Norbert regt sich auf vom 5.12.2005

 

über

Euphoriebremse

Vorwort

Guten Tag, liebe Leser, die Winterpause steht kurz vor der Tür, auch wenn sie aufgrund von Pokalspiel und WM relativ kurz sein wird. Aber insgesamt muss ich schon sagen, dass ich diese Winterpause nicht ganz so herbeisehne wie die vorherigen Pausen. Zur Zeit macht das Leben als St. Pauli-Fan Spass. Nur gerade deswegen gilt es diesmal auf die Bremse zu treten. Wir haben immer noch keine sehr gute (halt „nur“ eine gute) Ausgangsposition im Aufstiegskampf und insgesamt war die Siegesserie einfach nur notwendig. Hätten wir in dieser Zeit auch nur zweimal zwei Punkte abgegeben, dann wären wir jetzt raus aus dem Rennen um die Aufstiegsplätze. Es ist erstaunlich, wie stabil die Mannschaften oben punkten. Insofern sind wir zwar gut dabei, aber bereits eine Niederlage in Erfurt kann wieder alles zu unseren Ungunsten umkehren. Was haben wir diese Woche so zu berichten? Natürlich wird sowohl das Spiel am Freitagabend als auch die Partie der 2. Mannschaft am Sonntag entsprechend gehighlightet. Dazu natürlich Kommentare zu George Best, FC Köln und anderen traurigen Geschichten. Nun aber viel Spass. Vielleicht noch ein paar Worte zu den Fotos hier auf der Seite: Ich habe in letzter Zeit Anmerkungen bekommen, dass diese teilweise zu dunkel sind. Dies ist richtig, lässt sich aber nur schwer ändern. Bildbearbeitung ist für mich zeitlich normalerweise nicht zu leisten. Insbesondere da mein Bildverarbeitungsprogramm leider keine Stapelverarbeitung „Aufhellen“ kennt und man so jedes Bild einzeln bearbeiten müsste. Und mit längerer Belichtung kann man nur schwer ohne Stativ fotografieren...

Rolle seitwärts ist keine Rolle rückwärts

Endlich mal wieder ein Spiel am Freitagabend. Ich bin zwar kein Freund davon, beinah ausschließlich Freitags zu spielen, aber im Mix mit einigen Samstagspielen ist der Freitag dann doch mal gerne genommen. Dies umso mehr wenn man die gesamte Hinrunde nur Samstags gespielt hat und dies auch noch zu der unsinnigen Zeit von 14 Uhr.

So machte ich früh Feierabend, verschrottete endgültig mein Auto (nein, kein Unfall, einfach nur Altersschwäche) und machte mich so per Bahn auf den Weg zum Fanladen. Dieser war erneut prächtig gefüllt, so dass ich hoffe dass schlechter Umsatz und mangelndes Interesse der Vergangenheit angehören. Die Zeit bis zum rituellen Vorspielessen wurde durch einpacken der „Stadionverbots“-Soli-CD überbrückt. Stark, dass dabei nicht nur die üblichen Verdächtigen mithalfen, sondern auch mir vollkommen unbekannte Südpunker. Das zeigt dann doch, dass es auch unter jüngeren Leuten immer noch die Bereitschaft gibt mal zu helfen. Eine Bewertung des Samplers muss ich euch noch schuldig bleiben, da ich ihn mir Freitag nicht zugelegt habe, ich möchte ihn ganz gerne heil nach Hause bekommen. Das Design und das Booklet zumindest sieht vielversprechend aus und als Hintergrundsound im Fanladen war der Sampler schon mal sehr nett.

Das rituelle Essen hielt sich diesmal nicht wirklich an die Aberglaubevorgaben, da ich mich doch wieder mit Hähnchen stärkte. Da siegte der Appetit über den Aberglauben. Wenigstens konnten gute Nachrichten von der Arbeitsfront aufgenommen werden, haben wir doch wieder einen unserer joblosen Leute in Lohn und Brot bekommen.

Danach wanderte man zum Stadion. Kurz wurde noch dem AFM-Container seine Aufwartung gemacht, danach gab es keinen Grund mehr vor der Tür zu stehen und so machte ich mich auf ins Stadion. Kurz noch Sandra die Solisampler mit reingetragen und dann sich auf den Weg zu meinem Platz gemacht.

Insgesamt ergab sich heute in der Gegengrade eine ganz komische Situation. Während es unten eigentlich sehr leer war, war es oben knüppeldicke voll. Das führte dazu, dass bereits kurz vor Anpfiff ein Ordner per Megafon versuchte die Leute aufzufordern doch ein bisschen weiter runter zu rücken. Natürlich macht das keiner und ich werde auch die zu spät kommenden nie begreifen. Anstatt sich oben anzustellen, sollten sie lieber versuchen über die Meckerecke oder Block 6 das Stadion zu betreten. Denn dort kommt man eigentlich immer rein und raus. Gerade in der Meckerecke hat sich ein de facto Aufgang entwickelt, der eigentlich immer frei ist.

Zumindest meine Fotos konnte ich machen und dann auch gut auf meinen Platz zurückkehren. Nach einer kleinen Pinkelpause während des 2-0 war dies nicht mehr möglich, aber so konnte ich wenigstens während der Halbzeit mit der Freibeuterin über Katzen schwärmen. Diese war nebenbei von einem Herren alleine gelassen worden, der nach dem 1-0 wegen Hunger und Kälte gegangen war. Gut, hat er halt was verpasst :-)

Choreotechnisch gab es bei uns mal wieder Konfetti, was sich langsam wirklich zur Standardheimchoreo entwickelt. Nun ja, ich finde das nicht langweilig und es sieht immer noch gut aus. Sehr viel schöner war anzusehen, dass auch die Gegenseite mal wieder Fangegenstände mitbringen durfte. So hatten die Werderaner Doppelhalter und Schwenkfahnen dabei, so dass der Gästeblock mal wieder bunt und stimmungsvoll aussah. Man kann nur hoffen, dass bald diese ganzen unsinnigen Verbote fallen und Fans endlich wieder Fans sein dürfen.

Zum Spiel: Beinah hätte sich unsere Mannschaft um den verdienten Lohn gebracht, indem sie zu Beginn der 2. Halbzeit träumte. Dem ersten Gegentor ging zwar ein klares Handspiel voraus, aber dass ich dann in der Folgezeit vollkommen verlerne Fussball zu spielen ist schon erstaunlich. Den zwischenzeitlichen Ausgleich würde ich nebenbei weder Hauke noch Hollerieth ankreiden. Zwar verliert Hauke vorher den Ball, wird aber auch so bescheuert angespielt, dass er gar keine Chance hat die Kugel zu kontrollieren. Und danach pennt die gesamte Hintermannschaft inklusive Torhüter. Da mach ich ihm keinen direkten Vorwurf, liebe MoPo-Reporter. Glück, Kampf und Können liessen dann letztendlich die 3 Punkte auf dem Kiez verweilen. Dinzey traf schon wieder (unglaublich, wo soll das enden?) und auch Luz holte sich seinen Lohn für grossartige Arbeit ab. Guckt euch nebenbei mal an, wie der in die berühmten „da wo es wehtut“-Zweikämpfe geht. Wojcik rennt garantiert mehr, aber so effektiv in diese Zweikämpfe geht der nicht. Und über Schultz‘ läuferischen Einsatz sind schon genügend Worte geschrieben. Unglaublich, was der marschiert! Ärgerlich, dass Morena sich noch eine gelbe Karte abholte, aber man kann halt nicht alles haben...

Nach dem Spiel ging es in Knust, wo die Party bereits lief. Irgendwie läuft sich das bei mir langsam tot. Ich bin kein echter Skafan, so dass mich irgendeine baskische Skaband nun wirklich nicht begeistern kann. Und auch sonst war relativ wenig los. Da nützt auch die Mannschaft nix, die ich ja sowieso nicht wirklich anhimmeln mag. Dinzey hat mir so ein bisschen Leid getan, ich hatte nicht das Gefühl, dass der sich im Mittelpunkt wirklich wohl fühlt. Mag aber vielleicht täuschen. So machte ich mich relativ früh auf dem Weg und nachdem Pauline und ich 16 Minuten auf unsere Bahn warten mussten waren wir irgendwann auch zu Hause.

Interessant nebenbei, dass B. Rosenfeld für die MoPo über die Party berichten und sagen konnte, wie die Spieler sich amüsierten. Aufgetaucht ist er nämlich erst, als ich ging, und da waren – verständlicherweise, die hatten Samstag um 10 Training – nur noch vereinzelte Spieler anwesend.

Bei uns geht man wenigstens auf die Reeperbahn zum ficken und nicht in den Betrieb

Leider ist auch in der Oberliga unsere 2. Mannschaft kein Exot mehr, sondern eher der Regelfall. Insgesamt sechs 2. Mannschaften tummeln sich in der Oberliga. Und hatte man früher als FC St. Pauli II noch den Exotenbonus, so kann ich nun auch die Fans der „echten“ Mannschaften verstehen, dass sie keine Lust mehr darauf haben. Ein echter Extremfall ist natürlich Wolfsburg II. Diese spielen zu allem Überfluss noch in einem vollkommen überdimensionierten Stadion (das alte Stadion der 1. Mannschaft) und haben nun absolut keine Fans.

Trotzdem wollte ich in schweren Zeiten unsere 2. Mannschaft nicht alleine lassen und suchte so Mitfahrer für das langweiligste Spiel der Hinrunde. Das alles anders kam, es absolut lustig war und wir eigentlich nächstes Jahr einen Bus machen sollten, das lest ihr jetzt:

Insgesamt eine Autobesatzung hatte sich gefunden, wobei die männliche Bevölkerung komplett schwächelte, so dass sich meinereiner mit drei Damen im Gepäck aufmachte. Die Hinfahrt verlief schnell und fröhlich, hatten doch Frau H. und auch die Cocktailladys ihre Musiksammlung mitgebracht. Und Sampler wie „Hüttenhits“ sind zwar nicht gerade niveauvoll, aber doch sehr lustig und das meiste kann man mitbrüllen. Nur teilweise dreht es einem den Magen um, wenn man anstatt „Was wollen wir trinken?“ „Was wollen wir feiern?“ mit entsprechendem Techno-Sound zu hören bekommt. Pinkelpausen waren nicht wirklich angesagt und so traf man gegen halb eins in Wolfsburg ein.

Zuerst mussten wir feststellen, dass keine Menschen in Wolfsburg anwesend sind. Die Stadt wirkte vollkommen ausgestorben. Und der eine Radfahrer, der uns entgegen kam, wurde mit „Der ist auf einer Radtour, der musste hier durch“ kommentiert. Immerhin fanden wir auch den zweiten Verein in Wolfsburg, gibt es doch wirklich einen FC Wolfsburg, welcher im Porschestadion spielt. Der Ground sah ganz nett aus, aber die Pflicht rief, so dass man nicht irgendeine Jugend in einem neuen Stadion spielen sehen konnte.

Lange einen Parkplatz mussten wir nicht suchen, war es doch erlaubt direkt unter der Haupttribüne zu parken, wenn man denn „Fan, Gäste, Fan-Busse und/oder Presse“ war (stand zumindest so auf dem Schild). Okay, ein Bus waren wir nicht, aber sonst erfüllten wir alle Kriterien irgendwie. Kurze Zeit später kam auch schon der Mannschaftsbus an und wurde mit fröhlichem Winken begrüsst. Kurz noch ein paar Freikarten geschnorrt (Danke dafür) und dann ab ins Klubheim. Und für alle Büdchenhopper sei hier gesagt: Ein verstecktes Kleinod. Irgendwo im Geschäftsstellengebäude oben versteckt, aber wenn man es gefunden hat gibt‘s nette Bedienung viel Platz und einem netten Tresen. Das ganze schön old school und wirklich empfehlenswert. Essen haben wir nicht getestet, aber das holen wir dann nächstes Jahr nach. Mit uns fand sich noch Papa Flatken ein, der extra um seinen Sohn zu unterstützen aus Bremen angereist war. Zu klären wäre noch, was für Sportarten eigentlich Armwrestling und Wushu sind. Zumindest kann man beide beim VfL Wolfsburg betreiben.

Irgendwann war es dann doch Zeit ins Stadion zu gehen, hatten wir doch schon Angst, dass unsere Plätze besetzt sein könnten. Dies stellte sich 25 Minuten vor Anpfiff als Trugschluss heraus, waren wir doch zu diesem Zeitpunkt die einzigen (!!!!!!!!!!) anwesenden Zuschauer. Aber auch später wurde es nicht viel mehr, so dass Kollaustrassen-Björn am Ende von 91 Zuschauern sprach, die er gezählt hatte. Wohlgemerkt ohne die 2 anwesenden Streifenpolizisten.

Wir machten es uns also in der Mitte der Tribüne vorne gemütlich und hängten unseren mitgebrachten Doppelhalter auf. Sitzen ist für den Arsch beschlossen drei Mitstreiter, so dass uns der Rentner, der direkt hinter uns sass, doch wirklich fragte, ob wir das denn das ganze Spiel machen wollten. Als wir dies bejahten, fragte er, ob wir nicht auf die Stehplätze gehen wollten. Da sagten wir, dass wir dies nicht wollen, denn auf den Karten stünde ja etwas von freier Platzwahl. So gingen ihm die Argumente aus, aber umgesetzt hat er sich auch nicht. Das kulinarische Angebot war nebenbei für die Zuschauerzahl vollkommen unangemessen, gab es doch mehrere Sorten Wurst, Bier (wie uns stolz verkündet wurde) und Pommes. Noch ein Grund doch mit einem Bus da mal hinzufahren.

Aus dem nichts tauchte plötzlich noch ein St. Paulianer auf, so dass man immerhin zu fünft unsere Helden unterstützen konnte. Vorher war ich jedoch noch auf der Suche nach einem Klo, wurde von den Ordnern auch zu einem geschickt, musste dort aber feststellen, dass dieses zugeschlossen war. Okay, wenn ihr es nicht anders haben wollt, musste ich halt freiluftpinkeln. Dazu muss man vielleicht sagen, dass sich das Büdchen ausserhalb des Stadionbereiches befindet.

Auf Wolfsburger Seite hatten sich dann letztendlich zwei Schönlinge (verletzte Spieler der 2. Mannschaft?), eine Kutte und viele Pöbelrentner eingefunden. Unser beherzt vorgetragenes „St. Pauli“ wurde erst mit Belustigung aufgenommen, dann wechselte der eine Rentner aber beinah schon die Seite, als unsere Helden gut begannen.

Leider schoss Wolfsburg dann zweimal aufs Tor und schon führten diese zur Halbzeit 2-0. Nun meinten die Rentner natürlich, dass sie oben auf seien und feixten sich einen. In der Halbzeit wurde Marc Albrecht erstmal zugerufen, dass er jetzt bitte zwei Tore machen solle, was er mit einem „Ja“ beantwortete. Nur leider kündigte der Stadionsprecher ihn als „Albrecht Albrecht“ an, was den Ärmsten so verwirrte, dass er kein Leistungsträger wurde und nach 30 Minuten die fussballerische Höchststrafe erlitt. Aber immerhin hielt er Wort, denn während er auf dem Platz stand fielen die zwei Tore. Die Rentner waren bereits beim Stande von 2-1 vollkommen aufgebracht, holte Robert Palikuca doch einen Elfmeter raus, wobei er in der 1. Halbzeit nach einem Foul die dunkelgelbe Karte bekommen hatte, was dem Publikum in diesem Moment nicht reichte. Den Foulelfmeter versemmelte Femi, so dass wir erst nach 67 Minuten über den Ausgleich jubeln konnten. In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch riesige Siegchancen, aber Wolfsburg scheiterte an einem super aufgelegten Paddy Borger und wir scheiterten ein bisschen am fehlenden Glück.

Wobei: bei einem 2-3 in letzter Minute hätten wir wahrscheinlich von den Rentnern auf die Nase bekommen. Und die Schönlinge hinter uns waren auch am rumgiften, ihnen gingen aber irgendwie die Argumente aus. Spätestens als eine meiner Mitfahrerin zu ihnen meinte, dass in Hamburg zumindest was abginge. Glücklicherweise nicht laut brachten wir die Gesänge „Wir können nach Hause fahren“ und auch der Überschriftenspruch wurde glücklicherweise nur im kleinen Kreis gehört, führte aber zu lauten Lachkrämpfen.

Danach zeigte der 5 Menschen Mob noch, dass er unglaublich gewalttätig ist, trat doch eine Mitreisende ein Werbeplakat aus den Schrauben. In einem Bundesligastadion hätte dies wahrscheinlich einen Polizeieinsatz, drei Jahre Stadionverbot und eine Anzeige wegen Sachbeschädigung zur Folge gehabt, hier zückte man das Taschenmesser und drehte die Schrauben wieder rein, so dass das Plakat wieder hing und keine Spuren des Angriffes zu sehen waren. Es geht entspannt halt immer besser. Nebenbei passierte das ganze nicht absichtlich.

So nun galt es aber den verdienten Auswärtspunkt mit der Mannschaft zu feiern, wobei wir eine Welle dann doch nicht forderten. Vor dem Stadion noch ein „Wir waren dabei“ Foto gemacht und dann wieder Richtung Autobahn gestartet. Die Rückfahrt wurde wieder durch Fetenhits aufgelockert, wobei sich insbesondere de CD mit alten Rockhits grosser Beliebtheit erfreute. Kleinere Probleme beim Klofinden (eine Dame ging erstmal in den Wickelraum) wurden überwunden und auch die Kühltruhen, die da vollkommen unmotiviert auf dem Gang standen, haben wir dort gelassen.

Kurz nach 19 Uhr hatte uns Hamburg wieder und eine echt grossartige Tour war zu Ende. Vielen Dank an meine Mitfahrer. Und wer nun nicht verstanden hat, warum wir alle vier diese Tour wahrscheinlich als eine der besten dieser Saison in unseren Gehirnen vermerken werden, der sei in der Rückrunde herzlich eingeladen uns durch die Niederungen der Oberliga zu begleiten. Es sind auf der Tour nebenbei keine bewusstseinserweiternden Drogen genommen und nur zwei Bier konsumiert worden. Unsere Euphorie ist also vollkommen nüchtern zustande gekommen.

Was uns diese Saison noch fehlt ist eine SchönesWochenend-Tour, aber die werden wir auch noch absolvieren.

und dann war da noch…

… ein Kölner Trommelstock, welcher Laas vom Lokalrivalen verletzte. Seien wir doch mal ehrlich: Wie idiotisch war bitte dieser Wurf? Das kann man auch nicht mit Alkohol oder sonst etwas entschuldigen. Ein bisschen sollte man sich im Griff haben. Natürlich ist es absolut provokant und überflüssig von Spielern in der gegnerischen Kurve eine Jubelfeier abzuziehen, aber es ist halt noch dümmer sich von so etwas provozieren zu lassen. Okay, der Täter wird nun bestraft, aber auch alle anderen Fussballfans werden bestraft, denn ihr müsst doch nicht glauben, dass von nun an irgendwelche Musikinstrumente noch in Stadien erlaubt sind. Insbesondere wenn der DFB auch noch gegen den Lokalrivalen wegen mangelnder Aufsichtspflichten ermitteln will. Fakt ist, dass wir durch solche Ermittelungen (hier wird Opfer zu Täter gemacht) bald italienische Verhältnisse haben, wo man nicht einmal mehr Kleingeld als Gästefan mitnehmen darf und in Käfige gesperrt wird. Aus meiner Sicht wird hier das idiotische Verhalten einzelner genutzt um vollkommen überzogene Sicherheitsvorkehrungen vorzunehmen. Und trotzdem kann ich so etwas absolut nicht verhindern. Denn dann wird halt mit Handys, Schuhen oder was auch immer geworfen. Mal ganz davon ab, dass sich diese Plastikbecher sehr gut als Wurfgeschosse eignen. Die mediale Aufarbeitung des ganzen lässt einen schon wieder nur den Kopf schütteln. Da werden doch im ZDF echt Lauterer gezeigt, die den Fuckfinger zeigen und schlichtweg sauer sind (wahrscheinlich über die eigene Mannschaft) und dann wird gesagt „ja, Hass und Gewalt lässt sich ja aus den Stadien nicht ganz vertreiben“ und jeder denkt sich „wäre aber toll, wenn es gelingt“. Hey, das sind immer noch Fussballstadien und bei aller political correctness gibt es Grenzen und die sind da überschritten, wenn ich mich verhalten soll als ob ich in einer Oper sitze! Fussball ist ein Sport mit Emotionen und da wird halt auch mal ein Fuckfinger gezeigt und geflucht, aber so lange es nicht körperliche Gewalt oder Rassismus ist, so lange gehört das einfach auch zum Erlebnis Fussball dazu.

… George Best, zu dessen Beerdigung „Hunderttausende“ kamen. Er hat sein Leben in der Aussage „Ich habe viel Geld für Autos und Frauen ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst“ schon gut zusammengefasst. Georg Best war nicht nur ein herausragender Spieler, sondern halt auch ein Typ, wie sie leider im heutigen Fussball nicht mehr vorhanden sind. Ich sag es mal so: Wenn Ballack irgendwann (hoffentlich für ihn) im hohen Alter beerdigt wird, dann kommen nicht Hunderttausende. Ich habe George Best nie spielen sehen, aber Geschichten, dass er in einem Spiel den Ball aus Langeweile nur mit seinem schwächeren Fuss gespielt hat und das er immer gewettet hat, neun von zehn Elfmetern an die Latte zu schiessen zeigen, was für ein Talent er besessen haben muss. Leider gepaart mit einem selbstzerstörerischen Hang. Mach es gut, George! Man kann nur hoffen, dass er dort, wo er nun ist, mit seinen Kameraden aus Manchester zusammenspielen kann und immer noch den Ball nur mit seinem schwächeren Fuss spielen kann, wenn ihm langweilig ist. Im Rahmen der Nachrufe schoss nebenbei NDR Info den Vogel ab, als sie meinte, er habe ManU 1968 geholfen als erster britischer (<= !!!!!) Verein den Pokal der Landesmeister zu gewinnen. Die Celts werden hocherfreut sein, dass sie nicht als britischer Verein gesehen werden.

…. das Stadion in Lautern, dessen Dach nicht standsicher ist. Zwar wird das alles noch heruntergespielt, aber ich möchte sehen, wie man so eine Konstruktion bis zum Sommer wieder in Ordnung bekommen soll. Insbesondere wenn man bedenkt, dass weder Stadt noch Verein Geld haben und Baufirmen bei Mängelrügen dazu tendieren pleite zu gehen. Ich denke, dass man in Gladbach schon Gewehr bei Fuss steht.

… ein Aktionstag der aktiven Fanszenen zum Thema Ombudsmann, der wohl nicht überall geklappt hat und von Leuten wie Hoeness auch noch in den falschen Hals gegangen ist. Man kann nur hoffen, dass zumindest der Infostand bei uns viele Infos gebracht hat. Mehr bekommt man garantiert unter www.freiheitfuerdiekurven.de wobei ich mal wieder zu faul bin, das als Link zu setzen.

… unsere Daggi, die Freitag zum ersten mal Cosprecherin bei der 1. Mannschaft war. Also mir gefiel die Premiere schon ganz gut, andere meinten, die Stimme sei zu monoton. Aber mit ein bisschen mehr Routine kommt dies auch noch, wie man schon an der Schanze bewundern kann. Und besser als Böse Onkelz und Seefahrerromantik ist das allemal. Es passt nebenbei auch zu Reiner Wulff, der ja auch eher den „seriösen“ Stadionsprecher macht, was ich nebenbei immer noch schön finde und ich hoffe, dass er uns noch lange erhalten bleibt. Da kann ich auch mit einigen Fehlern leben (auch gegenüber Fans), so lang