Norbert regt sich auf vom 06.10.2004
über
Wir wollten doch immer eine Auswärtsfahrt ohne Spiel...
Da opfert man seinen letzten Urlaubstag, fährt nach Dortmund und sieht dann am Ende kein Spiel. Irgendwie hatte man uns sowieso einen gebrauchten Tag angedreht.
Ging man noch frohgemut zum Bus, so war bereits der erste Schock, dass man in einem Bus sass, welcher mal wieder für diese Saison typisch ist. Zwar waren die ersten Reihen äusserst (ich gewöhne mir dieses Wort irgendwann wieder ab...) sympathisch besetzt, aber dafür waren die hinteren Reihen ganz grosses Tennis. So war das Klo nach einer halben Stunde das erste mal besetzt und blieb dieses ununterbrochen bis zu unserer ersten Pause. Dabei nutze die vordere Hälfte es in diesem Zeitabschnitt genau einmal durch eine Person. Bevor jetzt wieder hier die Leute mit dem spitzen Humor kommen: Ich habe vorne gesessen und war nichteinmal diese Person.
Um noch den zweiten positiven Punkt der Fahrt zu nennen: Die Musikauswahl war vollkommen okay, auch wenn ich nicht wirklich ein Freund der neuen deutschsprachigen Musik bin.
Der Bus sah zwar neu aus, aber ein Regenguss unterwegs zeigte doch, dass er irgendwie doch etwas undicht war, leckte es doch plötzlich zwischen Hollywood und Moritz durchs Dach. Naja so war die Fahrt dann doch feuchtfröhlich, ohne das man wirklich Alkohol zu sich nahm. Letztendlich stank man auch wie eine Kneipe, da man freundlich zu den Damen vor einem wollte und ihnen den Sekt aufmachte. Und irgendwie hatten die den Rotkäppchensekt bereits geschüttelt...
Man nähernde sich Dortmund und man war früh genug in Dortmund um dem örtlichen Dackel... äh Kleingärtnerverein einen Besuch abzustatten. Wie sagte mein weitläufiger Bekannter Hollywood? "Alles für den Dackel, alles für den Verein". Insofern war das ganze Klubheim äusserst liebevoll gemacht und hatte eine freundliche Bedienung. Nur das Speiseangebot war eher rustikal. So bestand der Gemüseteller eines meiner Nachbarn eigentlich nur aus irgendwelchem Dosengemüse.
Irgendwann stand plötzlich erst die uniformierte und dann die Zivilpolizei im Eingang. Wie meinte ein Mitreisender? "Zivilpolizisten sehen immer so aus, als ob die Uniformmacher noch eine Marke für Zivilpolizisten gemacht hätten." Und wenn sie so nicht auffällig genug gewesen wären, hatten die auch noch eine Funke mit, die ungefähr drei Meter gross waren.
Zwei Clausthaler später war es für mich und meinem liebsten Sitznachbarn Zeit sich Richtung Stadion aufzumachen. Okay, unser Weg endete an der Eingangstür und wir beschlossen dem Wetter noch fünf Minuten zu geben, regnete es doch gerade Bindfäden. Fünf Minuten später, gaben wir dem Wetter nochmal fünf Minuten, aber dann waren doch Löcher in den Bindfäden zu erkennen und man machte sich auf den Weg.
Die Eingangskontrollen waren schnell durchschritten, auch wenn diese Rübennasen meine verschlossene Fototasche mir unverschlossen wieder gaben, so dass die zweite UV Linse innerhalb von vier Tagen dran glauben musste. Aber immerhin haben alle Objektive überlebt.
Ein Blick auf den Rasen versprach nicht wirklich gutes. Denn der Rasen glich einer Seenlandschaft und trotz das das Spiel eigentlich in 20 Minuten anfangen sollte, machte sich keine der beiden Mannschaften warm. Nur eine vollkommenen aufgebrachte Gruppe von offiziellen rannte über den Rasen. Problem war, dass von dem Dach das Stadions der Regen auf den Platz gefallen war, so dass direkt am Ende des Daches grosse Pfützen bildeten. Da baut man ein Stadion für Millionen von Euros, aber daran zu denken, dass die Dächer nicht ihre Last auf den Rasen schmeissen, das tat anscheinend niemand. Wie sagte Mathes so schön? "WM Spiele 2006 in Dortmund nur bei gutem Wetter". Anderseits hätte wohl jeder vernünftige Drittligst irgendwie den Rasen trocken gemacht und gespielt. Nur wenn es sich eben um die zweite Mannschaft handelt, dann will man sich nicht den Rasen zerstören.
Die Stimmung auf den Rängen schwankte zwischen Verzweifelung, Galgenhumor und Aggression. "Anpfeiffen, anpfeiffen" Rufe wechselten sich mit Anfeuerungen der eigenen Mannschaft und "Schalke hat ein Dach" Rufen ab. Ich bin zwar sonst kein Fan von "Schalke" Rufen in Dortmund, aber hier passte hervorragend.
Irgendwann spielten sich noch skurrille Szenen ab, als das Schiedsrichtergespann Bälle in Pfützen schoss und feststellte, dass diese darin hängen bleiben und dann beschloss man wohl endgültig das Spiel abzusagen.
Die Mannschaft lief in die Kurve, machte eine Rutsche auf den Rasen und ging in die Kurve zum abklatschen. Eine kurze Frage an Ralf Gunesch und man hatte die endliche Bestätigung. Hier wird heute kein Fussball mehr gespielt. Da konnten auch "Rote Erde" Rufe nichts mehr ändern. Littmann wollte noch irgendwas durchs Megafon sagen, wurde aber durch den Stadionsprecher und Lärm in der Kurve unterbrochen.
Was macht man eigentlich, wenn etwas unvorstellbares passiert? Ich war der Reaktion nicht fähig, aber nachdem unsere Mannschaft schon durch den Zaun gegangen war und mit dem Abklatschen der Fans begann, pisste doch wirklich ein Typ von dem erhöhten Sitzplatzblock direkt in den darunter liegenden Block, während die Mannschaft sich näherte. Ich hatte wirklich Angst, dass der den ersten auf den Kopf pinkelt. Nur leider war ich nicht in der Lage zu handeln.
So machte man sich laut fluchend, ärgernd und frustriert auf den Weg zum Bus. Dieser war laut Heiko ganz einfach, aber ohne Leute, die letztes Jahr im hellen mit waren, wäre das interessant geworden. Aber schnell hatten wir alle Mitfahrer wieder, ausser einem. Und das genau war das Problem. Naja, es war sowieso ein verlorener Tag und so konnte man sich nur noch in Galgenhumor flüchten. "Wer fehlt?" Zitat Hollywood: "Waldorf" Alle umstehenden sind vollkommen ratlos. "Na die eine Hälfte von Waldorf und Stadler aus der Muppet Show". Auftritt eines Zivilpolizisten... Man beschreibt unseren fehlenden Mann, welcher relativ auffällig ist. "Also den haben wir gesehen, der war mit zwei - ich will jetzt nichts sagen - punkigen Damen unterwegs und machte keine Anstalten hier hin zu gehen." Hollywood: "Na super, wir warten hier und Waldorf amüsiert sich im Puff". Okay, da ist verdammt viel Situationskomik drin, aber man bog sich vor lachen.
Gut eine Viertelstunde vor Abpfiff machten wir uns dann auf den Weg. Alleine eine Stunde verbrachten wir damit Dortmund wieder zu verlassen und bereits vor Verlassen der Stadt hallte der Ruf nach "Pinkelpause" durch den Bus... Irgendwie schafften wir es aber mit drei Pinkelpausen nach Hamburg. Die Rückfahrt wäre schnell erzählt, wenn mein weitläufiger Bekannter nicht noch mal zur Hochform aufgelaufen wäre und von seinen Zeiten als Jugendspieler erzählt hätte. Bereits vorher verlangte er nach einer gepflegten sanitären Anlage, aber als er erzählte, dass dies auch ein Wechselkritierum bei Vereinswechseln war "Da ist man nicht zum Probetrainig gegangen, sondern zum Probekacken." Als ich mit dem Lachen fertig war, war ich zu Hause. Und wir waren noch weit von zu Hause entfernt.
Fazit? Eine anfliegende Erkältung, die mich heute ans Bett fesselt. Und wieder kein Fussball. Es ist zwar grossartig, dass von der Mannschaft zu hören war, dass sie die nächste Fahrt nach Dortmund den Anwesenden zahlt. Dies ist alles, was sie machen kann und es ist wirklich nett. Nur leider macht das für den sinnlosen Strapazen, den verlorenen Urlaubstag und die übrigen Kosten nichts her. Und ehrlich gesagt fahr ich nicht nochmal mit dem Bus nach Dortmund. Nicht mit der Besetzung.
... das Hamburger Abendblatt, welches versuchte die finanzielle Lage unseres Vereines zu erklären und dabei auch alle Zahlen auf den Tisch legte. Ein interessanter Artikel, welcher ein paar Fragen offen lies, die wahrscheinlich Thema der JHV sein werden, welcher aber auch einen riesigen Fehler hatte. Mal wieder wurden Ausgaben des Hauptvereines mit Ausgaben der Abteilungen durcheinander geworfen, was aber einfach nicht die Finanzstruktur unseres Vereines entspricht, aber anscheinend auch die Denke der