Norbert regt sich auf vom 22.6.2005
über
Zwei Geburtstage und ein Abschied oder „Back to Verein means back to kotzen“
Ich möchte diesen Bericht ausdrücklich Petruschka widmen, da dies der letzte Bericht ist, den sie mit einer deutschen IP liest. Einige schwulstige Abschiedsworte noch am Ende dieses Berichtes, aber bereits an dieser Stelle ein „Mach es gut“ in Deine Richtung.
Freitag und Samstag feierte nun der Fanladen seinen Geburtstag. Freitag mit einem offiziellen Empfang, Samstag mit einer Party. Erstmal vorneweg: Herzlichen Glückwunsch! Ich hoffe, ihr bleibt uns noch weitere 150 Jahre erhalten!
Freitag erstmal der Teil für geladene Gäste, wozu ich kurzfristig auch eingeladen wurde, wobei sich mir der Mechanismus der Einladungen nicht erschlossen hat, dies aber auch ausdrücklich Sache der Macher ist. Schade fand ich nur, dass so nur geladene Gäste eine tolle Rede von Sven und eine sehr unterhaltsame Rede von Gregor Gysi lauschen konnten. Sven brachte viele Döntjes aus der Anfangszeit des Fanladens, die, selbst wenn man sie teilweise schon kannte, immer wieder schön zu hören sind. Alleine seine Beschreibung der Auswärtsfahrten Pre-Fanladen sind immer wieder ein Lachen wert. Zitat: „da sah man dann klein irgendwo in der Tageszeitung was von Tornardo Thorsten bietet Fahrt nach XY an und dann traf man sich morgens um sieben bei einem Imbiss in Lohbrügge.“ (Das ist jetzt kein wörtliches Zitat, gibt aber den Sinn ziemlich gut wieder).
Dazu gab es noch –wahrscheinlich – leckeres Essen („wahrscheinlich“ da ich nix gegessen habe) und viele Geschenke, wobei für mich das Bild vom Antira-Turnier (geschenkt vom Blöden Volk) heraussticht, weil das einfach grossartig aussieht. Ballkult schenkte einen Satz Lose für die Finanzierung des Fanladens (auch sehr schöne Idee und in einem wirklich hübschen Rahmen umgesetzt), der Verein schenkte eine lebenslange Werbebande vor Block 2 (darf der Fanladen da wirklich alles, ich meine ALLES draufschreiben?) und präsentierte das schon einmal als wirklich gelungene Fotomontage. Die Passanten schenkten zwei Tische für den Fanladen, wobei diese zum selbst-zusammen bauen und leider keine Billard- und Roulette-Tische, wie von Heiko erhofft. Der Übersteiger wurde sein Bester-Trikot los (was man merkt ist, dass es halt nicht wirklich eine sinnvolle Verwendung für dieses überhässliche Trikot gibt ausser es vor Besters Augen genüsslich zu verbrennen) und der Lokalrivale schenkte ein kleines Shirt, auf dem was von „Das HSV-Fanprojekt (mehr als ein Fan-Shop) gratuliert dem Fanladen der aktuellen Nr. 3 in Hamburg zum 15-jährigen Bestehen“, wobei eine kleine Tabelle dabei war, in welcher der Hamburger Sport-Verein an erster, die Amateure desselben an zweiter und der FC St. Pauli an dritter Stelle standen. Ganz ehrlich, da grafisch nett umgesetzt musste ich eigentlich ein bisschen schmunzeln und fand das gelungen. Würden wir genauso machen. Ich fand es auch lobenswert, dass der Lokalrivale immerhin mit Dirk Mansen offiziell vertreten war.
Soviel zum offiziellen Empfang, der auch nicht länger genossen wurde, sondern bei zwei Fazitbieren im „Min Jung“ (Leute, ich kann euch sagen, was für ein Laden) ausgeklungen wurde.
Samstag dann die Feier, über die ich nicht viel schreiben mag und kann, denn es war zu warm, zu häufig Knust und zu häufig Rubberslime bzw. Punk/Ska/IrishFolk. Eigentlich hat man nur draussen gesessen, nett geklönt und Spass gehabt. Nur eine echte Tanzstimmung wollte zumindest bei mir nicht aufkommen. Soll bei anderen Leuten anders gewesen sein, die bis ca. 5 Uhr getanzt haben, aber ich war echt nicht in Stimmung.
Die Talkrunde am Nachmittag war ganz nett, auch wenn ich eigentlich nur Helmut Schulte richtig spannend fand.
In die CD, welche man als Gast erhielt, habe ich noch nicht reingehört, vermute aber, dass sie aufgrund einiger sehr seltenen Aufnahmen bald ein Sammlerstück wird. Insbesondere, wenn sie relativ limitiert ist (habe keine Ahnung, ob der Fanladen die noch weiter verkauft).
Sehr gelungen ist das Buch „15 Jahre Fanladen; 20 Jahre Politik im Stadion“. Extrem viele Fotos, sehr häufig mehrfarbig, nette Berichte und viele Infos, die selbst einem Kenner der Szene nicht mehr bewusst waren. Kleines Manko aus meiner Sicht ist, dass kein „Urpassant“ etwas geschrieben hat und so die Entwicklung dieser Fangruppe bis zum heutigen Tage etwas unterbelichtet bleibt. Das ganze hat mit 25 Euro seinen Preis, den es aber definitiv wert ist. Und ich habe das ganze auch noch mit dreifacher Widmung ;-)
Insgesamt also alles sehr gelungen. Nur in nächster Zeit sieht mich das Knust nur dann, wenn ich die Bands, die spielen, wirklich sehen will.
Uhlig weg, Hawerkamp weg, Fechner weg, wer noch weg? Fangen wir mit Hawerkamp an:
Wer seine Arbeit bis ins letzte beurteilen kann, der werfe nun bitte mit dem ersten Stein. Natürlich war auch mal unzufrieden mit seiner Arbeit und natürlich ist er ein Schnacker, aber ich habe ihn als netten, umgänglichen Menschen kennen gelernt, der auch in Krisensituationen auf Seiten der Fans stand und versuchte zu vermitteln. Hoffen wir mal, dass er bald einen neuen Job findet.
Uhlig? Krank? Oha, das sei niemandem gegönnt. Pleite? Bzw. Firmen in wirtschaftlicher Krise? Oha, vielleicht aufgrund des Punktes „körperlich angeschlagen“? Für seine private Seite sei ihm zu hoffen, dass er die angerissenen Probleme in den Griff bekommt. Für den Verein ist sein Abgang nur zu begrüssen, denn seine Zampano Art, seine Art sich in jede Kamera zu stellen, aber nicht wirklich irgendwas Sinnvolles zu irgendwelchen Jahreshauptversammlungen beizutragen stiess wohl nicht nur bei mir auf arge Bedenken. Und mehrfach kam es zu Gerüchten, dass er finanzielle Verpflichtungen gegenüber dem Verein (Werbebanden, Bürgschaften) nicht bezahlt haben soll. Kann ich nicht nachprüfen, wäre aber ganz schön bitter, wenn es so wäre. Wäre noch ein Grund für einen solchen Rückzug. Kann ich aber alles nur spekulieren…
Fechner? Herr des Chaos? Ehrlich gesagt habe ich den immer nur als vollkommen überfordert kennen gelernt. Ich will hier auch ausdrücklich sagen, dass ich nicht weiss, ob das an ihm oder an der ihm gestellten Aufgabe lag. Fakt ist aber, dass sein Nachtreten in der MoPo ja wohl absolut schlechter Stil ist (sinngemäß: „…der Verein hat ja nur noch ein paar Container…“). Denn er ist lang genug dabei um mitverantwortlich zu sein, dass dieser Verein nur ein paar Container hat. Er hatte definitiv eine Position inne, wo er dieses hätte ändern können oder er auf diesen Fakt schon viel eher hinweisen sollen. Gut, wünschen wir ihm, dass er bei einem kleineren Klub glücklicher wird.
Ganz bewusst verzichte ich hier auf ein Nachtreten gegen die drei Personen. Denn dadurch dass sie gehen, haben sie bei mir vielleicht noch ein bisschen Kritik, aber kein absoluten Verriss mehr verdient. Dies nur um meine gewisse Zahmheit zu erklären.
In diesem Zusammenhang ist es gut, dass Fabian Kieselbach noch bei der Vermarktung arbeitet ;-) Ihr habt schon einmal versucht eine Sache vom Verein zu bekommen, die knapp ist? Z.B. das Astra-Ttrikot? Oder Dauerkarten in der 1. Liga? Oder Karten im Kartencenter, wenn man auswärtig wohnt und von einem zu anderen geschickt wird? Oder habt selbst Geld für Karten überwiesen und dann doch keine Karten bekommen? Alle diese Vorfälle, die ihr hier in alten NRSAs nachlesen könnt, führen bei älteren Fans zu erheblichen Vorbehalten, was das Erhalten von bezahlten aber knappen Sachen angeht. Und knapp sind auch dieses Jahr die Gegengradendauerkarten. Sprich die Wahrscheinlichkeit, dass es am Ende heisst, „Ja, Sie haben eine lebenslange Dauerkarte, aber da Sie so spät zu uns kommen, gibt es leider keine Gegengerade-Dauerkarten, sondern nur noch Nordkurvenkarten“, ist bei unserem Verein nicht gerade gering. Daher ging ich vor zwei Wochen (Mittwoch, den 8.6.2005) in die Geschäftsstelle und habe Herrn Kieselbach (der sich siezen lässt, was ich schon extrem albern finde für ein junges Milchgesicht) gefragt, wo denn meine lebenslange Dauerkarte bliebe und dass ich nun meine Gegengeradenkarte abholen möchte. Da sagte Herr Kieselbach, dies ginge nicht, weil erstmal die Karte da sein müsse. Man habe aber die Karten bereits beim Kartencenter gemeldet und die Gegengeradenkarten seien geblockt. Und die lebenslangen Dauerkarten würden innerhalb von sieben bis vierzehn Tagen kommen. Diese ganzen Aussagen krönte er mit der Aussage jetzt wo er da sei würde nichts mehr schief gehen. Okay, heute kann Herr Kieselbach seine Worte fressen, denn nach dem Ablauf von 14 Tagen habe ich weder eine lebenslange Dauerkarte noch habe ich eine Gegengeraden-Dauerkarte für nächste Saison. Und ganz ehrlich: Herr Kieselbach hat seine Unfähigkeit bewiesen.
Auf den beiden Plätzen sollen – so wurde den Amateurfussballern diese Woche eröffnet – zur WM zwei Bälle gebaut werden, die Ausstellungen etc. beinhalten sollen. Das Ganze soll ca. 12 Monate + Bauzeit stehen und daher ca. 18 Monate zumindest einen der Plätze blockieren. Kosten soll der ganze Spass 11 Millionen und soll sich mit erwarteten 2.000 Zuschauern pro Tag bei einem Eintrittspreis von durchschnittlich 15 Euro rechnen. Als Gegenleistung soll der Platz dann aber als Kunstrasenplatz hergerichtet werden. Klingt sehr verlockend, aber es bestehen bei mir doch einige Fragezeichen. 1. Wer ist der Investor? 2. Sind diese Planzahlen erreichbar? Ich bezweifele, dass 2.000 tägliche Besucher realistisch sind. 3. Ist es wirklich wert, dafür einen Platz zu opfern, der nicht nur für den Trainingsalltag sondern auch für das Zusammenleben im Klub sehr wichtig ist. Fakt ist, dass das Klubheim sehr davon lebt, dass Mannschaften auf den Feldstrassenplätzen trainieren. D.h. fällt dieses weg, dann wird der Umsatz des Klubheimes darunter leiden. Auch der Zusammenhalt – welcher von Spielern unserer unteren Mannschaften als grossartig bezeichnet wird – zwischen den Mannschaften würde leiden, wenn man verteilt über Hamburg trainieren würde. Fakt ist aber auch: wir haben wenig Einflussmöglichkeiten, denn es handelt sich um städtische Plätze. Mir wurde auch berichtet, dass die Pflege der Plätze nicht sehr gut sein soll, so dass es fraglich ist, ob ein pflegeintensiverer Kunstrasenplatz wirklich „wachsen und gedeihen“ würde.
Sehr lustig ist, dass diese Sperrung in den Medien sofort wieder die Stadionbaugerüchte angeheizt hat. Reingefallen, sag ich da mal. Denn mal ganz ehrlich: Woher soll das Geld denn bitte kommen?
wollte ich noch an Petruschka sagen, mir werden die morgentlichen SMS, das schwärmen über Mike und die Abende in der Marktlöcke fehlen. Mach es gut in London, komm uns alle mal besuchen und lies brav weiter diese Berichte. Nur leider bekomm ich jetzt nicht mehr nach Fotoserien eine PN mit den Worten „ich bin doch ganz gut weggekommen“, da du weniger bis nie drauf sein wirst ? Wir werden den Service deines Arbeitgebers so umfangreich nutzen, dass du bald Mi