Norbert regt sich auf vom 21.8.2005

 

über

Der Pokal hat eigene Gesetze

SMS von 22:36: „Fürs Protokoll: Wir kommen gerade nach Hause und gröhlen immer noch das „Pokalfinale“-Lied! Was für ein geiler Tag!“

Naja, geil war der Tag insgesamt nicht, aber ich bin halt auch ne alte Nörgelnudel. Denn man könnte auch fragen, warum wir es nicht schaffen, gegen einen absolut schwachen Gegner eine 2-0 Führung nach 78. Minuten über die Zeit zu bringen. Warum bei einem solchen Spiel nicht einmal 10.000 Zuschauer anwesend sind. Warum wir es nicht schaffen, bei normalen Spielen auch nur 10 % der Stimmung von gestern zu haben?

Aber vielleicht sollte ich einfach mal vorne anfangen. Freitag tat man sich Vicky gegen Condor an, und da machten mich doch einige Leute darauf aufmerksam, dass der Pokal eigene Gesetze habe. D.h. auch mein Aberglaube musste angepasst werden. Nur wie? Leider vermied es jeder, den ich fragte, zu antworten, was man denn nun anders machen muss. So war ich in dieser ja absolut lebenswichtigen Entscheidung auf mich selbst gestellt. Was nun also machen? Nicht Hähnchen essen? Ne, das ist zuviel Änderung. Also entschloss ich mich Bier erstmal Bier sein zu lassen und mich dem Alsterwasser zu widmen.

Die Pflichtaufgaben wurden noch etwas erschwert, da die Kleine Pause keinen Hähnchen-Nachschub fertig hatte, nachdem die erste Hälfte verdrückt war, aber auch solche Probleme konnten mit Geduld gelöst werden.

Einige Aussergewöhnlichkeiten gab es dann aber auch hier zu notieren, zum einen hatte meine Schwester ihren gebrochenen Fuss zu uns bewegt und der Webmaster hatte die Abfahrt seines Autos verpasst, weil er 10 Minuten vor dem Wecker leicht angetrunken nach Hause gekommen war. Laut Aussage seiner Frau dazu noch leicht gezeichnet. Auf die Frage, warum sie ihn nicht ins Auto getragen habe, antwortete sie nur, was habe sie denn mit einem solchen betrunkenen und schlafenden Beifahrer machen sollen? Insbesondere da der nie an den Ordnern vorbei gekommen wäre. Wir malten uns dann eher eine Polizeikontrolle aus, in die die beiden geraten. Da wären dann wohl doch einige Fragen zu beantworten gewesen ;-)

Ab zum Stadion, meine Schwester hinkte schon einmal vor, meinereiner besuchte noch kurz den Fanladen. Dieser war heute sowohl vor als auch nach dem Spiel äusserst dünn besucht. Das ist sehr traurig und sollte dringend besser werden! Vor dem Stadion noch kurz den AFM-Container besucht und sich gewundert, warum UPS Utrecht Trikots mit Deutschlandfahnen kombinierte, aber dies war wohl eine Folge eines morgendlichen Kastenlaufes.

Äusserst dünn besucht ist auch ein Stichwort, welches auf das Spiel insgesamt passt. Denn insgesamt fanden sich nur 9.031 Zuschauer ein. Ganz schwaches Bild, liebe St. Paulianer. Ist die Erwartungshaltung schon so gross, dass ein Spiel gegen einen Zweitligisten nicht mehr zieht? Man bedenke, dass nicht einmal so viele Leute anwesend waren wie Dauerkarten verkauft wurden. Umso schlimmer noch, dass gerade die teuren Haupttribünenkarten anscheinend ein echter Ladenhüter waren, denn dort sass beinah niemand.

Burghausen hatte insgesamt ca. 500 Leute mitgebracht, was ich in Anbetracht der Entfernung wirklich viel finde. Dies inklusive Bürgermeister und Gebirgsschützen (Mann, waren die laut). Ein Wort zu vermeintlichen Freundschaft: Auch ich bin nicht wirklich ein Freund von Fanfreundschaften, aber die machen sich wirklich Mühe. Umso trauriger ist es dann, wenn sich nur 3 Leute zum Empfang einfinden (ich war auch nicht da, insofern schäm ich mich mit). Insgesamt präsentierte sich der Verein auch diesmal wieder sehr sympathisch und freundlich. Und der Bürgermeister war auch wieder lustig. Insbesondere wenn er auf die Frage „Wissen Sie, was Sie mit unserem Bürgermeister gemeinsam haben?“ ganz schnell und trocken antwortet „Das Parteibuch ist es nicht.“.

Zum Spiel: Wir hätten das auch alles in 90 Minuten und ohne Herzinfakt haben können, aber zwei Fehler brachten uns um diesen Lohn. Umso schöner, dass die Mannschaft in der Verlängerung sehr viel Herz zeigte und trotz schwindender Kräfte Moral zeigte. Insbesondere waren Shubi und Luz positiv herauszuheben. Super auch Tornieporth. Er hat sich wirklich wieder schön in die Mannschaft gekämpft und mit dieser Leistung wird er auch wieder seine Chance in der 1. Mannschaft bekommen. Zuletzt herausheben möchte ich noch Hauke, der mir auf seiner Position sehr gut gefallen hat. Nicht so wirklich toll fand ich Wojcik, welcher gegenüber den anderen abfiel und dringend lernen muss, seine Kraft in den richtigen Momenten einzusetzen.

Die Stimmung? Lässt sich alleine an dem oben zitierten „Pokalfinale, Pokalfinale, wir fahren jedes Jahr zum Pokalfinale. An jeder Tür klopfen wir an und fragen: Willst du mit zum Pokalfinale“ (auf die Melodie von „Mendocino“ oder wie das Lied heisst). Setzte sich super schnell durch und wurde sehr weit in die Gegengrade weitergetragen. Auch das „You’ll never walk alone“ kam beim Stand von 2-2 unglaublich grossartig. Man fragt sich nur, warum nicht 10 % einer solchen Stimmung ist, wenn das Stadion mit 15.000 Zuschauern gefüllt ist.

Nach dem Spiel wurde noch lange gefeiert und dann ging es für mich noch kurz in den Fanladen, wo es Wraps gab. Die waren nur mit etwas persönlichen Einsatz zu verkaufen, aber den leisteten Moritz und ich, und dann lief das auch. Genauso wie bei mir das Weizenbier lief, so dass ich um 19:30 volltrunken zu Hause war.

Eine kleine Anmerkung noch: Trotz fröhlichem USP-Lauf zum Fanladen war diesmal kein einziger Polizist mitgekommen. Warum geht das nicht immer so? So könnte man unsinnige Überstunden der Polizei vermeiden.

Nächste Runde nun bitte den Lokalrivalen. Die sind seit 11 Jahren nicht mehr über die 2. Runde rausgekommen und dabei 7 Mal in der 2. Runde gescheitert. Lasst es uns 12 Jahre mache