Norbert regt sich auf vom 10.4.2005

 

über

…ohne Punkte ist alles doof!

oder

Warum Bayern uns die nötigen 1 bis 2 Prozent Feuer gekostet hat

Vorwort? Doof!

Kennt ihr dieses niedliche Schaf, welches auf Artikeln wie Taschentüchern prangt und über dem steht „Ohne dich ist alles doof“? Daneben sind dann mehrere Sachen gezeichnet und darauf ist immer ein Pfeil und das Wort „Doof“. So ging es mir Samstag auf der Rückfahrt. Busfahrt? Doof! Stefan? Doof! Daniela? Doof! Saufen? Doof! Bundesliga? Doof! St. Pauli? Doof! Weil ohne Punkte ist alles doof. Sonntag kam dann noch Sternschanze? Doof! LeoManzi? Doof! hinzu. Ach ja zu Corny Littmann? Doof! kommen wir in diesem Bericht auch noch. Da würden aber auch Punkte nix nützen...

Samstag? Doof!

Spiele im Osten der Republik erfreuen den geneigten Auswärtsfahrer immer wieder sehr. Eine lange Anfahrt ist eigentlich immer mit einem schlechten Spiel unserer Mannschaft und einem gepflegtem Punktverlust verbunden. So musste man sich auch diesmal wieder um 4.20 Uhr aus dem Bett quälen, damit man früh an den Bussen war. Bei einer so unchristlichen Zeit liess ich diesmal meine übliche Mitfahrgelegenheit aus und liess mich durch meinen persönlichen Fahrservice direkt zum Bus bringen.

Hier standen mal wieder die üblichen zu-früh-Kommer am Bus und warteten auf diesen. Ein Bus war zwar schon da, aber das war nicht unser. Es war einer von zwei Nichtraucherbussen, wobei einer von Orsen betreut wurde, der damit seine Premiere als Reiseleiter gab. Noch eine Notiz zu den Mitfahrern. Hatte es doch der Präsident unseres FC 42 es mal wieder geschafft, sich bei Fanladen-Assitours anzumelden! Ich kann mich gar nicht entsinnen, ob ich in der dritten Liga überhaupt schon mal einen Bus mit ihm geteilt habe. Aber diesmal war er an Bord und vorher auch noch Gast im JollyDayInn, welches er als sehr gut pries, so dass ich diese Einschätzung hier mal weitergebe.

So machten wir uns kurze Zeit später auf in den wilden Osten. Erstmal sehr ruhig und von mir nur mit Anmerkungen über die Rehe auf den Feldern gestört. Die Mitfahrer hatten noch nicht wirklich ihre Topform erreicht und so vertrieb man sich die Zeit mit reden und dösen. Erst eine Diskussion über die Förderung des Ostfussballes löste etwas mehr Stimmung aus. Einschub: Gibt es eigentlich irgendjemanden, der mit dem System der Regionalligen zufrieden ist? Aus meiner Sicht sind die eine absolute Totgeburt. Alle attraktiven Derbies sind weg, man braucht viel zu viel Geld um in dieser Liga überleben zu können und dementsprechend hängen nahezu alle Vereine am Tropf von Geldgebern. Waren da die alten Oberligen nicht sinnvoller? Einschub Ende.

Relativ schnell fand man sich auf der A 14 und damit in der Nähe von Jena wieder. So kamen wir nach etwas mehr als 6 Stunden an unserem Bestimmungsort an und konnten uns auf Stadionsuche begeben. Erneut wollte uns die Polizei abholen, was insgesamt auch annehmbar funktionierte. Nur erneut musste uns die Polizei fragen, ob wir denn St. Paulianer sind. Sieht man das nicht?

Jena wirkt auch nicht gerade wie eine der Perlen der deutschen Städte. In einen Kessel gebaut und von Bergen umzingelt, sah man bis zum Stadion eigentlich nur hässlichste Plattenbauten (auch im real existierenden Sozialismus hätte man sich doch eigentlich im klaren darüber sein müssen, dass Hochhäuser mit Blick auf eine Autobahn nicht so der Hammer sind, oder?). Aber man sieht natürlich immer nur einen kleinen Ausschnitt einer Stadt, insofern mag Jena auch viele hübsche Ecken haben, die aber eben nicht am Anfahrtsweg zum Stadion liegen.

Das Stadion hingegen ist mit seinen Fluchtlichtmasten hingegen weithin zu sehen. Noch so ein Punkt, den ich an modernen Arenen nicht mag. Sie haben diese prägenden Masten nicht mehr, die man von weitem aus sieht und welche die Vorfreude in einem aufkommen lassen. Das find ich nebenbei immer noch super grossartig in Kaiserslautern.

Nun haben die auch direkt hinter der Gästekurve einen klasse Parkplatz für Busse, aber die Anfahrt dahin ist einfach ein Grauen. Man muss durch eine lange kurvige hohle Gasse, die von Zäunen der Sportplätze, die neben dem Stadion sind begrenzt werden. Diese ist so eng, dass an einer Stelle die Busse ca. 150m rückwärts fahren müssen, damit sie durch eine Abbiegung kommen. Sehr förderlich sind auch die Sperrpfosten, welche den Weg eigentlich nur für Radfahrer nutzbar machen und die – wenn man den mittleren entfernt – gerade mal so einen Durchlass für Busse lassen. Durch diesen Durchlass knallte nun also unser Busfahrer durch. Und dies ohne irgendwie sein Tempo zu vermindern oder abzuschätzen. Die vorderen Reihen klatschten spontan Beifall.

Nun begann meine übliche Suche nach der Innenraumkarte, die aber nach der Absolvierung der Stadionrunde erfolgreich beendet werden konnte. Ich durfte aber nur durch den Heimeingang das Stadion betreten. Und auch wenn Jena wirklich zu 90 % normales Fussballpublikum hat liefen da doch einige ganz schön finstere Gestalten rum. Die Polizei bestand trotz Presseakkreditierung auf Durchsuchung (was eigentlich eine Frechheit ist) und fand – wunder-oh-wunder – eine Kamera inklusive Zubehör.

Ich bin ein extrem vorsichtiger – manche meinen: panischer – Mensch, wenn es um die Vermeidung von unangenehmen Situationen beim Fussball geht. Und während ich eben noch zu 90 % normales Fussballpublikum sah, musste ich auf der Haupttribünenseite doch meine Meinung ändern, denn hier konnte man ohne weiteres einen kompletten Thor Steinar-Modekatalog fotografieren. Es ist erschreckend, wie viele vollkommen normal aussehende Mitzwanziger mit diesen Klamotten rumlaufen. Ist das dort wirklich eine normale Modemarke? Wenn ja, dann haben es die Rechten in die Mitte der Gesellschaft geschafft und das wäre wirklich erschreckend. Oder laufen selbst bei einem Verein wie Jena (wo die Ultras ein „Jenafans gegen Rassismus“-Plakat am Zaun anbringen) unzählige Nazis rum? Das wäre genauso erschreckend. Aufklären kann man so etwas nicht, denn in die Köpfe der Leute kann man nie gucken. Und auch wenn hier überall Polizei und Ordner präsent waren, erschien es mir klüger zwei Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen: 1. nicht zu offensichtlich als St. Paulianer erkennbar zu sein und 2. etwas früher das Stadion vor Abpfiff zu verlassen, damit ich nicht plötzlich auf der falschen Seite einer Polizeikette stehe und unter den Augen und Ohren finsterer Typen erklären muss, dass ich eigentlich drüben hin gehöre.

Gut, letztendlich passierte nix und ich wäre wohl auch nach Abpfiff gut zu den Bussen gekommen, aber man weiss nie.

Im Stadion erstmal die Feststellung, dass der Osten uns mit bestem Wetter empfangen hat. Sonnenschein und gut 15 Grad sind für den Bewohner der norddeutschen Tiefebene schon bestes Wetter. Nur ein starker Wind störte das Vergnügen.

Das Stadion an sich ist eher unter „normal“ einzustufen, eine grosse Tribüne wird durch eine unüberdachte Gegengrade (auf der es sich die Ultras bequem machten) und weitläufige Kurven ergänzt. Stellen sich eigentlich nur noch zwei Fragen: Wer war Ernst Abbe? Und wie geil klingt bitte in den Zeiten von „Arenen“ die Bezeichnung „Sportfeld“?

Der Gästeblock war letztendlich vollkommen überfüllt, aber die beiden Blöcke daneben wurden nicht für Gäste geöffnet, obwohl dann immer noch genügend Platz zwischen Heimfans und Gästefans gewesen wäre. Irgendjemand meinte, dies hätten die nur gemacht, damit sie endlich mal wieder behaupten können ausverkauft zu sein.

Stimmungsmässig geht da einziges in Jena, sowohl Gegengrade als auch Haupttribüne gehen da richtig ab. Nur die Heimkurve fällt etwas ab. Klar, dass die bester Stimmung sind. Wäre ich auch, wenn ich als Aufsteiger den Durchmarsch noch möglich machen kann.

Der Gästesupport war trotzdem gut zu hören, vor allem wenn man mal Dinge wie „weite unüberdachte Kurve“ mit in Betracht zieht.

Das Spiel war eigentlich Krampf pur, beide Mannschaften neutralisierten sich, aber insgesamt spielten unsere Mannen eigentlich ganz gut mit. Zwar war Jena „feldüberlegen“ aber in einem solchen Spiel soll man als Gastmannschaft ja auch nicht das Spiel machen. Insbesondere da uns ein Unentschieden alle Chancen gelassen hätte. Dinzey hatte eine sehr gute Chance (die nebenbei trotz anderslautender Behauptungen von Mitfahrern nicht abseits gewunken wurde, siehe Fotos) und auch Ralles Abschluss hätt doch einfach mal nicht auf der Linie geklärt werden können. Und viel mehr als 2 hochkarätige Chancen hatte Jena auch nicht. Nur leider machten die eine rein und wir halt nicht. Was fehlt uns also? Ein Knipser? Vielleicht. Definitiv fehlen tut uns irgendwie dieses 1 Prozent mehr Kampfeswille, 1 Prozent mehr Konzentration und 1 Prozent mehr Aggression, die Mannschaften wie Lübeck und Jena entwickeln und wir in solchen Spielen halt nicht. Ich befürchte, dass diese einfach im Pokal geblieben sind. Ich finde nicht, dass unsere Spieler wirklich schlecht gespielt haben, aber bei einigen vermisse ich eben doch diesen 110 % Einsatz, welcher Jena, Lübeck und Kiel auszeichnet und uns nicht.

Natürlich – liebe Pressekollegen - war das kein schönes Spiel, aber dafür ist eine Gastmannschaft auch nicht zuständig. Und nach dem Tor versuchte St. Pauli zwar Druck aufzubauen, aber es fehlte eben dieses eine Prozent mehr…

Ich befürchte beinah, dass dieses im Pokal geblieben ist. Bayern ist halt doch im Hinterkopf und man kann als Spieler nicht in jedem Spiel automatisch Topleistungen abrufen. Und genau dieses Nachdenken über den Pokal verhindert bei uns Topleistungen in der Liga. Fehlende Verträge lass ich nicht gelten. Dies sollte keinem Fussballer in seiner Leistung behindern. Aber dazu kommen wir später.

Dem einzigen Spieler, den ich aufgrund von nahezu wöchentlichem Komplettversagens langsam einen Vorwurf mache ist Luz. Nach vorne gewinnt er schon seit Wochen keinen Zweikampf mehr, aber dafür ist er immer der erste, wenn es darum geht, beleidigt eine Schnute zu ziehen. So wird das nix mit Profifussball. Da muss schon mehr Einsatz kommen.

Nun ja, Feierabend, den ich – wie oben bereits erwähnt – aus Sicherheitsgründen nicht mehr mitmachte. So war ich dann der erste am Bus, da die Polizei den Gästeblock abriegelte. Auch ziemlicher Blödsinn, aber gut, wenn es denn hilft.

Etwas später hatten dann alle Busbesatzungen ihren Bus wieder und nachdem Orsen seinen Busfahrer wieder beruhigt hatte (der fuhr zum ersten mal Fussballfans und war vollkommen entsetzt, dass die Leute Bier trinken), konnte die Rückfahrt begonnen werden. Erneut mit Busballett, da jeder Bus rückwärts ausparken musste. Insgesamt brauchten wir über eine Stunde, bis wir wieder auf der öffentlichen Strasse waren. Problem war, dass bereits zu diesem Zeitpunkt nix mehr zu trinken in diesem Bus war und doch einige Leute dringenden Bedarf hatten, ihren Kummer , in Teufel Alkohol zu ertränken. Ich hatte den Capo bereits mit Geld für saufenkaufen ausgestattet und wartete nun auf die erste Raststätte. Nur leider leitete uns die Polizei noch an zwei Raststätten vorbei, so dass wir erst eine Stunde später Getränke bunkern konnten. Der Capo wurde noch an seine Pflicht erinnert, dass er bitte nix unter 60 % kaufe. Hat ganz gut geklappt und so konnte kurze Zeit später die Cola-Korn Party steigen. Im Brausebrand waren dann auch wir beim Bayernspiel angekommen und beschlossen, dass wir irgendwas krankes in der Aufstellung machen müssen. Und so wurden Modelle mit Ralle als klassischem Libero (der dann seine Schnelligkeit zum Lücken füllen benutzt) und 4-3-3 Aufstellungen genauso diskutiert, wie auch 5-4-1 Aufstellungen mit Arifi als Konterstürmer. Ihr merkt: Da waren keine grossen Fussballtaktiker am Werk. Aber vielleicht ist es das gerade. Irgendwas komplett irres, womit Bayern absolut nicht rechnen kann. Oder verwirrt das unsere Spieler noch stärker als die von Bayern?

Wir schweifen ab. Denn dieser Misttag war noch nicht zu Ende. Unsere Hollenstedtgang wurde entlassen und der Busfahrer brachte sich um sein Trinkgeld, als er mit Daniela echt frech anfing zu diskutieren, ob er nun Hauptbahnhof halten solle und dass er ja alles anders hätte machen müssen, wenn er da halten muss. Wohlgemerkt waren wir gerade dabei über die Elbbrücken zu fahren.

Dankenswerterweise wurde ich nach Hause gefahren und fiel in mein Bett.

Sonntag? Doof!

Aber dieses blöde Wochenende war ja nur halb rum. Sonntag traf man dann viele müde Gestalten an der Sternschanze wieder. Und obwohl einige Sternschanzengänger nach Prag weitergefahren waren, machten sich insgesamt 303 Zuschauer auf, das Spiel gegen Wilhelmshaven zu gucken. Darunter ca. 5 Gladbacher, ca. 10 Bayernfans (Schikaria, die waren absolut nicht als Fussballfans zu erkennen und wären locker als „linke“ St. Paulifans durchgegangen, bis sie ihre Geldbörse öffneten und überall irgendwelche Bayernkarten (Dauerkarten?) durchblitzten), 20 Wilhelmshavenern, 250 St. Paulianern und einer Sechzigerin. Sprich: Es waren insgesamt fünf verschiedene Fangruppen anwesend. Auch eine Seltenheit bei einem Fussballspiel. Okay, vier Gruppen und eine Einzelperson ;-)

Das Wetter hingegen war zum abgewöhnen und so war der Amateurkauf etwas schleppend. Aber durch spät kommende Käufer wurde doch noch ein nettes Ergebnis erzielt. So ohne RDS ist nicht viel Stimmung an der Schanze zu erwarten, und so wurde eher gelabert und Fussball geguckt als supportet. Unsere Nachwuchshelden schlugen sich wacker und hatten mit Paddy Borger einen absolut überragenden Torhüter. Eigentlich wäre ein Unentschieden verdient gewesen, wenn - ja wenn nicht Paddy Borger in der letzten Minute einen auf Tim Wiese (erst halte ich grossartig, dann mach ich einen Bock) gemacht hätte. Tja, und so konnte Leo Manzi (seines Zeichens Exheld bei St. Pauli und nun Joker bei Wilhelmshaven) einschieben. Dies war glücklich und so absolut unverdient und dies sah auch nur der Wilhelmshavener Coach in der anschliessenden Pressekonferenz anders. Den hätt ich beinah gefragt, ob er ein anderes Spiel gesehen hat.

Absolut positiv aufgefallen ist mir bei unseren Helden nebenbei Benny Adrion, der in der 2. Mannschaft mehr zentral spielt und dort wirklich versuchte, Linie ins Spiel zu bringen und immer wieder den Ball forderte und auch klug verteilte. In dieser Form sollte er bald wieder Anschluss an die 1. Mannschaft haben.

Und wäre nicht der anschließende super nette Dombummel gewesen, wäre das ein Horrorwochenende gewesen.

Littmann? Doof!

Es ist einfach unerträglich, dass anscheinend alles von diesem Menschen verkauft werden muss. Nun wird selbst die Möglichkeit, eine Choreo gegen Bayern zu veranstalten, an das Abendblatt verkauft. Das Abendblatt will grün-schwarze Hände mit „Bye, Bye Bayern“ verteilen, die dann hochgehalten werden sollen. Das damit natürlich bereits geplanten Fanchoreos gestört, ja wenn nicht unmöglich gemacht werden, interessiert dabei wenig, denn wichtig ist, dass es Geld bringt.

Wie heisst es immer so schön? Das einzige Kapital, das dieser Verein noch hat, sind die kreativen Fans. Wenn denen aber auch noch diese Möglichkeit genommen wird, dann hat dieser Verein nix mehr.

USP hat auf diesen Mist mit einer – verständlichen – Absage ihrer Choreo reagiert. Die Haupttribünengruppe hat sich bisher zu einem „wir machen es trotzdem“ durchgerungen. Dies hat nicht den Grund, dass man nicht genauso entsetzt wie USP und andere Leute ist, nein, das hat eher den Grund, dass man nicht kampflos dem Abendblatt das Feld überlassen will. Soll sich doch jeder Zuschauer entscheiden, ob er Kommerz oder Kreativität will. Haupttribüne, daran werdet ihr gemessen. Ich hoffe nur, dass es nicht am Ende zu szeneinternen Vorwürfen kommt. Ich verstehe die Entscheidung von USP, ich hoffe aber, man versteht auch unsere Entscheidung.

Lebenslange Dauerkarten? Doof!

Aus Scheisse Geld machen, dass kann Littmann, und eigentlich ärgere ich mich schon, dass der Pokal ihm diese Möglichkeit gegeben hat. Seit Tagen krieg ich schon ein Horn, wer alles noch Pokalkarten verlosen kann, aber richtig übel wird mir, wenn nun lebenslange Dauerkarten für einen absoluten Mondpreis (3950 Euro) angeboten werden, deren Clou es ist, dass sie noch eine Bayernkarte (Stehplatz!!!) beinhalten. St. Pauli nur für Reiche? Das wären wieder 50 Karten mehr für treue Anhänger/Sportler (sprich Mitglieder) unseres Vereines gewesen, die vielleicht nicht soviel Asche auf einmal, aber dafür wenig Geld und das kontinuierlich bringen. Aber so kann man noch mal knapp 200.000 Euro kurzfristig in die Stopfung selbstgeschaffener Löcher stecken. Man fragt sich, ob dafür die Pokaleinnahmen noch nicht gereicht haben. Fakt ist, dass wir nach dieser Saison nix mehr zu verkaufen haben und spätestens nach zwei weiteren Regionalligasaisons pleite und ohne Gesicht sind, wenn wir weiter versuchen, jede Scheisse zu Geld zu machen! Es bleibt nur der fromme Wunsch, dass der Verein auf diesen 50 Karten sitzen bleibt und sich niemand findet, der diese kauft. Und wenn das nächste mal von „sozialer Verantwortung“ gelabert wird, dann dreh ich durch. Soziale Verantwortung wäre es gewesen, wenn es Karten für Mitglieder ohne Dauerkarten gegeben hätte.

Spielerwechsel? Doof!

Speaking of Abendblatt. In den letzten Wochen kursieren ja nun die Gerüchte, welcher Spieler nun wo hin geht. Luz hat das anscheinend geglaubt, dass Hertha nun ihn kauft und er Held in der 1. Liga wird. Anders ist der Leistungsabfall nicht zu erklären. Dabei soll man doch nicht alles glauben, was in der Zeitung steht. Ungefähr das gleiche gilt für das Ralle nach Cottbus. Klar ist: Wir sprechen hier über den einzigen (und das sei mal so deutlich gesagt) Spieler, der bei uns im Kader wirklich ernsthafte Ambitionen in Richtung 2. Liga hat. Und der wäre auch schön blöd, wenn er weiterhin für kleines Geld in der 3. Liga versauert. Immerhin ist das sein Beruf, und bei der Diskrepanz in den Fernsehgeldern kann nun mal jeder Zweitligist deutlich mehr Geld bieten als wir. Finde ich auch nicht schlimm, das ist halt Profifussball. Da zählt zwar auch Vereinssympathie, aber eben auch nur bis zu einem gewissen Unterschied zwischen den möglichen Gehältern. Nur Cottbus ist wohl so eher nach dem Prinzip „das Abendblatt schreibt 18 Zweitligisten auf Zettel und zieht dann einen“ einzuordnen, denn die haben garantiert noch nicht ernsthaft ihren Kader für nächste Saison in Planung, denn wenn die aufsteigen brauchen die ganz andere Spieler. Und den Schritt direkt in die erste Liga würde ich selbst für Ralle zu gross halten (wenn wir denn mal fiktiv annehmen, er ginge dort hin). Und noch etwas sollte deutlich sein: Einige Spieler werden wir eben nicht halten können, da Zweitligisten ihre Finger nach ihnen ausstrecken, andere Spieler werden wir auch nicht halten wollen, aber eines muss klar sein: Dieser Kader hat diese Saison gezeigt, dass er nicht fähig ist, konstante Leistungen zu bringen, die für den Aufstieg reichen. Insofern ist eine Durchmischung mit neuen Spielern nicht nur was schlechtes. Und mit Meggle, Scharping und Shubi haben wir schon drei ältere, teurere Spieler unter Vertrag, die eigentlich Führungsspieler sein könnten. Und nun gilt es um diese eine neue Mannschaft aufzubauen. Und da würde ich eher auf Leute setzen, die eher begeisterungsfähig und jung sind. Warum ist wohl Schultz der Einkauf der Saison?

SKBs? Doof!

Unsere szenekundigen Beamten haben versucht den Bus der Skins, die nach dem Jena Spiel nach Prag fahren wollten, beim Busunternehmen abzusagen. Dem Busunternehmen wurde erzählt, dass die ja sowieso nur den Bus kaputt machen würden. Ohne bisher jemals mit Skinheadtours gefahren zu sein: Meine Erfahrungen mit denen, sagt, dass die eigentlich die ordentlichsten Gäste in Bussen überhaupt sind. Also: Eine bodenlose Frechheit, die eigentlich nur zwei Fragen aufkommen lässt: Was lassen sich diese Hampelmänner noch alles einfallen um uns zu schikanieren? Und wann reagiert endlich die Politik und streicht die Stellen dieser komplett überflüssigen Typen?

Frankreich? Doof!

In Frankreich ist es zu einer Sache gekommen, die bei unserem Verein undenkbar wäre. Paris SG hat Olympique Marseille bei ihrem Spiel in Paris nur sehr eigenartige Karten gegeben. U.a. sehr wenige und dann auch noch mit Parisfans darüber im Oberrang, obwohl es in den Vorjahren zu Würfen auf die Gästefans gekommen war. Als Marseille noch Tickets nachordern wollte, meinte Paris, dies sei zu spät und es gäbe keine mehr. So entschlossen die Fans, nicht nach Paris zu reisen und der Verein zeigte sich solidarisch und schickte nur die Reservetruppe nach Paris (und das wäre absolut undenkbar bei uns). Diese holte – überraschend – ein 0-0, welches per Choreo in Marseille gefeiert wurde. Nun, dies wäre alles keiner Rede wert, wenn nicht nun dieser Punkt wieder aberkannt wurde. Beiden Vereinen. Wegen Unsportlichkeit. Doch etwa