Norbert regt sich auf vom 15.8.2006 (!!!!)
über
Die AFM-Jahreshauptversammlung 2006
oder
„Es liegt an mir“ - „Nein, er meinte dumpf, nicht dumm“
Wenn über Jahresversammlungen des Vereines berichtet wird, dann gelten folgende Grundvoraussetzungen: a. ich kann nur das schreiben, was ich gehört habe. Dies mag nicht immer der Wahrheit entsprechen und ist an vielen Punkten auch unvollständig. Dies liegt insbesondere auch daran, dass bei der AFM einige Leute das Talent zum sehr schnell sprechen haben. b. es wird das aufgeschrieben, was ich gehört habe, es wird dann in Klammern kommentiert. Ein Fazit gibt es unten. c. druckt euch den Kram aus. Das am Bildschirm durchzulesen freut nur euren Augenarzt. Auch diesmal sind das wieder gut über 13 Druckseiten (zumindest bei mir).
Erneut war als Tagungsort das Trainingsgelände und die dazugehörige Kneipe gemietet worden. Man kann nur sagen: Sehr gut dafür geeignet. Leider etwas ab vom Schuss, aber doch gut zu erreichen, wenn man denn will und nicht nur jammern will. Insgesamt fanden sich 92 stimmberechtigte Mitglieder ein (eine Zahl, die man erst nach der Versammlung von Tommy erfuhr, die aber nicht offiziell genannt wurde), wobei von den bekannten Gesichtern USP mit ca. 25 Leuten erneut die Mehrheit stellte. Respekt dafür. Wird vielleicht mal Zeit, dass ihr irgendjemanden von euch mal in einen Posten wählen lässt. USP stellte auch den einen notwendigen Ordner, der jedoch nicht wirklich viel zu tun hatte.
Dann kam es zum Soundcheck der Mikrofone, wo die Überschrift geboren wurde, als Andy Kahrs auf seine belegte Stimme hinweisen wollte, aber die Dumpfheit eben doch noch an den Mikrofonen lag. Sprich: Alles in entspannter heiterer Stimmung, so dass es kurze Zeit später los gehen konnte.
Andy Kahrs (ab jetzt AK) begrüsste die anwesenden Mitglieder und die Vertreter des Aufsichtsrates, des Präsidiums und des Ehrenrates. Als Versammlungsleiter wurde Uli Preuss (beim Nachnamen bin ich mir nicht sicher, nennen wir ihn einfach Uli ab jetzt ab) vorgeschlagen, gegen den sich auch kein Protest regte. (Vorweg gleich: Machte seine Sache sehr gut, schwamm einmal, da konnte er aber nix für. Kann wiederkommen ;-)). Dieser stellte fest, dass die Einladung rechtzeitig verschickt wurde, dass man damit beschlussfähig sei und dass es während der Versammlung keinen Alkohol zu trinken gebe.
Dann sprang er in die Tagesordnung, wobei der Punkt Ehrungen mal wieder wegen fehlenden Ehrungen entfiel (Liebe Parteitagsregie, können wir diesen Punkt nicht einfach für die nächsten 15 Jahre streichen? Vorher haben wir doch sowieso keine Ehrungen, oder?)
Auch gegen das Protokoll der letzten Versammlung regte sich kein Widerstand, so dass man schnell zum Tagesordnungspunkt „Bericht der Abteilungsleitung“ kommen konnte.
Zu dem ich auch nun kommen möchte. AK erklärte, dass er sich diesmal eher auf einen Rückblick konzentrieren müsse, da er keinen Ausblick geben könne. Er wolle dabei nicht nur das letzte Jahr streifen, sondern die letzten fünf Jahre, in denen er in unterschiedlichen Konstellationen dem Vorstand angehört habe. Er habe damals zusammen mit Holger Scharf angefangen um die Bestimmung der Abteilung, nämlich die Jugendförderung, neu auszufüllen. Man habe dies gut geschafft und schaffe nun mit der Ausbildungsbörse das I-Tüpfelchen. An der Ausbildungsbörse hätten insbesondere Claus Teister (CT) und Thorsten Lessing (TL) als Mitarbeiter den massgeblichen Anteil. Diese würden dann auch das Endprodukt vorstellen. Die einleitende Pressekonferenz am 01.08.2006 sei ein voller Erfolg gewesen. Man habe Partner gewonnen und müsse nun sehen, was sich realisieren lässt. Dies sei die eine Sache, die man sich letztes Jahr vorgenommen habe. Die andere Sache sei die Anschaffung von Kleinbussen für die Jugend gewesen. Dies habe man aber zurückgestellt, da man auf Sponsoren von aussen gehofft habe. Man habe dies nun neu ins Auge gefasst und sich aktuelle Angebote geholt.
In Sachen Abteilungsleben sei dann anzumerken, dass das Ü 50 (über 50) Treffen ein fester Bestandteil geworden sei und auch schon zu neuen Mitgliedschaften verholfen habe. Man sei als Abteilung finanziell gesund und solide. Die Rückzahlungen mit dem Verein und mit W, werden von beiden bisher ohne weiteres erfüllt. Man hoffe, dass die Gelder so nun nach und nach zurückgezahlt werden und der Abteilung wieder zur Verfügung stehen.
Man habe als Abteilung nun fast 3.500 Mitglieder, dies sei fast der Höchststand (schade, hier hätte mich mal eine genaue Zahl interessiert). Dies sei zum einen auf den Pokalerfolg zurückzuführen, aber auch auf die gute Betreuung durch Tommy, dessen Vertrag man nun unbefristet verlängert habe (ich meine bereits hier gab es dafür Beifall. Und ich kann mich diesem nur anschliessen. Kommen Sie in den AFM-Container, da werden Sie geholfen. Wer dieses Serviceangebot aus irgendwelchen „AFM ist doof“-Spielchen immer noch nicht nutzt, dem ist schlichtweg nicht zu helfen.).
Weitere Gründe für die hohe Mitgliederzahl sind der Livestream, der dazu führt, dass man Spiele regelmäßig im eigenen Wohnzimmer und im Büro verfolgen kann. Dafür bekomme man sehr viel Lob per Email, auch aus Dubai und der Antarktis, wo eine Doktorantin die Spiele so verfolgt (er nannte noch mehr Orte, aber die habe ich nicht alle mitbekommen). Er selber könne sich ja nun ein Bild davon machen, wenn er in Polen sei. (Tja, wenn es bisher nicht so raus kam, AK verlässt uns. Fazit seiner Regentschaft später. Aber zum Livestream möchte ich auch noch was sagen: Grosses Tennis. Und netterweise stellen sie ja die Spiele danach ins Internet zum Download. Eine Sache, die ich – der ja nie zuhören kann – bereits mehrfach zur Unterhaltung genutzt habe. Ich denke, dass jeder, der das zu Hause hört, hier wirklich super informiert wird.)
Einen Ausblick könne er nicht geben, da er ja nun aufhöre, aber dies würden garantiert die neuen Kandidaten bei ihren Vorstellungen machen (und was macht er nach diesem Satz? Genau, er gibt einen Ausblick!).
Man habe zwei Projekte, die man bereits angefangen habe und nun im nächsten Jahr vollenden wolle. Zum einen eine Imagebroschüre der Abteilung, zum anderen eine Jugendzeitschrift und damit eine eigene Vermarktung der Marke „Young Rebels“. Das Saisonheft soll insbesondere eine stärkere Integration der Jugendarbeit in die Abteilung bringen. Man hätte das gerne den Mitgliedern präsentiert, aber leider sei es nicht fertig geworden. Man wolle auch die Abteilung noch grösser und stärker machen, in dem man die Inhalte, für welche die Abteilung steht, besser transportiert. Deswegen auch die Imagebroschüre (meine Aufzeichnungen lassen zu wünschen übrig, aber irgendwie gehen die beiden Punkte bei mir wild durcheinander. AK ist aber auch ein Schnellsprecher vor dem Herrn. Da ist Littmann auf den grossen Versammlungen besser, der spricht so langsam, dass ein Mitschreiben kein Problem ist).
Man habe Thorsten Lessing (ab nun nur noch TL genannt) als freien Mitarbeiter für die Ausbildungsbörse gewonnen (oh, ich höre sie schon wieder alle nach einer Ausschreibung rufen und das Wort „Klüngel“ in den Mund nehmen, insbesondere da es sich definitiv um ein Gesicht handelt, was ich schon vorher mal gesehen habe. Ich persönlich habe irgendwie wenig Probleme damit, wenn man Aufträge dieser Art an Leute vergibt, die man kennt und denen man vertraut. Und wenn es nicht klappt, dann fällt es eben auf das Präsidium zurück). Dieser werde auch gleich die Ausbildungsbörse vorstellen.
Das gesamte Konzept der Jugendförderung beim FC St. Pauli mit dem Jugendtalenthaus und der Ausbildungsbörse sei einzigartig. Es ginge nun auch darum, dieses zu vermarkten.
AK kam zum Schluss. Er möchte sich bei Claus Teister (nachfolgend auch nur noch CT) für die gute Zusammenarbeit ausdrücklich bedanken, ohne ihn wäre vieles unmöglich gewesen. Weiterhin bedanke er sich bei allen Mitgliedern und wünschte der neuen Abteilungsleitung viel Erfolg.
(Fazit von 5 Jahren AK in der AFM? Ich gebe zu auch mal über ihn geflucht zu haben, aber insgesamt kann man ihm nur ein sehr gutes Zeugnis ausstellen, denn er hat es geschafft die grösste Abteilung dieses Vereines wieder in ein ruhiges Fahrwasser zu bringen. Dabei hat er eventuell den öffentlichen Konflikt mit Littmann in wilden Zeiten gescheut (das wäre bei Holger Scharf noch ganz anders gewesen), aber insgesamt war dies vielleicht auch für den Zusammenhalt der Abteilung das beste. In seine Zeit fallen auch der Beginn des Jugendtalenthauses und eben die Idee der Ausbildungsbörse. Zwei Sachen, die definitiv gute Ideen waren (auch wenn vielleicht noch nicht 100 % fertig).)
Nun kam TL und berichtete über die Ausbildungsbörse. Er stellte sich erstmal selber vor, sagte er sei selbstständiger Projektmanager vornehmlich im Bereich Medien, Internet und Werbung. Er habe Agenturen beraten (der Vater eines Bekannten von mir sagte mal, man werde durch seinen Beruf zu einem Homo juristicus oder Homo lehricus. Hier hatten wir einen homo mediencus vor uns. Es ist echt erstaunlich, wie Sprache durch ein Berufsbild geprägt wird. Das ist jetzt eine reine Feststellung und bitte weder negativ noch positiv zu verstehen).
Er wolle mal die letzten Monate skizzieren. Für ihn habe das ganze im März angefangen. Man habe Vorgespräche geführt, Präsentationen erstellt, man sei auf Unternehmen zugegangen um Ausbildungsplätze für Jugendliche bereitzustellen. Man habe sich erstmal auf den Fussballnachwuchs konzentriert. Zielgruppen seien insbesondere die A- und B-Jugendlichen. Diese würden sich sehr über den Fussball definieren und hätten alle den Traum Profifussballer. Man wüsste jedoch, dass es für die meisten ein Traum bleiben wird und die Realität schneller kommt als erwartet. Das Konzept sei aber für alle Sparten offen, auch wenn man sich bisher auf den Fussball konzentriert habe.
CT und er seien nun losgegangen, wobei CT als Betreuer der Jugendlichen fungiert (was eben sein Job ist) und er die Kontakte zu Firmen hergestellt habe. Man habe bisher sehr positives Feedback von Personalabteilungen, aber auch von Marketingabteilungen bekommen. Viele Unternehmen seien überrascht gewesen, was alles hinter dem FC St: Pauli steckt und was sich alles im Verein abspielt. Bei der Vorstellung des Jugendtalenthauses und dem Konzept sei vielen die Kinnlade heruntergefallen. Man habe die Kontakte intensiviert und eine positive Aussendarstellung erreicht. Am 01.08. habe man mit sieben Partnern eine Pressekonferenz gemacht. Dabei handele es sich um sechs Firmen und die Agentur für Arbeit. Dabei habe man auch Sponsoring erhalten, so habe z.B. die Agentur für Arbeit Aufwärmtrikots für die A-Jugend gesponsort. Die anderen Partner seien die Glitscher Hafenbetriebe (man reisse mir den Kopf ab, wenn das komplett falsch ist, aber das ist der Name, den ich verstanden habe), Blohm+Voss, die Hamburg-Mannheimer, das Hamburger Ausbildungszentrum (kenn ich nicht. Ist das eine Gesellschaft der Stadt Hamburg?), die Hamburger Hochbahn und die Saga. All diese Firmen seien für ihre gute Ausbildung bekannt. Bei der Hamburger Hochbahn und der Saga seien auch die Marketingabteilungen involviert, was bei der Hamburger Hochbahn auch schon zu einer ganzseitigen Anzeige im noch zu erstellenden Jugendmagazin geführt habe.
Das ganze Konzept habe man am 01.08.2006 offiziell vorgestellt und eine sehr gute Resonanz erhalten. Insgesamt seien vier Fernsehteams vertreten gewesen und viel schreibende Zunft, teilweise auch überregional. Der Leiter der Hamburger Filiale der Agentur für Arbeit habe ein Grusswort gehalten und sei ein gewichtiger Fürsprecher für die Idee. Man habe gleichzeitig die Homepage gelauncht (www.fcstpauli-ausbildung.de), auf der Infos, Hintergründe und der Ablauf dargestellt würden. Man habe auch die Werbemotive zum download bereit gestellt und einen Neuigkeitensektor (sprich: eine ganz normale Homepage ;-)). Man habe pro Tag ca. 1000 bis 1200 Pageimpressions (zum Vergleich: diese Homepage hier hat in guten Monaten so 17.000 pro Tag, in der Sommerpause so 5.000 pro Tag). Seit gestern habe man seine Werbemotive als Edgarkarten im Umlauf und gucke nun, was dadurch passiert. Bereits jetzt hätten sich durch die Werbemassnahmen zwei, vielleicht selbst drei Unternehmen gemeldet, die ausbilden wollten. Nach dem Prinzip „ich steh schon immer auf der Gegengrade, ich möchte ausbilden“. Das ganze sei auch für kleinere Firmen offen (oder hat er das erst auf Nachfrage gesagt? Egal, passt hier rein).
Heute habe man einen offiziellen Termin mit der A- und der B-Jugend bei der Agentur für Arbeit gehabt. Die Jugenden werden nun zentral von einem Bearbeiter bei der Agentur für Arbeit betreut (wenn ich mir den Namen richtig aufgeschrieben habe: ein Herr Gestalt). Dieser werde sie zentral durch die Bewerbungen begleiten. Am 21.08. käme dann das Motiv der Kampagne als Grossplakat auf das Gebäude der Agentur für Arbeit. Man sei dadurch sehr präsent als FC in einem absolut positiven Kontext (solche Formulierungen meine ich, wenn ich von homo mediencus spreche).
Nun werde man die Jugendlichen auf die schriftlichen Bewerbungen vorbereiten. 2007 sei dann das erste Ausbildungsjahr mit dem neuen Konzept, da 2006 bereits im November 2005 für die Firmen abgeschlossen war, die dann schon ihre Kandidaten hatten.
(Es folgte eine Fragerunde) Uwe Doll merkte an, dass es sich um ein super Projekt handele, fragte dann, welche Rolle denn die Partner spielen würden? Was sei der Vorteil für die Partner? Ist die Agentur selber Ausbilder? Und sei geplant, dass der Verein auch mal ausbildet, sozusagen um mit gutem Beispiel voran zu gehen?
TL antwortete, dass der Vorteil sei, dass man in der Ansprache von Unternehmen darauf abzielen kann zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Man habe zwar keine Chance in die betriebswirtschaftliche Hoheit der einzelnen Unternehmen einzugreifen, insbesondere wolle man nicht das klassische Mäzentum, so nach dem Prinzip „schickt den mal vorbei, Hauptsache, er schiesst weiter Tore“. Da werde nix sinnvolles draus. Die Jugendlichen müssen sich nach der Schule neu orientieren. Der Traum von allein sei, dass man Fussballprofi werde. Die Ausbildung rücke in den Hintergrund. Man organisiere nun Pflichttermine bei der Agentur für Arbeit, die Jugendlichen würden da zentral betreut werden. Dies sei auch ein Beitrag zum Teambuilding. Man begleite die Jugendlichen und fordere sie auch. Die Ausbildung gebe es aber nicht auf dem Silbertablett. Damit habe man schlechte Erfahrungen gemacht, da die Jugendlichen sich dann auch ihrem Sonderstatus entsprechend verhalten hätten und auch von anderen Auszubildenden so behandelt worden seien. Insgesamt würden die Spieler ca. 60 bis 70 Stunden pro Woche mit Schule und Sport verbringen. Man erhoffe sich dann auch in der Ausbildung entsprechende Flexibilität der Unternehmen, dass die weiter am Training teilnehmen können.
CT ergänzte, dass es beim Verein keine Azubis gibt. Die Vermarktung weiss von dem Projekt, würde aber selber viel mit Praktikanten arbeiten. Zu Zeiten von Marc Wallas hätte man das mal angedacht, aber jetzt sei nix gekommen, man habe aber auch nicht konkret gefragt. AK ergänzte weiter, dass er mal Gespräche geführt habe, eine Ausbildung durch den Verein aber erst nach einem Aufstieg denkbar sei.
Kiezkicker fragte dann nach dem Jugendmagazin. Dies sei in Arbeit, man plane ein Magazin mit 48 Seiten. Man wolle das Jugendkonzept und die entsprechenden Bausteine vorstellen. Beispielhaft solle der Spieler Arifi vorgestellt werden, der aus der eigenen Jugend käme. Dazu sollten die 13 Jugendmannschaften vorgestellt werden. Man wolle dies bald fertig haben, wisse aber nicht, ob man den Termin halten könne, da man alles ausschliesslich ehrenamtlich mache.
(Danach drehten sich die Fragen wieder eher um die Ausbildungsbörse) Auf Nachfrage wurde erklärt, dass man das Ganze erstmal zu 100 % aus den Mitgliedsbeiträgen finanziere. Es gebe aber auch schon von den Kontakten deutliche Signale sich als Sponsor zu betätigen. Beispiel sei die Anzeige der Hochbahn. Ziel sei es auch mittel- bis langfristig vertrauensvolle Partner für die Jugendarbeit zu finden. Auf Nachfragen wurde auch erklärt, dass auch kleinere Unternehmen an der Börse teilnehmen könnten. Auch wenn man nur alle zwei bis drei Jahre mal ausbilden könne, käme man als Partner in Betracht. Man wolle einen Pool aufbauen.
(Ausbildungsbörse? Habt ihr jetzt verstanden, was die Partner wirklich leisten? Geld geben sie nicht und sie sind nicht mal verpflichtet einen Auszubildenden von uns zu nehmen? Oder formuliere ich das jetzt zu krass. Ich sehe hier noch Schwachpunkte im Detail. Die Idee ist sehr gut, das Grundkonzept auch, da blindes Mäzentum nur zu faulen Azubis und verwöhnten Spielern führt. Aber folgende Punkte sind mir noch unklar: Wie kann verhindert werden, dass hier jemand billig mit dem Namen FC St. Pauli Werbung macht? Selbst wenn diese nur darin besteht, dass er auf einer Homepage des Vereines als „Partner“ genannt wird. Wie wird verhindert, dass das Ganze nach aussen toll aussieht, aber die Jugendlichen doch keinen Ausbildungsplatz finden? Hier sehe ich die Gefahr, dass das ganze Konzept schnell als Papiertiger auffliegt bzw. von den Spielern so gesehen wird. Oder ist das Ganze bisher nur eine bessere Betreuung bei der Suche nach Ausbildungsplätzen? Dann ist die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit sehr begrüssenswert, die Rolle der Partner und die Frage der Werbung mit Edgarkarten und Homepage mir immer noch unklar. Aber: Wir stehen ganz am Anfang des Projektes und ich denke, dass sich hier vieles auch noch präzisieren wird. Die Grundidee, den Jugendlichen bei Unternehmen, die irgendwie mit dem Verein verbunden sind, einen Ausbildungsplatz zu besorgen, ist allemal richtig und gut.)
Es folgte der Bericht der Jugendabteilung,. CT meldete sich zu Wort, begrüsste die Anwesenden mit einem „Moin, Moin“ und erklärte, dass er hier nicht ganz richtig sei. Aber Dirk Zander, der diesen Punkt eigentlich halten müsste, lässt sich entschuldigen, so müsse er den sportlichen Rückblick und Ausblick halten. Zuerst wolle er sich jedoch bei AK bedanken, es sei nicht immer einfach gewesen, obwohl man befreundet sei, er habe einige Entscheidungen unmöglich gehalten, aber man habe sich immer wieder zusammengerauft und die Jugendabteilung wurde nie gebremst. Daher ein Dankeschön von ihm und alles Gute in Polen.
Dass Projekte in der Jugendarbeit möglich sind, läge nur an der AFM. Die Jugendarbeit profitiere sehr von den passiven und doch so aktiven Mitgliedern der AFM. Wer also für sich selbst klatschen wolle, könne dies nun tun.
Ein Beispiel für die gute Arbeit sei Iskan, der nun in die Oberliga, die Hamburg Liga (er verwechselte die Ligen wirklich) hochgezogen worden sei. Sportlich habe man fast alle Ziele erreicht, jedoch das entscheidende nicht, nämlich den Aufstieg der A-Jugend. Dies habe Vier- und Marschlande mit einer herausragenden Hinrunde geschafft. Zwar seien sie in der Rückrunde eingebrochen, aber man habe sie nicht mehr erreichen können. Man sei aber optimistisch den Aufstieg diese Saison zu schaffen. Man habe in der Vorbereitung gegen Vier- und Marschlande und deren aktuellen Bundesligakader gespielt und diese 7-0 geschlagen. Da hätten die Jungs richtig Gas gegeben, weil sie die Niederlagen in der Liga gewurmt hätten (Man gebe nicht zuviel auf solche Ergebnisse. Jugendspiele tendieren dazu, ab und zumal einseitig zu sein. Jedoch merkt man: Unsere Jugend ist auf einem gutem Wege).
Die A-Jugend sei immer noch sehr jung. Man wolle mit ihr Meister werden und dies nicht nur, weil dies gerade im Verein modern sei. Sondern auch, weil es Jahr für Jahr schwerer werde nach oben zu kommen. Daher war man auch mit allen Mannschaften im Trainingslager. Teilweise im Sachsenwald, teilweise bei Bremen. Die B-Jugend müsse mindestens 7. werden, da sie nur dann in die neue B-Jugend Bundesliga aufsteigen könne. Für die C-Jugend sei ein 4. Platz geplant. Man habe einen sehr starken 92er Jahrgang, welcher letzte Saison gerade mal 4 Gegentore bekommen habe. 9 Spieler davon waren bei DFB Lehrgängen, nun sind gerade 3 Spieler zu U 15 Nationalmannschaftslehrgängen eingeladen worden.
Ein Problem sei, dass der Abwerbestop bei Jugendlichen nun nicht mehr gelte, da man in der 4. Saison ausserhalb des Profifussballes sei. Insbesondere der Lokalrivale würde hier versuchen an Spieler heranzugehen und dies nicht immer mit sauberen Mitteln. Leider könne er sich nach den Regeln nun einfach bedienen. Hier verhalte sich z.B. Werder Bremen vorbildlich, die anfragen, wenn man „nein“ sagt, dieses auch akzeptieren und sagen „gut, dann bleibt er bei euch“.
Man habe sich daher beschlossen mit dem 92er Jahrgang ein Trainingslager in Florida zu machen und dies so ungefähr als „Vertrag“ zwischen diesen Jugendlichen und dem Verein anzubieten. Dies sei besser als die alle langfristig unter Vertrag zu nehmen (was wahrscheinlich absolut nicht finanzierbar wäre). Da könnten die in Freizeitparks gehen und billig Jeans kaufen (so drückte das CT aus). Die Jungs seien sehr motiviert und an denen könnte man noch sehr viel Freude haben, wenn sie einem nicht rausgekauft werden. Die Flüge würden dabei wir (sprich die AFM) zahlen, die billigen Jeans aber die Eltern.
Das Ganze kostet die AFM 10.000 Euro. Zu dieser Ausgabe habe man sich entschlossen, damit die bei uns bleiben (man kann nur hoffen, dass das klappt. Wenn ich höre mit welchen Summen z.B. Werder Jugendliche ködert, dann sind die danach nicht mehr auf billige Jeans angewiesen und dann hat man definitiv ein Problem als kleinerer Verein Spieler zu halten.)
Man wolle mit dem Trainer der A-Jugend (Wulff, Vorname ist mir entfallen) weiterarbeiten, auch wenn das Saisonziel verpasst wurde. Grund dafür sei, dass man ärgerlich gestartet sei, dann aber eine gute Rückrunde gespielt habe und er ein akribischer Arbeiter sei und einen schwierigen Jahrgang hatte. Man habe für die neue Saison jedoch Zielvereinbarungen mit den Trainern vereinbart und wenn diese nicht eingehalten werden, dann werde man sich auch mal von einem Trainer trennen, selbst wenn man sich gut versteht.
Man habe hohe Ziele und hoffe diese zu erreichen. Man möchte mit den Euros der AFM in beiden ersten Ligen dabei sein.
Auf Nachfrage erzählte er noch, dass ein Schnuppertraining mit der Oberliga und einigen Regionalligaspielern geplant sei und dieses dann von Trulsen geleitet wird. Man hoffe, dass dieses nun stattfinde (soll wohl am 15.08. sein, ist also wahrscheinlich schon gewesen, wenn ihr diese Zeilen lest), sollte es nicht kommen, dann werde man sehr drauf pochen, denn die Jugendlichen hätten Bock drauf. Und wenn von oben nix kommt, dann sei das nix, was man unter nachhaltiger Ausbildungsarbeit verstehen würde (zwischen den Zeilen lese ich da irgendwie raus, dass sich „oben“ bisher an solche Absprachen nicht immer gehalten hat).
Nun kam das liebe Geld zur Sprache. Niclas (Nachname gepflegt vergessen) meinte, dass nun nach dem humorigen Teil die trockenen Zahlen kämen. Er wolle die Gelegenheit nutzen noch mal Herrn Rummelhagen und Herrn Peine zu begrüssen. Seitdem Rummelhagen im Präsidium sei, wären die Wege kürzer geworden. Man habe den Schock nach der Geschichte mit Herbert W, überwunden. Man habe ein neues System eingeführt, auf dem man nun buche und dafür viel Zeit aufgewandt. Deswegen seien die letzten Zahlen in der Sache W, auch erst im Juni an das LKA gemeldet worden. Man habe nun ein Überweisungsprogramm, ein elektronisches Kassenbuch und eine doppelte Buchführung. Dies seien die positiven Punkte des Jahres. Es gäbe aber auch negative. So sei die AFM erneut Opfer von Diebstahl geworden. So sei das Banner über dem Spielertunnel nach 10 Tagen verschwunden gewesen und der Infotisch sei beim Hallenturnier in der Alsterdorfer Sporthalle über Nacht geklaut worden, obwohl man zu den letzten 20 Leuten in der Halle gehört habe. (Bei beiden Sachen fragt sich der geneigte Beobachter: Wer macht so etwas? Und insgesamt klingt das ein bisschen danach, als ob jemand gezielt es auf AFM Sachen abgesehen hat. Wobei beim Banner dieses auch irgendwo im St. Pauliland verschwunden sein kann, ohne Absicht und irgendwann wieder auftaucht.)
Positiv sei weiterhin, dass man den Livestream angestossen habe, dass man eine Hausaufgabenhilfe für das Talenthaus engagieren konnte und dass man die Ausbildungsbörse starten konnte. Darüberhinaus habe das AFM Plenum dem Verein einen Sponsor gebracht, der sich nun im 5 stelligen Bereich engagiere und ein Mitglied im Plenum habe dafür gesorgt, dass der neue Hauptsponsor der neue Hauptsponsor wird (kann ich nicht beurteilen, ob es stimmt, wäre ja schön, wenn es stimmt).
Man sei sehr froh, dass man Tommy in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen habe. Er sei gerade bei der Kassenführung sehr hilfreich als Kontrollstelle.
Man habe alle Anfragen erfüllen können. Dabei seien 260.000 Euro in den Verein geflossen (bei diesem Satz stellt sich jedes Jahr die Frage: Waren denn wirklich alle Anfragen sinnvoll? Oder werden sinnlose Anfragen bereits vor dem förmlichen Antrag durch Gespräche abgewendet? Das normale Mitglied wird es nicht erfahren, was vielleicht auch ganz okay so ist).
Eigentlich wollte man die ganzen Zahlenwerke nun auf einen Beamer werfen, aber dies habe technisch nicht geklappt. (Zwischenruf RDS: „Das ist halt mein Pauli“). Zu Beginn des letzten Jahres habe man 365,33 Euro auf dem Konto und in der Barkasse gehabt. (Ein Betrag, den er dann in der Bilanz, die er vorgelegt hat, ganz entspannt als „Gezeichnetes Kapital / Eigenkapital“ gebucht hat, was bei mir ein bisschen Verwunderung ausgelöst hat, denn eine Vereinsabteilung hat kein gezeichnetes Kapital.) Nun habe man knapp 60.000 Euro auf dem Konto. Man stellt sich bei einem Jahresüberschuss von 10.755,73 Euro natürlich die Frage, wie diese Differenz zustande käme, dies läge aber daran, dass die 60.000 Euro zum grössten Teil Gelder seien, die man von W, und vom Verein zurückgezahlt bekommen hat.
Ansonsten ging er die einzelnen Zahlen des Vorjahres durch. Interessant ist hier, dass die Anzahl der Mitglieder – und damit auch die Mitgliedsbeiträge – durch die Erfolge im DFB-Pokal gestiegen sind. Gestiegen aus dem gleichen Grund sind auch die Bierverkäufe, die als „Spende Bierausschank“ gebucht wurden (Klar, nach den Pokalerfolgen herrschte auf St. Pauli ja teilweise Biernotstand).
Für die Verwaltung der AFM wird knapp 26.000 Euro ausgegeben (da ist auch schon das Tommy-Gehalt drin, so dass das wirklich nicht viel ist), für die „Spielbeschreibung/AFM Radio“ 11.000 Euro, da hier Anlagen beschafft wurden (diese Investition hat sich absolut bezahlt gemacht), sonstige Veranstaltungen wie Weihnachtsfeier und Ü 50-Treffen haben knapp 2000 Euro gekostet (das ist im absolut vertretbaren Rahmen) und die Kosten des Geldverkehrs waren ca. 360 Euro, wobei man dort noch mal mit der Bank sprechen wolle.
Insgesamt gab man damit für das „Abteilungsleben“ 56.904,79 Euro aus (Ein Betrag, welcher bei Einnahmen von 269.969,11 Euro absolut okay ist). Für die Jugendförderung gab man 94.605,91 Euro aus, wobei der grösste Teil (ca. 53.000) in das Jugendtalenthaus floss. Hinzu kamen noch mal 107.702,68 für die Übernahme sämtlicher Kosten der Jugendfussballabteilung. Hier hoffe man auf einen Aufstieg, da dann diese Kostenübernahme enden würde. Dann habe man gut 100.000 Euro für andere Projekte übrig. Man wäre in der Zukunft gerne bereit mehr Projekte aus den anderen Abteilungen zu finanzieren (da gehen zur Zeit gerade mal bummelig 15.000 Euro hin, wobei davon die Rugby-Jugend gut 2/3 nimmt).
Insgesamt gebe man 78,05 % der Gelder für den Satzungszweck aus und eben 21,95 % für das Abteilungsleben (ich denke eine gute Quote. So 80 % zu 20 % mit entsprechenden kleinen Schwankungen ist ein anstrebenswertes Ziel).
Im nächsten Jahr plane man mit weniger Mitgliedsbeiträgen, aber mit höheren Kosten für die Mitgliederwerbung. Auch die Ausbildungsplatzbörse werde nun grössere Gelder verschlingen. Insgesamt wolle man 79,02 % für die Jugendförderung ausgeben. 30.000 Euro seien für den angekündigten Fuhrpark geplant, da sei man aber immer noch stark am prüfen, ob man finanzielle Unterstützung von aussen bekäme. Da müsse man sich bei den Vertragsdetails auch mit dem Aufsichtsrat unterhalten.
(Insgesamt plant er erneut wieder sehr konservativ. So werden die Mitgliedseinnahmen gut 8 % (jetzt mal von mir übern Daumen gerechnet) geringer geplant und der Bierausschank mit 5.000 Euro weniger. Dafür werden Kosten mit Steigerungen geplant. Ich finde das gut, lieber so geplant, als irgendwie dass man am Ende keinen Pfennig mehr auf der Naht hat. Unter anderem plant er bei den Ausgaben selbst Unterstützung von Abteilungen ein, die bisher kein Geld abgefordert haben. Das ist konservativ, verführt aber die Abteilungen hoffentlich nicht dazu einfach Gelder abzufordern, die nicht sinnvoll verbraucht werden können.)
Insgesamt sei der Kassenwart eine dankbare Aufgabe, wenn man mit den Geldern der Mitglieder sinnvolles tun könnte. Auf Nachfrage konnte er leider die genauen Zahlen der freiwilligen Austritte und der Austritte durch die Mahnmassnahmen nicht nennen (Schade, wären Zahlen gewesen, die ich gerne erfahren hätte). Bayern hätte kurzfristig viele neue Mitglieder gebracht, aber es hätte danach nicht auch wieder eine Austrittswelle gegeben. Auf Nachfrage erklärte er, dass ca. 200 Mitglieder wegen Bayern eingetreten sind.
Uwe Doll fragte nach der Erfolgskontrolle bei der Mitgliederwerbung. Eine 100 % Garantie gebe es nie, dass die Kampagne wirksam sei, aber man versuche die Zahlen genau zu beobachen, ob es dann zu einer Eintrittswelle komme. Weiterhin habe es ja Tradition, dass die AFM Kampagnen mache. Uwe Doll merkte an, dass Tradition ja kein Selbstzweck sei. Darauf sagte Niclas, dass man einen neuen Schwerpunkt verfolgen wolle. Bisher seien die Kampagnen immer sehr plakativ gewesen, diesmal solle die inhaltliche Arbeit vorgestellt werden. Man wolle dies viel stärker nach aussen tragen. (Ja, wie soll man sagen? Kampagnen müssen wohl sein, denn irgendwie muss sich die AFM ja auch über die wissenden 1000 hinaus in Erinnerung rufen. Ich finde es gut, dass man versucht, das Inhaltliche mehr vorzustellen, und so lange das ganze ca. 20.000 Euro alle zwei Jahre kostet, finde ich das als Public Relation-Massnahme vollkommen okay.)
AK ergänzte, dass man mit den Druckerzeugnissen (Jugendbuch und AFM-Flyer) die Mitglieder mehr binden wolle. Auch könne man sich auf den sportlichen Erfolg als Werbung alleine nicht verlassen. Das Potential des „Mythos“ sei erschöpft, nun müsse man die inhaltliche Arbeit nach aussen tragen, da diese gut sei.
Bei der Ausbildungsbörse wurde noch nach der Verteilung der Kosten gefragt. Ob da auch Gelder für pädagogische Projekte drin sind. Hier sind viele Anlaufkosten enthalten und auch die Edgarkarten kosten Geld, Eine pädagogische Betreuung sei schon durch CT und das Jugendtalenthaus (Hausaufgabenhilfe) gewährleistet, aber man habe nun im Rahmen dieses Projektes auch 60 Einzelgespräche mit den Jugendlichen geführt.
Man habe auch soviel Geld (25.000) für die Ausbildungsbörse zurückgelegt, weil man noch nicht genau wisse, wie sich das entwickelt. Die Idee sei positiv für den Verein, es lohne sich (auch hier sieht man: Inhaltliche Arbeit an diesem Punkt scheint noch nicht abgeschlossen. Aber ich hoffe mal das wird).
Weitere Fragen gab es nicht, mein Fazit habt ihr schon oben gelesen
Es folgte der Bericht des Kassenprüfers. Leider war Stephan Heinsohn (dessen Namen ich garantiert wieder falsch schreibe) persönlich nicht anwesend. So verlas Uli den Bericht, dies unglaublich schnell und ich hatte mal wieder das Vergnügen des Speedprotokollierens. Die Kasse sei turnusmässig geprüft worden, jedoch nur einmal im Jahr, nicht wie man geplant hatte mehrfach. Es hätten sämtliche Belege vorgelegen. Die Barkasse sei vollständig gewesen, sie hätte selbst einen Überschuss gehabt, da der Vortag noch nicht verbucht gewesen sei. Man müsse ein Lob an den Kassenwart aussprechen, durch die Umstellung auf elektronisches Kassenbuch, Kostenstellen etc. sei alles übersichtlicher geworden. Die Barkasse sei die ganze Zeit vom Kassenwart sehr niedrig gehalten gewesen, so sei auch nur eine Prüfung notwendig gewesen. Seine Amtszeit sei nun zu Ende, er wünsche viel Erfolg und empfehle den Vorstand zu entlasten.
Diese wurde dann auch einstimmig erteilt. Wobei sich das Präsidium enthielt. (Finde ich ja immer wieder richtig und stilvoll)
Auch der Kassenprüfer wurde nahezu einstimmig entlastet. Eine Gegenstimme gab es und eine Enthaltung. Die Gegenstimme wurde erst nach lautstarkem Hinweis gesehen.
Als Antrag wurde eine Änderung der Abteilungsordnung gestellt, die im Endeffekt das Ziel hatte den Jugendwart zu einem universellen Stellvertreter des Vorsitzenden zu machen. Begründet wurde dies damit, dass sich alle Mitglieder des Vorstandes gleichmässig um die Jugend kümmerten. Uwe Doll hakte nach und erklärte, dass eigentlich mal die Idee war, dass sich dieser um die jugendlichen Mitglieder der AFM kümmern sollte. Das wurde dann von der 1. Abteilungsleitung anders interpretiert. Er bat Anja Hütter (nachfolgend AHü) doch noch mal was dazu zu sagen.
AHü erklärte, dass sie sich schon um die jugendlichen Mitglieder der AFM gekümmert hätte insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Fanladen, dass dies aber nicht ausfüllend sei. Man brauche dafür nicht eine Person.
Das Ganze wurde dann mit der nötigen ¾ Mehrheit (einstimmig bei einigen Enthaltungen) beschlossen. (Ich habe mich enthalten. Ich finde es schade, dass es keinen Ansprechpartner mehr für Jugendliche AFM-Mitglieder gibt, sehe aber ebenso, dass das nicht abendfüllend ist und dass man natürlich schnell in den Bereich kommt, der eigentlich vom Fanladen beackert wird. So hatte ich so keine richtige Meinung und hab mich enthalten.)
Nun galt es eine neue Abteilungsleitung zu wählen und da sich niemand fand, der ansonsten kandidieren wollte, stellte sich eigentlich der alte Vorstand wieder zur Wahl (oh, wo waren sie hier? Die ganzen Kritiker der AFM, die ganzen „Ich trete da aus, weil das alles Geklüngel ist“? Wo waren die Gegenkandidaten der Unzufriedenen? Sich irgendwo in irgendwelchen Kleinstabteilungen passiv zu verschanzen, weil alles doof ist, ändert nix. Aber hier hätte man – wenn man denn gewollt hätte – mit besseren Konzepten antreten können. Oder gibt es die vielleicht einfach nicht und man ist einfach aus gekränkter Eitelkeit nicht in der AFM?).
Uli stellte die namentlich vor. Alexander Gunkel als Vorsitzenden, Johann Boe („ich sag mal „Schädel“) als einen Stellvertreter, Anja Hütter als anderen Stellvertreter und Niclas Prem (Ha! Hier hab ich mir den Nachnamen aufgeschrieben, für eventuelle Fehler in der Schreibweise bitte mich steinigen) als Kassenwart.
Erstmal stellte sich Alexander Gunkel (nachfolgend AG) vor. Dieser wollte als neuer Vorsitzender kandidieren. Er sei seit zwei Jahren 2. Vorsitzender, er habe sich insbesondere mit der Projektentwicklung und der Mitgliederpflege beschäftigt. Die Arbeit solle nun kontinuierlich fortgeführt werden. Die Jugendförderung käme dabei an der ersten Stelle. Die Betreuung der Jugendlichen, das Jugendtalenthaus und der Start der Ausbildungsbörse sind gestartet und müssen fortgeführt werden (Achtung, hier geb ich das nur grob wieder, ich kann meine eigene Schrift hier nicht lesen…). Als neue Projekte sei das Jugendmagazin geplant. All dieses werde durch die Beiträge ermöglicht. Weiterhin habe man den Fuhrpark geplant und hoffe langfristig darauf endlich eine gemeinsame Spielstätte für alle Jugenden zu schaffen. Am besten im Viertel des Vereines (ein Traum, aber wo bitte soll das sein?).
Auch wenn weiterhin der Hauptschwerpunkt bei den Männern läge, so wolle man auch den Mädchenfussball fördern. Man wolle sich mehr für die Mitglieder einsetzen, insbesondere da ¼ der Mitglieder mehr als 100 km weg vom Millerntor wohnen würden. Daher sei der der Audiolivestream auch richtig und wichtig für Mitglieder. Man habe Emails aus aller Welt bekommen. Das Ü 50-Treffen habe sich etabliert und habe schon zu Familienmitgliedschaften geführt. Man wolle die Öffentlichkeitsarbeit verbessern, da es immer noch zu viele gebe, die mit den drei Buchstaben nichts anfangen könnten. Dies sei unerträglich und müsse geändert werden. Auch die Mitglieder müssen besser informiert werden. Zwei Briefe im Jahr seien das Minimum. Man wolle deswegen die Homepage auch ausbauen. (Wie wichtig dies ist, zeigt sich, dass ich als ich am Freitag den genauen Termin der Versammlung suchte auf www.fcstpauli.de im Bereich AFM als neuste Meldung eine Meldung angezeigt bekam, die ziemlich gut mehr als ein Jahr alt war. Ich denke, dass ansonsten hier schon ein guter Punkt getroffen wurde. Tue gutes und rede (mehr) darüber, sollte die Divise sein.)
(Die Vorstellung von AG war kurz, knapp, knackig und vollkommen ausreichend. Der hatte sich nun wirklich in den letzten Jahren mehrfach vorgestellt, insofern muss man ja nicht immer wieder alles hören)
Als nächstes nun Johann Hinrich Boe (nachfolgend einfach „Hanner“ genannt).
Er fing an, dass er, da es bisher ja alles so zügig gegangen wäre, nun erstmal einen Abriss über sein bisheriges Leben geben würde (die Panik in den Augen einiger Mitglieder hättet ihr mal sehen sollen). Er habe vor 56 Jahren das erste Problem gehabt, da er seinen Vornamen nicht habe aussprechen können. Daher seien seine ersten drei Worte „Mama“, „Papa“ und „Hanner“ gewesen, wobei er mit letzterem sich selbst gemeint hätte. Dabei sei es auch geblieben und es gebe eigentlich keinen, der ihn Johann Hinrich nenne. Er werde sonst auch Schädel genannt.
Nun überspringe er die nächsten 45 Jahre. Er sei 2001 in den Verein eingetreten, nach dem er eine GmbH beendet habe, da GmbH zwar mit beschränkter Haftung, aber auch mit unbeschränkten Verlusten geheissen hat. Er habe dann Zeit für den FC gehabt. Zuvor sei er schon bei Ballkult eingetreten. Da sei er einer von drei Vorsitzenden. Im neuen Vorstand wolle er sich insbesondere um die Öffentlichkeitsarbeit und die Technik kümmern. Dabei habe er sich insbesondere vorgenommen im Leitungsausschuss zum Stadionbau mitzuarbeiten, da man auch sehen müsse, wo die AFM unterkomme. Es sei wichtig, dass man im neuen Stadion nicht einfach nur auf ein Büro reduziert werde. Man wolle weiterhin einen barrierefreien Zugang zu einem eigenen Raum. Insofern wird in diesem Bereich einiges zu tun sein. Weiterhin habe er mal Jura studiert, wenn auch nicht zu Ende, so dass Recht und Satzungsfragen ein weiteres seiner Themen seien. Er hoffe auf eine Wiederbelebung der Öffentlichkeitsarbeit. Bisher habe er den Newsletter technisch betreut, vielleicht könne er ihn nun auch inhaltlich auf Vordermann bringen (wer Schädel kennt weiss, dass er hier eine launige, knackige Rede verpasst hat).
Es wurde dann nachgefragt, ob die Machtkonzentration zu Problemen führen könnten. Schädel antwortete, dass das Phänomen (dieses Wort hat die Rechtschreibreform echt mit PH überstanden… hab eben im Duden nachgeguckt, unglaublich) häufig sei, da die Personaldecke viel zu dünn sei. Er sehe aber keine Interessenskonflikte. Man könne sich dann wenigstens die Entscheidungen schöntrinken (ich sehe die Konflikte eigentlich auch nicht, ein ungutes Gefühl bleibt. Es wäre schön, wenn es mehr Leute gäbe, aber die gibt es wohl nicht).
Dann kam AHü. Sie sei seit 2003 Jugendwartin, habe aber auch schon andere Aufgaben wahrgenommen. So sitze sie im ständigen Fanausschuss, welches eine schöne Einrichtung sei (es folgte ein kurzer Abriss, was das eigentlich genau ist, dieses Wissen setze ich jetzt hier mal voraus). Ansonsten könne sie nicht viel erzählen, da die Vorredner schon alles an Planung vorweggenommen hätten. Allemal wolle man die Öffentlichkeitsarbeit aus dem Dornröschenschlaf erwecken. (Hier hatte die Parteitagsregie definitiv geschlampt. Eigentlich muss doch jeder ein Projekt vorstellen, was man nun unbedingt machen will.)
Als letztes Niclas: Sein Hauptaugenmerk sei die Kasse. Er arbeite auch weiterhin gerne im ständigen Ausschuss des Vereines mit und halte Kontakt zur Geschäftsführung, zur Buchhaltung und zum Controlling. Weiterhin überwache er die Verträge der AFM. Dafür bringe er als Schiffsmakler einen ausreichenden Kenntnisstand mit. (alles kurz und knackig gesagt)
Es wurde dann von Uli gefragt, ob alle zusammen gewählt werden sollten. Das wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Für eine schriftliche Wahl plädierte niemand (obwohl es mir wie jedes Jahr in den Fingern juckte, mich unbeliebt zu machen, da ich es immer noch nicht gut finde, über Personalentscheidungen offen abzustimmen. ). Die Wahl erfolgte dann sozialistisch ohne Gegenstimme und bei Enthaltungen der Gewählten und ein paar versprengte weitere Enthaltungen, die dann auch die Wahl annahmen. Uli beglückwünschte dann im Namen der AGiM und aller Mitglieder die Neugewählten und verabschiedete AK, der nun vorne den Tisch verliess. Er meinte, man werde sich garantiert in Funktionen wiedersehen, was von den Anwesenden mit Applaus quittiert wurde.
Und war es bis hier alles sauber gelaufen, kam nun der grosse Aufreger. Es gab zwei Kandidaten. Einen Axel Brand und einen Fied Schröder (so hab ich die Namen aufgeschrieben), nur leider waren beide nicht da. Bei Fied Schröder lag eine schriftliche Bewerbung vor, die Uli erst zusammenfassen wollte, dann aber ganz vorlas. Er wäre gerne Kassenprüfer, aber aufgrund räumlicher Distanz Hamburg-Husum könne er eventuell nicht kommen (das ist wohlgemerkt eine Strecke, die ich 16 Monate jeden Morgen gefahren bin…). Er sei dem Verein seit Jahrzehnten verbunden, seit 1998 Mitglied, 55 Jahre alt und selbstständig und gelernter Bankkaufmann. Axel Brand hatte eine Telefonnummer hinterlassen, war wohl laut Teilnehmerliste auch anwesend, wollte sich aber nicht outen und auch nicht sich vorstellen. Tumulte. Fragen, wer wer ist, beantwortete Uli nur mit „Axel Brand, das ist der mit dem Zettel, wo die Telefonnummer drauf ist“. Es folgte der Hinweis, dass wenn man keinen Prüfer wählen würde, dass dann die Prüfer des Gesamtvereines prüfen müssten. Es folgte minutenlange Verwirrung. Dann sprach Tay Eich. Das sei ein Komödienstadl, die Aufgabe sei wichtig um Schlimmes zu verhindern, da brauche man jemanden, dem man vertrauen kann und die müssten dann hier schon anwesend sein oder zumindest müsste man sie kennen. Die Kassenprüfer des Gesamtvereines würden ihn zwar verfluchen, wenn er sagt, dass sie prüfen müssten, aber dies sei immer noch besser als das hier.
Uwe Doll stellte dann den Dringlichkeitsantrag keinen zu wählen. Es wurde dann gefragt, welchen Aufwand das ganze eigentlich habe, worauf Niclas meinte, dass dies vom Engagement abhänge, er sich aber wünsche, dass viel Zeit investiert wird. Die letzte Kassenprüfung habe einen Aufwand von 4 Stunden gehabt. Er wünsche sich aber einen permanenteren Austausch zwischen Kassenwart und Kassenprüfer.
Spontan bewarb sich dann ein Sebastian, dessen Nachnamen ich nicht mitbekommen habe. Er habe ein Physikstudium abgebrochen, sei nun Hotelkaufmann, mache technische Hotelsoftware, habe nicht jeden Tag Zeit sich drum zu kümmern, es sei aber schade keinen zu wählen, und wenn er was mache, dann mache er das.
(Überzeugte nicht wirklich. Mutig sich so in die Bütt zu schmeissen, aber insgesamt kein Vortrag, wo man sofort sagt: Den wähl ich. Wäre aber auch schwer in dieser Situation zu erreichen gewesen.)
Es wurde dann abgestimmt, ob man den Dringlichkeitsantrag von Uwe Doll zulassen sollte, was mit 2 Gegenstimmen bejaht wurde. Auch inhaltlich wurde er bei 2 Gegenstimmen und 5 Enthaltungen angenommen. Damit war dann auch eine weitere Abstimmung über die Kandidaten hinfällig.
(Hier hatte die Parteitagsregie geschlampt. Eigentlich sollte man für alle Ämter Kandidaten haben und diese sollten dann auch überzeugend vorgestellt werden. Und wenn die zeitlich nicht können, dann muss man wenigstens eine gute schriftliche Vorstellung vorliegen haben. So war das ärgerlich. Und sich dort spontan zu melden verbot sich von alleine. Das macht nie eine gute Figur. Ich persönlich – obwohl ja von entsprechendem beruflichem Hintergrund – wollte alleine deswegen schon nicht, weil ich ausser dem Amt des Knipsers und Chronisten kein Amt in diesem Verein übernehmen werde. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Fehler nächstes Jahr ausgemerzt werden kann und wir wieder einen Kassenprüfer finden.)
Gab es nicht, wurden auch nicht spontan eingereicht
AG wollte AK im Namen der neuen Abteilungsleitung danken und viel Glück für die Zukunft wünschen. Dazu gab es dann auch weisse Blumen. Diesem Wunsch schloss sich Klaus Rummelshagen an, der erstmal verspätet (wie er selbst meinte) alle Anwesenden begrüsste, dann Corny entschuldigte, der selber Theater spielen müsste und dann erklärte, dass es viel Freude gemacht habe, sich mit AK auseinanderzusetzen. Er danke für die Förderung nicht nur der Jugendfussballs, sondern auch z.B. des Bowlings, die Abteilung aus der er käme. Diese hätte 5 Hamburger zu den deutschen Meisterschaften geschickt und dort einen 5. Platz belegt. Als Dank bekam AK die goldene Leistungsnadel des Vereines verliehen. Es gab langen Applaus.
(Über den Witz mit den hübschen Mädchen in Polen von Rummelshagen legen wir jetzt mal den Mantel des Schweigens. Diese Aussage kam nicht wirklich gut an.)
Dann dankte Uli noch Tommy, Björn Schwarze, den ganzen Helfern und dem Wahlausschuss. Und gerade als man gehen wollte, ergriff noch mal Rummelshagen das Wort, beglückwünschte die neue Abteilungsleitung, erklärte, dass er immer ansprechbar sei und immer zur Verfügung stehen würde.
Uwe Doll ergriff dann noch das Wort und bat die Abteilungsleitung, doch mal zwischen Präsidium und aktiven Fans zu vermitteln, da er „Littmann raus“-Plakate unerträglich fände. Die Abteilungsleitung solle sich mal einsetzen, dass der Kleinkrieg ein Ende habe. (Viel Spass wünsche ich schon mal.)
Auch Rummelshagen versprach, dass er versuchen werde, da einiges zu ändern. Daraufhin meinte Uli nur „Das haben wir auf Band“ (und das obwohl vor der Versammlung von einer Bandaufzeichnung nicht die Rede war….)
Dann wurde verabschiedet und mit dem Satz „Dann hauen wir morgen Lübeck weg“ geendet. Naja, das hat nicht geklappt…
(Fazit? Ruhige Versammlung mit einem Regiefehler. Die negativen Punkte? Zuwenig Mitglieder. Es ist immer noch traurig dass nicht mindestens 10 % der Abteilungsmitglieder zu solchen Versammlungen kommen. Die Abteilung selbst befindet sich nun im ruhigen Fahrwasser, sollte sich aus meiner Sicht auch weiterhin aus Präsidiumskleinkriegen heraushalten (sie ist viel zu wenig homogen um z.B. eine Anti- oder Pro-Littmann Politik zu machen), wenn es nicht sie selbst betrifft (wie z.B. in den letzten Jahren bei den „geklauten“ Abteilungsgeldern). Die Schwachpunkte der Abteilungsarbeit sind die Öffentlichkeitsarbeit und die inhaltliche Ausgestaltung der Ausbildungsbörse und ich denke, dass an beidem gearbeitet wird. Insgesamt eine sehr positive Veranstaltung und ich finde es immer noch schade und eigentlich beinah unverständlich, dass einige Leute die AFM meiden wie der Teufel das Weihwasser. Aber hier sind – wie oben schon erwähnt – wohl persönliche Eitelkeiten der Hauptgrund und darum kann man sich nicht kümmern.)