Norbert regt sich auf vom 7.6.2005

 

über

Warum mich der nackte Ralle davon überzeugte, dass ich beim richtigen Verein bin…

Oder: Der grosse Saisonrückblick 04/05

Fangen wir mit dem Spiel in Berlin an. Die letzte Auswärtsfahrt der Saison sollte eine ganze besondere werden. Hatten sich doch ein paar Briten vom englischen St. Pauli Board angekündigt. Diesen hatte man schon gross eine Busfahrt versprochen, als sich der Fanladen entschloss, die zuerst angekündigte Busfahrt zu streichen und nur mit der Bahn zu fahren. Grundsätzlich eine sehr gute Idee, aber man hatte den Briten einen gewissen Preis versprochen und den konnte die Bahnfahrt nicht halten. So musste ein Bus in eigener Regie her, und dies in kürzester Zeit. Woher bekommt man genügend Mitfahrer? war mein Gedanke. So beschloss ich eine etwas eigenartige Preiskalkulation zu machen. 22 Euro pro Nase und wenn ich mehr als 26 Mitfahrer habe, dann investiere ich den Gewinn in Freibier.

Dieses Angebot nutzten bis zur Fahrt nach Wolfsburg 27 Mitfahrer, so dass ich gut im Geld war, aber noch nicht wirklich Freibier ausgeben konnte. Dann fielen sie aber in Wolfsburg über mich her. Alleine im Stadion hatte ich 20 Anmeldungen, so dass ein 49er Bus voll wurde und der Gewinn locker für Freibier reichen würde. Danke an alle Leute, die sich auf die Strasse locken liessen.

Eine Überbuchung konnte gelöst werden, indem der Amateurebus mit der U23 Mutti in das Angebot integriert wurde und noch drei Mitfahrer übernahm.

Geplant war eigentlich, das Bier beim Fahrer zu kaufen, so dass ich eine Woche vor Start ein Fax an Sportreisen schickte, dass wir dann und dann losfahren wollten und dass der Busfahrer bitte ordentlich Bier mitbringen soll. Natürlich wurde auch an die Nichtalkoholtrinker gedacht und ein Kasten Wasser und ein Kasten Cola eingeladen.

Samstag morgen traf man sich hoffnungsfroh am Clubheim. Der erste Schock war der Bus, der uns erwartete. Ein Thies-Reisen-Bus ohne Klo und ohne Aschenbecher. Dafür aber mit einem wirklich netten Busfahrer und mit mehr als 49 Plätzen. So hatten wir genügend Platz, und da wir sehr früh losgefahren waren, war das fehlende Klo auch nicht wirklich ein Problem.

Schon eher ein Problem war, dass der Fahrer seine Anweisung „Bier verkaufen!“ (so stand es ohne Witz auf dem Auftragszettel) so umsetzte, dass er insgesamt 60 Flaschen Bier an Bord hatte. So mussten wir noch kurz den Biervorrat der AFM plündern, um die Freibierversprechen einzuhalten. So haben wir wahrscheinlich eine Montag stattfindende Jubiläumsfeier trocken gelegt, aber das störte uns nicht wirklich ;-). Man muss auch mal Egoist sein.

Die Hinfahrt zeigte, dass wir wirklich einen entspannten Bus zusammen bekommen hatten. Relativ leise Musik, nette Atmosphäre und auch nicht wirklich übermässig viele Pinkelpausen. Kleine Ausrutscher in der Musik, wie z.B. die Lokalmatadoren, wurden ertragen oder ignoriert oder halt abgefeiert, je nach Geschmack. Also mein Geschmack wird sexistische Prollmukke nicht mehr.

So kamen wir rechtzeitig in Berlin an und aufgrund eines ortskundigen Busfahrers war es auch absolut kein Problem, das Stadion zu finden. Als wir gerade in der Anfahrt waren, teilte mir mein Lieblingsheiko mit, dass wir den Bus direkt im Stadion parken sollen und er für mich eine Fotokarte habe. Hey, was will man mehr?

Leider erwies sich die Polizei und der Ordnungsdienst vor Ort mal wieder als vollkommen inkompetent. Während uns die Polizei noch in Richtung Stadion schickte, wollten die Ordner davon nix wissen und lotsten den Bus irgendwo in die Pampa. Na super. Aber immerhin durften wir noch aussteigen, bevor der Bus weggeschickt wurde.

Ganz gross auch, dass Mathes die Staatsmacht darauf aufmerksam machte, dass die Herthafans das U-Bahnlied singen und als Antwort zu hören bekam, dass in Berlin andere Regeln gelten würden, man dies hier dürfe und sie da seien, um die Nazis vor uns zu schützen. Super!

Ich weiss, ich soll nicht schreiben, dass vor dem Eingang erstmal viele liebe Bekannte begrüsst wurden, denn das ist beinah immer so. Aber irgendwie gehört das dazu und diesmal waren so viele bekannte Gesichter zu sichten, dass ich mich wirklich fühlte, als ob ich nach Hause kommen würde. Gerade die Südzecken beinah in voller Mann- und Fraustärke zu treffen ist doch wunderschön. Nur warum Paupi seine Frau die Frage „na, wie fühlt man sich als verheiratete Frau?“ nur mit „ach, wie immer“ beantwortete, muss wohl Paupi zu Hause klären. Afroh konnte auch noch angemeckert werden für gewisse Fotos, welches sie aber nicht abhielt, noch mehr Fotos von mir zu machen :motz: ;-).

Es war Zeit meine „Tages-Presse“ (so der Wortlaut auf der Karte) – Karte zu nutzen und den Ground zu entern. Leider brachte mich diese Karte durch den Eingang der Herthaner und Leute, ich kann euch sagen, was da für Kanten rumliefen war nicht wirklich feierlich. Meine Pins versteckte ich erstmal und gab sie später Pauline, um nicht aufzufallen. So kam ich zum Pressebetreuer, welcher mir gegen einen Pfand mein gelbes Leibchen aushändigte.

Vielleicht mal so als Einschub: Ich habe nicht vor, die Seiten dauerhaft zu wechseln und ab nun den FC St. Pauli als Pressevertreter zu begleiten. Mal bei Spielen, wo es um nix mehr geht, aber insgesamt steh ich doch deutlich lieber im Block als alleine auf der Tartanbahn. Insbesondere, da ich immer eine Halbzeit in die falsche Kurve muss.

Dies passierte mir in der ersten Halbzeit, in der ich vor den Herthanern stand bzw. auf der Sprungmatte sass. So, liebe Herthaner, damit das mal ganz deutlich ist: Ihr seid Dreck und ihr wisst das auch. Rechts ohne Ende, niveaulos und einfach nur Scheisse. Es kann echt nicht sein, dass der gesamte vorhandene Fanblock (und das waren insgesamt ca. 150 Leute) angefeuert vom Capo folgende Lieder singt: „Juden Pauli“ (und erzählt mir nicht, dass das Luden heissen sollte) „Eine U-Bahn bauen wir…“ „Deutsche wehrt euch…“ und das war keine Minderheit, sondern absolut der gesamte Block. Die waren bei diesen Liedern ohne Scheiss am lautesten. Und ihr Herthaner, die nicht zu den Amateuren geht: Wenn ihr noch mal von mir etwas anderes hören wollt, als das ihr dreckige Nazis seid, dann prügelt solche Idioten aus dem Block. Punkt! Aus! Ende!

Aber auch auf dieser Seite des Stadions war der St. Pauli Block, welcher richtig Roggnroll machte, extrem laut zu hören. Insgesamt waren vielleicht 1.500 St. Paulianer unterwegs, die einen Höllenlärm machten. Begünstigt durch eine überdachte Gegengrade wurde eine Granate nach der anderen abgefeuert. In der zweiten Halbzeit stand ich vor den St. Paulianern und muss ehrlich sagen, dass mir beim „We love St. Pauli, Fabulous St. Pauli“ es kalt den Rücken runterlief, weil es echt ohrenbetäubend laut war.

Das Jahnstadion ist nebenbei ein reines Sitzplatzstadion mit Laufbahn, welches alter DDR Barock ist. Eigentlich ganz nett, aber nicht wirklich für die Austragung der Sportart Fussball geeignet.

Spiel? Ja, das fand auch statt und endete in einem leistungsgerechten 1-1. Cosmi erzielte sein Abschiedstor und ich weine mehr als eine Träne aus dem Knopfloch, dass er sich bei uns nicht durchgesetzt hat. In unserer Notmannschaft ist er der Kopf und führt das Team wirklich zu einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Was mir absolut gefiel war, dass alle Spieler inklusive Torhüter kamen, um ihm zum Tor zu gratulieren. So etwas habe ich in unserer vermeintlichen A-Mannschaft nicht gesehen. Mir ist ehrlich gesagt ein Uilacan (bzw. Kilacan laut offizieller Mannschaftsaufstellung) mir deutlich lieber als ein Dinzey, welcher definitiv der bessere Fussballer ist, aber nie ein Stück mehr macht, als notwendig. Scheisse, Cosmi, ich würde mich freuen, wenn wir dich wieder in Braun-Weiss sehen. Womit ich auch meinen Spieler habe, den ich nächstes Jahr in unserem Line-up vermissen werde. Mach es gut!

Nach dem Spiel spielten sich in unserer Kurve Szenen ab, die mich mal wieder überzeugten, warum ich bei diesem Verein stehe und nicht bei einem anderen. Erstmal kam die gesamte Mannschaft in die Kurve, liess sich feiern. Das würde ich noch für relativ normal halten, aber die Show, die Benedikt, Ralph, Rocky, Cosmi, Florian, Boll und Fabio abzogen, war es nicht. Minutenlang wurde der Block zu neuen Liedern angefeuert, es wurden immer mehr Trikotteile (inklusive Schuhe) in den Block gefeuert und zu guter Letzt machte sich Ralle nackt und schmiss alle seine Klamotten in den Block. Sein bestes Teil notdürftig mit einem Schienbeinschoner verdeckt, verschwand er in der Kabine nur um wenige Minuten später mit neuer Hose vor dem Block weiterzufeiern. Das ist insgesamt nicht mit Worten zu beschreiben, da muss man dabei gewesen sein. So war natürlich auch noch beinah der gesamte Block anwesend und feierte mit. Fotos seht ihr auf in unserer Fotoecke.

Ca. 30 Minuten nach dem Spiel war der Block immer noch voll und am feiern, aber irgendwann endet auch die schönste Party und so machte man sich auf den Weg gen Bus. Nur leider war dieser nicht da, da er von der Polizei sonst wo hingeschickt wurde. Ganz gross nebenbei unsere Freunde und Helfer, die meinten, sie hätten keinen Bus gesehen, und man solle die Strasse runter gehen, da würde er stehen. Die Strasse war ca. 100 m lang, an ihrem Ende stand kein Bus und auf die Frage in welche Richtung man dann gehen solle, bekam man nicht wirklich eine Antwort. Ganz ehrlich: Das nächste Mal marschiere ich mit meiner Busbesatzung los. Das würde die Polizei auch nicht wirklich mögen. Aber einen Handyanruf später war unser Bus dann da und wir konnten Berlin verlassen.

Die Rückfahrt begann damit, dass Spaddel und West Brom erstmal den Tipspielgewinn sich teilen konnten und ich versuchte ein Glas zu Gunsten von Pro Fans zu versteigern. Erst der Hinweis, dass ich unter 10 Euro die Bilder von Ralle nackt nicht online stellen würde, führten zu ein paar Gebote. Letztendlich konnte ein Orginal von Schädel eingetrunkenes Glas für 16 Euro verkauft werden. Mal so als Hinweis: Sage nie jemand mehr was gegen Kutten. Die einzige am Bord befindliche Kutte war nämlich der Ersteigerer.

Immer noch befinden wir uns auf der Rückfahrt, das Bier ist langsam lauwarm, wir fahren in Richtung schlechtem Wetter und die Musik wird zu 99 % abgefeiert.

So fand man sich kurz vor neun in unserer Hansestadt wieder und ging seiner Wege. Einen Geburtstag später fand ich mich dann in meinem Bett wieder, wo ich von der neuen Saison träumte (und davon mit 130 km durch die Tempo 30 Zone gebrettert zu sein und von der Polizei angehalten zu werden…)

Reiseleiter machen ist ziemlich anstrengend, machte aber auch diesmal einen riesigen Spass und ich danke allen Mitfahrern von der ersten bis zur letzten Reihe für eine super Fahrt. Dies wird definitiv nicht die letzte Tour unter meiner Regie gewesen sein. Auch nächste Saison werden sich wieder Gelegenheiten finden, entweder um zur 2. Mannschaft zu fahren oder zum Oddsetpokal. Wobei die Busfahrt zum ersten Oddsetpokalspiel ja schon beinah einen gewissen Aberglauben beinhaltet. Das haben wir nun zwei Jahre hintereinander gemacht, haben zweimal am Ende den Pokal gewonnen, so dass wir das wohl noch mal machen müssen. Nur wer fährt schon mit dem Bus zu Hansa 10/11 (nein, das ist noch kein festes Los)?

Fazit? 360 Flaschen Freibier, 6 2 Liter Flaschen Cider, 2 Flaschen Sekt, eine Flasche Wodka und unzähliges dazu gekauftes Bier machte der Bus nieder. Das ist eine erstaunliche, aber auch Angst machende Menge, wenn man bedenkt, dass von den 55 Mitfahrern mindestens 2 nicht dem Alkohol zugeneigt waren.

Kommen wir zu dem grossen Saisonrückblick

Vereinspolitisch

Ein Jahr des Stillstandes. Littmann ist im Amt, Littmann hat sich nicht geändert, Littmann regiert immer noch wie ein kleiner König. Leider ist die gesamte Situation immer noch komplett verfahren und der Verein steht immer direkt am Rande des Abgrundes. Viel Geld, welches für die Saison eingeplant war, ist bereits ausgegeben um die Löcher in dieser Saison zu stopfen. Insbesondere die Zahlungen von Mobilcom werden nächste Saison fehlen. Nach dieser Saison ist es auch absolut nicht verwunderlich, dass wir knapp eine Million beim DFB hinterlegen müssen.

Ein Ausblick? Es wird schwer werden, Littmann und sein Präsidium loszuwerden. Und viel ändern wird sich nicht.

Fantechnisch

Es ist erstaunlich, dass wir immer noch riesige Zuschauerzahlen haben. Die Motive der Leute sind mir vollkommen unklar, ich hatte mit einem erheblichen Rückgang der Zuschauerzahlen gerechnet, aber dieser trat nicht ein. Es kam zu einer geringen Erosion, aber die ist nur verständlich, wenn man bedenkt, dass wir zu keinem Zeitpunkt der Saison irgendetwas mit dem Aufstieg zu tun hatten. Zumindest dann nicht, wenn man nicht ein absoluter Träumer ist.

In den aktiven Fangruppen ist aus meiner Sicht der Ton mal wieder härter geworden und die Zusammenarbeit auf ein Minimum zurückgefahren. Natürlich hat auch diese Kolumne auch ordentlich ausgeteilt, da gibt es nichts zu beschönigen. Leider werden immer noch Sachen absolut als Dogma gesehen und wer sich dem jeweiligen Dogma verschliesst, der wird geschnitten.

Die Stimmung litt auch die ganze Saison darunter. Neuerfindungen wie „We love St. Pauli“ setzten sich im Laufe dieser Saison doch sehr durch und so langsam scheint auch die Niveaudebatte darüber ausgelaufen zu sein. Viel mehr ist diese Saison nicht wirklich passiert. Die Stadionverbotsdebatte zieht sich weiterhin hin und konnte leider immer noch nicht wirklich befriedigend gelöst werden. Immer noch steht unser Vorsänger nicht dort, wo er hingehört, nämlich auf dem Podest. Immer noch hat es die Polizei auf ihn und auf andere extrem abgesehen und dies nicht wegen ihren Taten, sondern nur weil sie vermeintliche Rädelsführer sind und störten. Leider hat sich auch in diesem Zusammenhang unser Präsidium als Weicheier präsentiert. Grosse Worte gegenüber Fanvertretern und dann ein schnelles Einknicken vor der Polizei. Man kann nur hoffen, dass sich das Thema vielleicht mit den neuen Richtlinien des DFB etwas entzerrt. Ich zumindest würde es begrüssen, wenn bald bei uns das Megafon wieder so besetzt ist, wie es gehört.

Und sportlich?

Treten wir auf der Stelle. Eine Handschrift des Trainers ist nicht wirklich zu erkennen, auch wenn wir in der ersten Saisonhälfte brav ein System durchgespielt haben. Als sich dann aber der Erfolg nicht wirklich einstellte, wurde mal mit einem Stürmer, mal mit keinem Stürmer, mal mit zwei Stürmern gearbeitet. Unsere Abwehr ist theoretisch das Prunkstück der Mannschaft, macht aber leider immer wieder individuelle Fehler und hat sich teilweise um den Lohn ihrer Arbeit gebracht.

Insgesamt hatte man auch nie das Gefühl, dass dort eine kämpfende Einheit auf dem Platz stand. Insbesondere Dinzey fiel immer wieder dadurch auf, dass er nicht sich integrierte, nicht feierte, nicht unterstützte.

Erst die „Notmannschaft“ der letzten Spiele stand als Einheit auf dem Platz. Zwar war diese Truppe nur bedingt regionalligatauglich, wie die beiden Unentschieden gegen Mannschaften des Tabellenendes zeigten, aber insgesamt machte es mehr Spass, diesem zusammengewürfeltem Haufen zuzugucken als den abgebrühten Profis der eigentlich ersten Elf.

Kommen wir zu der Kritik der einzelnen Spieler. Ich hoffe, ich erwische alle, die im Laufe der Saison mal bei der ersten Mannschaft zum Einsatz gekommen sind. Sollte ich einen vergessen, dann ist das bei ca. 30 Spielern, die während der Saison irgendwann mal eingesetzt wurden vielleicht verständlich.

Hollerieth: Er ist und bleibt einer der besten Torhüter ausserhalb der Bundesliga. Daran ist nicht zu zweifeln. An seinem Charakter, der genau dazu geführt hat, schon eher.

Dröge: Ich mag ihn. Er ist etwas untersetzt, er schnauft nach einem Sprint und ein dürrer Kerl wird er nicht mehr. Aber er hat unsere Saison gerettet, als er in Bergedorf bis zu seiner Verletzung eine der besten Torhüterleistungen in Braun-Weiss ever abrief. Man kann nur hoffen, dass seine Verletzung möglichst schnell überwunden ist.

Pliquett: Ein guter Ersatz, hat einige Fehler gemacht, aber ein junger Kerl wie er kann Fehler machen. Ganz ehrlich: Seine Bewegungen sehen immer relativ hölzern aus, aber insgesamt hat er ziemlich gute Ansätze und bei einer guten Förderung kann er mal ein guter Torhüter werden. Hoffen wir darauf.

Palikuca: Hat sich leider in dieser Saison nicht weiter entwickelt. Er ist ein guter, könnte aber aus meiner Sicht noch viel mehr. Positiv finde ich bei ihm immer noch die ständigen Besuche bei der 2. Mannschaft, obwohl er dieser nie wirklich angehört hat.

Eger: Fällt mir immer weder positiv noch negativ auf. Und das ist insgesamt schon wieder positiv. Macht halt ruhig und unauffällig seine Arbeit.

Morena: Als Spieler absolut eine der Stützen des Teams, als Kapitän finde ich ihn zu ruhig. So merkte ich erst bei der Abschlussfeier, dass er einem das Ohr abschwäbelt. Trotz allem ein wirklicher Gewinn für unsere Mannschaft.

Gunesch: Nackt eine echte Augenweide. Auch bei ihm fehlt mir einfach so ein bisschen die Weiterentwicklung. Er ist allemal das grösste Talent, was wir im Kader haben, aber insgesamt muss noch mehr kommen.

Miletic: Ne, schade, hat Talent, ist durch Verletzungen und alles andere nie wirklich in den Kader gekommen. Mach es gut!

Nascimento: Der steht bei uns wirklich offiziell bis heute im Kader. Guckt mal auf die offizielle Page.

Mayer: Kampf kann man ihm nicht abstreiten. Ich hatte in jedem Spiel das Gefühl, dass er will. Nur leider kann er anscheinend nicht mehr. Seine Zeit in der dritten Liga ist leider abgelaufen. Vielleicht sollte er sich einen ambitionierten Viertligsten suchen, wo er seine Karriere ausklingen lassen kann.

Uilacan: Siehe oben. Es ist wirklich schade, dass er so spät eine Form fand.

Brückner: Lange verletzt. In den letzten Spielen mit aufsteigender Form. Kann allemal vom Talent her Stammspieler werden, muss aber wohl noch disziplinierter werden. Nächstes Jahr ist seine letzte Chance.

Boll: Als Abräumer vor der Abwehr eine der grossen Stützen. Wahrscheinlich auch nächstes Jahr absolut gesetzt. Wird erstaunlich gut mit der Doppelbelastung fertig.

Adrion: Zu häufig verletzt. Mal genial, mal genial schlecht. Vom Talent her allemal einer für die Stammelf, aber dafür müsste er mal einen Lauf haben.

Dinzey: Nein!Nein!Nein! Kann alles, könnte locker in der Bundesliga spielen. Aber dafür reicht das Hirn nicht aus. Fiel wiederholt durch Arroganz auf und war nie wirklich Teil des Teams. Bitte dringend verkaufen!

Hupkes: Ich erinnere mich immer an ein Spiel der 2. Mannschaft, wo er wirklich verzweifelt darum kämpfte einen Fuss auf den Boden zu bekommen. Am Einsatz lag es nicht, aber am Talent oder daran, dass er das Talent nicht zeigen konnte. Mach es gut.

Hinzmann: Ich halte ihn nicht für das vermeintliche Talent, ich glaube nicht an seine grosse Zukunft und ich bin damit ziemlich alleine.

Ansorge: Siehe Hinzmann.

Bounoua: Steht sich selber im Weg. Nach seiner Verletzung nie der Alte. Nur leider ist seit dieser Verletzung ein Jahr vergangen. Erst in den letzten Spielen so etwas wie aufsteigende Form. Aber leider immer noch mit dem Hang, Spiele ohne Zweikämpfe bestreiten zu wollen. Trotzdem bleibt seine OneManShow gegen Köln in der 03/04 Saison einer der grossen Höhepunkte in meinem St. Paulifan-Leben.

Taljevic: Es war seine letzte Chance, er hat nicht das Gehirn gehabt diese zu nutzen. Talent hat er, aber leider nur bis zum Hals.

Hanke: In diesem System komplett verschenkt und daher zu Recht abgegeben. Für einen Verein, der über die Flügel und mit Flanken agiert, vielleicht Gold wert. Trotzdem mit einem der wichtigsten Tore ever. Danke Hanke, und mach es gut. Die Damenwelt in Braun-Weiss besitzt ein Anhimmelobjekt weniger.

Wojcik: Muss dringend lernen, dass er viel zu viele unnötige Zweikämpfe eingeht und viel zu viele Wege geht. Lernt er dieses, dann wird er noch mal ein guter Stürmer. Teilweise ging mir seine Leidensshow und sein „ich bin dauernd verletzt“ aber auch auf den Sack. Hat mit einem verbesserten Mittelfeld nächste Saison die Chance zu zeigen, was er wirklich kann.

Albrecht: Mein Traum wäre es, ihn überhaupt mal wieder spielen zu sehen. Machte als Verteidiger am Anfang der Saison eigentlich eine sehr gute Figur, aber nun scheint die Verletzung seine Karriere in starke Zweifel zu ziehen. Ihn noch mal an der Sternschanze oder am Millerntor auflaufen zu sehen würde mir Tränen der Freude in die Augen treiben. Ich drücke alle Daumen, Philip.

Agu: Gute Ansätze, aber halt nie mehr. Daher zu Recht aussortiert. Trotzdem alles Gute!

Akbel: Sollte schnell wieder seinen Kopf einschalten, sonst war es das mit der Karriere. Hatte die falschen Freunde und ist auf dem falschen Weg.

Siberie: Feiern kann er. Auf dem Platz hat es nie zum Durchbruch gereicht.

Smith: Klasse in einigen Spielen der 1. Mannschaft, teilweise mies in Spielen der 2. Mannschaft. Talent hat er, muss sich nächstes Jahr fortentwickeln und hat dann garantiert eine Chance auch in der 1. Mannschaft.

Arifi: Allemal ein Mann der Zukunft. Tolle Tore, teilweise auch leichtsinnige Fehler. Aber genau so etwas will ich von einem jungen Mann sehen! Könnte nächstes Jahr allemal auf dem Sprung in die erste Mannschaft sein.

Nielsen: Kam zu etwas Einsatzzeit in der ersten, dort nicht weiter aufgefallen, kann was, ich frag mich nur, ob der Körperbau für die 3. Liga reicht. Wir werden sehen.

Alle die ich vergessen habe: Waren garantiert gut und super.

Ein kleiner Ausblick

„Do or die“ ist das Motto der nächsten Saison. Aufsteigen oder pleite sein. Mal sehen, was es wird. Ihr könnt davon ausgehen, dass diese Kolumne auch nächste Jahr wieder inkompetent, unsachlich und regelmässig über Spiele des FC St. Paulis berichtet. Und da wir uns weiterhin in der 3. Liga befinden und diese Samstags spielt gilt auch nächste Saison das bewährte Motte: Alle Spiele! Alle Tore!

Und dann war da noch…

… die Lebenslangen Dauerkarten. Ich habe meine noch nicht, stehe mal morgen beim Verein auf der Matte und frage nach.

… die Dauerkarten für nächste Saison: Die ziemlich hässlich sind, aber ihren Zweck erfüllen, nämlich 18 Löcher zu bekommen. Das ist beinah wie Golfspielen.

… unsere 2. Mannschaft, welche im Juli ein Trainingswochenende in MeckPomm macht. Inklusive Vorbereitungsspiel gegen Lokalrivale Amateure. Irgendjemand Interesse an einer kleinen Zelttour?

… der ärmste Fan des FC Hansa, dem folgendes passierte:

Gegenüber dem Original sind die Namen herausgenommen, sonst ist es unverändert geblieben. Daher auch die teilweise etwas komische Rechtschreibung

Mir, S. E. geboren am ...1981, wurde die Ausreise nach Belfast verweigert. Zunächst einmal möchte ich das komplette Geschehen mehr als nur ausführlich schildern, was mir einen tag danach immer noch sehr schwer fallen wird weil ich eine Art "Ohnmachtsgefühl" verspüre.

Vorgeschichte:

Ich bin ein großer Fußballfan und besuche fast jedes Spiel des FC Hansa Rostocks und seid Jahren auch die Spiele der Deutschen Nationalmannschaft. Das Letzte Auswärtsspiel bestritt der FC Hansa Rostock beim BVB aus Dortmund, es war ein Spiel bei dem ein großes Polizeiaufgebot Vorort war. Während des Spiels verlief alles relativ ruhig und auch nach Diesem ging der Abmarsch der zahlreichen Hansafans zunächst reibungslos vonstatten. Ich persönlich war mit einem Kumpel, B. O., aus dem Stadion gegangen und wir philosophierten noch umher wie wir zum Hauptbahnhof gelangen, ob mit der Bahn oder mit dem Bus. Ungefähr 400 Meter vom Stadion entfernt stand eine mir bekannte Person, S. J., mit der ich mich noch kurz unterhielt und danach auch gleich weitergehen wollte, dazu bleibt noch zu erwähnen, dass ich aufgrund eines Meniskusrisses auf Krücken unterwegs gewesen bin. Nachdem wir weitergehen wollten, bildete sich eine lose Kette von Polizisten um die dort anwesenden Fußballfans, der Grund war mir bis dahin nicht bekannt, auch muss ich ehrlich zugeben machte ich mir keine wirklichen sorgen darum weil es ja nicht das erste mal ist das die Polizei eine solche Maßnahme durchführt.

Ich blieb ruhig und meinte nur zu dem verantwortlichen Polizisten ich würde gerne zum Hauptbahnhof gelangen da ich mit meinen Krücken eh sehr lange für den Weg brauche. In diesem so genannten Kessel standen noch etwa 35 andere mir teils bekannte Leute. Dann nach etwa 20 Minuten machte der Verantwortliche Polizist eine Art Ansage indem er allen mitteilte dass er nicht möchte dass "wir" in dieser Gruppe zum Hauptbahnhof gelangen und die Polizei uns "hinbringen" möchte. Jetzt müsste man noch dazu sagen dass sich in dieser Gruppe sich auch wohl Leute befanden die der Polizei durch gewalttätige Auseinandersetzungen bei Fußballspielen bekannt waren, ich und einige andere gehörten nicht dazu. Der Einsatzleiter ließ nun tatsächlich einen Gefängnisbus der Polizei Dortmund vorfahren und meinte das wir keine Angst haben sollten dieser sollte nur als Transportmittel benutzt werden, bevor wir in den Bus in dem es KEINE sitze sondern nur Zellen gab einsteigen durften, mussten wir noch unsere Personalien abgeben. Immer wieder meinte der Einsatzleiter es ist nur aus reiner Vorsicht, also wird mit den Daten auch nichts passieren. Ich muss nochmals darauf hinweisen das KEINE Straftat von mir oder einer anderen Person begangen worden ist. Nachdem alle in den Bus saßen wurden wir zum Hauptbahnhof gefahren, bekamen unsere Sachen wieder und durften in den Zug nach Rostock einsteigen. Nicht mehr und nicht weniger ist an dem Tag passiert, jedenfalls habe ich von keiner anderen Sache etwas mitbekommen!

Am 03.06.2005 machte ich mich mit einigen Freunden auf den Weg nach Berlin Schönefeld um dort unseren Gebuchten Flug nach Belfast (über Newcastle) wahrzunehmen. Alles verlief bis dahin Reibungslos. Wir holten die hinterlegten Tickets ab, ich bekam noch eine Sonderbordcard aufgrund meiner Krücken und wir machten den Check In perfekt. Jetzt gingen wir direkt zu dem Terminal vor dem eine große (6) Anzahl von zivilen Polizisten die durch Leibchen gekennzeichnet waren standen, bevor wir zur nochmaligen Passkontrolle kamen, checkten diese unsere Pässe und wir durften weitergehen. An der Passkontrolle wurde mein Reisepass nochmals durchgezogen und ich bekam diesen wieder und wurde von den zivilen Beamten aufgefordert mit ihnen mitzukommen, was ich auch Tat ich dachte es handele sich um eine Routine oder Stichprobendurchsuchung. Der eine Beamte zu dem ich noch "großkotzig" meinte ich habe ich nichts zu verbergen, nahm mein Pass und tippte meine Personaliennummer in einen Computer ein, dann meinte er "Na Herr E., so ganz stimmt das ja wohl nicht!", ich erschrak und fragte ihn was denn wäre. Er sagte dass ich am 31.05.2005 in die so genannte Datei der Gewalttäter Sport aufgenommen worden bin, ich dachte er macht Spaß aber irgendwie fing er nicht an zu lachen. Er meinte weiterhin das in dieser steht, das ich beim Dortmundspiel meine Personalien aufgenommen worden sind, und ich zu einer Gruppe dazugehören sollte die eine gewalttätige Auseinandersetzung mit anderen Fans gesucht habe. Weiterhin sei ich als sehr gewalttätig bekannt. Dazu muss ich noch sagen das ich in meinem Leben NIE eine Anzeige bekam die mit einer gewalttätigen Auseinandersetzung zu tun hatte wie z.B. Körperverletzung, schwere Körperverletzung etc.. Ich meinte zu Ihm zu diesem Eintrag kann es nur fälschlicherweise gekommen sein.

Während ich kontrolliert wurde, wurden stichprobenartig auch ein zwei andere Personen kontrolliert dabei war eine Person, die im Zusammenhang mit Fußball mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung bekam, diese durfte aber gleich nach 5 Minuten gehen, nun verstand ich die Welt nicht mehr, sollte ich eine unbekannte Quote erfüllen durch welche sich die Beamten auf die Schulter klopfen dürfen?! Ich bot den Beamten an die Fußballszenekundigenbeamten aus Rostock anzurufen, die ich aufgrund meiner langwierigen Verbundenheit zum FC Hansa Rostock kenne. Ich besorgte Telefonnummern und die Beamten telefonierten tatsächlich mit 2 Beamten aus Rostock dabei stellte sich heraus, dass einer von ihnen (D. K.)sogar in Belfast sei. Der andere Beamte (K. S.) war privat zu Hause. Und jetzt kommt es, beide zuvor erwähnten SKB´s meinten das mich die Beamten vom Flughafen fliegen lassen sollten, da von mir keine Gefahr ausginge und ich zwar Ihnen bekannt bin, aber auch nur aufgrund meiner Treue zum Fußballclub Hansa Rostock und aufgrund meines Engagement in einer großen Supporterverbindung.

Nun dachte ich mir, es kann sich nur noch um Minuten handeln, dass ich los darf, da mein Flieger in 4 Minuten fliegen würde. Dann kam der ein Beamter dem ich zusprechen muss das er der einzige war der mir freundlich gegenübertrat aus dem kleinen Raum heraus und meinte: "Herr E. es tut mir sehr leid, aber der Dienstgruppenleiter möchte nicht das sie nach Belfast fliegen". Ich war extrem schockiert und dachte sofort an die Zeiten in der ehemaligen DDR, bei dem Leute auch in Ihrer Reisefreiheit beschränkt würden. Ich fing an zu diskutieren und versuchte ein klärendes Gespräch mit dem Dienstgruppenleiter zu suchen, der dies auch zuließ, jedoch merkte ich nach 3 Sätzen es hat keinen sinn, dann meinte ein Beamter zu mir, "Du brauchst gar nicht zu diskutieren, dein Flugzeug ist eh gerade los geflogen und außerdem weißt du ganz genau warum du hier sitzt".

Ich der eigentlich über eine extrem ruhige und besonnene Natur verfügt, wurde mehr als nur sauer und konnte es einfach nicht verstehen, die nun !!!! Anwesenden Beamten machten sich mehr oder weniger lustig über mich und einer von Ihnen meinte" Pass mal auf du Spinner, du weißt warum du hier bist, du musst einfach vorher überlegen wenn du eine Straftat begehst".

Ich antwortete zum wiederholten Male das ich doch gar keine Straftat begangen habe und es wie in einem schlechten Film hier "abgeht". Jetzt ging es weiter, ein Beamter fragte mich ob ich meinen Ausweis auch mit habe, da sie ja mit meinen Pass arbeiteten. Ich übergab meinen Ausweis und sollte etwas unterschreiben. Siehe Anhang 1. Dann meinte der Einsatzleiter das mein Pass und mein Ausweis eingezogen wird und ich diese Beiden Dokumente wortwörtlich: "demnächst wohlmöglich per Post wiederbekomme!". Ich der immer ruhiger wurde wollte nur noch raus aus diesem Alptraum, aber zum Höhepunkt meinte der eine Beamten der mich schon zuvor auf das übelste Beleidigte zu mir: " Mich müsste man eigentlich hier behalten und wir können noch ganz andere Dinge aufziehen mit dir, das Gesetz der "Gefahrenabwehr" kann man schön auslegen ..etc" Er redete sich so in Rage , dass ihn seine Kollegen zurückhalten mussten damit er mich nicht angriff, was er definitiv gemacht hätte.

Nachdem ich nach knapp 2 stunden ohne Pass, Ausweis und gebrochenem Herzen gehen durfte wurde ich von 2 Polizeibeamten durch das GANZE Flughafengebäude begleitet und somit noch extra gedemütigt weil auf mich hunderte wenn nicht sogar tausende Augen starrten und sich wohl dachten, was ich für ein Verbrecher sei. Als ich bis vor die Tür mit meinen Krücken gebracht wurde, rief ich gleich einen Szenekundigenbeamten an, K. S. meinte zu mir, dass es ihm leid tut und die Beamten des BGS mir theoretisch gar nicht die Ausreise verweigern hatte dürfen. Und ich dies zur anzeige bringen solle, außerdem weiß er auch nicht wie es zu diesem Eintrag in die oben erwähnte Datei gekommen ist. Am Montag werde ich dies auch zur Anzeige bringen, weiterhin nehme ich mir einen Anwalt der mich sofort von dieser Liste der Gewalttäter Sport streichen soll, und den Staat wegen Beraubung meiner Freiheitsrechte verklagen soll. Was im Endeffekt dabei rauskommt sei einmal dahin gestellt. Ich fühle mich hilflos und kann alles geschehene noch nicht verstehen und werde dies auch wohl nie können.

Soweit der Tatsachenbericht. Meine Meinung dazu? Willkommen im Unrechtsstaat Deutschland. Solange Polizisten so ihre Macht missbrauchen können und unschuldige Leute so verarschen können, nur weil sie Fussballfans sind, so lange muss sich kein Politiker wundern, wenn die Jugend immer mehr abstumpft und immer gewalttätiger wird. Dies ist nur eine verständliche Reaktion auf