Norbert regt sich auf vom 27.09.2004
über
Lohnt sich das überhaupt?
Lohnt es sich überhaupt, über eine Versammlung einen Bericht zu schreiben, welche ohne Höhepunkte blieb und bereits nach weniger als einer Stunde netto Versammlungszeit beendet war? Ich denke schon! Und wenn der Grund nur der ist, alle Leute zu strafen, die aus welchen Gründen auch immer nicht da waren. Auch ein paar Worte über das Spiel zum Schwachsinn (Originalzitat von den Rängen) sollen in diesem Bericht verloren werden. Mein einziges Problem nach diesem Wochenende ist, dass ich nicht mehr weiss, wie unsere erste Mannschaft eigentlich aussieht.
Vorbemerkung: Auf mein übliches Format (= persönliche Meinung des Autors in Klammern) verzichte ich diesmal. Der geringe Umfang der Versammlung führt zu einem übersichtlichen Bericht, in dem die Trennung zwischen Wahrnehmung und Meinung nicht weiter schwer fallen sollte. Trotzdem der Hinweis, dass es sich um ein Gedächnisprotokoll handelt, welches auf Aufzeichnungen bei der Versammlung gestützt sind. Fehler oder Missverständnisse sind gerade bei schnell sprechenden Rednern nicht auszuschliessen!
Kurz nach sechs trudelte ich im Versammlungsort ein und stellte fest, dass ich nahezu der Erste war. Wie üblich machte der aktive USP-Teil den Ordner und viele andere aktive Fans kümmerten sich um die Einlasskontrolle. Schön, dass dabei Schädel mal wieder zu sehen war, nachdem er wochenlang durch Urlaubsabwesenheit geglänzt hatte (hat das eigentlich jemand genehmigt?). Nachdem ich also nett und kompetent eingecheckt wurde, begann das grosse Warten.
Doch alles warten half irgendwie nix. Das von Petruschka erwartete Rauschen der Treppe, über die sich unzählige Mitglieder den Anmeldetischen nähern, blieb aus. Auch kurze Zeit vor dem offiziellen Versammlungsbeginn blieb es ruhig und insgesamt kamen nur 101 Mitglieder von denen 95 stimmberechtigt waren. Leute! Das war äusserst schwach! Noch vor zwei Jahren lagen wir bei gut über 200 Mitgliedern und diesmal gerade einmal 95 stimmberechtigte Mitglieder? Bei einer aktuellen Mitgliederzahl von 3.000 in der AFM ein äusserst schwaches Bild. Insgesamt waren also gerade mal 3 % aller Mitglieder anwesend! Erstaunlich auch, dass beide Exvorsitzenden fehlten. Tonny lies sich gar nicht blicken und Holger kam erst gegen Acht, was zu seinem Erstaunen dazu führte, dass die Versammlung bereits vorbei war. Loben muss man hier USP, welche nahezu vollständig anwesend waren.
Anwesend war immerhin ein grosser Teil unseres Präsidiums in Person von Marcus Schulz und Corny Littmann. Letzterer ganz ungewohnt im blauen Zweireiher und ohne Käppi.
Andreas Kahrs eröffnete die Versammlung, begrüsste die anwesenden Mitglieder und namentlich das anwesende Präsidium. Danach erfolgte eine Schweigeminute für die verstorbenen Mitglieder der AFM. Es wurden zwei Mitgliedernamen genannt, ohne das eine weitere Erläuterung erfolgte. Waren das die einzig beiden verstorbenen AFM Mitglieder im letzten Jahr? Oder standen sie exemplarisch für weitere Mitglieder? Blieb leider im dunkeln, so hatte die Schweigeminute einen etwas komischen Anstrich, aber da sei mal jeder entschuldigt, immerhin ist so etwas nie leicht.
Sven Brux wurde als Versammlungsleiter vom Präsidium vorgeschlagen und auch in der Versammlung wollte sich auch nicht nur ein Hauch von Gegenrede regen, so dass er dann auch soverän die Versammlung leiten konnte. Wie ruhig die Versammlung war und wie wenig sie auf Krawall gebürstet war, konnte man erkennen, als Sven erklärte, dass die Versammlung ordnungsgemäß eingeladen worden sei und die Tagesordnung jedem zugegangen sei. Dass dem nicht so ist, hat die AFM ja schon zugegeben, indem sie nochmal öffentlich zur Versammlung einlud. Bevor jetzt jemand alle Beschlüsse anfechten möchte: ein Zugang der Einladung ist bei unserem Verein keine Voraussetzung für eine gültige Versammlung. Zwischengedanke: immer wieder bekommen Leute die Einladungen zu Versammlungen nicht. Das mag zu 90 % auch daran liegen, dass die Leute einfach zu dusselig sind, Adressänderungen dem Verein bekannt zu geben. Jedoch: es mutet immer noch komisch an, dass das Kartencenter einen eigenen Adressdatensatz hat, der nicht mit denen der Mitgliederverwaltung koordiniert ist. Dies führt einmal dazu, dass man als Mitglied seinen Rabatt eben nur gegen Ausweis bekommt, weil das System im Kartencenter nicht von alleine weiss, ob man Mitglied ist oder nicht. Es führt aber auch dazu, dass man jede Adressänderung dem Verein de facto zweimal mitteilen muss. Wie die Poppenbütteler WG beweist, reicht eine Mitteilung des Umzuges an das Kartencenter nicht aus, um die AFM Einladung an die neue Adresse geschickt zu bekommen. Ob ein Austausch andersherum erfolgt, weiss ich nicht, kann ich mir aber nicht vorstellen. Hier kann aus meiner Sicht der Verein Synergien heben und sollte dies auch dringend tun.
Als nächstes wurde das Protokoll der letzten Versammlung genehmigt. Auch an diesem Punkt lief nicht alles wirklich rund, da die Tonbandaufzeichnung des letzten Jahres abhanden gekommen war und daher das Protokoll aus der Erinnerung erstellt werden musste. Diese Erinnerung konnte auch nicht wirklich mehr frisch sein, denn das Protokoll war "im September 2004" erstellt worden. War halt kein gutes Jahr, das letzte Jahr. Aber auch hier war nicht einmal Unruhe oder Mißmut in der Versammlung zu erkennen. Das Protokoll dieser Versammlung liegt in den nächsten sechs Wochen aus. Ups, dann muss man aber doch deutlich schneller sein als letztes Jahr ;-)
Es folgte der Bericht der Abteilungsleitung, welcher von Andreas Kahrs gehalten wurde. Er erklärte, dass er den Bericht in drei Teile teilen wollte. Diese habe ich später nicht wiedergefunden, aber egal. Er begann dann mit einem Dank an Matthias, dessen Vertrag man nicht verlängert habe. Matthias käme immer noch regelmäßig bei den Treffen vorbei und man habe ihm für die geleistete Arbeit gedankt. Die Neubesetzung habe man sich nicht leicht gemacht. Auf die Ausschreibung der Stelle hätten sich 29 Kandidaten beworben, von denen man 11 zum Vorstellungsgespräch geladen hätte. Mamma mia, hier hat es sich aber eine Abteilung wirklich schwer gemacht. Nahezu 40 % aller Kandidaten zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen spricht entweder für absolute Gründlichkeit oder aber für einen hervorragenden Kandidatenpool. Andreas Kahrs dankte allen Bewerbern.
Man habe sich dann für Tommy entschieden. Man bekäme für das erste Jahr noch 40 % des Gehaltes vom Arbeitsamt, da Tommy aus einer Arbeitslosigkeit heraus beschäftigt werde. Man lerne: Von Punkrock alleine kann man definitiv anscheinend nicht leben.
Da Andy Bergmann Cheftrainer geworden ist, hat sich auch im Rahmen der Jugendkoordination was getan. Diesen Job macht nun Dirk Zander. Oberstes Ziel sei es nun, ein Scoutingsystem aufzubauen. Dabei wolle man auch auf Mitglieder der AFM zurückgreifen, es seien aber Voraussetzungen zu erfüllen.
Andreas Kahrs kam dann auf das Jugendhaus zu sprechen. Er erklärte direkt vorab, dass es ein Fehler von ihm gewesen sei, dass er alleine zugestimmt habe. Daher habe man die Zustimmung (zum Verkauf) ersteinmal zurückgezogen und dann neu erteilt. Die Leitung der AFM habe nun ein Vetorecht für alle Aktionen, die mit dem Haus passieren. Dass sich auch hier in der Aussprache kein Widerspruch regte zeigt, wie lieb die Versammlung war. Recht hatte zwar Klaus, der meinte, man könne ja auch nicht mehr als sich entschuldigen und dann mehr zu fordern wäre Unsinn, aber insgesamt ist es erstaunlich, wie ruhig und sachlich dieser schwere Fehler hingenommen wurde.
Man habe im Jugendhaus eine Hauswirtschafterin beschäftigt, die sich um das Essen und die Sauberkeit kümmern würde. Sorry, aber hier kommt mir der Gedanke von "in den Arsch geschoben". Eigenständigkeit wird den Bewohnern des Hauses so nicht geschult. Wobei natürlich offen bleibt inwieweit und in welchem Maße sich die Hauswirtschafterin um diese Dinge kümmert.
Geplant sei - so fuhr Andreas Kahrs fort - ein Tag der offenen Tür im Jugendhaus. Dies sei jedoch insofern schwierig, da dieses in einem reinen Wohngebiet läge und man daher noch nicht wisse, wie man dies organisieren solle. Dafür gab aber immerhin eine Fotoshow einen Einblick in das wirklich schicke Haus. Die Fotoshow war absolut Hightech, nämlich Fotos auf Overheadfolien kopiert, welche von Anja per Hand umgedreht und ausgetauscht wurden. Aber warum Beamer teuer anschaffen, wenn es auch so geht?
Am Brummerskamp habe man neue medizinische Einrichtungen und eine Trainerkabine neu geschaffen. Dort hätte man nun auch ein Büro, wo sowohl Dirk Zander als auch Claus Teister feste Sprechzeiten hätten.
Man hoffe, dass es bei einer solchen Durchlässigkeit zwischen Jugend- und Herrenbereich bleibe, denn nur so könne sich die Förderung positiv auswirken. Auch die anderen Abteilungen habe man unterstützt, wofür diese Abteilungen sehr dankbar seien. Hier fand ich den Punkt etwas schnell abgehandelt. Gerne kann - wie ja auch im Vereinsleben - der Fussball im Mittelpunkt stehen, aber die anderen Abteilungen haben auch hier mehr Worte verdient. Insbesondere, da auch ein erheblicher Teil des Geldes in diese Abteilungen fliesst. Interessieren würden mich hier insbesondere die Verwendungszwecke des Geldes.
Es folgten die Schwerpunkte für nächstes Jahr: insbesondere wolle man eine Art Ausbildungsplatzbörse für Nachwuchsspieler einrichten. Man habe bereits zwei Partner und wolle diese im November öffentlich vorstellen. Geplant sei, mit jedem Spieler aus der A bis C-Jugend ein Kompetenzseminar durchzuführen und ihm so bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu helfen. Die Kosten dafür sollen zwischen Eltern und AFM geteilt werden, damit das ganze auch ernst genommen wird. Weiterhin wolle man das ganze öffentlich begleiten um dann Unternehmen zu finden, die den jungen Spielern Ausbildungsplätze anbieten. Aus meiner Sicht eine gute Idee und definitiv ein Punkt, auf den junge Spieler bei der Auswahl ihres Vereines achten. Beim Geld werden wir nicht viel bieten können, aber wenn man eine Perspektive ausserhalb des Fussballes bieten kann, dann könnte dies schon einzelne Spieler dazu bringen zu uns zu wechseln. Solchen Kompetenzseminaren mag man skeptisch gegenüberstehen, aber ich denke schon, dass sie jungen Leuten bei der Auswahl ihres Berufes helfen können. Da spricht meinereiner aus Erfahrung, denn ich habe eher durch Zufall Jura studiert. Und studiert habe ich nur, da ich keine Lust auf das Arbeiten hatte. Dass sich das nun so als Glücksfall erwies, konnte man damals nicht vorhersehen.
Weiterhin möchte man mehr Geld für die Jugend generieren. Dazu gehöre u.a. dass man mehr Sponsoren anwerben möchte. Bisher tragen die Trikots der Jugendmannschaften die Eigenwerbung "Young Rebels", dies solle sich ändern.
Man habe bereits einen neuen AFM-Stand angeschafft und wolle mit diesem noch präsenter auf Stadtteilfesten und Veranstaltungen sein, um noch mehr Mitglieder zu haben. Man habe 3.200 Mitglieder, und mit etwas sportlichem Erfolg sollten dies mehr werden. Die Mitgliederzahl wurde im Laufe des Abends noch klarer gestellt. Die 3.200 beziehen sich auf das Ende des Geschäftsjahres. Aktuell hat die AFM ca. 3.000 Mitglieder.
Weiterhin habe man Themenabende organisiert und möchte dies auch weiterhin tun. Man habe eine Weihnachtsfeier organisiert und auch dies soll wiederholt werden, ebenso das Familienduell, wo die Alten "der A-Jugend Grenzen aufgezeigt" hätten.
Es sollte eigentlich die Aussprache folgen, aber diese folgte nicht, denn es gab nicht eine einzige Wortmeldung (!!!).
Somit musste man dann unverrichteter Dinge zum Bericht des Kassenwartes wechseln. Dieser berichtete, dass Einnahmen von 280.000 Euro Ausgaben von 240.000 Euro gegenüberstünden. Alleine diese Zahl verdeutlicht für mich eines: die AFM weiss mit ihrem Geld zu wirtschaften und zu haushalten. Im weiteren Laufe des Berichtes wurden mehrfach die Worte "konservativ" und "da ist eine Reserve drin" benutzt. Ich würde mir wünschen, dass auch der Hauptverein so seriös wirtschaften würde. Dies sieht man auch daran, dass in der ausgelegten Etatplanung alle Ausgaben Zahlen höher angesetzt sind als in diesem Jahr, und die Einnahmen niedriger. Stellt sich nur irgendwann die Frage, was man mit dem sich ansammelnden Geld macht. Längerfristig sollte die AFM vielleicht überlegen den Brummerskamp wieder ins Vereinsvermögen zu bringen und ihn dann - ähnlich wie das Jugendhaus - vor Begehrlichkeiten des Gesamtvereines zu schützen. Aber das ist zugegebenermaßen meine unbedeutende Einzelmeinung.
Auch im laufenden Jahr wolle man den gesamten Jugendetat des Vereins übernehmen. Dieser Punkt ist zwar anscheinend immer noch notwendig, aber aus meiner Sicht nicht ganz im Sinne des Erfinders. Der Verein wird hier zu einer Bequemlichkeit erzogen, die nicht sein sollte. Die AFM sollte sich aus meiner Sicht eher kurzfristig als langfristig aus der vollen Finanzierung des Jugendetats zurückziehen. Denn nur so kann eine Verstärkung der Jugendarbeit erzielt werden, die mal die Idee der AFM war.
Von den im Rahmen der Retteraktion verliehenen 270.000 Euro sind bisher 205.000 an die Abteilung zurückgeflossen. Es habe letzte Woche ein Treffen gegeben bei dem über die Rückzahlungen mit allen Abteilungen gesprochen worden ist. Dabei habe sich gezeigt, dass der Verein nicht in der Lage ist, die restlichen Summen zurückzuzahlen. Es ist nun ein weiteres Treffen geplant, bei dem die "Vereinbarung fortgeführt" werden soll. Was mich an diesem Punkt erstaunte ist, dass auch hier in der Aussprache nicht eine Nachfrage kam. Okay, vielleicht warten alle Leute auf die JHV des Gesamtvereines. Oder macht sich da Gleichgültigkeit breit? Oder haben die Siege in den letzten Spielen die Gemüter soweit beruhigt? Immerhin heisst dies, dass der Gesamtverein immer noch insolvenzreif ist. Denn nichts anderes ist die Folge, wenn man seinen Zahlungsverpflichtungen längerfristig nicht nachkommen kann. Gut: denen nach aussen vielleicht, aber eben auch nur indem man sich bei den gemeinnützigen Abteilungen bedient.
In der Aussprache wurde nach der Höhe der Cheerleaderabteilungszuschüsse gefragt und was in der Mitgliederbetreuung (Höhe 35.000 Euro) enthalten sei. Der zweiten Punkt ist vielleicht interessant, da in diesem Punkt neben dem Gehalt des AFM-Mitarbeiters u.a. auch die Kosten für die ermäßigten AFM-Karten bei den Amateuren enthalten sind. Lustigerweise wird mir dann am nächsten Tag erzählt, dass die Amateurabteilung diesen Posten zu Beginn nicht abgerechnet hat, da man versäumt hatte, bei Amateurspielen zwischen AFM-Mitgliedern und Vollzahlern zu unterscheiden. Insofern ist in diesem Punkt die Etatplanung selbst vielleicht mal ein bisschen knapp. Aber das werden wir dann nächstes Jahr sehen.
Es folgte der Bericht des Kassenprüfers. Dieser erklärte, dass die Buchhaltung von Hanseatic Consult gemacht werde, wie die vom Hauptverein auch. Es habe am Anfang bei der Prüfung insgesamt 62 Beanstandungen gegeben, welche aber zum grössten Teil darauf zurückzuführen gewesen seien, dass Belege nicht sofort aus sich heraus verständlich gewesen seien. Nach einem Gespräch mit dem Vorstand habe es keine Beanstandungen mehr gegeben.
Der Kassenprüfer wollte Kritik dahingehend äussern, dass das Verhältnis der Ausgaben sehr einseitig sei. So seien 38 % der Ausgaben für das Jugendhaus gewesen, 16 % für die Jugendfussballabteilung und nur 5 % für die restlichen Jugenden des Vereines. In der Etatplanung sei aber schon eine Besserung zu erkennen, so dass seine Kritik sozusagen bereits vorweggenommen wurde.
Zum Thema Jugendhaus äusserte der Kassenprüfer, dass er eine Sachprüfung durchgeführt habe, er jedoch kein Anwalt sei. Aus seiner Sicht sei der Zweck des Hauses erhalten worden und für die Zukunft gesichert, so dass das Geld im Sinne der Abteilungsordnung ausgegeben worden sei. Kritisch angemerkt sei, dass die AFM Anwaltskosten getragen habe, welche sie sich mit dem Hauptverein hätte teilen sollen. Er schlug die Entlastung des Vorstandes vor, welche bei 2 Gegenstimmen und 10 Enthaltungen erteilt wurde.
Als nächstes kam die Versammlung zur Nachwahl des 2. Vorsitzenden, da Gröni ja aus persönlichen Gründen zurückgetreten sei (auch hier wieder keine Nachfragen). Als einziger Kandidat stand Alexander Gunkel (falsche Schreibweise sei mir verziehen) zur Wahl. In seiner Vorstellung brachte er folgende Punkte an:
Er sei Spieler beim FC St. Pauli gewesen und zwar von 1979 bis zu seinem Karriereende 1980. Danach hätten sowohl seine Trainer als auch er seine Talentlosigkeit entdeckt und er hätte sich seiner Karriere als Fan gewidmet. Aber nicht etwa des FC St. Pauli, sondern als Fan des VfB Stuttgart. Erst in den 90er Jahren hätte er zum FC St. Pauli zurückgefunden und die Sucht habe sich dann schnell über gelegentliche Heimspielbesuche zur Dauerkarte und dem Mitfahren zu Auswärtsspielen entwickelt. Seit zwei Jahren arbeite er bei der AGiM mit und wollte dann aktiv im Verein mitarbeiten und dafür sei die AFM der richtige Platz. Er habe den Kulturausschuss wieder mitbelebt, habe die Themenabende und die Benefizparty mit organisiert und wolle nun 2. Vorsitzender werden.
Die Arbeit des Vorstandes sei bisher durchaus gut und unterstützenswert gewesen, aber doch mit kleinen Fehlern. Vorbildlich sei die Zusammenarbeit mit allen Gruppen im Verein. Man habe die Mitglieder gehalten, trotzdem der Verein zweimal abgestiegen sei. Er wolle aufrufen, doch ehrenamtlich in der AFM mitzuarbeiten. Sein Ziel sei es, insbesondere diese ehrenamtlichen Mitarbeiter als 2. Vorsitzender zu unterstützen.
Für ihn seien 3.000 Mitglieder nicht das Ende der Fahnenstange. Bei sportlichem Erfolg seien mindestens 4.000 erreichbar. Dazu müsse man die Präsenz bei Festivals, bei Auswärtsspielen und anderen Veranstaltungen steigern. Er wolle einen regelmässigen Newsletter für die Mitglieder, eine Mitgliederumfrage um noch besser auf die Wünsche der Mitglieder einzugehen. Man müsse die Vermarktung verbessern, wobei hier auch professionelle Hilfe von aussen notwendig sei. Geprüft werden soll auch, ob der Verkauf von Merchendise möglich sei.
Es gab keine Fragen an den Kandidaten, so dass gleich zur Wahl geschritten werden konnte. Diese fand per Akklamation statt, weil dies eine Mehrheit der Versammlung so beschloss. Ausdrücklich gegen meine Stimme, da aus meiner Sicht Personalentscheidungen in geheimer Wahl stattzufinden haben. Es ist eigentlich eine absolute Unmöglichkeit, dass die Satzung unseres Vereines dies nicht zwingend vorsieht.
Okay, gewählt wurde Alexander dann ohne Gegenstimme bei 10 Enthaltungen. Dabei hatte er auch meine Stimme, da mein Widerstand gegen die offene Wahl eben nur auf das Prinzip abzielte, nicht auf den Kandidaten an sich.
Anträge zur Versammlung gab es nicht, so dass man sich nach ca. 45 Minuten bereits dem Punkt "Verschiedenes" widmen konnte. Und wären hier nicht noch ein paar Fragen gekommen, dann wäre der Abend vollkommen ereignislos geendet.
Als erstes stellte Markus Schulz klar, dass eine kommerzielle Nutzung des Vereins- und des Totenkopflogos immer noch nicht möglich sei, da die Rechte für Mercendise eben bei upsolut lägen. Auf Nachfragen erklärte er, dass es einen Graubereich darüber gäbe, was kommerziell sei. Natürlich könnten Abteilungen für ihre eigenen Bedürfnisse Sachen herstellen, aber ein Verkauf sei nicht möglich. Solche Fragen seien mit Upsolut zu klären. Man habe sich aber nicht im Streit getrennt. Aus meiner Sicht sollte das ganze kein Problem sein. Bisher zeigten sich Upsolut und die ehemalige Vermarktung eigentlich immer sehr aufgeschlossen gegenüber irgendwelchen Ideen. Und wahrscheinlich reicht es denen absolut aus, wenn die irgendwie finanziell partizipieren.
Dann wurde nachgefragt, ob die angekündigten 350 Ausschlüsse von Mitgliedern eigentlich vollzogen worden seien. Hier erklärte man, dass dies passiert sei. Die Mitgliederverwaltung habe man outgesorct, damit der Verein entlastet werde. Dies mache nun eine Firma namens "ARV", welche auch für andere Vereine tätig sei. Man habe nun erneut 800 Mitglieder mit Rückständen, wobei es sich bei den meisten um geringe Beträge handelt. Uffta, die letzte Zahl sass bei mir. 800 Mitglieder? Das ist immerhin jedes vierte Mitglied. Das ist eine verdammt hohe Zahl. Hier sollte die Abteilung dringend Mechanismen finden, um die Zahlungsmoral der Mitglieder zu erhöhen.
Im Oktober wolle man dann mahnen und dann werde man mit dem Präsidium und der Geschäftsstelle sprechen, wie man dies bereinigen könne. Zwar sei man sehr verständnisvoll, wenn ein Mitglied mal nicht zahlen könne, aber es sei die Pflicht eines jeden Mitgliedes. Trotz des Outsorcings sei man jederzeit Herr des Verfahrens.
Die Versammlung endete um 20:07. Da man nicht ganz pünktlich angefangen hatte, sondern eher c.t. (für die Nichtstudenten: cum tempore, was soviel heisst wie 15 Minuten später) angefangen hatte, endete die am wenigsten aufregende und entspannteste Sitzung ever nach nicht einmal einer Stunde.
Was macht man nun mit einem solchen angebrochenen Abend, fragten sich nun Klaus, Petruschka und der Autor dieser Zeilen? Tja, wir machten die Marktlücke unsicher, und es entwickelte sich ein äusserst humorvoller und reizender Schlagabtausch über Musik, Fussball, Fanszene und alle möglichen anderen Themen. Dem FSK blieb nur durch meine Vollnüchternheit eine fünfstündige Nachtsendung "Wir reden über Musik, ohne welche zu spielen" erspart. Aber wer weiss, vielleicht klappt auch das irgendwann noch mal.
Wisst ihr was mein Problem ist bei Amateurspielen? Ich kann mir am Ende die ganzen dummen Sprüche nicht mehr merken und auf das Sportliche konzentriert sich sowieso keiner. Bereits am Vorabend trafen sich grosse Teile der Amateurgang bei Findus, um dessen Geburtstag zu feiern. Und regierte hier schon der Schwachsinn (Höhepunkt die "Kilometerbauschale"), so hatte man Sonntag dann - wie schon erwähnt - das Spiel zum Schwachsinn. Abfeiern von Cp. Kirk löste sich mit dummen Sprüchen, Aua- und Buäh-Rufen (bei Fouls an Nordhornern) ab. Gross auch die Kommentare zum Elfmeter für uns, welcher definitiv keiner war. "Ich danke meinen Eltern, dem Regisseur, dem Trainer und insbesondere dem Schiedsrichter für diesen Oscar" (hochgehalten wurde eine Astraflasche). Was sich nicht aufklären liess war, warum der Schiedsrichter zweimal auf Elfmeter entschied, ob der Nordhorner nun wirklich Gelb-Rot oder doch glatt Rot bekommen hat und wem ich eigentlich 2 Eu