Norbert regt sich auf vom 27.9.2005
über
Desinteresse rules / Die AFM-Versammlung 2005
Berichte über Versammlungen brauchen immer wieder eine Gebrauchsanweisung. Soweit wie möglich gebe ich erstmal den Inhalt der Versammlung wieder. Dabei möchte ich zu bedenken geben, dass ich zwar sehr ausführlich mitschreibe, aber natürlich Sachen nicht mitbekomme oder falsch verstehe. Daher bitte ich bereits jetzt Fehler zu entschuldigen. Genauso möchte ich bereits jetzt entschuldigen, falls irgendwelche Namen falsch geschrieben sind. Zwar habe ich versucht diese zu recherchieren, aber das ist teilweise nicht möglich. Nachdem ich den Verlauf der Sitzung dargestellt habe, kommentiere ich dieses absatzweise. Damit dies besser zu erkennen ist, setze ich jegliche Kommentare in Klammern.
Und nun viel Spass bei der AFM-Versammlung 2005.
Meinereiner erreichte die Kollaustrasse um 19:15. Ich hatte gedacht, dass ich Probleme haben werde, noch einen vernünftigen Sitzplatz zu bekommen, aber irgendwie war noch keine Sau da. Insgesamt blieb die Beteiligung doch sehr mau. Die Zeit bis zum etwas verspäteten Anfang der Versammlung verbrachte man mit Trainingschauen bei der 2. Mannschaft. Ich erzählte noch von meinem morgendlichen Wildunfall (nicht schön), und dann ging es auch schon los.
Keine Sau da, ist ein gutes Stichwort. Vom Übersteiger nur RDS (wobei ich zugebe, dass ich nicht alle ÜS Redakteure kenne, aber zumindest die mir bekannten Gesichter, welche ich auf einer solchen Versammlung erwartet hätte, waren nicht anwesend), von USP immerhin ca. 20 Leute, was zu meinem Vorschlag führte, dass sie heute ja jemanden von ihnen als Kassenwart durchwählen könnten, von den Passanten nur Schädel und meine Wenigkeit und auch sonst sehr wenig bekannte Gesichter. Wie schrieb USP so schön? Wer nicht da war, soll hinterher nicht meckern. Ich weiss nicht, woher dieser Frust rührt, er ist aber offensichtlich.
Andy Kahrs begrüsste alle Anwesenden und schlug Sven Brux zum Versammlungsleiter vor. Gegen diese Entscheidung gab es keine Einwände, so dass wir in die Tagesordnung einsteigen konnten. Lustig war der Hinweis von Kahrs, dass die Versammlung deswegen zu spät angefangen sei, weil man Probleme mit dem Aufnahmegerät habe, welches die Versammlung für Protokollzwecke aufnehmen würde. Fakt war, dass man irgendwie kein Gerät hatte und Schädel noch kurz ein neues besorgen und aufbauen musste. Wobei ich natürlich nicht weiss, ob das Original kaputt war. Nebenbei filmte am Rande der Versammlung ein studentisches Filmteam, ich weiss aber nicht, wofür die gefilmt haben, und die Versammlung durften sie auch nicht aufnehmen.
Sven stellte also fest, dass die Versammlung beschlussfähig sei, weil für sie rechtzeitig eingeladen wurde und sie sowieso beschlussfähig sei, egal wie viele Leute anwesend sind. (Das macht er noch nicht ganz so routiniert wie damals …. Mensch, wie hiess er noch? Keine Ahnung mehr… aber doch schon sehr routiniert). Sprich: Die Formalitäten waren innerhalb von ca. 45 Sekunden abgehakt, da auch gegen das letztjährige Protokoll keine Einwände erhoben wurden.
(Bereits hier war klar, 90 Minuten wie letztes Jahr werden wir dieses Jahr nicht schaffen, dafür war die Vorgeschichte zu brisant.)
Den Bericht begann Andy Kahrs, der erstmal darüber nörgelte, dass es am Pult so dunkel sei. Schön dabei die Aussage von Tommy aus dem Off: „Dabei habe ich dieses Scheiss-Pult extra geschleppt, nimm ein Feuerzeug, wenn es zu dunkel ist.“. Gelächter war die Folge und insgesamt löste diese Einlage ein bisschen die Stimmung.
Kahrs begann mit der Veruntreuung. Er erläuterte, dass man vieles schon im Mitgliedsbrief erläutert habe und dass er die Zahlen nur kurz umreissen werde, um dann die Folgen, die man gezogen habe, zu beschreiben. Als man die Veruntreuung bemerkte, seien insgesamt 40.177 Euro weg gewesen. Aufgefallen sei das ganze, weil das Konto irgendwann nicht mehr die Deckung gehabt habe, um fällige Löhne und Gehälter zu bezahlen. Man habe sich dann mit Herbert W. zusammengesetzt und danach den Aufsichtsrat, die Geschäftsführung des Vereines und den Kassenprüfer informiert. (Irgendwie fehlt mir hier der Ehrenrat, aber es kann sein, dass ich den nicht mit aufgeschrieben habe.)
Insgesamt habe es zwei Stellen gegeben, wo das Geld veruntreut wurde. Zum einen sei bei dem Bierverkauf Geld entnommen worden. Der Bierverkauf sei so organisiert, dass man diesen im Auftrag der Service GmbH mache und diese dann entsprechend eine Spende an die AFM gibt (OffTopic: Das ist wirklich die Konstruktion? Das würde mich ja mal steuerlich interessieren…). Hier sei Geld peu a peu entnommen worden. Der grössere Betrag sei jedoch eine Entnahme aus der Barkasse gewesen. Diese habe im Februar einen sehr hohen Bestand gehabt, da man ungute Erfahrungen mit Zugriffen des Präsidiums auf das AFM-Konto gehabt habe. Es sei der Kassenprüfer und das Präsidium informiert gewesen, dass das Geld in der Barkasse sei, damit die präsidiale Hand nicht zugreifen könne.
Das Geld sollte zum Ende des Geschäftsjahres zurückgebracht werden, dies ist es jedoch nicht, weil es von entnommen worden sei. Eine Entnahme sei eigentlich nicht möglich gewesen, sie wäre über das Geschäftsjahr hinaus sofort aufgefallen. Man sei genauso entsetzt gewesen, wie wir es nun seien. Das Problem sei gewesen, dass die Aufgabenbereiche klar getrennt gewesen seien und man so strukturiert gewesen sein musste, da man ehrenamtlich tätig gewesen sei. Man hätte eine gewisse Vertrauensbasis haben müssen und diese sei hier gebrochen worden. Man konnte diese Veruntreuung jedoch nicht verhindern. Man wolle dies nicht verschleiern und es hätte auch nicht über das Ende des Geschäftsjahres durch den Täter verschleiert werden können. Wenn man jedoch die kriminelle Energie aufbringen würde, dann wäre es möglich das System zu umgehen, weil man eben nur ehrenamtlich organisiert sei.
(Überzeugt dies nun? Nachher kann man immer sagen „Nein, das hättet ihr besser wissen müssen“, aber wusste es auch vorher jemand besser? Fakt ist, dass Kahrs nicht gerade ein Mensch für Zahlen ist, was im Laufe des Abends noch deutlicher wurde. Dies kann man ihm aber nur bedingt vorwerfen, denn dafür ist er nicht gewählt worden und er hatte ja auch seinen Menschen, dem er absolut vertraut hat. Fakt ist auch, dass der Umgang mit Geld teilweise gezwungen mangelhaft war, was natürlich mit dem Zugriff des Präsidiums auf das Geld zusammenhing. Was man hier einfach sieht: Gelegenheit macht Diebe. Wenn unser Verein gesund wäre und das Geld auf dem Konto geschlummert hätte, dann wäre dies nicht passiert. Insofern ist der chaotischen Finanzplanung unseres Hauptvereines eine gehörige Mitschuld an diesem Verbrechen zu geben. Insgesamt – um mal wieder auf den Vortrag zurückzukommen – hatte sich Kahrs aber sehr gut vorbereitet und hielt diesen Teil auch so souverän, wie man ihn nur halten kann. In solchen Situationen sieht man nie wirklich gut aus und dafür war er noch sehr strukturiert und gut.)
Was sei nun seitdem (gemeint ist der Zeitpunkt des Mitgliederbriefes) geschehen? Man habe ständig Kontakt mit dem LKA / Abteilung Betrug (ich hoffe die sind nicht so nervig wie der Staatsschutz). Der Stand der Ermittlungen sei der AFM nicht klar. Man habe alles an Belegen etc. zum LKA gebracht und gehe nun davon aus, dass die das gerichtsfest hinbekämen. Man habe den Vereinsanwalt mit der Sache betraut und habe die Konten von Herbert gepfändet, da man sicherstellen wollte, dass da nicht noch irgendein Geld liege. Da dort keine nennenswerten Summen gelegen hätten, habe man diese Pfändung aber zwischenzeitlich wieder aufgehoben (Ich habe aufgehoben geschrieben, ich hoffe mal, dass man das rangwahrend ausgesetzt hat. Aber ich gehe davon aus, dass dies so ist, da ja ein Jurist damit betraut ist, der diesen feinen aber entscheidenden Unterschied kennt.)
Man sei in Kontakt mit und arbeite an einer Rückzahlungsvereinbarung. Herbert habe einen Vorschlag gemacht, aber da ging es um ca. 4.000 Euro per anno bzw. 200 – 300 Euro per Monat. Dies sei eine Summe, die er realistisch zahlen könne. Man habe sich für einen Zins von 5 % über dem Basiszinssatz entschieden und wolle ab September 2006 neu verhandeln.
hoffe dann, dass er mehr verdiene und mehr bezahlen könne. Er sei allemal gewillt mehr zurückzuführen. (Okay. Gehen wir das doch mal Punkt für Punkt durch. Es ist sehr positiv, dass Herbert den Willen hat das Geld zurückzuzahlen. Ich halte es jedoch für vollkommen unrealistisch, dass er höhere Summen zurückzahlen kann. Dem stehen zwei wichtige Dinge entgegen. Zum einen wird eine Erhöhung der Einnahmen für einen Freiberufler in der jetzigen wirtschaftlichen Situation nicht einfach. Zum anderen wird er ja irgendeine Art der Strafe ableiten müssen. Und sofort, wenn dies eine Haftstrafe ohne Bewährung wird oder eine Geldstrafe wird, dann gibt es ein Problem. Denn die Haftstrafe würde sämtliche Einnahmemöglichkeiten zerstören, die Geldstrafe zu einem neuen Schuldner führen, der immer zuerst bedient werden möchte und der insbesondere gesetzlich keine längeren Ratenzahlungsvereinbarungen abschliessen darf. Ist die Zahlungsvereinbarung nun angemessen? Ich denke ja, denn nix bringt weniger als Zahlungsvereinbarungen, die absolut unrealistisch sind. Und etwas mehr als die Zinsen wird ja dann doch bezahlt und dies führt ja zu einer langsamen Rückführung der Zahlungen. Die Zinsen empfinde ich als etwas gering für einen ungesicherten Kredit an einen Freiberufler (denn nix anderes ist diese Zahlungsvereinbarung), aber wenn diese höher wären, dann hätten wir wieder den Punkt, dass die Vereinbarung unrealistisch wäre. Man kann lange diskutieren, aber die goldene Lösung wird man nicht finden, so lange man auch sucht.)
Als Konsequenzen habe man nun folgende Maßnahmen ergriffen:
Man habe mit Stefan Heinsohn (dem Kassenprüfer) abgesprochen, dass man nun eine halbjährliche Kassenprüfung machen werde. Diesen werde man dann in einem Mitgliederbrief transparent darstellen werde.
Desweiteren werde man als Vorstand einmal im Monat alle Unterlagen zu prüfen. Der Kassenprüfer werde ab nun immer dann informiert, wenn der Kassenstand der Barkasse über 3.500 Euro liegt. Eigentlich wollte nun Kahrs zum nächsten Punkt Alex auf die Bühne holen, aber er wurde aus der Versammlung unterbrochen, die bereits jetzt zu diesem Zeitpunkt eine Diskussion haben wollte. (Darauf reagierte Kahrs sehr souverän und meinte nur „da habe er nix dagegen“).
Es eröffnete ein Heinz Brauner. Der fragte, ob nicht das Präsidium die Hand auf die Konten gehabt habe, sondern eine staatliche Institution. Habe es nicht eine Anweisung von Frank Fechner gegeben, die Konten zu räumen? Man kann nicht nur sagen, dass das ein Schicksal sei und ein Vertrauensbruch, sondern man müsse sagen, dass sich die Abteilungsleitung sehr blauäugig verhalten habe. Es sei daher die Frage, ob sich nicht die Abteilungsleitung auch in die Verantwortung genommen werden müsse. Er merkte an, dass Herbert nur die Zinsen zahle. Natürlich mache man das wirklich nun ehrenamtlich, aber man müsse überlegen, ob man nicht auch versagt habe und ob der Vorstand in die Haftung genommen werden müsse. (Bei diesem Beitrag hab ich gedacht: na, das kann ja heiter werden - aber insgesamt war dies der härteste Beitrag in der ganzen Versammlung)
Danach meinte Kahrs, dass man ja drei Fragen sammeln könne. Gröni, welcher als nächstes dran war, meinte nur, dass sei schlecht, denn er habe leider nur zwei Fragen. Er wollte wissen, wie lange der zeitliche Abstand zwischen Veruntreuung und Entdeckung gewesen sei. Weiterhin wollte er wissen, ob die Zahlungsunfähigkeit der AFM nun noch gefährdet sei.
Zu den ersten Fragen meinte Kahrs, dass es nicht die staatlichen Institutionen gewesen seien, diese kam eine Woche später, man habe schon vorher Angriffe des Präsidiums gehabt. Es habe keine Anweisung von Frank Fechner gegeben, sondern von Präsidium. Hier fiel ihm Tay Eich ins Wort und meinte, dass dies nix für eine öffentliche Versammlung sei, da man hier in den Bereich der Vollstreckungsvereitelung kommen würde. (Richtiger Einwurf, er wirft aber auch einen tiefen Blick darauf, welche Zustände eigentlich in unserem Verein herrschen. Es wäre schön, wenn solche – zweifelhaften – Praktiken einfach nicht notwendig wären. Aber ich glaube. da träume ich.)
Kahrs erzählte nun was davon, dass man ja schon vor dieser Tat gewisse Sicherungssysteme gehabt habe. So benötigt alles zwei Unterschriften und man habe einen förmlichen Entnahmebeschluss gemacht. Alle wussten, dass das Geld irgendwann zurück auf das Konto sollte. Man habe auch keine andere Möglichkeit gehabt, ausser der, das Geld in die Barkasse zu buchen, da man nur über ein Konto verfüge. (Selbst wenn es ein zweites Konto gegeben hätte, hätte dies doch nicht wirklich irgendwas genützt, da auch dieses auf den Namen des Gesamtvereines hätte laufen müssen.)
Man habe danach diskutiert, wie man eine Wiederholung verhindern könne. Man habe vorher Fehler gemacht, aber bei Mutwilligkeit sei es schwer zu kontrollieren. Man könne sich der Verantwortung nicht voll entziehen.
(Ein gewisses Schuldeingeständnis klingt da doch raus. Zu Recht ist aber die Frage einer persönlichen Haftung der restlichen Vorständler nicht weiter diskutiert worden. Dies ginge aus meiner Sicht viel zu weit.)
Uwe Doll merkte dann an, dass er es besser gefunden hätte, wenn der Vorstand die Vertrauensfrage gestellt hätte. Er hätte das eleganter und angemessener gefunden, insbesondere wenn man bedenke, dass es schon mal eine Abteilungsleitung gegeben hätte, die weitergemacht hat, ohne das Vertrauen der Mitglieder zu haben. Kahrs entgegnete, dass dies sicher ein richtiger Einwand gewesen sei, man sich aber dagegen entschieden habe. (Stellt sich nur die Frage nach dem Warum. Eigentlich hatte ich auch eine solche Vertrauensabstimmung erwartet, und aus meiner Sicht wäre sie auch klar zugunsten des Vorstandes ausgegangen. Schade, ich finde hier wurde ein bisschen die Möglichkeit für einen richtigen Neubeginn verpasst.
Auf Vorwurf von Heinz Braun, man hätte das Ganze doch durch eine einfache Zählung entdecken können, entgegnete Andy Kahrs, dass der Kassenbestand ordnungsgemäss geführt worden sei. Herbert habe das aufgeschrieben, was er dann entnommen habe.
Claus Teister ergänzte, dass die Problematik am 2. Juli aufgetaucht sei, da an diesem Tag sein Gehalt nicht überwiesen war. Herbert habe lange sehr gut gearbeitet und habe die Bücher so geführt, dass man aus allen Wolken gefallen sei. Es sei zwar ein Fehler gewesen, ihm so zu vertrauen, aber man müsse irgendwie vertrauensvoll zusammenarbeiten.
Andreas Dehling fragte dann, wo man denn das Bargeld aufgehoben habe (Ich glaube jeder im Saal hatte bisher an die Plastiktüte gedacht, die sich in Tommys Schreibtisch in der unteren Schublade links befindet). Hier erklärte Andy Kahrs, dass das Geld bei einer Bank im Schliessfach und teilweise privat beim Kassenwart gelagert wurde (das ist immerhin deutlich besser als das, was ich bis dahin gedacht habe).
Kahrs erklärte dann (auf Nachfragen von Heinz Braun), dass er es doch als realitisch ansehe, dass das Geld zurück käme. Immerhin würde etwas mehr als die Zinsen gezahlt. Man wollte halt keine Vereinbarung, die sowieso nicht eingehalten wird. (siehe oben, es nützt halt nix Vereinbarungen a la „ich zahl 10.000 Euro pro Monat“ abzuschliessen, wenn die entsprechende Liquidität gar nicht vorhanden ist.)
Andy (irgendwie sind hier zu viele Andis, Andys, Andres, Andrease im Spiel, dies meint nun den BlöVo-Andy) fragte dann nach, wie realistisch denn die Gesamtsumme des Schadens sei (erstaunlich, dass diese Frage erst jetzt kommt, lag eigentlich auf der Hand, aber keiner dachte dran). Andi Kahrs erklärte, dass diese sehr realistisch sei, müsse wohl auf den Cent genau stimmen. Dies liesse sich über die aufgezeichneten Erträge am Spieltag dokumentieren. Diese wurden von Tommy gezählt und im Kassenbuch dokumentiert. Daraufhin wurde nachgefragt, wie denn das Geld aufbewahrt wird (von einer Lidl-Tüte war die Rede) und ob es gleich am Spieltag gezählt werde. (Hier nun kam Andi Kahrs etwas ins schwimmen). Er meinte, es werde zweimal gezählt, davon einmal am Spieltag. Man zähle auch die verkauften Flaschen zum Vergleich, damit man einen Vergleich zwischen Wareneinsatz und Kasse habe. Tommy sei darüber nicht immer glücklich, aber so werde es gemacht. (Naja, ob das wirklich alles am Spieltag gemacht wird, wage ich absolut zu bezweifeln. Jedoch: Nehmen wir sie alle auch mal ein bisschen in Schutz. Geld bekommen sie für die Arbeit nicht und jeder Ehrenamtliche will nach dem Spiel irgendwann Feierabend haben. Dass man dann einen Hang dazu hat, den Container einfach abzuschliessen und das Geld am nächsten Tag zu zählen ist eigentlich ganz verständlich. Aber genau dieses lässt halt Lücken dafür, dass eine Person mit Schlüssel kommt und das Geld unterschlägt. So sehr ich die Faulheit verstehe, so gefährlich ist sie hier natürlich. Insbesondere da wir ja nicht über kleine Umsätze sprechen, sondern über Umsätze, die wahrscheinlich knapp in den vierstelligen Bereich gehen.)
Zuletzt beantwortete Andi Kahrs auch die Frage nach der Zahlungsfähigkeit der AFM. Er meinte, diese sei gewährleistet. Man habe keine Abstriche im Etat machen müssen. Als die Unterschlagung aufflog, habe man vom Gesamtverein Geld überwiesen bekommen bis die Juni-Rate der Mitgliedsbeiträge kam. Man war ausser diesem einen Mal nie nicht in der Lage zu zahlen. Früher hatte Andi Kahrs schon erläutert, dass man Geld genug auf dem Konto gelassen hatte, damit man die laufenden Ausgaben bis zum Ende des Geschäftsjahres bestreiten konnte.
(Hiermit war das Thema beendet. Insgesamt eine relativ ruhige und sachliche Debatte, wie ich finde. Die Abteilungsleitung hat sich beachtlich und ehrlich aus der Affäre gezogen und begann genau dort zu schwimmen, wo halt die Schwachstellen sind. Das macht andererseits den restlichen Vortrag umso glaubwürdiger. Ich hätte es schlimmer und unglaubwürdiger gefunden, wenn die Abteilungsleitung für jede Frage eine saubere perfekte Antwort gehabt hätte. Dann wären mir schon Zweifel gekommen, ob hier mir nicht nur gute Schauspieler vortragen. Diesen Zweifel hatte ich so nicht. Sehr gut finde ich, dass leicht populistische Beiträge eigentlich mehr ignoriert wurden, als dass sie die Stimmung anheizten. Der Täter war nebenbei nicht anwesend, ich meine aber der ist sowieso aus dem Verein ausgetreten und hätte damit weder ein Anwesenheitsrecht oder Rederecht. Was soll er da auch?)
Es folgte nun Alex mit dem 2. Geldthema, die „Ausleihung“ der Mitgliedsbeiträge durch den Gesamtverein. (Vielleicht vorab noch mal die Konstruktion des FC St. Pauli e.V.: der FC St. Pauli ist ein eingetragener Verein, der grundsätzlich erstmal das Privileg der Gemeinnützigkeit geniesst, da er Breitensport betreibt. Daneben gibt es noch einen so genannten wirtschaftlichen Teil, d.h. die 1. Mannschaft plus allem was dazu gehört (ich meine dazu gehört auch die 2. Mannschaft). Dieser Teil ist normal steuerpflichtig (insbesondere Umsatzsteuer, Gewinne machen wir sowieso nicht), der „Breitensportteil“ ist es nicht (aufgrund der Gemeinnützigkeit). Zivilrechtlich läuft aber alles unter dem Namen und auf Rechnung des „FC St. Pauli von 1910 e.V.“. D.h. nun aber, dass der gemeinnützige Teil vom wirtschaftlichen Teil getrennt werden muss, da ein Zusammenwerfen der Gelder dazu führen würde, dass alle Teile des Vereines steuerpflichtig wären. Beim FC St. Pauli hat man diese Trennung so konstruiert, dass es Abteilungsgelder gibt und dass es Gelder des Gesamtvereines gibt. Der Gesamtverein betreibt dabei (meine ich, kann auch anders sein, aber zu 99 % stimmt das) ausschliesslich den wirtschaftlichen Teil, während die Abteilungen den gemeinnützigen „Breitensport“-Teil betreiben. D.h. auch die AFM gehört zu diesem Teil (was auch richtig ist, denn ihr Zweck ist ja „Förderung der Jugendabteilungen“). Daher stehen die Mitgliedsbeiträge (= “Breitensportgeld“) nicht dem Gesamtverein, sondern den jeweiligen Abteilungen zu. Sie gehen aber zivilrechtlich an den „FC St. Pauli“, denn die AFM (oder auch alle anderen Abteilungen) haben keine eigene Rechtspersönlichkeit. Daher besteht nun die Möglichkeit, dass das Präsidium diese Trennung ausser acht lässt (die nebenbei zwingend in der Satzung des Vereines vorgeschrieben ist und dies auch sein muss, sonst bekommt man keine Gemeinnützigkeit) und einfach das Geld in den wirtschaftlichen Teil umleitet. Dies ist legitim, so lange es nicht länger als ein Jahr dauert. Über ein Jahr sind wir aber schon lange hinaus, so dass das ganze sich immer mehr zu einem Problem des gemeinnützigen Vereinsteils wird. Kurz: Grosse Scheisse! Einschub (um die Verwirrung perfekt zu machen): Ich weiss, dass Ausgliederung von Profiabteilungen nicht immer gerne gesehen wird und bei uns in der politischen Fanszene für Aufruhr sorgen würde, aber dies ist einer von ca. 1.000 Gründen, warum ich die Ausgliederung lieber heute als morgen sehen würde. Einschub Ende.)
(Folge ist also nun, dass das Geld zurück muss.) Dazu trug nun Alex folgendes vor. Man habe seit heute (man beachte das Wort „heute“) eine Rückzahlungsvereinbarung mit dem Präsidium des Gesamtvereines. Insgesamt handele es sich um 127.400 Euro (bitte als ca. Zahl verstehen, so schnell kann ich nicht die genaue Zahl aufschreiben). Die sei erstaunlich hoch, habe dieser Betrag doch in der Retterzeit bei ca. 66.000 Euro gelegen. Er wolle kurz chronologisch darstellen, wie es zu diesem Betrag gekommen ist. Man habe sich im November 2004 mit Fechner, Uhlig, Littmann als AFM-Vorstand getroffen. Da sei eine Bereitschaft zur Rückzahlung vorhanden gewesen, man habe damals das Verhandlungsergebnis schriftlich fixiert, aber keine Antwort erhalten. Am 21.12.2004 habe man dann eine Mail von Frank Fechner erhalten, dass es keine Auszahlung der Mitgliedsbeiträge geben würde, weil man ein Darlehen von Corny Littmann zurückzahlen müsste. Beim AGiM-Grünkohlessen habe man dann Corny Littmann drauf angesprochen, dieser habe erst geleugnet, dass man das Geld haben wolle, dann aber gesagt, es würde der Liquidität des Gesamtvereines zugute kommen. Danach sei es zu einem Streitgespräch gekommen (Mist und danach kann ich meine Sauklaue selber nicht lesen, hier fehlt also irgendwas). Man sei davon ausgegangen, dass es zu einer kurzfristigen Rückzahlung der Gelder kommen würde, sei hier aber blauäugig gewesen. Im Februar habe man dann einen Brief geschrieben, in dem man eine Rückzahlung bis März gefordert habe. Dieser sei auch an den Aufsichtsrat gegangen. Eine Antwort habe man nicht erhalten. Am 3.3. habe man einen zweiten Brief geschrieben und sich deutlich darüber aufgeregt, dass man keine Antwort erhalten hat. Man habe von diesem Brief eine Kopie an den Aufsichtsrat und den Ehrenrat gegeben. Den Ehrenrat, weil es dessen Aufgabe ja auch sei, zwischen Vereinsorganen zu schlichten.
Man hatte dann überlegt, einen Mitgliederbrief zu schicken und damit auch zwangsweise die Öffentlichkeit zu informieren. Jedoch habe man dieses nicht getan, da man Angst hatte, die Lizenz zu gefährden. Daher habe man schweren Herzens beschlossen so lange still zu halten, bis die Lizenz erteilt ist. Es sei jedoch klar zu stellen, dass das Präsidium die ganze Zeit keinen Kontakt hergestellt habe. Erst im Juni habe es aus heiterem Himmel Signale gegeben, dass man eine Vereinbarung über die Rückzahlung wünsche. Dabei habe man sich relativ schnell darauf geeinigt, dass man pro Quartal 10.000 Euro zurückzahlen wird und eine Sonderzahlung von 10.000 Euro zu Beginn leisten wird. Diese Vereinbarung wurde am heutigen (!!!) Tage unterschrieben. Die sei eine gute Vereinbarung, da man so mit einem namhaften Betrag für den Etat der AFM planen könne, aber auf der anderen Seite die Lizenz bzw. die Liquidität des Gesamtvereines nicht gefährden würde. Es sei jedoch festzustellen, dass über Monate die AFM missachtet wurde und man damit rechnen müsse, dass im Notfall erneut auf die Gelder zurückgegriffen werden würde.
(Sag mir was soll es zu bedeuten? Nix gutes, würde ich sagen. Man stellt hier eine gewisse Hilflosigkeit fest. Auf der einen Seite ist man – vollkommen zu Recht – entsetzt über das Vorgehen des Präsidiums, welches alle Regeln, die menschliches Zusammenleben im allgemeinen und das Zusammenleben in diesem Verein im besonderen regeln, sträflich missachtet. Auf der anderen Seite gibt es niemanden, der den Mut hat, daraus auch mal brutalere Konsequenzen zu ziehen. Meines Erachtens sind diese endlich mal überfällig. Natürlich kann man die Rückforderung nicht stellen, wenn die Lizenz dadurch endgültig nicht erteilt werden würde. Fakt ist, dass Littmann dann sofort die „Totengräber des Vereines“-Kampagne anlaufen lassen würde. Aber die Beantragung einer ausserordentlichen JHV oder ein Misstrauensantrag auf einer ordentlichen JHV wäre meines Erachtens absolut überfällig.)
(Können wir denn wenigstens damit rechnen, dass ab nun diese Gelder zurückfliessen? Glaubt ihr an Wunder? Ich finde es schon bezeichnend und eigentlich als vollständigen Ausdruck des fehlenden Interesses des Präsidiums, diese Vereinbarung einzuhalten, dass diese am Tag der Versammlung geschlossen ist. Das hat nämlich den grossen Vorteil, dass ich nur eine Unterschrift leisten muss, um die Versammlung zu beruhigen. Wäre die früher geschlossen, wären ja Fragen danach, wie viel denn schon geleistet wurde, zwingend (man muss jedoch sagen, dass – soweit ich es verstanden habe – die Sonderzahlung schon geleistet ist). Ich wette hiermit, dass auch diese Vereinbarung nicht eingehalten wird. Mal ganz davon ab, dass damit dem Gesamtverein noch 16 Quartale, sprich 4 Jahre Geld geliehen wird. Noch viel bezeichnender finde ich es, dass es kein Präsidiumsmitglied geschafft hatte zu dieser Veranstaltung zu erscheinen. Und dies obwohl ein Mitglied laut Aussage von Andi Kahrs sein kommen angekündigt hatte. Man stelle sich das vor: Die grösste Abteilung des Vereines tagt und es ist niemand Leitendes vom Verein da. Frage: Würde dieses auch den Supportern passieren? Oder der AGiM? Fakt ist auch, dass die AFM auch deswegen nicht ernst genommen wird, weil sie halt viel zu wenig Machtanspruch gestellt hat. Ist mir eigentlich sympathisch, aber halt nicht immer hilfreich. Was ich mit Machtanspruch meine? Ich sag es mal so: Die AFM könnte bei den nächsten Aufsichtsratswahlen auch sagen: „Pass mal auf, lieber Gesamtverein, wir sind die grösste Abteilung und wollen im Aufsichtsrat mit mindestens 3 Leuten vertreten sein.“ Das wäre Machtanspruch, der würde absolut dazu führen, dass das Präsidium einen ernst nehmen würde. Ob ich das sympathisch finden würde, steht auf einem anderen Blatt (was jetzt so schön passt, da ich gerade beim Schreiben in Word die Seite gewechselt habe). Mir persönlich wäre eine geschlossene Front der Abteilungen lieber. Vielleicht sollten die trotzdem mal alle zusammen überlegen, ob eine Abwahl des Präsidenten und eine anschliessende Neuwahl nicht das Beste wäre.)
Nun folgte die Fragerunde: Gröni fragte, die wievielte Rückzahlungsvereinbarung dies wäre. Dies sei die erste, meinte Alex, um dann von Andi Kahrs korrigiert zu werden, der meinte, es sei die erste in Alex Zeiten und es sei immerhin die erste, auf die man Geld bekommen habe (wohl die Sonderzahlung).
Danach wurde gefragt, was man denn mit dem Geld habe machen wollen. Denn wenn man es nur auf der hohen Kante haben würde, dann könne man es besser in den Gesamtverein stecken. Es gäbe soviel, was man machen könnte, sagte Alex, z.B. Sachen im Jugendhaus, den Fuhrpark vergrössern oder die Trainingsplätze noch mehr herrichten. (Mal ganz davon ab, dass diese Wortmeldung schlichtweg die oben geschilderte Finanzarchitektur ignoriert.)
Wer nebenbei denkt, er sei nun so langsam am Ende dieses Berichtes, den muss ich enttäuschen, wir sind gerade bei Seite 15 der 38 Seiten handschriftlicher Aufzeichnungen…
Danach der Beitrag einer Jessica, die da meinte, es sei ja legitim vom Präsidium, das Geld zu nehmen, aber eben nicht, ohne vorher Bescheid zu sagen oder nicht bereit zu sein, über die Rückzahlungen zu sprechen. Man könne hier auch nicht mit zweierlei Mass messen. Bei dem einen ist es Unterschlagung und bei dem anderen wird es geduldet.
Die Abteilungsleitung wies darauf hin, dass ein Antrag dazu auf der JHV des Gesamtvereines gestellt werden soll (siehe dazu unten). Natürlich wolle man den Gesamtverein nicht gefährden, aber das Geld steht uns laut Satzung zu und wenn man dann nicht einmal eine Email bekommt, dann sei das Selbstbedienungsmentalität. Und dies bei ca. 100m Luftlinie (wenn das überhaupt so viele sind) zwischen den beiden Containern. Man wolle das Geld halt auch für seinen satzungsgemässen Zweck.
(Was man nie vergessen darf: Die grosse Frechheit ist halt, dass sich vom Präsidium immer wieder an den Geldern bedient wird. Die Abteilungen haben dann sehr wenig Abwehrmöglichkeiten, insbesondere da sie durch das „Totengräberargument“ und den Versuchen, den Verein nicht zu gefährden, in ihren Reaktionen sehr eingeschränkt sind.)
Holger Scharf meinte dann dazu, dass es echt ohne Worte sei, wenn man auf Anfragen nicht reagieren würde. Das gleiche sei ja auch mit anderen Abteilungen passiert.
(Das ist hier vielleicht noch nicht so ausdrücklich erwähnt worden, aber auch andere Abteilungen machen zur Zeit doch relativ dicke Backen.)
Stefan Heinsohn (gleichzeitig Kassenprüfer und ich weiss, dass der Name sich irgendwo anders schreibt, nur wo?) erläuterte, dass der Gesamtetat der Abteilung 260.000 Euro sei und wenn man ca. 130.000 Euro nicht zur Verfügung hat, dann kann die Abteilung nicht ordnungsgemäss arbeiten.
Claus Teister ergänzte, dass man ja viele Ideen habe, wie man den Gesamtverein entlasten, diese aber nicht umsetzen könne, weil halt das Geld nicht verlässlich komme. So wollte man den Brummerskamp um- und ausbauen und dann dort alle Mannschaften bis zur Oberliga trainieren lassen. Man habe sich immer loyal zum Verein gestellt und mit dem Talentjugendhaus Geld (liess Vermögen) für den Verein beschafft, auch dieses wurde wieder verkauft, man könne sich weitere grössere Projekte vorstellen, aber man wird daran gehindert. (Ich will ja gar nicht mit meiner Idee anfangen, dass man eigentlich die Trainingsgelände zurückkaufen könnte. Das wäre eine schöne Investition in die Zukunft des Vereines.)
Nun meinte Sven, dass dies der Bericht der Abteilungsleitung gewesen sei. Der überraschte Andi Kahrs musste erstmal erwähnen, dass er doch noch was zur allgemeinen Arbeit sagen wolle, damit die Mitglieder wissen, wo die Gelder geblieben sind. (Zumindest die Gelder, die nicht veruntreut wurden, bzw. beim Präsidium gelandet sind. Die kleine Panne fand ich eher sympathisch lustig.)
Nun also der richtige Bericht der Abteilungsleitung. Generell habe man jede Abteilung, welche eine Jugend habe, nach Bedarf unterstützt. Dazu gehörten insbesondere Trainer, Busse bzw. Sportausrüstung. Bei der Fussballjugend habe man alle Trainer, die gesamte Ausrüstung und die Betreuer bezahlt. Nur das Gehalt von Zander werde nicht von der AFM bezahlt. (Offtopic: Kostet der soviel Geld?)
Die Mitgliederzahl sei etwas zurückgegangen. Man habe nun 2.891 Mitglieder. Zwar seien mehr Leute eingetreten als auf dem normalen Wege ausgetreten. Aber man habe insgesamt 250 Mitglieder wegen Beitragsrückständen rausgeworfen. Dies sei immer ein mühsamer Akt, da man Adressen rausfinden müsste etc. Teilweise werde aber auch auf gerichtliche Mahnbescheide reagiert und die Rückstände bezahlt. Aber immerhin habe man die Diskrepanz zwischen dem, was einem zusteht, und dem was man bekommt, von 11.000 Euro im ersten Halbjahr auf jetzt nur noch 1.900 Euro im letzten Quartal gedrückt. Man habe nun einen ordentlichen Mitgliederbestand. Man möchte die Mitgliederzahl steigern und hoffe deswegen, dass die Aufstiegseuphorie ausgenutzt kann. Man habe sich mit mit Kampagnen zurückgehalten, da das nix bringt, wenn es sportlich nicht läuft. Durch das AFM-Audio-Livestream sei sehr viel Interesse geweckt und neue Mitglieder geworben worden. Man sei auch daran interessiert Auswärtsspiele zu übertragen, aber hier sei die rechtliche Situation sehr kompliziert. (Ich finde die Mitgliederzahl immer noch sehr erfreulich. Insbesondere wenn man bedenkt, dass nun wirklich in den letzten zwei Jahren die Qualität der Mitglieder stark gesteigert wurde. Man kann nur hoffen, dass der aktuelle sportliche Aufschwung wieder zu über 3.000 Mitgliedern führt. Und dann wäre es super, wenn diese 3.000 Mitglieder noch zu den Versammlungen kommen. Oder vielleicht wenigstens 10 % von denen.)
Nicht so gelaufen wie man sich das vorgestellt hat, sei die Jobbörse. Man habe zwar einige Leute vermitteln können, aber insgesamt habe man sich mehr erhofft. Insbesondere von den Vereinssponsoren habe man sich mehr erhofft. Man werde nun umdisponieren und eine neue Kampagne starten. Man habe dazu eine Werbeagentur gewonnen, die das Ganze gegen eine Aufwandsentschädigung macht. Die Kampagne beinhaltete einige Motive und ein Logo, mit dem sich die Betriebe auch schmücken können (und welches das Vereinslogo beinhaltet). Danach stellte er ein paar Motive vor, die u.a. so folgenden Spruch haben soll „2004 D-Jugend; 2008 A-Jugend Meister; 2014 Kfz-Meister; 2020 Weltmeister“ (die Jahre stimmen so nicht, aber der Punch kommt rüber, oder?)
(Ich finde das immer noch eine schöne Idee und garantiert ein Konzept, welches uns Spieler bringen kann. Dass das in der jetzigen wirtschaftlichen Situation nicht ganz einfach ist, ist auch klar, aber schön, dass es weiter versucht wird.)
Als grosse Anschaffungen für dieses Jahr sei eine Ergänzung des Fuhrparks geplant. Bisher gibt es zwei Fahrzeuge, nämlich den Amateurbus und den Bus von Toyota. Dies sei nicht gerade viel. Man habe verschiedene Ideen, wie man das machen wolle, habe sich jetzt ein Angebot von Toyota machen lassen, man wisse aber noch nicht, ob man das mache, man wolle dort kaufen, wo man am billigsten kaufen kann. (Es wäre ja schon beinah erstaunlich, wenn Toyota sich unterbieten lassen würde. Die wären ja schön blöd, wenn sie sich so ihr Sponsoring kaputt machen würden. Würde ja schon sehr lustig aussehen, wenn der halbe Verein plötzlich mit Mercedes durch die Gegend fahren würde.) Man wolle zwei baugleiche Busse anschaffen. Die hätten einen normalen Preis von 28.000 Euro und 29.000 Euro (warum das zwei Preise sind, wenn sie baugleich sind, weiss ich nicht. Wahrscheinlich haben sie dann doch einige unterschiedliche Ausstattungen) und man habe ein Angebot bekommen, wo der eine 18.000 und der andere 19.000 Euro kosten soll. Man fahre zur Zeit mit Bussen von Stamula Reisen zu den Auswärtsspielen, welche 500 Euro pro Spiel kosten würden. Man würde dieses gerne einsparen, das Problem ist, dass es einen Rahmenvertrag zwischen Verein und Stamula gebe, welcher den Verein verpflichte, Busse nur dort zu bestellen. Daher sei die einzige Möglichkeit in diesem Bereich zu sparen, dass man selber fahre. Man könne dies auch über Betreuer, Trainer etc. sicherstellen. Man könnte die auch flexibel für kurze Trainingslager einsetzen oder die jüngeren Jugenden zum Trainingsplatz am Brummerskamp fahren, da man dort zur Zeit auf die Eltern angewiesen sei. Alleine durch das Einsparen der grossen Busse würden sich die Fahrzeuge innerhalb von drei Jahren finanzieren.
(Ich finde das eine gute Investition, auch wenn die Rechnung definitiv eine Milchmädchenrechnung ist, denn in den 500 Euro sind garantiert die Spritkosten drin und die machen ja doch einen ganz ordentlichen Teil der Kosten aus und die fallen ja nicht durch selber fahren weg. Zu einigen anderen Haken noch weiter unten.)
Weiterhin wolle man die Betreuung im Jugendhaus verstärken. Dazu gehört eine verbindliche Hausaufgabenhilfe, welche auch für die Spieler angeboten werden soll, die nur über Mittag im Haus sind.
All dies gehöre zum ganzheitlichen Ansatz, den man verfolge (und der sehr richtig ist).
Man habe vor der Saison Trainingslager für die A, B und C-Jugend gezahlt. Dieses kleine Trainingslager (drei Tage) sei sehr sinnvoll gewesen. Man habe als Aufstiegsprämie für die A-Jugend ein Trainingslager in Florida ausgelobt. Zwar sei die Situation etwas ernüchternd, aber es könne ja noch werden (und nebenbei wurde am Wochenende nach der Versammlung auch endlich mal gewonnen).
Weiterhin habe man ein Ü-50-Treffen mit der Mannschaft veranstaltet. Man habe erst das Training geguckt und dann Kaffee und Kuchen gegessen. Dies sei sehr schön angenommen worden und man sei sehr froh über die Ü-50-Leute, die sich darum kümmern. (Es ist wirklich sehr lobenswert, dass für diese Altersgruppe was getan wird. Etwas hakt es in meiner Sicht noch bei den Sachen mit den jungen Mitgliedern. Ich denke das ist noch ausbaufähig, oder? Oder bekommen wir bei der Versammlung da einfach zu wenig mit?)
Danach sprach Dirk Zander (der nebenbei vollkommen unpassend in Kappa gekleidet war. Tja, DYF, das kommt davon, wenn man eigentlich nicht wirklich eine Marke ist, die man auch verkaufen könnte).
Zander meinte wenn er sich jetzt grossartig vorstellen würde, dann wäre das Quatsch. Er wolle sich kurzfassen, da selbst das alkoholfreie Bier schon alle sei. Zander stellte fest, dass es die Jugendabteilung ohne die AFM in dieser Form nicht mehr geben würde, bzw. es keinen Leistungsbereich mehr geben würde. Man hoffe 5 bis 6 Spieler pro Jahr hoch zu bringen in den Herrenbereich (so nenn ich das jetzt mal). Wenn man diesen Schnitt halten könne, dann wäre das allemal lohnenswert.
Die B und C Jugend spiele in den jeweils höchsten Ligen. Die A-Jugend ist abgestiegen und dümpelt zur Zeit auf dem 11. Platz rum (das wird sich ja nun geändert haben). Aber es seien noch 19 Spiele und nur 6 Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz.
Die B-Jugend dümpelt im Mittelfeld herum und die C-Jugend sei 5. Bei der A-Jugend darf man nicht vergessen, dass in der Bundesliga auch alle Jugenden der Fussballbundesligavereine seien. Es sei deswegen vermessen, wenn man sagen würde „wir gehören in die Bundesliga“. Es wird schwierig in diese Klasse zu kommen, oder sie zu halten. (Insgesamt ist es natürlich schön in der Bundesliga zu spielen, aber für viel wichtiger halte ich, dass die Spieler durchgereicht werden in die Oberliga und dort gut ausgebildet ankommen. Dafür kann auch ein guter Regionalligaplatz reichen.)
Die jüngere C-Jugend (und die jüngere B-Jugend) spielen in den Sonderklassen, höher geht nicht. Auch die D Jugend spielt im Leistungszentrum, dort gibt es aber noch keine Sonderklassen. (All diese Platzierungen der Jugenden sind sehr erfreulich. Man kann nur hoffen, dass dies auch zu entsprechenden Spielern für den Herrenbereich führt.)
Zu den Bussen meinte Zander, dass es sehr schön sei, wenn man diese bekommen könnte. Man habe zur Zeit 14 Mannschaften in der Jugend, aber nur einen Bus. Man kann sich vorstellen, was da an den Wochenenden abgeht. Er sei bei einer DFB-Tagung in Herakles (Holländischer Erstligist) gewesen, und die haben 20 Busse für die Jugend. Nun brauche St. Pauli nicht 20 Busse, aber verbesserungswürdig sei die Situation schon.
Die Busfahrten kosten zur Zeit 14.000 Euro pro Saison, da man 28 Auswärtsspiele habe. Auch trainiere die E-Jugend zur Zeit am Brummerskamp, da die Plätze an der Feldstrasse aufgrund der Bauarbeiten für die WM-Zelte nicht genutzt werden können. Die müssen um 16:30 da sein und das sei mit dem HVV nicht zu leisten. Es wäre hier besser, wenn man das mit eigenen Fahrzeugen machen könnte und nicht auf die Eltern angewiesen sei. (Womit wir schon die ersten Probleme bekommen wegen dieser Abtretung der Plätze. Das ist ja nun wirklich pervers von St. Pauli an den Brummerskamp zu kommen, selbst mit einem Auto.)
Claus Teister ergänzte, dass eigentlich alles gesagt sei, aber er wolle noch was zum Jugendhaus sagen. Es wohnen vier feste Leute da. Man hoffe, – er stapele jetzt mal tief – das kanadische Talent dort unterzubringen. Man bräuche dazu etwas Glück. Er wolle bleiben, aber die Verhandlungen laufen und es sei eine komplizierte Sache. (Ich habe den ja gesehen, der ist wirklich gut, aber sehen wir es doch mal realistisch: Wenn der Lokalrivale ihm das doppelte bis dreifache bietet, dann wird der nicht kommen.) Man habe nur vier feste Bewohner, dazu gäbe es für Spieler, die nicht nach Hause können, einen pädagogischen Mittagstisch. Man habe 2 Hauswirtschafterinnen, welche die „Jungs betüdeln“.
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag gäbe es Extraeinheiten (schulisch gemeint), die sind verbindlich für die Spieler. Man habe Zulauf von vielen Spielern aus den Vororten. So komme ein Spieler aus Glückstadt. Gut sei bei den Haushälterinnen, dass sie direkt in der Nachbarschaft wohnen. Weiterhin habe eine von den Haushälterinnen einen türkischen Hintergrund, eine einen deutschen Hintergrund, dieses passe sehr gut, da bei den türkisch stämmigen Spielern ein grösseres Vertrauen in die Kochkünste einer Türkin herrsche. (Soviel zum Thema Assimilation ;-) Ne, ist natürlich eine Ideallösung, wenn man den Spielern so etwas wie „Heimat“ bieten kann.) Insgesamt habe man 2 400-Euro-Kräfte, einen freien Mitarbeiter und einen festen Mitarbeiter. Aus dem Haus sind insbesondere Marc Albrecht und Lucas (den Nachnamen versuch ich gar nicht zu schreiben) zu erwähnen, die nun in der 2. Mannschaft spielen. Und dort seien sie eher Stamm als Reserve. (Das ist zumindest bei Marc Albrecht schön untertrieben, der sich ja bei der 2. Mannschaft schon eine sehr gute Position hat und irgendwann auch noch lernt, dass man nicht immer „die hauen wir weg“ ins Forum schreibt.)
Es begann die Fragerunde und dies mit der Frage von Uwe Doll, ob das „etwas andere Konzept“ denn ankommen und vielleicht auch einen Spieler bewege, zu St. Pauli zu gehen, auch wenn er woanders mehr Geld verdienen konnte. Darauf antworteten Zander und Teister, dass es sehr unterschiedliche Herangehensweisen bei den Spielern und deren Eltern gäbe. Einige fänden das familiäre mit der grösseren Verantwortlichkeit gut, anderen Eltern mache dies Sorge. Ein Spieler sei bei Lokalrivalen rausgeflogen, aber durch die familiäre Art bei St. Pauli habe man das auffangen können. Einige Spieler werden bei uns entdeckt, die vielleicht beim Lokalrivalen sich in der Masse versteckt hätten können. Man habe nicht eine 24-Stunden-Kontrolle der Spieler wie beim Lokalrivalen, aber durch Nachbarn und auch durch unangekündigte Besuche von Claus Teister (Zwischenruf aus dem Publikum „Licht an, der Teister kommt“).
Dirk Zander ergänzte, dass das Haus gut ankomme, teilweise schon zu gut, weil es cool sei, in einem Haus mit warmen Essen zu wohnen. Kriterium sei aber immer die sportliche Leistung. (In diesem Zusammenhang wurden noch einige Namen diskutiert, welche hier a. nicht interessieren und b. mir auch ein bisschen zu weit ging).
Dann wurde gefragt, ob man nur die Leute bekommt, die der Lokalrivale nicht haben will. Teister/Zander machen dies am Beispiel des kanadischen Talentes fest. Es kommt darauf an, was solche Talente wollen. Ob die nun 800 Euro bekommen wollen oder ob die eine gute Ausbildung haben wollen. Man dürfe aber natürlich nicht vergessen, dass die 1. Mannschaft nur in der Regionalliga spiele. Man hoffe, dass es klappt mit dem kanadischen Talent, auch wenn alle anderen Vereine hinter ihm her sind.
Es ist 21:11 und ich geh mal kurz pinkeln, das Protokoll übernahm so lange AndyBlöVo (danke schön). Die finanziellen Unterschiede würden sich so darstellen, dass beim Lokalrivalen 500 Euro pro Monat pro Spieler gezahlt werden, während bei uns 5 Euro pro Trainingstag gezahlt werden. (Was für ein Unterschied. Mal ganz ehrlich: Da schmeisst der Lokalrivale teilweise ganz schön viel Geld raus und bekommt relativ wenig dafür.)
Aus dem Publikum wurde angemerkt, dass der Bus Kosten des Vereines sind, da dieser aufgrund des Kooperationsvertrages sowieso abgenommen werden müsse. Teister erklärte, dass dieses bekannt sei und man hoffe, dass man den Bus sowieso teilweise noch immer brauche und hoffe, dass dies reiche. Es sei auch ärgerlich, wenn man Kosten tragen müsse, die man durch den Gesamtverein und dessen Verträge aufgedrückt bekomme, ohne irgendwas dagegen machen zu können.
(Damit sieht man noch mehr, dass die Rechnung mit den Fahrzeugen eine Milchmädchenrechnung ist. Der Vertrag mit Stamula ist jedoch ein sehr interessantes Phänomen. Die gelten als nun wirklich teuer in Hamburg und man fragt sich, ob sich dieser Vertrag für den Verein wirklich lohnt. Hinzu kommt, dass die ja gar nix aus diesem Vertrag machen, denn Fussballfans fahren die nicht bzw. sind viel zu teuer für diese.)
Und hiermit endete dann der Bericht der Abteilungsleitung.
Da ja kein Kassenwart mehr vorhanden war, trug auch diesen Andi Kahrs vor. (Hier eine laute Rüge von mir, denn die Zahlen für das Jahr 2004/2005 lag nicht als Papier vor. Nur die Planzahlen für 2006. Und ganz ehrlich: Zahlen, die man nicht vorliegen hat, kann man beinah nicht beurteilen. Daher auch nur ein paar kurze Anmerkungen zu Punkten, die man in einem mündlichen Vortrag behalten kann. Zwar wurden die Zahlen als Powerpoint auf eine Leinwand geworfen, aber das kann man nun wirklich nicht verfolgen.)
Man habe die Gliederung zwischen den beiden Jahren geändert, so dass die Gliederung anders aussehe. (Was einem nicht viel bringt, wenn man die Zahlen nicht vor der Nase hat.) Es sei auch schwierig gewesen, die Zahlen aufzustellen, da man eben nicht mit Zahlen betraut war und es nun halt machen müsse.
Insgesamt habe man für den Teil, welcher nicht Jugendförderung sei, 40.000 Euro ausgegeben. Dabei interessant ist, dass die Handwerkskammer 4.000 Euro gekostet hat. (Mal ehrlich: Da ist die Kollaustrasse nicht nur eine Alternative, sondern beinah zwingend. Denn das ist definitiv zu viel Geld für die Grösse der Versammlung)
Dann ging es um die Planzahlen. Auffällig war bei den Planzahlen, dass die Kosten für die Mitgliederbetreuung von ca. 23.000 Euro auf 38.400 Euro ansteigen. Dies wurde aber damit erklärt, dass Zuschüsse zum Gehalt vom Arbeitsamt auslaufen würden, die für das erste Jahr der Beschäftigung gezahlt worden seien.
Es wurde dann noch gefragt, ob man sich überlegt habe, den Etat um 33 % zu erhöhen. Man habe sich das überlegt und wolle auch nicht jedes Jahr mit einem Überschuss von 40.000 Euro planen. Man gehe auch von einem Rückfluss von 50.000 Euro vom Präsidium aus. (Zum ersten Mal in den ganzen Jahren ist damit der Etat der AFM nicht super konservativ geplant. Eine Entwicklung, die ich erstmal nicht gut finde. Mir gefiel es immer, irgendwo noch einen gut zu haben.)
Es wurde dann nach einem Leasingmodell für die geplante Anschaffung von Fahrzeugen gefragt. Die Abteilungsleitung antwortete (vollkommen zu Recht), dass ein solches Modell zwar geplant worden sei, aber aufgrund der hohen Kilometerleistung sei das wohl nicht zu machen. Man wolle das aber nicht ganz ausschliessen. (Das Modell will ich sehen, denn der Zeitwertverlust ist natürlich unglaublich hoch, wenn man die Fahrzeuge dauernd nutzt.)
Es folgte der Bericht von Stefan Heinsohn, dem Kassenprüfer. Er erklärte, dass er diesen vom Blatt ablesen werde, da das LKA den haben wolle (Oha, das ist ja auch ein wirklich spannendes Beweismittel). Die Prüfung sei turnusgemäss zur JHV erfolgt. Ein Schwerpunkt sei die Barkasse gewesen. Die Prüfung habe sich schwierig gestaltet, da halt kein Kassenwart mehr da war und sich das LKA für die Belege interessiere. Man habe das aber mit ganz viel Hilfe geschafft.
Nach der letztjährigen Rüge habe sich die Anzahl der schwer zuzuordnenden Belege stark vermindert (so will man es doch als kritisches Mitglied sehen. Wenn so auf Anmerkungen des Kassenwartes reagiert wird, dann kann man das nur loben).
Die Buchhaltung sei plausibel gewesen und es gab keine Unregelmässigkeiten. Die Barkasse sei ordnungsgemäss geführt worden. (Die Sätze wurde so gesagt und klingt so etwas komisch. Was natürlich gemeint ist, dass die ganzen Papiere in Ordnung waren.) Das Problem war nur gewesen, dass der Soll-Bestand der Barkasse laut der Papiere 40.000 Euro sein sollte und der Ist-Bestand 0,00 Euro war.
Die Summe wurde unterschlagen, ein Schuldanerkenntnis läge vor und das LKA ermittelt.
Die Unterschlagung sei wegen der hohen Liquidität der Barkasse möglich gewesen und wäre spätestens mit der Prüfung aufgefallen. Der Kassenwart habe das Geld beim Bierverkauf ordnungsgemäss verbucht, dann jedoch unterschlagen. „Er hat ordnungsgemäss Buch geführt über das, was er genommen hat.“ Um dies nun zu verhindern habe man Maßnahmen beschlossen, wie sie von der Abteilungsleitung geschildert wurden. Dazu würden auch Spontanprüfungen gehören. Man wolle das Bargeld ab jetzt auch nur noch auf dem Vereinsgeländer oder in einer Bank lagern. Man habe auch schon nach sicheren Orten gesucht, das bleibe garantiert nicht im Container. Diese Mechanismen reichen aus, um einen Wiederholungsfall auszuschliessen. Insgesamt könne man nicht die gesamte Abteilungsleitung entlasten, dies sei klar, aber von dem Kassenwart werde vorgeschlagen, diese zu entlasten. (Erstaunlich die sehr starke Gleichheit mit dem Statement der Abteilungsleitung. Man bedenke auch folgendes: Es gab sonst keine Kritik und dies sollte die Abteilungsleitung als Lob auffassen!)
Nach kurzer Diskussion, wie man es denn nun perfekt macht („alle ausser“ oder einzeln?) entschloss man „alle ausser Kassenwart“ als Entlastungsantrag zu stellen. Dieser Antrag wurde bei sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung angenommen. Damit waren alle Mitglieder der Abteilungsleitung entlastet ausser des Kassenwartes.
Als Kandidat trat nur Niclas Prehn an, welcher sich wie folgt vorstellte:
Er sei 27 Jahre alt, er sei Fan des FC St. Pauli seit 1989, Dauerkartenbesitzer seit 1991 und Vereinsmitglied seit 1998 (alles sehr früh für eine typische St. Paulikarriere). Seine sportliche Karriere habe er bereits in der Grundschule beendet, denn er habe festgestellt, dass Leichtathletik für dicke Kinder nix sei. (Naja, ich würde ihn mal als stämmig bezeichnen)
Er sei seit 2 Jahren im Plenum der AFM und nach der jetzigen Krise stand er der Abteilungsleitung mit Rat und Tat zur Seite (erstaunlicherweise taucht hier mal nicht die AGiM als Kinderstube auf). Er sei Schifffahrtskaufmann und sei es gewöhnt, mit grösseren Summen zu hantieren. Einen Zwischenruf, dass er dann doch Präsident werden solle, wurde damit kommentiert, dass er über diese Summen privat nicht verfüge. Das eingeworfene „noch nicht“ war sehr bissig. Er habe ausgerechnet, dass jedem Mitglied durch die Unterschlagung 13 Euro geklaut worden seien. (Platter Populismus, dieses „ich mache den Schaden jetzt mal persönlich“ fand ich blöd.) Dieses Verhalten sorge für einen Vertrauensbruch. Wichtig sei für die AFM noch mehr Transparenz. Daher wolle er die Kassenführung auf EDV umstellen und den Kontenplan ausführlicher machen und damit auch den Etatplan strukturierter machen.
Durch die Nutzung von EDV sei eine präzisere Auswertung möglich und man könne die Mitglieder besser informieren. Insbesondere würde auch die Zusammenarbeit mit der Buchhaltung des Hauptvereines optimiert, da man dann Daten per Diskette (was ist das? So etwas hab ich seit Jahren nicht mehr benutzt) transportieren könne. Ziel sei mehr Transparenz. Er hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Kassenprüfer, da man diese Kompetenz brauche. Er hoffe auch auf Know How im Plenum.
(Insgesamt eine gute Rede, er hat sich was vorgenommen, die Umstellung auf EDV entspricht der Zeit und ist überfällig. Gewisse Schwächen habe ich aufgezeigt.)
Dann sollte eigentlich zur Wahl geschritten werden, aber erstmal klingelte bei einem älteren Herren in der ersten Reihe das Handy und es spielte passend „You will never walk alone“. Sven kommentierte das nur mit „jetzt soll gewählt werden und da geht der Wahlausschuss“. Dieser kehrte aber schnell zurück und es konnte zur Tat geschritten werden. Erneut wurde offen abgestimmt, wobei ich dabei bleibe, dass dieses eine absolute Unsitte ist und endlich eine schriftliche und geheime Wahl in diesem Verein zur Regel werden sollte. Diese Regelung „wenn es Leute wollen“ ist unpraktikabel, denn niemand zieht gerne die genervten Blicke der Leute, die nach Hause wollen, auf sich.
Letztendlich wurde er einstimmig bei vier Enthaltungen (darunter mit einem verschmitzten Lächeln er selbst) gewählt.
Nix!
Hier wurde lange darüber diskutiert, ob und wie man einen Antrag stellen soll, der das Verhalten des Präsidiums in Sachen Mitgliedsbeiträge und Informationspolitik missbilligt. War ziemlich schwierig einen vernünftigen Text zu finden, weil man eigentlich eine Selbstverständlichkeit beantragt, die sowieso in der Satzung verankert ist. Interessant war, dass der anwesende Aufsichtsrat (Burmester und Eich waren da) gefragt wurde, wie er denn das Ganze behandeln wird. Burmester erklärte, dass man noch nicht wisse, da die Diskussion nicht abgeschlossen sei. Fakt ist aber, dass man auf der letztjährigen JHV gesagt habe, man gehe „bis“ zu einer Amtsenthebung. Man wolle aber so weit nicht gehen. Es gab zwar ein bis zwei Verfehlungen, aber diese waren durch erhebliche Liquiditätsprobleme des Vereines begründet. Entscheidend war, dass die Kommunikation fürchterlich war und diese Wagenburgmentalität fürchterlich sei. Alles sei aber in Anführungsstrichen zum Wohle des Vereines gewesen und daher seien Konsequenzen bisher nicht angedacht. (Butterweiches Statement. Was mir hier fehlt ist, dass ja auch das Präsidium durch eine vollkommen irrsinnige Etatplanung dieses Liquiditätsprobleme verursacht hat. Und auf Dauer kann es nicht sein, dass man dem Präsidium alles durchgehen lässt, weil es sich aus selberverschuldeten Notsituationen rettet. Uwe Doll merkte zu Recht an, dass man sich fragen sollte, warum das immer wieder passiere.)
Letztendlich hat man sich entschieden zusammen mit den Amateurabteilungen über Konsequenzen nachzudenken und dabei insbesondere auf die schlechte Kommunikation einzugehen. Wobei zu Recht von TF angedeutet wurde, dass man damit beschliesst, dass Satzungsverstösse nur mit Zustimmung erfolgen sollten, was ja auch nicht sein kann. Der Antrag wurde mit einer Enthaltung (Tay Eich, der von Sven erstmal mit den Worten „nur mit Stimmkarte, Herr Aufsichtsrat“ zur richtigen Stimmabgabe aufgefordert werden musste).
Uwe Doll fragte noch, ob man auch das Gefühl habe, dass neue Abteilungen nur deswegen aus dem Boden spriessen, weil es Geld von der AFM gäbe und ob es nicht sinnvoll wäre ein Limit für die Förderung der „anderen“ Abteilungen einzuführen. Die Abteilungsleitung erklärte, dass es bisher nur um kleine Beträge gegangen sei und diese sehr klein im Vergleich zum Fussball gewesen seien. Und dies sei absolut vertretbar. Stefan Heinsohn plädierte dafür, keine Begrenzung einzuführen, da man nun mal ein Breitensportverein sei. Dies sah Uwe Doll anders und meinte, dass andere Vereine sich verschlanken würden, während St. Pauli zur Zeit breiter werden würde. (Hier wurde eine Diskussion angerissen, welche die AFM noch lange begleiten wird und die spätestens dann zu führen sein wird, wenn das Geld mal knapp werden sollte. Hier wurde sie nur kurz angerissen und ist garantiert noch zu führen.)
Die Versammlung endete um 22:20 (nebenbei ohne alberne Gesänge oder so). Erst im Nachhinein konnte man erfahren, dass 67 stimmberechtigte Mitglieder anwesend waren und sechs nicht stimmberechtigte. Warum dies nicht vom Plenum aus verlesen wurde, entzieht sich meiner Kenn