Norbert regt sich auf vom 1.11.2004
über
Gelb-blaue Vereine sind mir zuwider oder Ein Sprung durch die Ligen Drei bis Fünf oder wie man an einem Wochenende vier Spiele sehen kann
Es gibt Sachen, die gehen gar nicht. Dazu gehören definitiv Montage. Definitiv vollkommen unsinnig sind auch Montagsspiele, auch wenn man gleich in Ruhe sich seinem Zweitverein widmen kann. Und nein, der kommt nicht aus der Zone. Wochenende sind mir eigentlich selten zuwider. Und Wochenenden mit vier Fussballspielen sind zwar anstrengend, aber doch sehr, sehr fröhlich.
Heimspiele sind immer wieder von Ritualen und geplanten Abläufen bestimmt. Dieser wurde diesmal jedoch etwas geändert, da noch lecker Essen für den Fanladen vorzubereiten war und dafür Töpfe in den Fanladen transportiert werden mussten. So bin ich diesmal nicht direkt von der Arbeit in den Fanladen gefahren, sondern habe noch kurz das liebliche Poppenbüttel besucht, um dort die Töpfe einzusammeln. So kam ich erst gegen halb fünf in dem zu diesem Zeitpunkt bereits gut gefüllten Fanladen an.
Dort blieb ich jedoch nur zur Erledigung der Einkäufe und um kurz Pauline die Karte für ihren Besuch zu geben, welcher sich bereits auf Gegnerbeobachtung für die nächste Woche befand (und der nix für die Überschrift kann, um dies mal gleich klarzustellen). Weiter ging es zur "Kleinen Pause", wo das rituelle Vorspielmahl eingenommen wurde. Da ich bereits viel gegessen hatte, beschloss ich, dass eine riesen Currywurst nicht mehr gehen würde und entschied mich für einen halben Gockel mit Pommes. Bereits fertig mit ihrem Mahl und bei bei einem dunklen Herrengedeck (Afri Cola / Jägermeister) angelangt waren unser Lieblingslauenburger und unser Lieblingsschweizer.
Kurz noch einen ÜS-Redakteur überredet, dass wir heute mal nicht beissen würden, und dann in trauter Runde das Mahl genossen. Beim Mahl dann noch die Tips ausgetauscht. Und als wir auf das "5-0" anstossen wollten, verstand die Runde dann 15-0, was mich zu der Aussage veranlasste, dass ich bei diesem Ergebnis, sollte es denn jemals in einem regulären Ligaspiel erzielt werden, nackt und wild .... auf dem Zaun sitzen würde.
Wieder zurück zum Fanladen, wo eigentlich der einzige Wehrmutstropfen des Tages stattfand, hatte doch der andere Teil der Poppenbüttel-WG sich eine Erkältung eingefangen und musste sich nun offiziell kzH (krank zu Hause) melden.
Im Fanladen wurden mir dann auch schwere Versäumnisse offenbart. Hatte ich es doch in der Aufzählung der intimen Gespräche vergessen zu erwähnen, dass unten am Zaun zwei AGiM-Mitglieder, ein AFM-Vorstand und ein Aufsichtsratsmitglied hochkonspirativ die Zukunft des Vereines planten. Ich muss mich hier bei meinen Lesern entschuldigen, dass ich diese hochwichtige Nachricht vergessen hatte, ich danke meinem Bremer Informanten, dass ich diese Nachricht noch veröffentlichen konnte. Ne, mal im Ernst: Diese Berichte beinhalten auch viel Gelaber, was vielleicht den einen oder anderen nicht interessieren mag, da einfach nur Döntjes der Reisegruppe erzählt werden. Wer so etwas langweilig findet, der sollte lieber Auswärtsberichte des ÜS lesen. Ich personlich finde diese klinisch reinen Auswärtsberichte eher langweilig, gebe aber zu, dass dies persönlicher Geschmack ist.
Der Gang zum Stadion war von Regen geprägt. Ich Rübennase hatte auch noch unter Verkennung der Jahreszeit meine Sommerjacke an, welche nicht wirklich geeignet ist, Kälte und Nässe abzuweisen. So nahm alles Zuflucht im Klubheim oder im AFM-Büdchen.
Die journalistische Pflicht zwang mich auch ins Klubheim, musste ich doch die Veränderungen seit dem Abschied von Brigitte unter die Lupe nehmen. Und man kann sagen was man will, der Laden sah gut aus. Aus der Mitte hatte man die Sitzgelegenheiten entfernt und einen Stehtisch installiert und draussen hatte man meines Erachtens auch umgebaut (bin mir da aber nicht 100 % sicher). Hinter dem Tresen agierte eine Gang junger Damen, die zumindest meine Bestellung schnell und korrekt abwickelten. Über Preise kann ich nicht wirklich was sagen, da meine Bestellung ein ausgegebenes Bier war, für das ich mich an dieser Stelle nochmal herzlich bedanken möchte.
Was ich langsam negativ finde und was vielleicht auch in nächster Zeit mal deutlicher angesprochen werden sollte ist, dass viele Leute bereits vor dem Spiel in einem Zustand waren, der doch sehr bedenklich stimmt. Leute, Alkohol ist nicht nur ein Segen!
Es regnete jetzt nicht mehr, nein, es goss in Strömen. So flüchtete ich mich zur "Hier sind wir" Fraktion unter den Dachvorsprung des Klubheimes. Auch hier wieder die Geschichte über das 15-0, die damit schon so weite Kreise gezogen hatte, dass ich im Ernstfall wohl nicht drum rum gekommen wäre.
Schön auch, dass die Münsteraner Ultras fröhlich ohne Polizeibegleitung an der Gegengrade vorbei spazieren konnten. Nicht, dass ich prinzipiell der Meinung bin, dass Ultras Stunk machen, aber ich frage mich immer, wo den die Verhältnismässigkeit ist, wenn die - obwohl in den letzten Spielen in Münster richtig Stunk war - ohne jede Begleitung an den St. Pauli-Fans vorbei geführt werden, aber am gleichen Tag USP von einer riesigen Horde Polizei zum Fanladen gebracht wird (dazu später mehr).
Irgendwann zog es einen dann doch Richtung Stadion, aber da es immer noch in Strömen goss und ich, wie schon gesagt, nicht passend bekleidet war, begab ich mich nur bis zum Treppenaufgang der Gegengrade. Hier wurde aber immerhin das Präsidium des FC42 beschlussfähig, so dass die Zeit doch relativ schnell verging. Damit ich wenigstens finanziell etwas von meinem Ausflug auf den Zaun profitieren könnte, habe ich noch kurz beim Wichteltippspiel 15-0 getippt und dann beschloss der Regen, dass es Zeit sei woanders zu regnen und man konnte endlich seinen gewohnten Platz auf der Gegengrade einnehmen.
Durch die Betonierung der oberen Stufen ist auf der Gegengrade eine Zweiklassengesellschaft entstanden. Während die oberen Betonstufen bei einem solchen Wetter ideal sind verwandeln sich die unteren Stufen in eine brutale Matschlandschaft, die weder Schuhe noch Hosen wirklich in Ruhe lässt. Die wirkliche Ideallösung ist das so nicht. Entweder findet man auch irgendeine Befestigung für die unteren Stufen oder es muss dringend ein Weg gefunden werden, damit sich dort nicht das gesamte Wasser sammelt. Auch der Versuch von USP die Stadionzeitung als Saugtuch zu missbrauchen, führte nicht zu dem gewünschten Erfolg. Vielmehr war danach die Stufe schlichtweg hell matschig anstatt dunkel matschig.
Irgendwann näherte sich der Spielbeginn und ich begab mich zu der üblichen Fotoschussecke. Herr BlöVo machte noch auf das neue St. Pauli-CSC-Plakat aufmerksam, welches wirklich hübsch geworden ist, und schon konnte man sich dem Fotoschiessen widmen.
Als Choreo hatte USP diesmal braun-weiss-rote Papierschals gemacht, welche auch äusserst gut aussahen. Mit dem Hochhalten klappte das eigentlich auch ganz gut, wobei ich teilweise echt Leute nicht verstehe, die solche Schals mit der unbemalten Seite nach vorne halten. Dafür muss man entweder verflucht dumm sein oder vollkommen breit. Nach dem vor dem Spiel erlebten schätze ich das letztere.
Die Münsteraner machten einen auf Räucherkammer und hatten ca. 10 Bengalos und viel Rauch im Block. Ganz ehrlich: Sieht wirklich super gut aus, aber ist nunmal verboten. Und insofern muss man sich auch nicht wundern, wenn dann insgesamt 20 Leute (so zumindest die Zahl, die am Samstag bei den Amateuren genannt wurde) aus dem Block geholt werden. Insbesondere, wenn man den Bengalo noch fröhlich in der Hand hält, dann ist das Stadionverbot aber wirklich billig verdient.
Die Stimmung war an diesem Freitagabend eher durchwachsen und wirklich laut im ganzen Stadion wurde es erst bei einem späten "You will never walk alone" (welches einem nach einer gewissen Pause doch mal wieder echt Gänsehaut verpasste). Sonst war nicht sehr viel los und auch nach den Toren kam nicht wirklich der Roar auf. Aber auch von den Münsteranern war nicht viel zu hören, diese waren aber anscheinend auch in der ersten Halbzeit mehr mit der Polizei als mit dem Spiel beschäftigt.
Zum Spiel: Super gekämpft von allen eingesetzten Akteuren, super schöne Tore nach Ecken und zwei super schöne Abwehrfehler sorgten für einen gelungenen Abend. Mensch, Ralph, ich hätte dich ja in den höchsten Tönen gelobt, aber das Ding zum 2-2 war der Bock der Woche. Naja egal, man sah Ralph nach dem Spiel doch an, dass er sich deutlich über das Ding ärgerte, und das ist die Reaktion, die ich bei einem Spieler sehen will. Nicht sehen will ich Reaktionen wie von Herrn Dinzey, welcher nach dem Spiel den Platz fluchtartig verliess und es nicht für nötig hielt, mit den Fans und seinen Mannschaftskameraden zu feiern. Warum er diese Reaktion zeigte, ist mir nicht bekannt, aber ganz ehrlich: Sein arrogantes Auftreten macht seine gesamte sportliche Leistung zunichte. Da kann er noch so schön zwei Tore vorbereiten, so wird er nie viele Anhänger hier bekommen.
Dass Bounoua noch ein Kopfballtor macht (ein wunderschönes) und ich noch zwei von drei Toren mit der Kamera festhalten konnte, rundeten den Abend ab.
Nach dem Spiel spielten sich skurrille Jubelszene ab. Pusch sprang einem in die Arme, Orsen knutschte einen wild ab und auch sonst führte beinah jeder irgendwelche Freudentänze auf. Gut, dass ich die Kamera habe und so keine Fotos des Freundentanzes Pusch/Norbert existieren ;-)
Der einzige mit deutlich schlechterer Laune war Kollege Saschex, der Zeuge einer vollkommen unnötigen Schlägerei in der Südkurve wurde und sich dann auch noch als Zivilbulle beschimpfen lassen musste, als er versuchte zu schlichten. Leute, geht es noch? Bei mir kocht langsam immer mehr die Wut hoch, dass beinah kein Spiel mehr bei uns abgeht ohne das es in bzw. hinter der Süd zu einer Hauerei kommt. So geht es definitiv nicht weiter.
Der Weg zum Fanladen wurde eigentlich zu viert angetreten, aber da der von der Stärke des nächsten Gegners geschockte Gast von Pauline schnell den Ort des Schreckens verlassen musste und Petruschka ungefähr alle Leute kannte, die uns entgegen kamen, kamen wir mit kurzem Abstand im Fanladen an.
Vor diesem stand eine riesige Polizeimeute, welche anscheinend USP zum Fanladen begleitet hatte. Wie unwissend und blöd Hamburger Einsatzleiter sein können, zeigt die folgende im Vorbeigehen mitgehörte Aussage: "Ich habe gerade mit dem Fanbeauftragten gesprochen. Das hier ist der Fanladen, der macht immer für zwei Stunden nach dem Spiel auf und dann wieder zu." Ach ne! Liebe Polizei! Diese Institution gibt es schon seit Jahren und sie macht schon seit Jahren nach dem Spiel kurz auf. Dass dies an euch bisher vorbei gegangen ist, zeigt nur, wie planlos Ihr seid und wie überflüssig die vermeintlich szenekundigen Beamten sind. Denn wenn die dies bisher nicht rausgefunden haben bzw. Euch nicht gesagt haben, dann sind sie nicht wirklich kundig.
Irgendwann rauschte dann die Polizei ab und man konnte den Sieg bei Bier, kickern (ha, gewonnen!) und Gulasch geniessen. Komisch, warum sah man eigentlich nur entspannte Gesichter?
Irgendwann war es dann aber Zeit, dass wir uns in unsere Loyalistenkneipe absetzten um dort fröhlich zu feiern. Und ich kann euch sagen, die Stimmung war gut, der Cider kühl und die Musikbox wurde von unserem Vorsitzendem mit seinem kranken aber lustigen Musikgeschmack gefüttert. Ein als störend empfundener Lokalrivalenaufkleber konnte mit geeinten Kräften entfernt werden, so dass einer netten Runde nix im Wege stand. Nur leider wurde das Ende von einer vollkommen durchgeknallten Tante gestört, welche sich darüber aufregte, dass ich Fotos machte, wobei ich ihr ausdrücklich erklärte, dass ich Fotos ausschliesslich von meinen Freunden machen würde und diese definitiv damit einverstanden seien. Zwar rauschte sie dann erstmal ab, kam dann aber wieder und klaute mir die Brille aus dem Gesicht. Zu ihrem Glück rannte sie damit nicht auf die Strasse, sondern nur in eine andere Ecke der Kneipe. Denn ehrlich gesagt: Sonst hätte es was gesessen. Aber ordentlich. So gab es nur die deutliche Ansage, dass sie bei der nächsten Berührung einen fangen würde. Da sie trotzdem weiter provozierte und sich die Runde im Auflösen befand, beschloss man, sich Richtung Jolly zu bewegen.
Gerade losgegangen, da kam auch schon von Pauline - welche sofort ins Jolly gegangen war - der Hinweis, dass sie jetzt gehen könne. Okay, das passte doch perfekt. Nach langem Weg kamen Petruschka und ich dort an und eigentlich wollten wir nur Pauline holen, dann wollten wir nur noch ein Bier trinken, dann noch zwei Lieder bleiben, und gegen kurz vor drei sind wir dann endlich gegangen.
Die Stimmung war aber auch extrem fröhlich gelöst und heiter. Die Musik unseres Orgaleiters ging direkt ins Tanzbein, und so wurde zu einer Mischung von Punk und Klassikern der Musikvergewaltigung das Tanzbein geschwungen und die Haare geschüttelt.
Was Elvis so alles angestellt hat, möchte ich hier jetzt nicht breittreten, aber Hände und Unterwäsche sind dabei schöne Stichworte, die vielleicht seine Erinnerung wiederbringen ;-)
Nur einen lies der ganze Rummel kalt. Mr. X schlief fröhlich auf einem der Kuschelsofa. Daraus mach ich doch direkt ein Preisausschreiben: Bei den Fotos seht ihr ein Foto des schlafenden Mr. X. Meine Frage nun: Wer ist das? Wer die richtige Antwort weiss und mich als erster anspricht bekommt auf dem Weg nach Braunschweig ein Bier ausgegeben. Von der Verlosung ausgeschlossen sind aber Leute, die an diesem Abend Gäste im Jolly waren. Das wäre ja zu einfach ;-)
Gegen halb vier hatte mich mein Bett wieder und die Aufstiegsträume konnten bis 12 Uhr geträumt werden.
Was aber hat uns dieser Sieg gebracht? Bisher nur Luft im Abstiegskampf. Hätten wir unentschieden gespielt oder verloren, dann hätten wir richtig bitter unten drin gestanden. Und ob wir dies noch einmal überlebt hätten, sei mal dahingestellt. Nach oben nützt uns der Sieg aber nur dann was, wenn wir nun nachlegen. Dazu müssen wir in Braunschweig punkten und in Dortmund siegen. Dann wären wir oben dran und könnten ein Wort um den Aufstieg mitreden. Erreichen wir diese vier Punkte nicht, dann ist die Saison so gut wie gelaufen und es geht eher nochmal gegen den Abstieg als wirklich um den Aufstieg. Leider haben wir schon zu viele Punkte dusselig verschenkt, so dass wir nun immer aus einer "wir müssen gewinnen"-Haltung spielen müssen. Ärgerlich, aber wahr...
Amateure bei Cordi? Pflichttermin! Hamburgs schönster Acker lud doch zu einem Besuch ein, auch wenn man gerade vor zwei Wochen hier auf dem Platz war. Selbst meine liebliche Schwester hatte sich auf den Weg gemacht, und so konnte man sich bei trockenem Wetter über einen schönen Samstag Nachmittag freuen.
Da wir in Poppenbüttel starteten konnte auch Stinker kurz bei der Polizei abgeholt werden und dann machte man sich per PKW auf den Weg. Glücklicherweise erwiesen sich beide Mitfahrer nur als bedingt ortskundig, so dass mein etwas konmplizierter Anfahrtsweg von keinem der beiden wirklich bemängelt wurde. Direkt zwischen Büdchen und Platz fanden wir einen schönen Parkplatz, beschlossen aber gleich Richtung Stadion zu gehen, da ja doch die journalistische Pflicht - sprich Fotos machen - rief.
Die Amateuregang war noch sehr dünn vertreten und so machte ich mich erstmal zu einem Rundgang auf. Die Ordner von Cordi sind genau die gleichen, die auch bei uns in der Südkurve Dienst machen, und so konnten doch einige Stories vom Vortag zum besten gegeben werden.
Sehr gross war, dass Cordi extra einen Ordner vor den Waldeingang gestellt hatte, damit keine Papierschnipsel ins Stadion geschmuggelt werden können. Zu solchen Aufmerksamkeiten fällt einem dann gar nix mehr ein. Selbst der eingesetzte Ordner zweifelte doch sehr an der Sinnhaftigkeit seines tuns. Irgendwann erschien dann Hossa und als er eine Mannschaftsaufstellung holen wollte, verblieb mir die ehrenvolle Aufgabe, Leika festzuhalten. Solange Hossa in Sichtweite war es ein ganz lieber Hund, aber danach eine wilde Bestie. Und als Hossa wieder kam, markiert das Vieh wieder den lieben Hund. Aber hallo!
Irgendwann war die Amateuregang (fast) vollständig versammelt und man liess sich auf der Gegengrade nieder. Wobei doch eine stattliche Anzahl von Augenringen zu bewundern war. Was nun folgte war Amateursuppport at its best. Oder wie ich immer zu sagen pflege: "Der Schwachsinn zum Spiel". USP hatte sich auf der Tribüne häuslich niedergelassen, war aber nicht wirklich in Supportstimmung, da anscheinend auch dort einige erheblich angeschlagen waren. So war das "Can you hear USP sing?" schon wieder liebend neckend. Nachdem in der Halbzeit der Laternelauf des SC Concordia für den Abend angekündigt wurde, fing der Mob an "Ich geh mit meinem Bengalo" auf "Ich geh mit meiner Laterne" zu singen. Sehr weit kam man jedoch nicht, da sich alle Anwesenden vor Lachen bogen. Als die Uhr sich 15:30 näherte, wachte auch USP auf, was mit Jubelstürmen und klatschen gefeiert wurde. Als dann jemand anmerkte, dass dies eben wegen "Pro 15:30" sei, wurden "Scheiss DSF"-Rufe laut, die erneut in brüllendem Lachen untergingen. Höhepunkt war dann jedoch Herr RDS, welcher versprach bei sechs eigenen Toren halbnackt über den Platz zu laufen. Als in den Schlusssekunden Mark Nielsen das sechste Tor vergab, brüllte der gesamte Mob laut "NEIN", viel lauter, als er sich vorher gejubelt oder sich geärgert hatte. Nur RDS gab ein brüllendes "JAAA" zum besten. Schade, der Torjubel beim sechsten Tor hätte wahrscheinlich alle Amateurrekorde gebrochen.
Sorry liebe USPler, aber bei einem solchen Spiel und einer solchen Stimmung war das fehlen eines ernstgemeinten Dauersupportes echt hilfreich für die Entwicklung von sehr spontanen und kreativen Gesängen.
Nicht wirklich Spass hatte Stefan Rahn, welcher zwar das zwischenzeitliche 2-2 erzielte, aber dafür mit vielen Meckereien und Pöbeleien aus unserer Ecke aufgrund seiner Lokalrivalenvergangenheit belohnt wurde und irgendwann entnervt ausgewechselt wurde. Einschub: Mann, der galt mal als einer der grössten Talente in Hamburg und nun kickt der bei Cordi... Einschubende. Auch kein Spass hatte eine Dame, welche vor uns stand und augenscheinlich für Cordi war, da sie auf unsere Sprüche doch mehrmals mit einem genervten Blick reagierte.
Am wenigstens Spass hatte der Trainer von Cordi, dem nämlich diese Niederlage den Kopf kostete.
Andere Details am Rande? Surfer hat eine einmalige Chance verpasst, Elvis konnte mit schönen Stories vom vorherigen Tage verunsichert werden, da er sich eben an nix erinnerte, Mia hatte eine liebliche Stimme und wurde letztens als Hurensohn (!!!!) beschimpft, Hasso bezeichnete meine Schwester als Dame in Orange, die Südies kamen angeblich wegen Fuksi zu spät (das glaube ich absolut nicht) und eigentlich waren alle glücklich und zufrieden.
Nur eines müssen wir mal ganz deutlich sagen: Wir sollten in der nächsten Zeit den Mund halten, was der Einsatz von Profis in der 2. Mannschaft angeht. Denn bei uns waren sage und schreibe sechs Spieler der ersten Mannschaft im Einsatz. Und ganz ehrlich: Ohne die sehr ansprechenden Leistungen von Palikuca und Hanke hätte das echt anders ausgehen können. Gerade ersterer überzeugte diesmal vollkommen, nachdem er letzte Woche gegen Cloppenburg nur Mist zusammengekickt hatte.
Es ging zurück und pünktlich zur zweiten Halbzeit konnte man Platz vor dem Premierefernseher nehmen. Kurze Zeit später trafen erst Knuffi und die OlleZicke ein und dann ein sichtlich genervter Pieper, welcher mal wieder auf der Bank bei seinem Verein Platz nehmen durfte, obwohl er einer von vieren war, die beide Trainingseinheiten in der Woche zuvor absolviert hatten. Folgerichtig verlor seine Mannschaft auch ziemlich hoch.
Leider musste ich diese nette Runde verlassen, um mich noch ein paar schwedischen Krachrockern zu widmen. Den Bericht hat aber jemand anders zu schreiben, so dass ich nur meine Heimkehr schildern möchte, welche in den letzten Sekunden von Troja erfolgte. Ehrlich gesagt: Bereits die letzten 10 Minuten beinhalten mehr Kitsch, als ich ertragen kann.
Hatte man denn noch nicht genug Fussball gesehen? Ne, irgendwie nicht, und so machte man sich Sonntagmorgen auf zum USC Paloma. Die spielen zu der eigentlich perversen Zeit von 10:45, da jedoch die Zeitumstellung einem eine Stunde geschenkt hatte, war es unproblematisch, pünktlich zum Anpfiff den Platz zu betreten. Während Pauline nun einen Groundpoint mehr verbuchen konnte, kannte ich bereits den Platz an der Brucknerstrasse und konnte mich so dem Spiel widmen. Sasel hiess der Gegner und obwohl ich als Poppenbütteler ja eigentlich gegen Sasel sein muss, hielt ich es alleine aufgrund von Sander im Tor mit den Saselern. Wer Sander nicht kennt, dem sei gesagt, dass er nicht nur einer der besten Torhüter im Amateurfussball ist, sondern auch grosser St. Pauli-Fan. Er hat auch mal ein Jahr bei uns gespielt, die beruflichen Verpflichtungen haben ihn dann aber zurück zu Sasel gebracht.
Das Spiel ging aber 2-1 für Paloma aus. Höhepunkt waren drei schöne Tore, eine wirklich schöne Blutgrätsche im Mittelfeld, welche - absolut zu Recht - mit Rot bestraft wurde und zwei Schnitzel im Brötchen, die ein leckeres Frühstück bildeten.
Auch hier wieder die Anmerkung zum Alkohol: Es ist nahezu erschreckend, welche Mengen Alkohol um diese frühe Zeit über den Tresen gehen. Und spätestens als eine anwesende Dame nach "Kurzen" fragte, fiel ich vom Glauben ab.
Immer noch nicht genug Fussball? Ne, warum auch? Hatte man bisher doch drei sehr schöne Spiele dieses Wochenende gesehen. So ging es nach einer kurzen Aufwärmpause zu Hause an die Steilshooper Strasse, wo BU gegen Holstein II kicken sollte.
Trotz eines etwas wirren Anfahrtsweges waren wir zu früh da, so dass erstmal das Büdchen der Barmbeker getestet wurde. Nachdem man uns vom Schiedsrichterplatz weggescheucht hatte (und das obwohl da die ganze Zeit kein Schiedsrichter sass), konnten wir uns an warmen Kakao festhalten. Mann, das war auch bitter nötig, hatte es zwischenzeitlich doch angefangen zu regnen.
Woran erkennt man, dass man in Barmbek ist? Hier heisst der Fanbeauftragte "Fan-Oberfuzzi" und bei der Oldienacht im Klubheim steht DJ Wolle "an der Mische".
Kurz nach Spielbeginn konnten wir auch unseren gelb-blauen Freund aus Göttingen begrüssen und so konnte man entspannt ein Fussballspiel bewundern. Nur leider hielt dieses über weite Strecken nicht das, was es versprach. Denn BU war komplett unterlegen, hatte nicht eine richtige Torchance und spielte erschreckend schlecht. Einwurf: Warum haben unsere Amateure da eigentlich verloren? Einwurfende. Die zwischen mir und dem gelb-blauen Göttinger ausgetauschten dritte Halbzeitgeschichten konnte noch etwas über die Langeweile hinwegtäuschen, aber insgesamt sah man das schlechteste der vier genossenen Fussballspiele.
So beschloss die Poppenbüttel-WG auch kurz vor Abpfiff, chinesisch essen zu gehen. Okay, wir haben danach noch ein Tor halb gesehen und die Tore Drei und Vier verpasst, aber wirklich besser wird das Spiel dadurch nicht geworden sein.
Nach dem Chinesen wollte ich eigentlich noch Bundesliga gucken, aber dies wurde durch Halloween-feiernde Nachbarn verhindert, welche mein Fazitbier auf die Terrasse verlegten. Halb so schlimm, war definitiv genug Fussball dieses Wochenende.
BTW: Gibt es nicht gleich zweite Liga? *suchfernbedienung* :-)
... die neue Gazetta, welche ich diesmal kritisieren muss. Waren die letzten ca. 10 Ausgaben wirklich gut gelungen, so beinhaltet die neue doch einige Aufreger.
Der erste - nicht ganz ernst gemeinte - ist die In/Out Liste. Wer Nobby Styles als Out ansieht, der kann definitiv keine Ahnung von Fussball haben. Mal ganz davon ab, dass ich genau diesem Spieler meinen Vornamen verdanke (das ist kein Witz).
Schon ernster ist es, wenn ich mich über die Verwendung des Wortes "Spacken" aufrege. Zwar neige auch ich häufig zu Schimpfwörtern in Berichten, die man aber eigentlich vermeiden sollte. Dies gilt umso mehr für das Wort "Spacken" welches definitiv von "Spastiker" abgeleitet ist, damit von der Bezeichnung einer Behinderung, und definitiv Behinderte diskriminiert. Zumindest geht mir - der nebenbei selbst Betroffener ist - bei der Verwendung des Wortes regelmässig die Hutschnur hoch. Ich kritisiere nicht die inhaltliche Äusserung, plädiere aber dafür doch das nächste Mal entweder gar keine beleidigenden Worte zu nutzen oder zumindest welche ohne solche Hintergründe.
Vollkommen abgetickt bin ich dann bei dem Bremenbericht. Leute! Es ist eine unglaublich bescheuerte Unart von Linken andere Leute dafür zu kritisieren, dass sie nicht genau die gleiche Arbeit wie man selbst machen. Im einzelnen: Der Autor (leider kann man ja nicht sagen, wer es ist, da keine Namen unter stehen, so entfällt natürlich auch die Möglichkeit, es ihm persönlich zu sagen) kann überhaupt nicht beurteilen, was Passantenmitglieder noch in der politisch/antifaschistischen Arbeit leisten. Oder weiss er, wie die aktiven Passanten ihre Freizeit verbringen? Das sie sich nicht an dem Projekt von USP beteiligen oder nicht auf die gleichen Demos gehen, heisst noch lange nicht, dass sie nix machen. Ich finde das Projekt "Flüchtlinge" sehr lobenswert und unterstützenswert, aber wenn jemand an anderen Projekten arbeitet und dieses Projekt nur stillschweigend ansieht, dann heisst es noch lange nicht, dass er ein schlechterer Antifaschist ist. Mal ganz davon ab, dass Passanten sehr wohl in linken Zusammenhängen arbeiten, halt nur an anderen Stellen. U.a. ist es ein sehr grosses und sehr arbeitsintensives Projekt der Passanten, den Fanladen durch z.B. Essen nach dem Spiel attraktiver zu machen und so auch Geld für diese Projekt zu sammeln. Ich denke, dass auch so eine Arbeit nicht hoch genug geschätzt werden kann. Da,s damals das Projekt gegen dumme Sprüche im Stadion auch von vielen Passanten getragen wurde, sei hier auch mal so nebenbei erwähnt.
Wenn die deutsche Linke es nicht endlich begreift, dass eben jeder sein kleines Zahnrad bewegt und nur dadurch die gesamte Linke funktioniert, dann wird die Linke sich nie aus der gesellschaftlichen Randgruppe verabschieden. Ich weiss schon, warum ich mir sehr schwer damit tue, mich als Linken zu bezeichnen.
Ehrlicher Einschub: Ich habe mich auch aus Antifademos verabschiedet. Der Grund ist ganz einfach, dass diese für mich einfach zu häufig in sinnloser Gewalt enden und viele Teilnehmer nur Vorwände suchen, sich mit der Staatsmacht zu prügeln. Sorry, das ist nicht mein Weg. Glaubt mir aber, dass auch ich antifaschistische Arbeit leiste. Ich nutze nur eben meinen Weg.
Diese Böcke trüben doch den sonst sehr guten Gesamteindruck der Gazetta.
... das neue Nachgetreten, welches äusserst gelungen ist. Ich mag diesen doch sehr erfrischenden Schreibstil. Sehr schön auch der Beitrag zur Forendiskussion. Hat man sich doch hier mal die Mühe gemacht, mit den Machern zu reden, anstatt einfach nur über sie zu schreiben. Das Interview mit Bergmann find ich ein bisschen sportlastig, aber das ist Geschmackssache.
... Bernd Trautmann, der von der Queen mit einer der höchsten Auszeichnung von Grossbritannien ausgezeichnet worden ist. Kennt ihr nicht? Ein echter Held! Kam nach dem Krieg als Kriegsgefangener nach England, spielte dann als Torwart bei Manchester City und sorgte für deren letzten Titel, nämlich einen FA-Cup in den 50er Jahren. Und was ist nun so besonders daran? Zum einen, dass er dieses Spiel zum grössten Teil mit gebrochenem Genick spielte (damals konnte man noch nicht auswechseln), dies überlebte (eigentlich nur durch Glück, da sich die Wirbel so ineinander verkeilt hatten, dass das ganze trotz Bruch hielt) und er auch noch eine riesige Leistung ablieferte (trotz Schwindel zwischendurch). Nach seiner Karriere blieb er n