Norbert regt sich auf vom 5.1.2005
über
Alsterdorf 2006
Liebe Leser, einen etwas abgebrochenen Bericht über die Hallenturniere 2006 bekommt ihr nur bei mir. Das liegt daran, dass ich die Profiturniere meiden werde und daher nicht darüber berichten kann. Der Grund ist ein ganz einfacher: Der Lokalrivale macht mit. Und ich bin nun mal kein Freund des Sportes „Pöbelnahkampf“. Und damit mein ich nicht nur die Freunde der Raute, nein auch das – meistens ebenso niveaulose – Gepöbel von unserer Seite geht mir auf den Sack. Da fahr ich Samstag lieber nach Quickborn und guck mir die 2. Mannschaft bei einem gemütlichen Dorfturnier an.
Am Dienstag stand dann erstmal das Turnier der Landes- und Verbandsligisten auf dem Plan. Da die Hallensonderausgabe von „Der Amateur“ sich bereits auf dieses Turnier bezieht, beschloss ich, auch dort Gast zu sein. Wobei das ganze nicht so wirklich einfach war, denn es galt: „Verlass dich auf Hossa und die bist verlassen“, hatte dieser doch auf die offizielle Seite als Termin den Mittwoch und Donnerstag gepackt (so wurde es dann auch in den Hallenamateur übernommen). Okay, war nicht sein Fehler, denn auch er wurde Opfer einer falschen Datenübermittlung. Mal ganz davon ab, dass Mittwoch und Donnerstag vollkommen plausibel klangen, waren das doch sonst immer die Termine der Turniere gewesen.
Okay, aber online konnten diese kleinen Schwierigkeiten noch beseitigt werden, nur leider war nun auch der Amateur falsch. Vor dem Turnier galt es aber noch Bremen Karten abzuholen. Diese konnten ohne grosse Warteschlange schnell und bequem angekauft werden. Eine sehr gute – wenn auch leider noch nicht gewöhnliche – Erfahrung bei unserem Klub. Sehr gut nebenbei die Entscheidung auch denen ein Vorkaufsrecht einzuräumen, die das „Rückrundenpaket“ (ist ja keine Dauerkarte) gekauft haben. Dies nicht nur, weil man so vielleicht noch ein paar dieser Pakete absetzen kann, es ist auch aus meiner Sicht auch fair Leuten, die ca. 80 Euro für die ganzen Rückrundenspiele geblecht haben, ein Vorkaufsrecht auf etwas begehrtere Karten einzuräumen.
In der kurzen aber schnell zu überwindenden Schlange noch zwei Amateurmitredakteurinnen getroffen, die zufällig auch zum Hallenturnier wollten. Sehr gut, so war ich dort wenigstens nicht alleine.
So jetzt aber zur Alsterdorfer Sporthalle: Um es mal ganz ganz deutlich zu sagen: Acht Euro Eintritt für das Turnier von Landes- und Verbandsligisten ist absolut unverschämt. Es ist peinlich, einen solchen frechen Preis zu verlangen, und die Veranstalter sollten sich schämen. Eigentlich sollte man die ganze Veranstaltung boykottieren. Hinzu kommt, dass ein ähnlich unverschämter Preis auch für das Turnier der Oberligisten verlangt wird. Hinzu kommt noch eine Gastronomie, die für ein Bier 3 Euro verlangt und für einen Brezel 3 Euro. Kleiner Tip: Fünf Euro Eintritt und Bier 2 Euro würden dazu führen, dass der Laden doppelt so voll ist und man trotzdem den gleichen Umsatz wenn nicht noch mehr macht.
Zumindest ich weiss von vielen Leuten, die aufgrund der Preise dort nicht mehr hingehen, und dies vollkommen zu Recht. Nur ich selber bin leider nicht konsequent genug und schlepp mich da trotz dieser frechen Preise hin.
Wie wurde es in unserer trauten Runde so schön zusammengefasst? Das sind Preise wie in zwanzig Jahren.
Abschliessender Gedanke: Ich würde gerne mal wissen, wer sich an diesen unverschämten Preisen eine goldene Nase verdient. Die Vereine sind es anscheinend nicht, da diese dem Vernehmen nach keine tollen Antritts- oder Gewinnprämien bekommen. Horst P. behauptet ja immer, dass er mit dem Turnier kein Geld mache. Aber wo bleibt dann das Geld? In der Hallenmiete? Dann sollte man sich ernsthaft überlegen, ob man nicht zumindest die Vorbereitungsturniere in kleinere Hallen verlegt. Z.B. die Wandsbeker Sporthalle würde mit 1000 Zuschauern ein deutlich stimmungsvolleres Bild abgeben als die Alsterdorfer Sporthalle.
Insgesamt waren 5/8 der Amateurredaktion anwesend und sonst so ziemlich kein braun-weisser. Nur Tornieporth und Ansorge checkten mal eventuell kommende Gegner aus, bzw. guckten sich ehemalige Weggefährten mit ihrem Verein an. Ich hatte nicht viel Lust den Amateur zu verkaufen, auch wenn es eine Verkaufserlaubnis in der Halle gab. Aber auch so setzte ich ca. 10 Stück ab, da ich offensiv von zwei Leuten gefragt wurde, ob mein Blatt denn auch heute schon erhältlich sei. Schonmal ein bisschen Geld klar gemacht und den – eingeplanten – finanziellen Verlust verringert.
Das Turnier entwickelte sich als neutraler Zuschauer ganz ansehnlich. Was auch bei einer Zuschauerin zu folgenden Satz in Richtung ihres Freundes führte „Halt den Mund, Schatz, ich will Fussball sehen.“ Jedoch wurde teilweise zu verbissen und mit zu vielen Fouls agiert. Hinzu kam, dass die Schiedsrichter einige eklatante Fehlentscheidungen fällten und so z.B. Sasel durch einen Witzelfmeter in letzter Minute das Halbfinale erreichte. Diese erzielten dann im Halbfinale aber auch das schönste Tor durch einen Hackentrick.
Am Ende war Vicky der Sieger und viel mehr gab es über einen netten Abend mit ein paar schlechten Seiten nicht zu sagen.
Am Mittwoch ging es dann weiter in der Halle. Diesmal mit unseren Amateuren, und insgesamt hoffte ich dann doch auf einen besseren Verkauf des Amateurs. Dies erwies sich jedoch letztendlich als Fehlhoffnung, so dass ich ca. 60 Exemplare von 100 nicht verkaufen konnte. Reste gibt es also (sobald dieser wieder geöffnet hat) im Fanladen. Der finanzielle Verlust hält sich aber aufgrund einer Anzeige der AFM und aufgrund einiger grosszügiger Spenden im Rahmen und lässt sich garantiert beim ersten Heimspiel wieder ausgleichen.
Ich war also für den Verkauf früh an der Alsterdorfer Halle. Erneut den unverschämten Preis von acht Euro gezahlt und dann auf Käufer gewartet. Insgesamt war das Geschäft nur – wie oben beschrieben – dünn, was auch daran lag, dass insgesamt sehr wenige braun-weisse den Weg in die Halle gefunden hatten. Insbesondere der übliche Amateursupport fehlte nahezu komplett. Wäre USP nicht in einer beachtlichen Anzahl in der Halle aufgekreuzt, wären insgesamt wahrscheinlich nur 10 St. Paulianer anwesend gewesen. Okay, ich könnte jetzt irgendwas von „schwachem Bild“ schreiben, aber ich verstehe aufgrund der frechen Eintrittspreise jeden, der zu Hause bleibt. Vielleicht sollte man sich lieber nächstes Jahr mit 30 Leuten in Richtung Quickborn aufmachen als dieses Turnier noch mal zu besuchen.
Gerade als man es sich gemütlich gemacht hatte, spielten unsere Helden auch schon ihr erstes Spiel. Leider nicht sehr erfolgreich, wurde doch gegen Lurup gleich 0-1 verloren. Okay, unsere Amateure hatten einige Chancen aber insgesamt merkte man, dass nicht viel Power drin war im Spiel.
Nun ja, etwas Frust, aber noch war ja nix verloren. Man hatte ja noch zwei Spiele. Zwischendurch vernachlässigte ich meine Fotografenpflicht, schnackte ich doch erstmal mit Mama Kalla. Die auf die Frage, warum Cordi eigentlich nicht mitmacht nur meinte „ich habe meinen Manager nicht überredet bekommen“ (dazu sei gesagt, dass Mama Kalla nicht nur Mutter unseres Jan-Philip ist, sondern auch bei Cordi wirbelt). Sie erzählte mir weiterhin, dass ihre Ligamannschaft in der Sommerpause das Mariental renoviert hätte. Liebe St. Pauli-Spieler: Wir haben mit der Schanze und dem Millerntor zwei Spielstätten, die jegliche Renovierungsarbeit vertragen können. Also nehmt euch ein Beispiel an Cordi ;-)
Die nächsten Spiele plätscherten so an mir vorbei. Insgesamt fielen auch sehr wenig Tore, was auch zeigt, dass die Mannschaften das teilweise viel zu verbissen sahen. Stimmung kam eigentlich nur bei Altona auf, da diese als einzige noch nennenswert Fans mitgebracht hatten. Wobei ich die Mischung bei Altona immer noch eigenartig finde. Da sitzen die ganzen „Altlinken“, die bei St. Pauli gegangen sind, weil ja alles so schlecht ist, fröhlich neben Lokalrivalenfans. Okay, wenn sie meinen…
Unsere Spieler verkackten auch das zweite Spiel erneut mit 1-0 und waren damit so gut wie ausgeschieden. USP nahm dies zum Anlass ihre Fahnen einzurollen und den Support einzustellen, wohl nicht nur wegen der Leistung, sondern weil man sich auch mehr Respekt erwartet hätte. Okay, habe nicht so ganz verstanden, was sie darunter verstehen. Eine etwas angesäuerte Reaktion kann ich schon verstehen. Nur ein pauschales Urteil dahingehend, dass den meisten Spielern der Verein und die Fans egal sind, halte ich für übertrieben. Da hab ich an der Schanze schon andere Erfahrungen gemacht. Ich glaube viele Spieler sind einfach jung und haben dann auch „Angst“ vor den Fans.
Nun begannen aber Rechenspiele. Während ich eigentlich schon davon ausgegangen war, dass wir ausgeschieden sind, brachte mich der TAZ-Reporter mit MoPo-Amateurkolumne darauf, dass rechnerisch noch was ging. So nach dem Prinzip „Lurup muss gewinnen“.
Erstmal mussten unsere Helden jedoch das letzte Spiel gewinnen, was sie dann endlich mal mit Bravour machten. Endlich mal schnelles Spiel, Einsatz und dann auch Torchancen. Erneut zeigte sich, wozu die Mannschaft eigentlich in der Lage ist. Schade, dass sie auch in der Halle ihre grundsätzlich fehlende Kontinuität zeigt, die sie leider auf dem Feld hat. Würde sie regelmässig ihr Potential abrufen, dann stünde sie deutlich besser da.
Nun dachten alle „Lurup muss gewinnen“, nur dies war genau falsch. Buxtehude musste gewinnen, was natürlich nicht klappte, auch weil wir halt die ersten zwei Minuten das falsche Team anfeuerten. Zumindest still und leise, denn grosse Rufe hallten nun nicht durch die Halle. So waren unsere Amateure ausgeschieden und die Altonaer Lokalrivalen konnten sich freuen. Natürlich lustig, wenn man aufgrund der Verbundenheit zu einer Fanguide-Mitarbeiterin mit einem lauten „Norbert, grüss mal T.!“ bedacht wird. Und das einmal lautstark durch die Halle. Noch ein Einschub: Woher kennt eigentlich einer unser alten Skinheadrecken die alle?
Noch ein Wort zu den Hallensprechern. Michael Schickel am Mikro ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Aber während die beiden Dienstag noch ziemlich informativ und klar wirkten, waren sie Mittwoch sehr fahrig und mit viel weniger Informationen. Keine Ahnung, warum die so abbauten.
So war meine Laune im Eimer. Und da ich aufgrund der Preise und des Autofahrens nicht frustbierfähig war, machte ich mich auf den Weg nach Hause. Da hatten es die „offiziellen“ Pressevertreter besser, die sich im VIP-Raum wohl ordentlich die Kanne gaben.
… die neue Ausländerregelung im deutschen Fussball. Nach dieser können so viele Ausländer beschäftigt werden wie man will, aber es müssen 12 Deutsche im Kader stehen. Jetzt sind Ausländerregelungen für jemanden, der es nicht so wirklich mit Nationalstaaten und Nationalmannschaften hat, immer eine zweischneidige Sache. Und ich kann mich eher mit einem Chinesen identifizieren, der 12 Jahre für meinen Verein kickt, als mit einem Hamburger, der in 10 Jahren 9 Vereine durch hat. Interessant ist jedoch folgendes: Die Begründung für diese Änderung ist, dass die deutschen Vereine sonst nicht mehr wettbewerbsfähig sein. Die übliche Begründung für Ausländerbeschränkungen war bisher immer Schutz der Nationalmannschaft bla. Auch dieses ist also nun auf dem Tempel des Kommerzes und dem Tempel der „Wettbewerbsfähigkeit“ geopfert. Hinzu kommt, dass ich bezweifele, dass viele europäische Spitzenklubs Probleme mit der deutschen Ausländerbeschränkung haben, denn EU-Ausländer kann ich ja frei beschäftigen. Und bei den Brasilianern sind viele mit einem mehr oder weniger ersch