Norbert regt sich auf vom 8.3.2005

 

über

Ein Bericht ohne Spiel

Vorwort

Irgendwie fallen ja dauernd Spiele aus. Man kommt zu nix und schon gar nicht dazu, Berichte zu schreiben, weil einem irgendwie das Grundthema fehlt. Und für irgendwelche dämlichen Testspiele lohnen Berichte nicht wirklich. Nur laufen ja irgendwie die vereinstechnischen Ereignisse weiter und auch die harren einer Kommentierung. Daher möchte ich mich – vielleicht etwas verspätet – der Bayernkartenproblematik und anderer Dinge annehmen.

Warum es keine gerechte Kartenverteilung gibt

Letzte Woche gab es nun einen Brief an die Mitglieder, dass sie eingeschränkt eine Bayernkarte erhalten können. Denn nur wer nicht bereits über eine Dauerkarte einen Platz im Stadion hat, hat eine Chance eine Karte zu bekommen. Dies ist zwar bedauerlich, weil wahrscheinlich jeder einen guten Freund hat, den er gerne mitgenommen hätte, aber es ist erstmal grundsätzlich nicht unfair. Denn wer ein Mitglied mit Dauerkarte ist, der hat nun seinen Platz und kann persönlich (und auch nur er persönlich leistet was für den Verein) am Spiel teilnehmen. Bedauerlich ist, dass dies nicht auch für alle Mitglieder ohne Dauerkarte gewährleistet werden kann. Und hier kommen wir zu dem, was Kritik hervorrufen muss: die fehlende Transparenz wer welche Karten bekommt. Hier geistern Zahlen durch die Presse, die weder bestätigt noch dementiert werden, und das stört mich. Hier hätte ich vom Präsidium eine klare Aufstellung verlangt, wer welche Karten bekommt. Sprich eine Rechnung, die bei 19.400 anfängt und bei 0 aufhört. Denn klar sind nur folgende Zahlen (und selbst die sind gerundet): 12.000 Dauerkarten (mit Rückrundenpaketen) und 2.000 Gästekarten. Fehlen 5.400 Karten, bis man die Kapazität des Millerntores erreicht hat. In der Presse waren dann noch von 1.500 Sponsorenkarten, von 500 „Pufferkarten“ und von ca. 1.800 Karten für Mitglieder die Rede. Bleibt eine Lücke von 1.600, wo man 600 vielleicht für Rundungsdifferenzen und 500 für Presse, Funk und Fernsehen abziehen kann. Aber selbst bei dieser Rechnung (und ich gebe zu, dass die ungenau ist) bleibt eine Differenz von 500.

Da wir dies nicht nachvollziehen können und das Präsidium mal wieder gegen die eigene Prämisse der „Transparenz“ verstossen hat und dies erneut ohne wirkliche Folge bleiben wird (oder wird irgendjemand ein Misstrauensvotum gegen Corny stellen?), sollten wir eine andere Herangehensweise probieren.

Fakt ist: Egal, wie wir es drehen und wenden, wir werden nicht alle Interessenten am Millerntor unterbringen. Daher beginnen nun die Verteilungskämpfe, die im Forum nach folgendem Prinzip geführt werden: „Ich gehöre nicht zu dieser Gruppe, also ist diese Gruppe vollkommen zu Unrecht dabei“. Ich denke wir sollten nach folgender Grundprämisse an die Sache herangehen: Wer irgendetwas persönlich für diesen Verein leistet, was über die Anwesenheit bei einem Pokalhalbfinale hinausgeht, der sollte eine Möglichkeit erhalten eine Karte zu bekommen.

Das heisst für mich: Mitglieder und Dauerkarteninhaber sollten eine Karte bekommen. ABER: Eben nur für sich persönlich und nicht für einen Freund. Der mag noch so bedürftig, grossartig, nett und würdig sein, aber er hat eben nicht ca. 100 Euro Dauerkartengebühr oder ca. 70 Euro Mitgliedsbeitrag bezahlt. Natürlich gibt es viele Gründe, warum er dies nicht getan hat, aber irgendwo gibt es eine Grenze.

Das heisst für mich aber auch, dass Besitzer des Rückrundenpaketes (eine der Gruppen, auf die sich am liebsten eingeschossen wird) natürlich ein Vorkaufsrecht erworben haben. Denn auch diese haben eben mehr geleistet als der Freund eines Vereinsmitgliedes mit Dauerkarte. Ca. 80 % dieser Leute haben sich nämlich dazu entschlossen, alle Rückrundenspiele (und damit auch solche Kracher wie gegen Hertha II) zu sehen, als wir noch nicht Bokal waren und locker gegen Bremen hätten ausscheiden können. Ob man nach der Halbfinalauslosung noch Rückrundenpakete auf den Mark hätte schmeissen sollen, steht auf einem anderen Blatt. Hier hätte sich der Verein vielleicht zurückhalten sollen, aber einen pauschalen Vorwurf an Inhaber dieser Pakete verbietet sich eben aus dem eben gesagten.

Gleiches gilt für die Sponsoren: Leute, es ist immer schön sich auf die einzuschiessen, aber überlegt ihr eigentlich mal, was bei uns ein Sponsorenpaket kostet? Und was die Gegenleistung ist? Und in dem Moment, wo unser Verein wirklich mal eine Liveübertragung hat, da sind ausser Mobilcom alle Werbepartner aufgrund der Zentralvermarktung raus. Natürlich wollen die Karten und: ja, ich finde auch, dass ihnen welche zustehen. Und zwar auch in einer ausreichenden Zahl. Denn solange man die Realität des bezahlten Fussballs am Millerntor bewundern will, solange muss man auch Sponsoren in Kauf nehmen und auch sehen, dass die eine Gegenleistung haben wollen. Und die haben ihr Sponsorenpaket eben auch für den harten Regionalligaalltag gekauft und sollen nun auch profitieren.

Bleiben also die restlichen Karten. Presse, Funk, Fernsehen können wir definitiv nicht beeinflussen. Die sind zwar ärgerlich, aber so ist das Spiel halt. Aus den sog. Pufferkarten werden garantiert auch die Fanladenkarten sein, die für auswärtige Mitglieder bestimmt sind. Auch dies ist komplett fair, denn diese geben teilweise schon Unsummen für die Anfahrt aus. Mal ganz davon ab, dass es sich wirklich um ein sehr kleines Kontingent handelt. Das einzige, was ich nicht will ist, dass Karten nach dem Prinzip „Ich kenne Corny“ verteilt werden. Und genau dies ist bei der fehlenden Transparenz nicht sicher gestellt. Und genau dies ärgert mich. Oder anders ausgedrückt: Elton wird da sein, aber mit welcher Berechtigung? (wobei ich nicht weiss, ob der Vereinsmitglied ist, dann nehm ich das zurück). Nur welche Berechtigung haben die anderen Promis, die nun wieder ihre Liebe zu „Pauli“ entdecken?

Das einzige, was ein bisschen helfen würde, wäre eine Zusatztribüne, die aber nicht finanzierbar ist. Ausser es findet sich jetzt ein irrer Sponsor, der diese Tribüne bauen will. Ich denke mal, die Namensrechte kann er verdammt lange vom Verein dafür haben. Ich leite Bewerbungen gerne weiter. Falls also jemand ca. 400.000 Euro übrig hat ;-)

Und dann war da noch…

… das Terminchaos in der 3. Liga. Ein scharfer Winter kommt ja auch immer dann, wenn man die Saison schnell beenden muss. Nun sind Winter mit Schnee ja eigentlich nix ungewöhnliches (auch wenn Klimaforscher dies nun so darstellen, aber da hab ich sowieso das Gefühl, dass alles in ihre angeblichen Modelle passt), aber sie zeigen auch wieder, dass es Unsinn ist, in Deutschland Mitte Dezember Winterpause zu machen. Lustig wird das ganze nebenbei dann, wenn wir wirklich das Pokalfinale erreichen sollten. Nach Terminplan sollen wir nämlich einen Tag vorher zu Hause gegen Wattenscheid spielen.

… die Fans von Aachen, die sich hiermit den „Superfuxx“ (ehemalige Auszeichnung von Sat 1) als formbare Fans und gleichzeitig den Sonderpreis in der Kategorie „Rassismus“ verdient haben. Dafür dürft ihr nun alle einmal bei den dämlichen DSF-Ratespielen anrufen und bekommt als Belohnung nächste Saison 17 Montagsheimspiele. Das DSF hat sich nicht erblödet in der offiziellen Stadionzeitung von Aachen sich dafür zu bedanken, dass es ja bei der letzten Übertragung keine Beschimpfungen des DSF durch Aachener Fans gegeben hätte und man auch dann nicht drauf eingegangen sei, als aus dem Gästeblock diese erklungen wären. Daher wolle sich das DSF für diesen Sportsgeist bedanken. Und was machen die Aachener bei der Liveübertragung gegen Rostock? Anstatt 90 Minuten lautstark „Scheiss DSF“ zu brüllen, kommt von denen 90 Minuten gar nix. Nicht einmal wird irgendetwas gegen das DSF gebrüllt. Und dann brüllen die noch kurz vor Schluss als Beleidigung gegenüber den Rostockern noch was von „Asylanten“ und das laut und deutlich hörbar. Es fehlte eigentlich nur, dass der DSF Reporter in diesem Augenblick auf die tolle Stimmung h