Norbert regt sich auf vom 11.11.2004
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Ein Tag, der zum Sinnieren anregt
Habt ihr euch schon mal überlegt, was für ein Unwort eigentlich "Übergrössen" ist? Zerlegt man es in seine Bestandteile "Über" und "Grösse", dann erkennt man, dass dieses Wortungetüm eigentlich nicht wirklich einen Sinn hat. Ihr wundert euch über diesen Anfang? Tja, das sind so die Gedanken, die einem kommen, wenn man in einer Mittwochnacht sich alleine auf den Weg vom Klubheim ins Bett macht.
Ich weiss nicht, eigentlich wollte ich ja mal wieder Partybus fahren, da ich auch keine Lust hatte, mich von meinen Bekannten und Freunden offensiv auszugrenzen, aber als ich bei meiner Ankunft am Klubheim sah, was die Leute da an Alkohol in den Bus schleppten, waren meine Gedanken nur von folgenden Ideen bestimmt: "Viel Alkohol -> viel auf Toilette gehen -> Toilette schnell voll -> viele Pinkelpausen -> noch später in Hamburg -> noch später im Bett -> im Bus nicht schlafen können -> nächsten Tag arbeiten müssen". So liessen Moritz und ich Cathrin kurzfristig alleine und wechselten zu Stefan in den Chillbus.
Exkurs: Denkt ihr in vollständigen Sätzen? In der Poppenbütteler Wohngemeinschaft war dies letztens Philosophiethema. In Büchern wird immer in vollständigen Sätzen gedacht und man kommt sich irgendwie komisch vor, wenn man das nicht tut. Aber eigentlich ist das wohl normal, denn zumindest beide Teilnehmer dieser Runde denken nicht in vollständigen Sätzen. Exkursende.
Back to the hier und jetzt. Befreit von allen Verpflichtungen, Menschen in Bremen einzusammeln, nutzte man die A 7 / A 2-Kombination um sich gen Dortmund aufzumachen. Wahrscheinlich von den Kilometern her die längere Strecke, aber aufgrund des supernervigen Überholverbotes auf der A 1 doch die schnellere Strecke.
Die Hinfahrt verlief eigentlich extrem chillig und entspannt. Stefan sorgte für eine Rundumbetreuung von mir und Moritz, inklusive Getränkeöffnung und "Stadionwelt"-Lektüre. Unsere "fällt sowieso aus"-Romantik wurde im Keim erstickt, als wir die Nachricht erhielten: "Webcam aus Dortmund zeigt, dass alles trocken ist". Selbst Stefans Versuch noch Unruhe zu säen, indem er fragte, ob dies das Stadion sei oder vielleicht die Webcam vom überdachten und beheizten Rathausplatz, fiel nicht wirklich noch auf fruchtbaren Boden. Das einzige Fruchtbare, was sich daraus ergab war, dass der BvB ohne Witz Geld für eine Webcam verlangt, die das Stadion von innen zeigt (und natürlich noch für andere Inhalte der Seite...). Ganz grosses Tennis.
Insgesamt zwei Pinkelpausen später waren wir in Dortmund. Und während wir entspannt um 17:00 unserer Wege gehen konnten, waren die beiden anderen Busse in einem Stau vor dem Kamener Kreuz gefangen, da sie Leute in Bremen abholen mussten.
Wir jedoch machten uns erstmal auf den Weg zu einem netten Büdchen. Und um nicht zu einseitig unser Geld in der Kleingartenkultur des Ruhrgebietes zu verteilen, besuchten wir diesmal ein anderes Büdchen als beim letzten Besuch. Als Vorhut waren bereits Fuksi und Konsorten dort abgestiegen und so konnten wir uns zusammen mit der West-Brigade Filiale Kamen und der FI Filiale irgendwo im Westen bei einer Mühle auf den Weg machen zu einem netten Vereinsheim eines Kleingartenvereines.
Leute, ich sag euch: Alles für den Dackel, alles für den Klub! Und das galt hier wirklich, denn der Dackel sass bei Herrchen auf dem Schoss, während dieser entspannt am Tresen sein Bier zischte. Was passierte noch? Psycho machte seinen Namen aller Ehre und unterhielt die Gruppe. Zitate gefällig? "Wenn das heute wieder ausfällt, dann geh ich in Kamen zu der und der Kneipe. Da wird man immerhin noch von Uschi bedient."
Habt ihr schonmal Clausthaler getrunken? Nicht? Lasst die Finger davon, Leute! Während Jever Fun wirklich noch ein Getränk ist, welches ich gerne verköstige und gerne trinke, ist Clausthaler ein Grund, schnell wieder Bier mit Alkohol zu trinken. Jetzt haben die Jungs auch noch ein Bier mit der Geschmacksrichtung "Extra herb" rausgebracht, welches mich ja hoffen lies, dass dieses wenigstens etwas besser schmeckt, aber erneut wurde ich bitter enttäuscht. Ne, das Zeug ist ungeniessbar. Es wurde also Zeit Richtung Stadion zu gehen, wo man immer noch nix von den beiden anderen Bussen sehen konnte. Dafür hatte sich mehr oder minder alkoholisiertes Westvolk in den Block aufgemacht. Während man immer wieder froh ist irgendwo im Westen bekannte und nette Gesichter zu sehen, so sehr fragt man sich, was einige Leute a. mit dem Verein zu tun haben und b. so getrunken haben. Wobei ich, um fair zu sein, da auch einige aus Hamburg Anreisende mit in die Kritik einschliessen muss.
Leer war es im Block. So konnte man zusammen mit Hexe, Fuksi und dem ganzen anderen Pack noch die Stadionpizza und das Schnitzel im Brötchen probieren. Gerade letzteres ist ja bei mir eine absolute Sucht. Eigentlich eine der eckeligsten Sachen, die es gibt, aber ich liebe das Futter. Und trotzdem auch hier Aramax das Futter macht, ist das Schnitzel wirklich lecker. Insbesondere da es warm ist. Die Pizza ist immerhin vegetarisch, aber ansonsten nicht wirklich lecker.
Der Block, den Dortmund den Gästefans bei Amateurspielen zur Verfügung stellt, ist - gelinde gesagt - eine Frechheit. Es handelt sich um einen Sitzplatzblock, welcher wahrscheinlich auch sonst an die Gästefans verkauft wird. Der Block zeichnet sich dadurch aus, dass er keinen durchgehenden Aufgang hat, sondern man zumindest über eine Sitzreihe steigen muss. Zwar ist der Block grundsätzlich durch einen Eingang oben und durch einen unten zu erreichen, aber bei Amateurspielen ist der untere Eingang gesperrt. Sich also nach ganz unten in den Block zu bewegen, war mit einer grossen Turnnummer verbunden.
Irgendwann kamen dann auch die Busse und man konnte das Spiel begutachten. Krank ist, dass die Mannschaften sich nicht auf dem Rasen warm machen, so dass auch keine Stimmung aufkommen kann, weil man niemanden sieht, den man anfeuern kann.
Die ersten zehn Minute des Spieles nutzte der harte USP-Kern noch zu einer kleinen Völkerwanderung, bevor man einen Platz gefunden hatte, welcher jedem gefiel.
Stimmung? In der ersten Halbzeit eine Katastrophe. USP, Passanten etc. sangen fröhlich A, während der Rest der Blockes gelegentlich B einstreute. Und wenn der Rest des Blockes sich mal regte, dann kam keine Koordination zustande. Hinzu kommen noch Typen, die Lieder anstimmen, die sie absolut nicht singen können, weil sie vollkommen voll sind oder einfach die Melodie nicht können. Aber sie singen sie möglichst laut und möglichst ohne Melodie.
Geil fand ich dann die zweite Halbzeit. Immer noch Dauergesang von USP, aber wenn dann sich mal der Block regte, dann wurde dieser unterbrochen und wenn der Block wieder leiser wurde, dann setzte wieder der Dauergesang ein. Teilweise auch sehr schön von der Trommel (die ich in der ersten Halbzeit super nervig fand) angesetzt. So stell ich mir mein Ideal vor. Wenn der Block brüllt, brüllt man mit und wenn der Block ruhig ist, dann macht man weiter wie zuvor. Klang aus meiner Sicht richtig geil.
Zum Spiel:
Dortmund schiesst zweimal aufs Tor, davon einmal den Elfmeter, wir haben drölftausend Chancen und spielen am Ende nur 1-1. Und alles nur, weil wir zu blöd sind den Ball über die Linie zu bringen.
Nach dem Spiel wurde der Punkt doch noch etwas gefeiert, man begab sich zurück zu den Bussen und während ich noch über den Sinn des Tages so sinnierte, war ich auch schon eingeschlafen. Passiert mir eigentlich selten, dass ich in Bussen schlafe, aber diesmal habe ich beinah die halbe Rückfahrt entspannt geschlafen. Insofern gibt es auch nix mehr zu berichten.
... das Hamburger Abendblatt, welches in einem Artikel über die Blue Devils deren Heimstadion diskutierte und dann folgendes schrieb: "Die AOL Arena nehmen künftig die Profi-Footballer in Beschlag, das Millerntorstadion könnte im kommenden Jahr umgebaut werden." Es könnte aber auch Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen.
... die Blöd, welche sich nicht erdreistete eine blödsinnige Hetze gegen die Rote Flora zu starten und zu behaupten, dass nächste Woche geräumt werden würde. Alles wegen Brandschutzmängeln. Okay, wie bekannt sein sollte empfinde ich nicht gerade Sympathien für die Flora, aber so eine Handhabe ginge dann ja doch zu weit. Aber selbst dem Abendblatt schien die Berichterstattung der Schwesterzeitung zu heftig zu sein und das Abendblatt ruderte erheblich zurück und schrieb, dass die Brandmängel höchstwahrscheinlich beseitigt werden würden. Dies sei ja auch nicht das erste mal, das solche Mängel festgestellt worden wären und beseitigt worden wären. Und während die Blöd von unglaublichen Mängeln schrieb, teilte das Abendblatt mit, dass es Läden in Hamburg gäbe, die viel schlimmere Mängel hätten.
... das Commando Cannstatt, welches ich in eigenen Worte die Ereignisse in Stuttgart schildern lasse. Wenn man so etwas liest, dann kann man gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte...
In den letzten Tagen haben sich die Ereignisse in Stuttgart überschlagen. Zuerst wurde am Donnerstag ein Hausverbot für unseren 2. Anstimmer Matthias Vafai erteilt, einen Tag später ein bundesweites Stadionverbot für unseren 1. Anstimmer Thomas Angerbauer. Aber fangen wir von vorne an: Bereits vor einigen Monaten nach dem Spiel des VfB Stuttgart im April 2004 in Freiburg hagelte es zwei unberechtigte Stadionverbote gegen zwei Mitglieder des Commando Cannstatt. Die Fans des VfB Stuttgart fuhren mit dem Zug zum Spiel des VfB nach Freiburg. Am Bahnhof angekommen wollten die Fans bei schönem Wetter zu Fuß zum Stadion laufen. Die Polizei hinderte die Fans kurz hinter dem Bahnhof am Weiterlaufen. Dabei schlug ein Polizist einem 16-jährigen VfB-Fan grundlos mit der Faust ins Gesicht bis diesem Blut aus dem Mund lief. Der Polizist schlug dem Fan dabei zwei Zähne im Unterkiefer aus. Der Vater des Fans erstattete Anzeige gegen den Polizisten und bekam daraufhin als Dank vom SC Freiburg ein zweijähriges bundesweites Stadionverbot ausgesprochen, obwohl der Vater überhaupt nicht bei dem Spiel war. Fassungslosigkeit. Der Vater teilte dies der Polizei mit, woraufhin das Stadionverbot umgehend auf den Sohn übertragen wurde.
Der VfB-Fan Alex Renz bekam beim selben Spiel ebenfalls ein zweijähriges bundesweites Stadionverbot wegen Landfriedensbruch ausgesprochen. Grund: Er hatte durch die Bahnhofshalle Hier gehts lang geschrieen. Das Verfahren wurde umgehend eingestellt. Trotzdem wurde das Stadionverbot vom SC Freiburg bis zum heutigen Tag nicht aufgehoben. Wieder Fassungslosigkeit.
Donnerstag, 4. November: Stuttgarts zweiter Anstimmer Matthias Vafai bekommt in der Halbzeitpause des Spiels VfB Stuttgart - Benfica Lissabon ein Hausverbot für das Gottlieb-Daimler-Stadion von der Stuttgarter Polizei überreicht. Grund: Unter seinem Namen wurde ein gewaltverherrlichender Eintrag im Gästebuch der Internetseite www.suptras-rostock.de geschrieben. Wie allgemein bekannt, kann jeder in einem Gästebuch anonym einen solchen Eintrag unter falschem Namen verfassen. Sein Name wurde auch noch falsch geschrieben, was eigentlich alles über die wahre Herkunft dieses Eintrages sagt. Eine Überprüfung der IP-Adresse, die den wahren Täter entlarven würde, wurde natürlich nicht vorgenommen. Wieder Fassungslosigkeit über diese unglaubliche Schikanierung. Die Gruppe Commando Cannstatt verlässt daraufhin das Stadion und protestiert vor der Haupttribüne. Von der Polizei ist man es als aktiver Fußballfan ja schon gewohnt schikaniert und misshandelt zu werden, dass aber das Hausverbot vom VfB Stuttgart in Form von Geschäftsführer Thomas Weyhing persönlich ohne Rücksprache unterschrieben wurde, ist der Gipfel. Als Reaktion auf unseren Protest wurde das Hausverbot einen Tag später wieder aufgehoben. Was bleibt ist ein fader Nachgeschmack.
Doch der nächste Hammer lässt nicht lange auf sich warten. Nur einen Tag später, am Freitag, 5. November, bekommt die wohl bekannteste Person der Stuttgarter Fanszene, unser erster Anstimmer Thomas Angerbauer, vom SC Freiburg ein bundesweites Stadionverbot ausgesprochen. Grund: Er hatte in der Halbzeitpause des Spiels SC Freiburg - VfB Stuttgart vor ein paar Wochen versucht die Spitzen des Zaunes in die richtige Position zu bringen nachdem diese zuvor von einem anderen Fan verbogen wurden. Dies wird ihm als Sachbeschädigung ausgelegt, obwohl es genügend Zeugen gibt, die beweisen können, dass er die Stacheln lediglich wieder in die richtige Position brachte. Totale Fassungslosigkeit.
Das Ende der Fahnenstange ist für uns nun eindeutig erreicht. Hier wird nicht nur willkürlich geurteilt und gegen die Grundrechte einer Demokratie verstoßen. Das Commando Cannstatt als aktive Fangruppe, die sich seit Jahren für den VfB engagiert, ihn überall hin begleitet und unterstützt, wird auch noch vom eigenen Verein, der bisher immer hinter einem stand, mit Hausverboten belangt. Im Abstiegskampf waren wir als die treuesten der Treuen willkommen und noch bei der VfB-Mitgliederversammlung im Sommer lobte Präsident Erwin Staudt die schönen Choreografien in der Champions League, das Fahnenmeer und die gute Stimmung des Commando Cannstatt. Doch in einer Zeit, in der das Stadion auch ohne uns mit Erfolgsfans voll ist und nach 40.000 Kunden gestrebt wird, sind wahre Fans anscheinend unerwünscht. Das Commando Cannstatt steht in diesen schweren Zeiten der Unterdrückung und des Angriffs auf uns als Gruppe geschlossen zusammen und wird ab sofort entsprechend reagieren. Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund dieser Versuche der Zerstörung unserer Gruppe mit entsprechenden Maßnahmen erstmal unser Überleben sichern müssen und deshalb andere Dinge in nächster Zeit zurückstehen.
Commando Cannstatt 1997
Zitat Ende
... das Fanprojekt Gladbach das sich in der Öffentlichkeit (laut Stadionwelt) zu dem Fahnenklau beim Spiel gegen Bayern (A) sinngemäss so zitieren lässt, dass es nur deswegen nicht nach dem Fahnenklau geknallt hätte, weil die Szene in Gladbach ja nicht von Ultra Idioten dominiert sei, wie die von Bayern. Gleichzeitig machte das Fanprojekt noch die Ultragruppen in München namentlich für den Diebstahl verantwortlich. Geht es noch plumper? Es ist kein Wunder, dass langsam jeder ein Problem hat mit dem Gladbacherfanprojekt, da es mehrfach gezeigt hat, dass es schlichtweg Ultrafeindlich ist, ohne überhaupt zu wissen, was Ultras sind oder wie Ultras anderer Vereine sind. Und immer schön vereinfachen ist natürlich auch super im Umgang zwischen Fans.
...das Furzkissen, welches "Allianz Arena" genannt werden soll. Dieses soll keine echten Stehplatzblöcke mehr enthalten, sondern nur noch Sitzplatzblöcke, welche dann als Stehplätze verkauft werden, wenn sie Fankurve sind. Dabei sollen auch Oberrangplätze als Stehplätze verkauft werden und die Sitze sollen Rückenlehnen haben. Hallo geht es noch? Stehplätze im Oberrang? Ohne Wellenbrecher? Mit Stolperfallen? Da ist der Unfall doch jetzt schon einkalkuliert und wird billigend in Kauf genommen. Natürlich um dann aus "Sicherheitsgründen" das Stehen verbieten zu können und dann die Plä