Norbert regt sich auf vom 13.6.2005
über
Hurricane 2005 oder „Olli hol mal ne Bratwurst“
Ich bin zu alt für Festivals! Aber wie singt Kettcar so absolut passend?
man lässt nie los, was man liebt
war, ist, bleibt: immer musik
Neben Fussball ist die Musik halt mein absolut grosses Hobby. Insofern müssen Kollisionen zwischen Fussball und Musik auch mal zugunsten der Musik entschieden werden. Und insofern war es nicht weiter schwer, sich zwischen dem Fanclubturnier und dem Hurricane Open Air zu entscheiden. Ganz ehrlich, da spielten mit New Order meine absoluten Götter und dafür hätte ich selbst das entscheidende Spiel um den Aufstieg sausen lassen (nicht wirklich).
Um ein Festival zu besuchen, muss man sich erstmal in einen Homos Festivalus umwandeln. D.h. man muss sehr viel Getränke mit Alkohol kaufen, man muss Unmengen von Fleisch einkaufen und Gerichte in Dosen, die man bei anderer Gelegenheit eher nicht kauft. Da aufgrund unsinniger Vorschriften (und unsinniger Leute, die damit schmeissen) Glasflaschen auf Festivals verboten sind, muss man auch noch alle Umweltgedanken über Bord werfen und sich mit Dosen bzw. PET Flaschen eindecken. Durch einen unglücklichen Zufall kam ich in den Besitz von 24 PET Flaschen Bitburger und musste so nur noch 2 Partyfässer Becks zu kaufen. – Einschub: Nennen wir die Mitfahrer mal P., K., J., N., B. und M. Nähere Erläuterungen der Namen seien mal aus Gründen des Personenschutzes unterlassen. EinschubEnde – SMS an J. „Habe jetzt 22 l Bier“ Antwort J.: „Das reicht für mich“. Anderseits wollte Kollege B. gerade mal ein Partyfass mitnehmen, das würde doch reichen.
Donnerstagabend und insbesondere Freitagmorgen galt es nun, den ganzen Kram ins Auto zu schleppen. Alleine schon bei dem Gedanken, dass ich den ganzen Kram auf das Festivalgelände schleppen muss, wurde mir dann doch heiss und kalt zu gleich. Naja, egal. Kurz die Donnerstagabend angefertigten Namensschilder ins Auto geklebt und ab ging es zu J. und B. Die Gags der Namensschilder muss ich bei diesem Bericht leider ausblenden, da vieles davon Wortspiele mit dem jeweiligen Namen des Betroffenen waren.
J. und B. waren froh uns zu sehen, und so konnte man sich um neun Uhr morgens auf den kurzen Weg gen Scheessel machen. Dieser verlief bei lockerer CD Musik eigentlich auch super, bis kurz vor Horst seinem Dreieck B. etwas hektisch mit seinem Handy wedelte. N. ging im anderen Auto ran und es entwickelte sich folgender Dialog „Du N., wir haben unsere Karten vergessen“. „Oh!“ „Wir müssen also zurück, kommt ihr mit?“ *überleg* „Ja ist doch jetzt Unsinn, alleine weiter zu fahren“. So drehten wir noch mal um, um die Karten zu holen. Naja, wir hatten in unserem Auto trotzdem Spass, ihr glaubt gar nicht, wie geil es in dieser Situation kommt die eigenen Karten rauszuholen und damit zu wedeln. :-)
Eigentlich wollten wir sowieso erst um 10 Uhr starten und dies taten wir dann auch, nachdem wir endlich die Karten geholt hatten. So trafen wir um 11:30 in Scheessel ein und mussten die erste Niederlage des Tages einstecken. Man hatte den alten Zeltplatz 2 (Böse Zungen nennen ihn auch das „Altersheim“) aufgelöst und zu einem Parkplatz umgebaut. Dies war bekannt und auch nicht die Niederlage. Diese ereignete sich darin, wie die Autos aufgestellt waren. Diese wurden in parallelen langen Reihen vom Gelände weg aufgestellt und wir hatten das Pech direkt am Ende einer solchen Reihe parken zu müssen. 5 Minuten später und wir hätten ganz vorne gestanden und uns 200m Weg gespart. Pech und nicht zu ändern.
Nun galt es einen schönen Zeltplatz zu finden. Auch dies erwies sich als äusserst schwer, denn der Zeltplatz war schon richtig voll. Unser Ziel war es, eher aussen zu zelten und so gingen wir immer am Zaun lang, bis wir endlich Platz für unsere vier Zelte fanden. Im Nachhinein ein perfekter Platz, relativ ruhig und direkt in der Nähe einer Klo/Wasserstation.
Wir bauten also unsere Zelte auf, bzw. ich schleppte die restlichen Sachen vom Auto zum Zeltplatz, während K. unser Zelt aufbaute. Nachdem ich zurückgekehrt war, musste unser Zelt erstmal gekennzeichnet werden. Dies ist auf einem solchen Zeltplatz relativ üblich, da man sonst echt Probleme hat sein Zelt zu finden. Und eine Flagge ist echt unkreativ, das hat ja jeder. Aber einen Besen - das hatten wir nur wir. „Folge dem Besen“ wurde zu einem geflügelten Wort, nachdem wir unsere erste Begegnung mit Hanni und seinen Freunden hatten. Auf der Showbühne erschien Mo, welcher kam, sagte, dass seine Freunde ihn geschickt hätten und gesagt hätten, er solle zu dem Besen gehen und da zelten.
Durst! Und so wurde erstmal gepflegt einer getrunken. Und das schöne war ja, dass es nicht regnet. Das hatte ich ja schon vorher gesagt. Und hat irgendjemand Regen mitbekommen?
Erstmal taten wir grillen, was Kollege P. zu ganz anderen Wortspielen animierte. Er hielt einen Zelthaken in die Grillkohle und fragte „Was ist das?“… (Auflösung am Ende des Berichtes).
Kommen wir endlich mal zur Musik, denn deswegen waren wir hier. So enterten wir das Festivalgelände und lauschten folgenden Bands. Der Aufbau bei den Bands ist immer gleich: Musik, typische Ansage, Kommentar. Natürlich werden nur die Bands aufgeführt, die ich mit eigenen Augen belauscht habe.
Turbonegro:
Musik: Schweinerock
Typische Ansage: -
Gesamtbewertung: Nette Hintergrundmusik. Ich habe aber nur wenig davon mitbekommen, da Bier- und Essensaufnahme im Vordergrund stand. Aber ich fand sie viel besser als damals beim Rettet St. Pauli Festival. Erstaunlich war, dass relativ wenig Turbojugenden anwesend waren.
Kettcar
Musik: Hamburger Schule
Typische Ansage: „und das geht so“
Kommentar: Ein Wort? Grossartig! Vor einer zu diesem Zeitpunkt schon super vollen Nebenbühne brachten die Jungs einen absolut genialen Gig. Ich mag das auch, wenn Bands vollkommen überwältigt davon sind, wie viele Leute sie gut finden. Und das war auch bei Kettcar der Fall. Neben dem Fakt, dass eigentlich jedes Lied mit „und das geht so“ angekündigt wurde. Grossartig auch die Ansage für „Stockhausen, Bill Gates und ich“ (zusammen die Nacht im Fahrstuhl verbracht). „Ich werde immer gefragt, ob das so passiert ist? Beinah genau so und das geht so….“ Lied gespielt, welches auf „der gebrochene Daumen von Carlos Santana, ich hab den wichtigsten Finger von Carlos Santana“ endet und vom Publikum gesungen wurde. Was sagt daraufhin der Sänger „Auf diese Stelle hab ich mich am meisten gefreut. Als wärt ihr dabei gewesen.“
Nine inch Nails
Musik: Dunkelrock
Typische Ansage: Hey, so düstere Typen machen nicht viel Worte. Da ist ein Thank you schon ein ganzer Roman
Kommentar: Sehr gut. Viele alte Hits und nicht zu abgefahren. Und Trent ist und bleibt eine geile Sau.
Wir sind Helden
Musik: Deutschrock
Typische Ansage: Keine wirklich durchgängige, aber Aussagen wie „Das ist unser Schlagzeuger, das ist der einzige, der für 10 Euro immer nackt um Tourbus läuft“ zeigten, dass die Band doch Spass hatte.
Kommentar: Nur leider war der Gig zumindest am Anfang von schlechtem Sound und einer Band, welche definitiv überspielt ist. Es dauerte wirklich, bis die in die Gänge kamen. Gutmeinende Leute würden sagen „Routiniert“. Ich würde sagen: Macht mal ne Pause, Jungs und Mädel.
Rammstein
Musik: Düsterrock
Typische Ansage: keine Ansagen!
Kommentar: Ein Typ erzählte mir am Sonntag, dass die Hauptbühne extra sechs Meter erhöht worden ist, damit die ihre Pyroshow abziehen können. Die war grossartig, hinterliess bei mir aber zwei Fragen: A. War das nicht leicht übertrieben? B. Ist es nicht ein bisschen gefährlich? Denn teilweise fliegen da wirklich Leuchtkugeln frei über die Bühne und über die Köpfe des Publikums. Man merkt, dass sich die Band noch nie Unfälle damit hatte. Neben der Show war aber auch die Mukke aller Ehren Wert. Guter Sound und eine Mischung aus allen Alben machten einen klasse Gig aus. Bei einem der letzten Lieder surfte einer der Musiker mit einem Schlauchboot über die Massen und hier brach dann sehr lustig die finstere Metallershow. Denn die ersten gesprochenen Worte waren „Olli, bringst du eine Bratwurst mit?“. Grossartig! Wat hebt wi lacht…
Oasis
Musik: Britpop
Typische Ansage: -
Kommentar: Ne Leute, das war gar nix. Und nach einem Lied weiss ich, dass der nicht singen kann. Ab ins Zelt.
Mit P. ging es zum Zelt und dort trafen wir wieder auf Hanni und seine Jungs. Diese bauten erstmal nachts um eins den Grill auf, aber P. hielt sich lieber mit einem Satz Nachtravioli bei Laune. Da aber alle Beteiligten dies relativ ruhig taten, konnte ich zu K. in mein Zelt klettern und schlafen.
Vorher musste aber noch M. kurz eingefangen werden, die sich auf dem Zeltplatz dann doch verlaufen hatte. Aber war ja alles kein Problem, da man unsere Fahrradlampe doch sehr weit sehen konnte.
Auf so einem Zeltplatz ist eigentlich 24 Stunden irgendwas los. Aber geweckt hat mich nicht irgendeine laute Musik aus der Nachbarschaft, sondern irgendwelche Vögel, die pfiffen. Da war es jedoch erst 5:45 und so beschloss ich noch ein bisschen zu schlafen. Um sieben war dann aber Schluss und ich als bekennender Festivalduscher wollte mich gerade auf dem Weg zum Duschwasser machen, als der mächtige P. aus seinem Zelt krabbelte. So machte man sich zu zweit auf den Weg zur Dusche. Hey und hier traf man auf den absoluten Festival Luxus! Warme Duschen mit Einzelkabinen. Sehr schön.
Da brachte auch die Häme der anderen auch nix, mir ging es gut. Später waren die Duschen dann so überlaufen, dass man doch eine längere Wartezeit einplanen mussten.
Frühstück und irgendwie waren alle ausser B. auch wieder auf dem Dampfer. B. jedoch war ein bisschen angeschlagen. J. begann zu frühstücken und es begann zu tröpfeln (geregnet hat es ja nicht). Naja, das überlebten wir in den Zelten und ich widmete mich dem Essen.
Das tat ich auch noch ca. 2 Stunden später und es wurde langsam Zeit Richtung Gelände zu gehen. Hier entdecken wir, dass es neben dem normalen Becks auch noch Becks Gold gab. Eigentlich eine Sünde, das Zeug auf PET Flaschen zu füllen, aber dies hatte auch einen netten Vorteil, denn in einer solchen Flasche sind 0,33 l, während in einem Glas nur 0,3 sind. Und beides wurde zum gleichen Preis vertickt. Sprich: Becks Gold war 10 Prozent billiger. Nur B. nutze diesen Preisvorteil erstmal nicht, was P. sofort dazu nutzte, seiner Liebsten zu melden, dass B. schwächelt.
Nun galt es aber wieder mal Musik zu lauschen:
Olli Schulz und sein Hund Marie
Musik: Hamburger Schule
Typische Ansage: Loide, was geht denn hier ab?
Kommentar: Alter Schwede, meine Bauchmuskeln sind immer noch kaputt. Da kommt ein Typ auf die Bühne und fängt seinen Set mit folgender Aussage aus: „Hallo, ich bin Olli Schulz, ich bin eben Backstage gewesen, denn da darf ich ja hin und da unterhalten sich zwei Mädels. Und die eine fragt, wer denn da nun käme und die andere sagt, da käme Olli Schulz und der Hund Marie und die andere fragt was die denn machen würden und bekommt als Antwort „so Politkabarett“. Ne Loide, wir machen Rock n Roll.“
Ich weiss nicht, ob das auf Platte wirkt, aber Live ist der Typ grossartig, weil seine Ansagen einfach witzig sind. Weitere Beispiele? „Ich war bei Tracy Chapman und irgendwie sollten alle leise sein, aber ich habe immer geschrien und die Loide haben gesagt, dass ich ruhig sein sollte. Dann hab ich gesagt, dass ich Slayer hören will, ich bin Punkrock. Eigentlich bin ich ganz nett, aber ich bin gestern von einer Abrissbirne geflext worden.“
Und wer seine Platte „Wenn du mir das Herz brichst, dann brech ich dir die Beine“ nennt, der gewinnt bei mir. Die Musik war eher einfacher Gitarrenrock, aber mit guten Texten. Noch eine gute Ansage: „Da, wo ich her komme, da habe ich gelernt, dass die Message egal ist, wenn der RAAIM fett ist.“
Flogging Molly
Musik: Speedfolk
Typische Ansage: Forget German Beer, this is real Beer.
Kommentar: Sehr gut. Die haben richtig Spass gemacht, da sie Folk in einem unglaublichen Tempo spielen und trotzdem die Melodik nicht verloren ging.
Fantomas
Musik: ????
Typische Ansage: -
Kommentar: Nennen wir es mal wohlwollend „Experimentell“. Aber mit Musik hatte das nix zu tun.
Sprich es war Zeit zum Zelt zu gehen und zu grillen. Leider hatte unser Chefkoch K. seinen Dienst eingestellt und beschlossen, lieber im Zelt zu schlafen und damit wahrscheinlich der einzige Mensch zu sein, der am Ende des Festivals ausgeschlafen war.
M. ersetzte sie perfekt und so konnten wir lecker Grillessen geniessen. Und natürlich das Entertainment von Hanni und seinen Jungs. Hanni und seine Jungs waren so Jahrgang 1985 bis 1987 und echt logga drauf. Erstmal wurden sich gegenseitig die schlechtesten Witze erzählt, die ich hier aber nicht wiedergebe. Und dann kam der Auftritt von zwei Lübecker Mädels, das eine voll wie ein Eimer, das andere am schnacken mit Mo. Irgendwann waren beide wieder weg und Hanni fragt, ob denn mit der einen was laufen würde. Und was sagt Mo? „Womit denn?“ Also man muss sagen, aller Achtung. Unsere Fetischsex Fantasien konnten wir erst nach ca. 2 minütigen Lachkrampf anbringen.
Als wir uns wieder erholt hatten, war es wieder Zeit das Festivalgelände zu besuchen. Es spielten folgende Bands:
Beatsteaks
Musik: Punkrock
Typische Ansage: „Jetzt flippt mal richtig aus“
Kommentar: P. meinte, es sei wirklich schlimm, dass eine viertklassige Band durch die Erwähnung in einem drittklassigen Lied einer zweitklassigen Band soviel Zulauf habe. Naja, so weit würde ich nicht gehen, aber wirklich doll find ich die immer noch nicht. Nach dem Auftritt letztes Jahr auf dem Rathausmarkt hatte ich die irgendwo ganz unten als „Superschlecht“ abgestempelt. Nach dem Auftritt beim Hurricane sind sie wieder bei „geht so“. Aber der beste Auftritt dieses Festivals war das definitiv nicht, liebe Mopo.
Audioslave
Musik: Grunge?
Typische Ansage: „Do not mind the rain. I’m from Seattle, it’s raining all the time and makes all green und beautiful”
Kommentar: Geil! Hatte absolut nix erwartet, aber diese Exmitglieder von „Soundgarden“ und „Rage against the machine“ haben echt Spass gemacht. Insbesondere auch ein sehr entspannter schöner Auftritt.
Vor dem Auftritt kam es zu einigen unschönen Szenen, weil es vor der Bühne wirklich zu eng wurde. Hier muss man aber auch wirklich dem Veranstalter Vorwürfe machen. Es kann nicht sein, dass bei 60.000 Zuschauern vor der Hauptbühne vielleicht 10.000 Leute Platz haben und der Rest aufgrund von Essenständen etc. nicht auf die Bühne gucken kann. Die Essenstände müssen dringend mehr an die Seite und dann würde das auch passen.
Phoenix
Musik: Britpop
Typische Ansage: -
Kommentar: Ja, ich weiss, Britpop passt nicht aufgrund der Herkunft aus Frankreich. Insgesamt ein sehr netter Auftritt. Nix, was ich mir länger zu Hause anhöre, aber so auf einem Festival war das richtig nett.
Danach war man dann im Zelt, hatte ich doch eigentlich am Samstag nix sehen wollen. K. hat dieses wahr gemacht und sich einen netten Tag am Zelt mit ihrem Buch gemacht. Die Nacht war eigentlich wieder ruhig, bis in unserer Gegend Typen meinten, ihre Musikanlage hochziehen zu müssen. Und das bis morgens um sechs und nicht gerade mit ruhiger Musik, sondern mit übelsten Trashmetal. Na, herzlichen Dank. Da mein Bauch dazu auch noch beschloss zu blubbern, war die Nacht doch relativ kurz.
Morgens wieder das übliche Frühstück und der übliche Frühstücksregen. Danach bauten wir ab und brachten die Sachen ins Auto. Sonst passierte nicht viel, da das Frühstück eigentlich sehr ruhig verlief. Heute morgen nahm J. ihre Auszeit und ich alter Festivalduscher wusch mir auch nur die Haare.
Kommen wir also direkt zur Musik? Ne, einen Spruch muss ich noch bringen, denn als wir auf dem Gelände so rumlagen, da kam wieder P. mit seinen Assoziationen, als M. über uns schritt. „Oh eine lange Dürre wird über uns kommen“.
Madsen
Musik: Wendlandschule
Typische Ansage: „Endlich wieder in Norddeutschland“
Kommentar: eigentlich ziemlich gut. Es mangelt ein bisschen an den eingängigen Melodien. Aber aus denen könnte noch was werden. Hatten auf dem Festival absoluten Heimvorteil.
Eagles of death metal
Musik: Schweden im Geiste
Typische Ansage: This one goes out to the ladies, tonight
Kommentar: Also, death metal haben die nicht gespielt. Eher angenehmen Schweinerock. Typische Festivalband und zur Unterhaltung wirklich nett.
Sarah Bettens
Musik: Wohlfühlpop
Typische Ansage: -
Kommentar: Nett, gute Musik um auf dem Rasen zu liegen und mit den Füssen zu wippen. Und das hab ich dann auch gemacht.
La Vela Puerca
Musik: Spanierska
Typische Ansage: Grazias
Kommentar: Super Festivalband. Hat wirklich Spass gemacht. Tanzbar und unterhaltsam.
Ska-P
Musik: Ska
Typische Ansage: -
Kommentar: Es gibt guten Ska und es gibt schlechten Ska und das war schlechter.
3 doors down
Musik: Nichtwehturock
Typische Ansage: -
Kommentar: Gelangweilter Auftritt. Und da kann man nicht mehr routiniert draus machen. Die haben wirklich einige gute Lieder, aber die haben das absolut nicht rüber gebracht. Der Basser und Schlagzeuger hatten ihren Spass, aber Sänger und Gitarrist wirkten einfach nur gelangweilt.
Beck
Musik: Blues/Country/Experimentieren
Typische Ansage: -
Kommentar: Das war ziemlich geil. Insgesamt mit vier Schlagwerkern unterwegs und sehr experimentell. Höhepunkt war ein Stück, welches auf Gläsern und einem Tisch getrommelt wurde. Sehr viel Ansagen und Emotionen bringt der nicht, aber die Band ist absolut klasse. Einige Minuspunkte gab es wegen der Verwendung von doch relativ viel Playback Teilen.
New Order
Musik: Britpop
Typische Ansage: This one is for Ian Curtis, who died 25 years ago
Kommentar: M., P. und N. hatten beschlossen, sich das Ganze direkt vor der Bühne anzusehen. Da traf man auch auf OlliO. Dieser hatte erstmal Probleme mit den Ordnern, da diese den vorne abgezäunten Bereich viel zu früh schlossen, obwohl dort noch unglaublich viel Platz war. Insofern habe ich noch nie ein Konzert so nah vor einer Bühne mit soviel Platz gesehen. Neben uns standen eine ganze Masse britischer Fans von New Order, die nach den Schnacks mit der Bühne anscheinend der Band persönlich bekannt waren. Bereits vor 3 Jahren auf dem Hurricane hätte ich behauptet, dass ich das beste Konzert aller Zeiten gesehen habe, aber dieses mal toppten sich New Order noch mal selbst. Gutgelaunt präsentierten sich die alten Herren. Der Sänger tanzte fröhlich auf die Bühne, während der Bassist entweder entspannt an der Box lehnte oder für die Kamera poste. Die Musikauswahl ging zurück bis zu alten Joy Division Stücken. Unglaublich. Und alleine der Tanz zu „Blue Monday“ war 90 Euro wert. Wie meinte P. so schön? „Warum spielen hier 52 Stunden nur Vorbands?“ Ich brauchte ca. 20 Minuten, um das seelige Grinsen wieder aus meinem Gesicht zu bekommen. Vergesst die Ärzte, dies ist eine der besten Bands der Welt.
Die Ärzte
Musik: Deutschrock
Typische Ansage: „Wir sind die Ärzte aus Berlin“
Kommentar: Von ganz hinten gesehen und ich muss sagen: Die machen immer noch Spass. Lustige Ansagen und wirklich guter Rock wechseln sich ab mit klaren Ansagen. Ob man nun wirklich zu einer Straftat aufrufen muss („Wenn ihr eine Nazidemo seht, schmeisst einen Molotow Cocktail drauf, und wenn sie unsere Musik spielen: gleich 100 hinterher“) sei mal dahin gestellt. Vielleicht nicht die beste Band der Welt, aber wirklich eine sehr gute Liveband, die Spass macht.
Kurz vor Ende machten wir uns auf den Weg und kamen gut durch und perfekt ins Bett.
Fazit? Sonnenbrand ohne Sonne und eigentlich ganz fit heute. Es war genial. N