Norbert regt sich auf vom 13.3.2005

 

über

Das ist wieder die alte Scheisse

Vorwort

Ihr träumt vom Aufstieg? Ihr denkt wir haben eine Chance? Werdet Lübeck oder Kiel Fan. Der FC St. Pauli von 1910 e.V. wird im Jahr 2006 nicht aufsteigen. Das war keine unglückliche Niederlage, es war nicht der Schiedsrichter schuld, sondern es sind Spieler schuld, die alles verlernt haben, die Taktik komplett verlernt haben und auch nicht mehr laufen wollen. Bei einigen frage ich mich, was die in der ersten oder zweiten Liga wollen, denn auch in diesen Ligen muss man laufen (und ich nehme Ralle aus dieser Kritik aus, denn „engagiert“ (wie eine Zeitung schrieb) war er). Ich könnte die ganze Zeit nur kotzen. Wenn ihr in Braun-weiss nicht spielen wollt, ihr Spieler, wenn ihr nicht alles geben wollt, dann geht, aber glaubt nicht, dass auch nur irgendjemand euch eine Träne nachweint. Ich will endlich mal Spieler sehen, die 36 Spiele sich für den Verein absolut den Arsch aufreissen, auch wenn sie kein Fussball spielen können. Nur irgendwelche schlampigen Talente möchte ich nicht mehr haben…

Warum?

Warum kann ich nicht einfach vorne anfangen und den Tag schildern? Weil ich mich tierisch aufregen kann über eine absolute Nichtleistung, weil ich mich aufregen kann über einen Torhüter, der sein Zenit absolut überschritten hat, nicht mehr der Rückhalt ist, der er vielleicht mal war und der uns mal wieder Punkte kostet. Und da hilft auch nicht eine gute Parade pro Spiel. So etwas erwarte ich einfach von einem Torhüter. Wie das Abendblatt ihm nur eine „Teilschuld“ am Gegentor geben kann, ist mir schleierhaft. Der Ball war nun wirklich nicht zu schlimm um ihn zumindest sinnvoll nach aussen zu fausten und nicht direkt dem Stürmer vor die Füsse.

Ich frage mich auch, was gewisse Stürmer im „Profi“fussball wollen? Wenn man in 90 Minuten einen Zweikampf gewinnt, wenn man 90 Minuten genau einen Ball mal verteilt bekommt und alle anderen nie halten kann, dann hat man in einer höheren Liga nix zu suchen. Und da hilft es auch nix, wenn Zeitungen schreiben, man habe ja keine Bälle bekommen. Ich achte aufgrund meiner Position im Stadion ziemlich stark auf die Stürmer und genau das Gegenteil ist der Fall.

Ich frage mich auch, warum Dinzey nach seiner tollen Zeit im Herbst wieder in seine Selbstzufriedenheit zurückgefallen ist. Klar versucht er immer mal als Stürmer zu spekulieren und dies tut er wie kein Zweiter, aber er muss eben auch mal wirklich mit Kraft in einen Zweikampf gehen. Das hat er vor der Winterpause wirklich klasse gemacht, aber jetzt ist das wieder nix.

Ich frag mich auch was mit Schultz, Boll und Hauke los ist. Plötzlich sind diese ehemaligen Leistungsträger vollkommen von der Rolle. Bei Hauke hätte ich heute beinah eine Leistungssteigerung gesehen, aber nach seiner roten Karte wird er erstmal raus aus der Mannschaft sein. Die Rote Karte wäre grundsätzlich okay gewesen, wenn man allerdings bedenkt, dass in der 1. Halbzeit ein Leverkusener Hauke absolut zusammentritt und dafür nur gelb bekommt, dann fragt man sich, welche Vergleiche dieser Schiedsrichter zieht.

Spielen die nun gegen den Trainer, weil dieser verlängert hat (so die Theorie eines Busmitfahrenden)? Oder ist der Pokalerfolg zuviel gewesen? Irgendjemand erinnerte an Lübeck vorletztes Jahr, die in Bremen ein Riesenspiel im Pokal machen, da noch sicher im Mittelfeld der 2. Liga stehen, und dann in der Liga plötzlich komplett eingehen. Warum trainieren wir nach der Winterpause eigentlich plötzlich wieder nur einmal pro Tag, nachdem gerade das zwei mal den Tag trainieren die Mannschaft vor der Winterpause zu besseren Leistungen gebracht hat.

Hinzu kommt, dass der Schiedsrichter komplett parteiisch gepfiffen hat und zwei klare und einen naja-Elfer uns nicht gegeben hat. Jedoch als Ausrede sollte dies nicht benutzt werden. Wir haben 10 Minuten um das Tor wirklich klasse gespielt und wenn wir so 90 Minuten spielen, dann hauen wir die locker weg. Wenn man dann aber in Selbstzufriedenheit verfällt, dann verliert man halt in Leverkusen.

Insgesamt bleibt wahrscheinlich nur das zu sagen, was schon der Herr OL in einem Lied gesagt hat: „Ich fall nach Auswärtsniederlagen in ein tiefes Loch, wach am nächsten Tag auf und denk ich lieb sie doch“. Nur leider dauert bei mir die Lochphase immer bis Mittwoch.

So

Nun habe ich mich etwas wieder abgeregt und kann vielleicht über die restlichen Ereignisse des Tages berichten. Und das Beste ist: ab nun kann ich das Spiel ausklammern. Wie immer ging viel zu früh der Wecker und ich machte mich auf zu meiner Teilmitfahrgelegenheit. Als ich das Haus verliess stellte ich fest, dass von den Spuren, welche die Poppenbütteler WG am Freitagabend wie kleine Kinder in den Schnee gehämmert hatte, nix mehr übrig geblieben waren. Und zwischen Spuren machen und Spuren nicht mehr sehen lagen gerade mal 6 Stunden. Auf dem Weg zur Mitfahrgelegenheit stellte ich jedoch fest, dass das Fahren mit Sommerreifen heute morgen nicht sehr empfehlenswert gewesen wäre. So benutzten wir die Hamburger Taxiinnung, die uns sicher zum Klubheim transportierte.

Hier stapften schon einige Gestalten durch das Winterwonderland am Millerntor, aber die Busse waren natürlich noch nicht da. So nutzte ich die Zeit um mir mal das Millerntor von Innen anzusehen, wobei das ganze einer Nordpolexpedition ähnelte (Bilder auf der Bilderseite). Dann kamen die Busse und die Tour in Richtung Westen konnte beginnen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir immer noch etwas Angst um das Spiel, denn es schneite doch richtig heftig. Zwar war uns von den Vorausfahrern gemeldet worden, dass in Leverkusen am Freitag noch alles grün gewesen sei, aber auch als wir weiter Richtung Westen kamen, wurde es nicht viel weniger Schnee.

Die Hinfahrt verlief ansonsten nicht sehr spektakulär. Die Musik lief mal wieder im üblichen Punk/Ska/Irish Folk Einheitsbrei und als Veteranenbernd mit seiner Mix CD aus Mitgröhlhardrock für etwas Stimmung in den vorderen Reihen sorgte, da schlug das Punk/Ska/Irish Folk Imperium schnell wieder zurück, so dass wir nur 25 Minuten Ruhe davon geniessen konnten. Fanladen-Björn und mir kam schon die Idee, dass wir bald nicht mehr Nichtraucher und Raucherbusse und USP und Skinbusse unterscheiden, sondern Punkrockbusse und Keinpunkrockbusse. Es ist nebenbei auch immer wieder gut zu merken, dass anscheinend die wenigsten Mitfahrer genug Englisch können um die teilweise übelst sexistischen Texte einiger Lieder zu verstehen. Ansonsten sind nur das defekte Klo, welches trotzdem spülte (alle Anwesenden staunten), und der Flachwitz „Es gibt Garn und Ungarn“ erwähnenswert.

Bereits Höhe Wuppertal meldete sich die Polizei bei uns und erklärte, dass man uns abholen wolle. Man solle sich doch noch mal beim Überschreiten der Stadtgrenze melden. Nun, wir waren nett und meldeten uns also, als wir beim Kreuz Leverkusen von der A 1 auf die A 3 wechselten. Nun ist es ja so, dass das Leverkusener Stadion nun wirklich absolut direkt an der Autobahn liegt. Nur leider nicht so, dass man dort auch die Autobahn verlassen kann und dann beim Stadion ist. Nein, vielmehr muss man noch eine kleine Stadtrundfahrt einleiten. Dies taten wir auch, aber von unserer Begleiteskorte war nichts zu sehen. Als wir bereits beschlossen hatten uns alleine zum Stadion durchzusuchen, rief erneut die Polizei an, wo wir denn seien und man würde nun jemanden schicken, wir sollten auf sie warten. So standen wir nun mitten auf einer Brücke und warteten auf die Polizei, die erstmal lange nicht kam. Gerade als wir beschlossen hatten nun doch nicht mehr zu warten, kam eine Polizeiwanne, eine junge Dame in Montur stieg aus und rettete unseren Tag. Original(!!!!!)zitate: „Wollen Sie zum Fussballspiel?“ Antwort: „Ja“ (gedachte Antwort: „Nein, wir stehen hier nur auf einer Leverkusener Brücke rum, weil es so spannend ist.“) *kurzePause* „Sind Sie St. Paulifans? Wollen Sie direkt in der Gästekurve parken?“ Antwort: „Ja“ (gedachte Antwort: „Nein, wir sind Chelsea und warten auf unsere Matchpartner aus Rotterdam“). Gut, nachdem die Fronten geklärt waren (und eine mitreisende Frau dies mit „Typisch Frau“ kommentierte) wurden wir also zum Eingang begleitet, wobei die Polizei doch wirklich den Ordnern an der Durchlassschranke erklären musste, dass wir denn nun hier parken dürften.

Herzlich willkommen im Ulrich-Haberland-Stadion. Während Leverkusen diesen Namen beim Hauptstadion ja elegant verschwinden lassen hat (Ulrich Haberland ist meines Wissens während der Nazizeit bei Bayer Chef gewesen und hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert), so heisst das kleine Stadion nebenan immer noch so. Und man kann sagen was man will: Für eine 2. Mannschaft ein perfektes Stadion. Klein, eng, aber doch mit guter Sicht. Der Gästeblock ist okay und auch nicht übermässig eingezäunt. Nicht okay waren wohl die Kontrollen in den Gästeblock, denn das Zerbrechen von Zigaretten ist definitiv nicht erlaubt, stellt eine Sachbeschädigung und nix anderes dar und ist auch nicht durch das Suchen nach Drogen gerechtfertigt. Die Strafanzeige scheitert leider daran, dass die natürlich clever waren und jeden nur einzeln und ohne Zeugen durchsucht haben. Insbesondere da hier ein privater Ordnungsdienst und nicht die Polizei durchsuchte. Warum ein privater Ordnungsdienst überhaupt nach Drogen sucht und warum ein Veranstalter unbedingt drauf hinweisen muss, dass ja Drogen im Stadion verboten sind, ist mir schleierhaft. Immerhin hält St. Pauli so seit unserer 1. Liga Saison einen Rekord, auf den wir laut Leverkusen nicht stolz sein sollten, aber irgendwie garantiert doch stolz sind. Nämlich den Rekord von am meisten gefundenen THC bei den Eingangskontrollen.

Komme ich wieder zum Stadion: Dieses ist wie schon gesagt perfekt, hätte der Hersteller nicht am Klo gespart. So stehen im ganzen weiten Rund ca. 10 Dixis für die gesamte Zuschauerschaft bereit. Das ist nicht gerade Service. Hier sollte Leverkusen mal investieren und bessere Voraussetzungen schaffen.

Dafür war der Rasen jedoch in einem super Zustand. Ein Ordner erzählte mir, dass dies Folge davon sei, dass ihr „Greenkeeper“ einer der besten sei und in ganz Europa Vorträge halten würde. Sollten wir jemals zu Geld kommen, sollten wir den abwerben.

Spiel siehe oben

Stimmung? Kommt in einem so kleinen Stadion auf der gegenüberliegenden Seite hammerlaut an. Nur wenn man direkt vor dem Block steht, dann hört man gar nix mehr, wenn nicht direkt hinter einem gesungen wird. Tja, und da eine Koordination zwischen den USP Duracellmännchen und dem Rest des Blockes immer noch nicht gefunden ist, war der Block nur selten wirklich laut. Ich wurde noch mit „Norbert Calmund“ rufen belegt, was aber auch aufgrund dieser blöden Leibchen, die wirklich einen zu WurstinPelle machen, vollkommen berechtigt war. Warum USP nicht in den Innenraum durfte, um Fotos zu machen, bleibt nebenbei wahrscheinlich für ewig ein Geheimnis von Bayer Leverkusen

Die Rückfahrt verlief dann mit fröhlichem Getrinke. Spaddel tankte Kraft um seine Topform zu erreichen, ich machte mich schon mal fit für eine noch folgende Geburtstagsparty, schrieb englischsprachige SMS und hoffte auf baldige Ankunft, Moritz unterhielt sich mit italienischer Politik aus irgendeinem komischen Buch und DOT wurde irgendwann nach hinten zitiert. Sprich es wäre passend zum Tag nicht spannend gewesen, wenn nicht RDS auf einer Raststätte meinen Tag gerettet hätte. Er unterhielt sich fröhlich beim auf Klo gehen mit einem kurzhaarigen Freund und setzte diese Unterhaltung auch fort, als dieser in einer Kabine verschwand. Dabei kabbelten die beiden sich fröhlich und RDS meinte, dass er gleich unter der Kabinentür durchkrabbeln würde, wenn es so weiter gehen würde. Daraufhin meinte ich nur, dass ich ihm ein Bier geben würde, wenn er es schaffen würde. Was RDS dann versuchte. Leider blieb er an seinem kleinen Wohlstandsbäuchlein hängen. Aber insgesamt war es ein Bild für die Götter.

In Hamburg fiel ich in die S 3, die mich zu meiner Party brachte, wo ich mir noch die Bettschw