Norbert regt sich auf vom 12.09.2004

 

über

Das war die pefekte Welle, das war der perfekte Tag...

Wort vor den Worten

Geil!

...und dann einfach so einen Leck-mich-am-Arsch-Konter fahren...

Manchmal muss man sich auch dem Trend verweigern. Und da der Trend Schönes-Wochenende-Ticket sagte, entschied man sich doch lieber mit dem Auto zu fahren. Original SMS-Text: "Wollen wir nun mit dem Auto fahren?" "Ich hasse Schönes-Wochenend-Ticket" Man? Naja, das männliche Geschlecht war bei unserer Autobesatzung doch unterrepräsentiert, denn meine Wenigkeit durfte drei weibliche Wesen durch die Gegend fahren.

Die weiteren potentiellen männlichen Mitfahrer entschieden sich für - eigentlich doch unnötigen - Schönheitsschlaf und meinten, dass 7:30 zu früh sei und begleiteten uns nicht.

Okay, 7:30 war auch zu früh, aber irgendwie kommt der Tipper dieser Zeilen nicht aus seiner Haut und fährt immer zu früh los. So konnten wir bei unserem ersten Halt bereits den Bus unserer Kurzhaarfraktion einsammeln, welche sich einen "Kunstbus" gemietet hatte, welcher u.a. über ein Kuschelsofa im hinteren Bereich verfügte.

Die Pausen prägten sowieso die Hinfahrt, da bei unserer nächsten Pause eine Frau auf der Raststätte stand, welche ihren gesamten Hausstand dabei hatte, welcher u.a. aus einem Trimmdich-Rad, mehreren Taschen und noch ganz viel Kleinkram bestand. H. meinte nur, da hätte sich ein Brummifahrer einen Spass gemacht und die da ausgesetzt. Insbesondere da die Dame auf der A 2 kurz hinter Hannover stand, Fahrtrichtung Ruhrpott und auf ihrem Schild "Frankfurt" zu lesen war.

Sonst genoss man den Geburtstagskuchen von Pauline (nochmal Glückwunsch) und stellte fest, dass eigentlich heute nix schief gehen konnte, da wir das letzte Mal, als sie an einem Spieltag Geburtstag hatte, 7-1 gewonnen haben.

Okay, näher am Ziel stellte man fest, dass man morgens zwei Stunden brauchen kann, um sich im Bad fertig zu machen (mir fehlen die Worte, denn "hübsch machen" wäre in diesem Zusammenhang unhöflich). In Paderborn suchte man erstmal ein Restaurant einer amerikanischen Kette auf und stellten fest, dass auch Fast Food verdammt lange dauern kann. Aber irgendwann hatten dann alle ihr Essen und konnten die besten "Wie ich flieg ich bei McDreck raus"-Geschichten austauschen. Dass man für Strohhalm knacken rausfliegen kann, war mir ehrlich gesagt neu.

Bereits zum zweiten Mal begegnete uns bei dem Schotten das Lied, welches die Überschrift bildet. Naja, ungefähr dreimal mehr begegnete es uns noch und es ist wirklich erstaunlich, wie einem ganz nette Lieder durch tägliches Radiogedudel über werden können...

Sandra hatte noch eine Kneipe zum Treffen gemeldet, aber irgendwie haben wir die nicht gefunden, was aber auch daran lag, dass wir den grössten Fehler machten, den man auswärts begehen kann: wir folgten der Parkplatzausschilderung. Und anstatt man auf einen (vorhandenen!!!) stadionnahen Parkplatz geleitet zu werden wird man irgendwo auf einen Parkplatz bei der Gartenausstellung geleitet. Und auf die Frage, wie weit es zum Stadion sei, sagte man uns nur "ca. 10 Minuten zu Fuss". Na grossartig! Der Fussweg ging durch viel Grün und Wildnis und als man endlich am Stadion angekommen war, konnte man sich nur mit den beiden Vagabunden, die zu Harry gehören, vor dem Gästeeingang treffen. Ein grosses "Hallo" und eine kleine Scheinschlägerei (Zitat: "Gleich klatscht es und kein Beifall") waren die Folge.

Man enterte den Grund und stellte wieder fest, dass hier zwar alle Spiele unter Hochspannung stattfinden, aber noch lange nicht hoch spannend sind. BTW: Eines der ersten Lieder war "Das ist die perfekte Welle..." Sowohl die Einlassordner wie auch die Ordner im Innenraum stellten sich nebenbei als äusserst freundlich heraus, so dass man sich noch mehr über die Ereignisse vom letzten Jahr (ich berichtete) wundern muss. Die meisten bekannten Gesichter hatten es vorgezogen Sitzplätze zu nehmen, aber wir trotzten dem anfänglich schlechten Wetter und dem Gemecker von P. und buchten Stehplatz. Mit uns taten das die West-Brigade und die Knutschkugel mit seiner besseren Hälfte. Letztere feierten nebenbei ihr einjähriges. Dazu ihm Glückwunsch und ihr mein Beileid ;-.) Nein, Spaß beiseite, herzlichen Glückwunsch, ihr beiden! Und weiter so ;-)

Leider füllte sich der Block insgesamt wenig und meistens mit ziemlichen Rübennasen. Höhepunkt war eine Gang Vollsufftypen, die wirklich ein Plakat mit "Pils, Porno, Pauli" mithatten. Dümmer geht es nicht. Aus dieser Gang stiegen auch zwei Typen ständig während des Spieles auf den Zaun und sie haben es nur dem Grossmut der Ordner zu verdanken, dass sie jetzt nicht ein wie auch immer geartetes Stadionverbot haben. Insbesondere nicht zu begreifen war, dass die Ordner sie nicht rausschmissen, sondern wieder in den Block entliessen, was dazu führte, dass sie sofort wieder auf den Zaun kletterten.

Zum Intro wurde ein "Free Dixie"-Plakat präsentiert, welches zur zweiten Halbzeit durch ein "Räumt das Rathaus und nicht die Bauwagenplätze" ergänzt wurde. Schön mal wieder politische Aussagen bei St. Pauli zu sehen.

Trotz der Leere war die Stimmung erstaunlich grossartig. Beinah 90 Minuten war durchgehend irgendwo im Block was los. Leider leidet die Koordination unter der langen Kurve und dem Aufteilen auf Sitz- und Stehplätze. So gab es nur sehr wenige Szenen, wo wirklich der gesamte Anhang laut das Gleiche sang. Herausragend war jedoch der erste Versuch eines Wechselgesanges, wo wirklich die gesamte Kurve lautstark der Sitztribüne antwortete. Im weiteren Verlauf des Spieles klappte dies noch einmal, danach war einfach alles zu doll mit Feiern beschäftigt.

Und zu feiern gab es was! So ca. nach 15 Minuten Dauerdruck von Paderborn (ich glaube bis dahin waren wir ca. dreimal über die Mittellinie) entwickelte sich folgender Dialog zwischen mir und den versammelten Vagabunden. "Stehen ganz schön unter Druck" "Ja" "Kennt ihr meinen Traum von einem Auswärtsspiel?" "Nein" "Also: Man steht 89 Minuten unter starkem Druck, aber man kämpft und in der neunzigsten Minute spielt man einen ganz coolen Konter und zack 1-0, nur leider können wir das nicht". Gerade fertig das allen zu erläutern, da erkämpft sich Hanke den Ball und dann zack, Ball einmal quer übers Feld, Flanke und 1-0. Grosser Jubel und der Kommentar: "Wir haben aber noch nicht die 89ste Minute!"

So ging das Spiel auch weiter. Paderborn drückte, aber mit Können und ein bißchen Glück (zweimal Metall und zweimal auf der Linie gerettet) wurde das 1-0 gehalten. Und gerade als Paderborn sich mehr öffnete kam der nächste Konter und es steht 2-0. Kurz zuvor hatte Dinzey noch eine riesige Chance versiebt (bzw. wurde durch eine grosse Parade gehindert) und ich hatte schon befürchtet, dass nun doch noch der Ausgleich fällt. Aber nein, beim zweiten Versuch machte er es besser.

Agu machte noch das 3-0 und der Jubel kannte keine Grenzen. Die Mannschaft machte ihr bereits gegen Berlin gezeigtes Kreisritual und klatschte dann noch geduldig die gesamte Kurve ab. Nur die Welle scheint diese Mannschaft nicht wirklich zu mögen, sie wurde eher als "muss sein" abgehakt. Aber lieber ehrliche Freude als irgendwelche Rituale.

Man kann sich vorstellen, dass im Block ziemlich die Party abging. auch als dann noch die gesamte Sitzplatzgang an uns vorbei zog und mit fröhlichen Umarmungen begrüsst wurde. Auch der Weg zum Parkplatz war von Feiern und Analysen geprägt, auch wenn ich nicht begreifen kann, wie man Hanke als Fremdkörper bezeichnen kann, denn gerade dieser zeichnete sich durch eine unglaubliche Kampfbereitschaft aus.

Auf dem Parkplatz noch alles in Grund und Boden gehupt und sich dann auf den Weg zurück gemacht. Kurze Diskussion über Fahrstile und dann ging ein wirklich perfekter Tag bei Björns Geburtstags-/Doktorfeier zu Ende. Eingebrannt bleiben wird das Bild von Jens, welcher nach dem 3-0 auf der Trainerbank stand und die Arme jubelnd ausstreckte... Für solche Tage ist man Fussballfan. Danke an meine Mitfahrerinnen, danke an die Umstehenden im Stadion und danke an unsere Mannschaft.

Und dann war da noch...

... unsere Vermarktungsrechte, die nun wieder dem Verein zu 100 % gehören. Dies ist erstmal eine gute Entwicklung, auch wenn dafür Rechte am Merchandise zu 75 % nicht mehr dem Verein gehören. Jedoch muss man auch die negativen Aspekte sehen. Immer noch haben wir das Geld nicht selber aufgebracht, sondern mussten erneut umschulden. Erneut? Man bedenke: Diese Rechte haben den Verein mal verlassen, damit Heinz Weisener sein Geld hinten rum wieder zurückbekommt. Als dann Weisener den Verein verlassen musste, leihte man sich de facto das Geld bei upsolut. Nun um diese loszuwerden, muss man sich das Geld bei wHolz (unserem neuen Caterer) leihen. Natürlich sind die Konditionen (10 Jahre, zinslos) des Darlehens äusserst lukrativ, aber zurück gezahlt werden muss das Geld immer noch. Und 700.000 Euro in 10 Jahren heisst, dass man pro Jahr irgendwie 70.000 Euro freie Liquidität erwirtschaften muss. Insofern ist unser strukturelles Defizit nicht auf null reduziert, wie unser Präsidium behauptet, sondern nur auf 70.000 Euro. Sprich: Wir müssen immer noch arbeiten, um endlich einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können. Ein weiteres Haar in der Suppe ist, dass die Merchandise-Rechte für 30 Jahre (!!!) verkauft sind. Es dauert also noch unglaublich lange, bis wir endlich wieder vollständig Herr im eigenen Haus sind. Das letzte Haar in der Suppe ist, dass damit auch der von upsolut gestellte Geschäftsführer bei der Vermarktung ausscheidet. Das ist alleine deswegen schlecht, weil ein ständiger Wechsel (und es handelt sich um den zweiten in etwa zwei Jahren) nie gut ist. Wobei ich die Arbeitsleistung absolut nicht beurteilen kann.

Wo nun aber sparen? Immer wieder schön sind die immer wieder von offizieller Seite kommenden Listen, was eigentlich wieviel Geld kostet. Klar kostet das Trainingsgelände 10.000 Euro pro Monat, aber mal ehrlich: Wie will man diesen Punkt auf Null bringen? Woher soll ein vernünftiges Trainingsgelände kommen, das billiger ist? Und wieder am Steinwiesenweg zu trainieren kann aus meiner Sicht keine Alternative sein. Insbesondere, da auch die sich das bezahlen lassen.

Genausowenig kann man die Schuld auf die Bruchbude Millerntor schieben. Auch dieses kostet vielleicht Geld, aber auch jedes andere Stadion kostet Geld, da immer was kaputt geht oder renoviert werden muss. Mal ganz davon ab, dass ein neues Stadion ja auch durch Kredite finanziert werden muss.

Kurz: Man muss woanders sparen und das dringend.

.... eine Sammlung von lustigen Autoaufklebern: Ein Pinneberger Auto, welches einen "Hamburger Jungs" Aufkleber hinten drauf hatte. Der hatte definitiv was falsch verstanden...

Oder der Aufkleber, wo ein Alien drauf ist und der Spruch "The goverment lies". Hat jemand die Bezugsadresse?

... die "Sind Bundesligaspieler faul"-Diskussion. In einer völligen Vereinfachung präsentierte die Blöd uns die wöchentlichen Trainingszeiten der Profis und kritisierte diese nun dafür, dass sie zu wenig trainieren. Nicht nur, dass die Woche vollkommen willkürlich gewählt war, nein, sie befand sich auch nach den ersten vollen Belastungen, was vermuten lässt, dass die Trainingslehre in diesen Zeiten eher leichte Belastungen empfiehlt. Noch verlogener wurde das Ergebnis, wenn man bedenkt, dass nur die Zeit auf dem Platz, aber Mannschaftsbesprechungen oder physotherapeutische Massnahmen nicht mitgezählt wurden.

Was nicht heissen soll, dass man das Training verändern kann. Wenn man aber bedenkt, wie Klinsmann für seine leichten Änderungen von der Blöd durch den Kakao gezogen wird, dann muss man sich nicht