Norbert regt sich auf vom 22.2.2005

 

über

Vorwort

Es ist Sonntagmorgen, und nachdem man gestern Buxtehude unsicher gemacht hat, bin ich heute natürlich frisch, wach und fröhlich. Leider mussten die Amateure wichtigeren Terminen weichen, so dass ihr leider keine Bilder und Berichte von der zweiten Mannschaft geniessen könnt. Buxtehude? Was macht man da denn? Naja, man trifft sich bei Brod, besichtigt seinen Palast (das alleine dauert mindestens drei Stunden) und geht dann in die absolut angesagte Disse "Mausefalle". Zum Schutz aller mitgereisten, werde ich keine Namen veröffentlichen. Aber es war alles dabei: Leute, die plötzlich verschwinden und im Taxi nach Hause gefunden werden (Was hat der Spass gekostet? Gerüchte behaupten 50 Euro), Löwen, die mit der Bayern-Decke kuscheln und Brod, der nun endlich ein neues vernünftiges Hintergrundbild hat. Was erwartet euch? Ein Bericht über Freitag und ein paar ergänzende Worte zu unseren Steuerschulden.

"Es gibt auch Spieler ausserhalb der Insel"

Durch einen neuen Arbeitsplatz haben sich die Rituale an einem Spieltag doch etwas geändert. Bin ich doch früher immer direkt zum Fanladen gefahren. Durch meinen jetzigen Arbeitsplatz kann ich erstmal nach Hause fahren und mich umziehen, bevor ich ganz entspannt in Richtung Fanladen aufbrechen konnte. Dort lief bei meiner Ankunft laut Slime live, was einem die nötige Aggressivität für einen solchen Tag gibt. So wurde Heiko auch erstmal mit "All Heikos are Bastards" begrüsst. Auch mein kleiner Schweizer konnte zum ersten Mal in dieser Rückrunde geknuddelt werden.

Nun musste man warten, bis es fünf wird, wollte man sich doch um fünf zum Essen treffen. Leider hatte man doch ordentlichen Kohldampf, so dass wir schon etwas früher aufbrachen. Naja, zwischen ganz viel ungesundem Essen entwickelte sich eine Diskussion darüber, was man eigentlich machen würde, wenn man eine Milliarde für den Fussball ausgeben könnte. So schwärmten Ryan Giggs und ich stundenlang über unsere Traummannschaft und wurden eigentlich nur durch so unqualifizierte Kommentare wie den oben zitierten in unserer Träumerei gestört. Naja, irgendwann war der ganze Gockel und die Pommes alle, der Magen voll und es war Zeit, Richtung Fanladen wieder aufzubrechen.

Dort hatte man sich eigentlich auch noch verpflichtet, Zettel für die Aktion zu Gunsten des Stadionverbotskonto zu beteiligen (Details kann man im Forum nachlesen), aber irgendwie war es dafür viel zu kalt und nass. So pendelte ich zwischen draussen, Clubheim und AFM Container und überlegte, wie man bloss das Spiel draussen überstehen sollte.

Vielleicht ein paar Worte zum Clubheim, dieses ist doch erheblich umgebaut und renoviert worden. Sieht eigentlich ganz gut aus, wenn nicht wieder diese alberne Kuba Anlehnung wäre. Mich wundert nur, wer das Geld da rein gesteckt hat. Ich dachte immer, wir haben kein Geld...

Nun ja, eigentlich bin ich ja um keine Ausrede verlegen, aber irgendwann gingen mir die Ausreden aus, nicht ins Stadion zu gehen. So machte ich mich auf den Weg in die Nordkurve, um noch ein paar Zettel zu verteilen. Hat eigentlich auch ganz gut geklappt, und viele Leute zeigten sich interessiert. Nur leider war ich danach eigentlich schon von Schnee, Kälte und Stadion bedient. Ein Blick auf den Rasen verdeutlichte, dass man dort eigentlich alles machen konnte, aber nicht Fussball spielen.

So ging ich auf meinen Platz und teilte auch nahezu jedem Anwesendem mit, dass ich Fussball auf diesem Rasen nicht für spielbar halte. Der Schiedsrichter war anderer Meinung, so dass wir nun zwei Stunden in der Nässe und Kälte aushalten mussten.

Die Choreo war irgendwie passend unpassend, handelte es sich doch um einen Satz von Konfetti. Sah in dem dauernden Schneefall irgendwie super lustig aus. Nur leider klebte das fröhlich an den Klamotten.

Stimmung kam nur bedingt auf, das lag aber nicht an dem Spiel, sondern daran, dass eigentlich jeder mit frieren und möglichst-wenig-nass-werden beschäftigt war.

Zum Spiel: Mir gefiel, dass unsere Truppe zusammen spielte und auch kämpferisch absolut top war. Beide Tore waren trotz des Bodens hervorragend herausgespielt und in der ersten Halbzeit war es ein wirklich tolles Spiel unserer Mannschaft. Ich möchte keinen Spieler aus der wirklich geschlossenen Mannschaftsleistung herausheben. Selbst der sonst grundsätzlich kritisierte Dinzey spielte gut. In der zweiten Halbzeit hatte das ganze nix mehr mit Fussball zu tun. Das Spiel wurde kurzfristig unterbrochen, nachdem Hollerieth darauf hinwies, dass eigentlich gar keine Linien mehr zu sehen waren. Zwar war Pectoris ziemlich am Pöbeln, dass er Schuld sei wenn nun abgebrochen werden würde, aber Recht hatte Hollerieth trotzdem. Die Pause nutzte Lechner, um sich über die Führung zu freuen und feixte mit dem Publikum. Grossartig fand ich, dass er laut "Das Herz von St. Pauli" mitsang, als dieses in dieser Pause lief. Hat mir gefallen.

Nach dem Spiel gab es noch eine jubelnde Schneeballschlacht zwischen Spielern und USP. So verliess alles fröhlich das Stadion und ging, äh, rutschte seines Weges. Eigentlich wollte ich sofort nach Hause, aber die spiegelnde Strasse hinderte mich daran und lies mich auf Streudienste warten. Naja, sowohl im Fanladen als auch in den besuchten Kneipen wurde man nett begleitet, so dass die Zeit schnell vorbei war.

Kommen wir zum unerfreulichen

Der Übersteigerartikel (online unter www.uebersteiger.de) bringt viele neue Fakten und ist zum lesen nur zu empfehlen, wobei einige Fakten aus meiner Sicht verdreht sind (Voranmeldungen sind monatlich abzugeben) und ich immer noch nix davon halte, allen möglichen Leuten Lethargie vorzuwerfen, denn aus meiner Sicht gibt es immer noch mehr Leute, welche die Vereinspolitik kritisch begleiten und gestalten, die nicht zu USP gehören. Was mich mehr erstaunt ist, dass Kritik an der AGiM geäussert wird. Bis vor kurzem wurde man für Kritik an dieser Institution von nahezu jedem sofort gesteinigt. Insbesondere auch von Übersteigerredakteuren. Naja, sonst schreiben die vieles, was ich auch schon angemerkt habe, wobei der ÜS natürlich mehr Details bringt, was alleine schon an den grösseren Recherchemöglichkeiten liegt. Etwas verwunderlich was die alles an internen Unterlagen und Daten bekommen. Sorry, aber das heisst doch, dass irgendjemand gegen die beschlossene Satzungsänderung verstösst, die alles interne intern halten sollte. In diesem Fall aber ganz ehrlich doch das "kleinere" Verbrechen, welches beinah durch Notwehr gedeckt ist.

Zwischenzeitlich ist die Sache etwas weiter, weil man sich am Freitag mit der Führung des Finanzamtes St. Pauli - Mitte - Altstadt getroffen. Man habe dort eine Vereinbarung getroffen, die folgendes vorsieht (und nun zitiere ich den Pressetext): " Für die Steuerverbindlichkeiten aus der Vergangenheit zeichnet sich die Lösung ab, diese sehr langfristig abzutragen. Voraussetzung dafür ist, dass der FC St. Pauli noch einmal ausführlich dem Finanzamt seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Perspektiven aufzeigt. Dies soll bis zum nächsten Freitag geschehen, dann wird eine endgültige Entscheidung getroffen"

Mal ganz ehrlich: Dabei handelt es sich nicht mehr um eine Vereinbarung, welche von Recht und Gesetz bzw. Verwaltungsanweisungen getragen wird. Aufschübe dürfen eigentlich nicht 6 bis 12 Monate überschreiten. Stundungen dürfen nicht gewährt werden, wenn der Anspruch gefährdet ist. Ist davon noch die Rede? Bleiben wir in den Fristen für einen Vollstreckungsaufschub? Nein, bleiben wir nicht. Denn "sehr langfristig" spricht nicht gerade für eine solche Zeitspanne. Und dass der Anspruch gefährdet ist bei einem Unternehmen, welches nach eigenem Bekunden einen Verlust von ca. 400.000 Euro pro Wirtschaftsjahr macht, ist ja wohl klar, oder?

Ich steige jetzt nicht in Details ein, aber falls es jemand will, kann ich das auch gerne mal an der Abgabenordnung durchsummieren (argh, wusste nicht, dass mich meine Arbeit mal so einholt).

und dann war da noch...

... die VIP-Logen, die nach der Betriebsprüfung-Hamburg nicht mehr als Betriebsausgaben von der Steuer abziehbar sein sollen. Na endlich! §12 EStG verbietet nunmal den Abzug von Sachen, die auch privat sind. Und niemand kann mir erzählen, dass der Besuch eines Bundesligafussballspieles ausschliesslich betrieblichen Charakter hat. Das wäre schlichtweg gelogen. Frech finde ich es, wenn nun schon wieder Untergangsszenarien skizziert werden oder behauptet wird, dann müssten eben die normalen Plätze teurer werden. Das sind Drohungen und sollen nur die öffentliche Hand unter Druck setzen. Es kann doch nicht angehen, dass diese Wirtschaftsunternehmen (und nix anderes sind Fussballvereine im Profibereich) sich alles von der öffentlichen Hand zahlen lassen wollen, aber nix dafür tun wollen. Hoffentlich bleibt die öf