum. Zum letzten Mal lege ich Vertrauen in diesen Verein und hoffe, dass das Geld nicht in irgendwelchen dunklen Kanälen versickert. So wie die Rasenpatenschaft formuliert ist, scheint der Verein jedoch bereits jetzt über eine Verlängerung für nächstes Jahr nachzudenken. Bisher sollen angeblich 1.000 Stück verkauft sein. Wenn man bedenkt, dass insgesamt 100.000 zur Verfügung stehen, kann man nur von einem langsamen Anlaufen sprechen. Aber vielleicht finden die Stücke ja ab jetzt reissenden Absatz. Insbesondere im Bereich für den Fanladen sind bisher nur vereinzelt Stücke gekauft worden. Also Leute: kaufen ;-).

Das Paket an sich ist schick aufgemacht und alleine dieses lohnt den Kauf.

Neuer Bundesteamchef?

Die Qualitäten eines Jürgen Klinsmann kann ich nicht beurteilen, ich mochte ihn als Spieler nicht wirklich. Es stellt sich nur die Frage, warum er sich das antut. Er hatte ein bequemes und entspanntes Leben mit einer hübschen Frau im sonnigen Californien und tauscht dies nun gegen Stress, schlechtes Wetter und Mayer -Vorfelder ei