Norbert regt sich auf vom 24.9.2006 (!!!!)
über
Was erlauben sich Mittelfeld?
oder
Emden ist keine Reise wert
Versuchen wir es nun mit einem neuen Trainer? Wird dann alles besser? Geht es dann richtig ab? Liegt es „nur“ am Trainer? Ich weiss es nicht und ich will es auch nicht in den Mittelpunkt meiner Betrachtungen stellen. Zu Andy Bergmann gibt es so viele verschiedene Meinungen, wie es Fans gibt. Menschlich fand und finde ich ihn komplett in Ordnung und aus welchen Vorwürfen ihm ein Strick gedreht wird ist einfach hanebüchen (z.B. „der sitzt ja nur 90 Minuten auf der Bank“). Fakt ist aber auch: Wir schaffen es auswärts nicht, Leistungen abzuliefern, die dem eigenen Anspruch auch nur annähernd gerecht werden. Dass ich diesen Anspruch für vermessen halte, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Bereits um 8:30 sollte man sich auf den Weg nach Emden machen. Nun bin ich ja wirklich ein Freund davon, pünktlich zu einem Auswärtsspiel loszufahren, aber das erschien selbst mir zu früh. Aber der Fanladenkasper meinte, man plane mit ca. einer Stunde Pause und wolle um 12:30 vor Ort sein. Okay. Da ich ein Freund von „lieber zu früh, als zu spät“ bin, ist das schon vollkommen in Ordnung.
Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass der U 16-Bus diesmal von der AFM gesponsort war, so dass die Jugendlichen nur 2 Euro zahlen mussten und dieser dementsprechend mit 50 Jugendlichen ausgebucht war. Darunter wohl viele Leute, die ihr Debüt auf Auswärtsfahrten des FC St. Pauli gaben. Schöne Sache das, und es bleibt zu hoffen, dass von diesen Leuten einige irgendwann in die aktive Szene nachwachsen.
Auffällig war am Abfahrtsort auch, dass dezent im Hintergrund unsere Zivis standen und sich die Busabfahrt anguckten. Was meinten die da nun zu erleben? Was soll so etwas? Ich würde als Steuerzahler gerne wissen, warum die da stehen, warum die dafür Geld bekommen. Früher musste unser Busabfahrplatz auch nicht bewacht werden, und ich seh es langsam nicht mehr ein, immer pauschal kriminalisiert zu werden. Und wenn die angeblich so szenekundig sind hätten die doch lange mitbekommen müssen, dass die angeblichen „Problemfans“ mit der Bahn fahren wollten.
Der Geburtstag der Intergalactischen Poolbewohnerin brachte uns viele lange nicht gesehene Mitfahrer. So gaben Frida und Kerl ihr Saisondebüt im Fanladenbus. Daraus entwickelte sich zumindest in den ersten Reihen ein echt entspannter Bus (hinten war es wohl auch so). Ihr Debüt gab meine Mitfotografin Afroh, die vorher noch nie mit dem Fanladen auswärts im Bus gefahren war. Der von ihr mitgeführte Flachmann mit Brandy sollte später noch für die Überschrift sorgen.
Ansonsten verlief die Hinfahrt unspektakulär und abgesehen von einer längeren Pause auch ohne Nothalt (was wir damit bezahlten, dass auf der Rückfahrt das Klo voll war). So kamen wir kurz nach zwölf in Emden an, wo wir von einem Polizeimotorrad abgeholt wurden, welches uns nicht etwa direkt zum Stadion brachte, sondern erstmal die Dorftour mit uns machte. Inklusive Durchfahren einer Strasse, die für Fahrzeuge mit über sechs Tonnen gesperrt ist (wobei Busse als Ausnahme dran standen). Was der Unsinn sollte, insbesondere wenn man bedenkt, dass es einen direkten Weg zum Stadion gibt, das soll mir mal die Polizei erklären. Es sollte nicht die einzige Unsinnigkeit der sichtlich überforderten und komplett falsch eingestellten Polizei bleiben.
Wie üblich wurde man auf den Parkplatz hinter der Gästekurve gestellt, wo dann eine Hundertschaft der Polizei einen erwartete. Und gerade als man aussteigen wollte wurde man von den Polizisten daran gehindert und es wurde Zutritt zum Bus verlangt bevor man aussteigen konnte. Es folgte eine Gesichtskontrolle, deren Sinn mir vollkommen verborgen geblieben ist. Was hätten sie gemacht, wenn ihnen eines der Gesichter nicht gefallen hätte? Hätten sie uns dann nicht aussteigen lassen? Was für ein Blödsinn. Dementsprechend angepisst machten Afroh und ich uns auf den Weg, unsere Fotokarten zu besorgen. Erstaunlichweise ohne Diskussion mit den Ordnern und der Polizei.
Netterweise hatte der Verein uns zwei Innenraumkarten besorgt, so dass wir entspannt in der Sonne sitzend dem Spiel entgegen warten können. Afroh wurde ungefähr von allen Angestellten freundlich und lange begrüsst, wo man wieder den Unterschied zwischen blonder Frau und unrasiertem Mann sah ;-)
Ein Blick auf die Gästekurve zeigte die nächste Frechheit. Immer noch ein Drahtverhau vor dem Herrn (der gesamte Heimbereich hat keine Zäune zum Spielfeld) und dann auch noch direkt vor den Leuten ein Fernsehgerüst, welches wahrscheinlich jede Sicht nimmt. Dazu wurde diesmal noch der Gegengradenblock eine ganze Zeit zugehalten und erst geöffnet, als es gar nicht mehr ging. Damit das Ganze dann noch enger wird, wurden diesmal nicht nur eine Kette Ordner im Innenraum vor den Gästeblock gestellt, nein, es wurde zusätzlich noch eine Kette Ordner im Block postiert. Was da passieren sollte und was der ganze alberne Kram sollte, ist mir vollkommen unklar. Letztes Jahr stand keine Kette Ordner vor dem Gästeblock und passiert ist trotzdem nix. Ich finde diese Erfindung der Ordner, die im Gästeblock 90 Minuten auf die Zuschauer starren, für vollkommen unsinnig. Es ist müssig zu erzählen, dass zwar vor den Sitzplätzen auch so „Leuteanstarrordner“ postiert waren, vor den Emdener Stehplätzen (die keinen Zaun haben!) jedoch keine. Dementsprechend kam es nach dem Spiel auch zu einem Platzsturm von Autogrammjägern und Kindern (nicht dass ich das nun besondern schlimm finde, aber a. will der DFB das nicht und b. zeigt es einfach, wie lächerlich dann dieses Abschirmen des Gästeblocks ist).
Ihr denkt, es ist bereits vorbei mit Frechheiten? Nein, das Klo sollte zwingend (und das ist der Unterschied zu dem Klomann bei uns, der halt einen Teller hinstellt für freiwillige Zahlungen) 30 Cent kosten. Erst nach Protesten wurde dies geändert. Der Gag dabei ist, dass natürlich nicht gereinigt wurde. Und im „Heimbereich“ war das Klo natürlich kostenlos (hab ich hier nebenbei unseren Klomann, der das Klo ganz in der Ecke der Gegengerade beim Klubheim macht, schon mal gelobt? Wenn nein, hier nachgeholt!).
Das Spiel begann, und wirkliches Regionalliganiveau hatte das über 90 Minuten nicht. Wir schaffen es einfach nicht, eine geschlossene Mannschaftsleistung auf den Rasen zu zaubern. Es fehlt an Aggressivität, es fehlt an Kampfeswillen und es fehlt an einem Leader. In der ersten Halbzeit wurde zwar bis zu unserem Führungstor noch ein ausgeglichenes Spiel daraus, bei dem insbesondere Takyi zeigte, was er kann. Nach unserer Führung war Emden aber so etwas von drückend überlegen, dass der Ausgleich nur eine Frage der Zeit war. Wo ist da mal der Abräumer im Mittelfeld, der die Abwehr entlastet? Wo ist da mal der Spieler, der einen Ball mal langsam machen kann und damit das Spiel beruhigt und der dann mal einen genialen oder einfach guten Pass spielt? Wenn man schon den zuletzt eigentlich immer formschwachen Meggle vermisst, dann zeigt das alles. Oder wie Olespapa es ausdrückte: „Wo waren Mittelfeld?! Was erlauben sich Mittelfeld?!“ Was ich immer erstaunlich finde ist, dass bei uns nach solchen Spielen immer die jüngsten Spieler in die Kritik kommen. Natürlich war Lange nicht gut und er hat die eine Chance echt kläglich versemmelt, aber immerhin zeigte er so etwas wie Kampfgeist. Und das zeigten nicht viele. Wirklichen Kampf und Willen hab ich sonst noch bei Lechner (auch wenn bei dem gar nix ging), bei Luz und bei Joy (Jan Paul Joy, so der Stadionsprecher) gesehen.
Womit wir beim Stadionsprecher sind. Den hab ich ja sowieso seit dem Besuch mit unseren Amateuren gefressen, aber teilweise ist das auch nicht nur peinlich „Kickerss….“ „Emden“, nein, es ist auch unpassend, wenn während des Spieles mit Schnalzgeräuschen die Zuschauer zum Klatschen animiert werden. Ist meines Erachtens auch nicht erlaubt. Zeigt aber auch, wie mies die Stimmung auf Emdener Seite war. Der kleine Stimmungsblock kann ungefähr zwei Lieder, wobei beide irgendwas mit „Scheiss St. Pauli“ beinhalten. Sonst kommt da nix. Dann wird noch geklatscht und vielleicht mal ein mittelmässiger Wechselgesang angestimmt. Alles nicht so der Hit.
Dass dann auf einer Tapete noch ein Buchstabe fehlte passt ins Bild. Nun kann ein Fehler beim Tapetenmalen jedem mal passieren, aber die Tapete war ziemlich kurz, so dass das eigentlich beim ersten Blick auffallen musste. Ist es aber anscheinend nicht und wir hatten unseren Spass.
In unserem Block wurde Stimmung am Anfang gemacht, dann übernahm die Trommel wieder alles und das Spiel tat sein übriges. Ne, so wird das nix mit Stimmung.
Nach dem Spiel ging es zurück zum Bus, wo die Polizei uns trotz Vorhalten der Bustickets des Fanladens und trotz Hinweises, dass man St. Paulianer sei ,nicht durchlassen wollte. Details möchte ich hier nicht nennen (das bekommen die in einem freundlichen Brief serviert), aber es war gelinde eine Frechheit und ein Sorgen für „Sicherheit und Ordnung“ war dies auch nicht.
Nun ja, ein kurzer Spaziergang durch die Büsche und man war wieder an seinem Bus. Die Rückfahrt konnte beginnen und war von Frustbewältigung, Bierpostspielen mit Heiko und anderen dämlichen Sachen gekennzeichnet. In Hamburg dann noch kurz ins Jolly, wo noch mehr Brandy getestet wurde und dann relativ schnell nach Hause. Insgesamt ein enttäuschender Tag, und das trotz netter Geburtstagsfeier.
Nun gut, dann holen wir nun also einen neuen Trainer (oder auch nicht. Entscheidung stand zum Zeitpunkt des Schreibens nicht fest), Stani wird weiterhin von der Hamburger Presse hofiert und vielleicht wird ja alles besser. Ich bezweifele es. Die Saison ist gelaufen und es ist nur noch zu hoffen, dass wir nicht mehr in ernste Abstiegsgefahr geraten.
Schönes Wetter, ein enttäuschendes Spiel der 1. und vielleicht auch das Freibier lockten 305 Zuschauer an die Schanze, was ja schon mal eine Hausnummer ist (und eigentlich Ziel aller Bemühungen). Es war auch noch Hundeausführtag und insofern wird es Zeit, dass „Elvis seine neue Seite“ endlich fertig wird, denn er war wie wild am Hunde knipsen. Schädel hat auch aufgerüstet und so bekam ich Unterstützung auf der Pressesprungmatte und konnte labern und knipsen. Leider nicht das – sehr schöne – 1-0, denn da hatten sowohl ich als auch Schädel beschlossen, dass in der 1. Halbzeit nichts mehr passiert. Marc hatte jedoch was dagegen und setzte sich schön durch und verwandelte zum 1-0. In der 2. Halbzeit unsere Amateure (mit Hauke, Arifi und Braun als Profiverstärkung) dann komplett überlegen und mit zwei weiteren Toren. Grossartig spielte nebenbei Lenny (der 4. Torhüter unseres Vereines), der mehrfach super hielt, einen selbst verschuldeten Nervösitätsbock super ausbügelte und dessen Leistung immer mehr in Frage stellt, warum wir eigentlich Timo Reus zusätzlich verpflichtet haben. Nur leider verletzte er sich kurz vor Schluss schwer (Schulter ausgekugelt). Bereits in der 1. Halbzeit stand der Krankenwagen an der Schanze, da sich auch ein Osterholzer ziemlich verletzte (Kreuzbandriss). Zweimal Krankenwagen ist ein bisschen viel und überschattete den Tag dann doch. Wünschen wir den beiden schnelle Genesung und natürlich auch Hermann, der aufgrund einer Rücken-OP im Krankenhaus liegt und ein Spiel seiner Truppe verpassen musste (angeblich das erste seit 11 Jahren).
… unser Präsident, welcher nicht zum ersten mal mit dummen, dämlichen und einfach nicht zu tolerierenden Aussagen in Richtung Lokalrivale aufgefallen ist. Es ist zwar ein natürliches, dass er den eigenen Trainer unterstützen will (oder eben die üblichen Floskeln vor einer Trainerentlassung drischt), aber was in anderen Vereinen passiert, sollte man am besten nie kommentieren. Leider ist unser Präsident aufgrund der Stadionbaufantasien dieses Jahr definitiv nicht abwählbar (was bedeutender ist als ein „Wiederwählen“, denn letzteres steht erst nächstes Jahr an).
… der 13.10.2006, den sich möglichst jedes Vereinsmitglied freihalten soll, denn an diesem Tag wird er Aufsichtsrat gewählt. Ein nicht ganz unwichtiges Organ wenn man bedenkt, dass eine der wichtigsten Aufgaben die ist, den Präsidenten zur Wahl vorzuschlagen. Und da wir nächstes Jahr eben genau diesen neu wählen müsste ein eventueller Kandidat (selbst wenn der Littmann heisst) erst durch diese Probe. Umso wichtiger ist es, dass wir Fans uns darauf konzentrieren, „unsere“ Kandidaten in den Aufsichtsrat zu wählen. Ich will jetzt keinen Teufel an die Wand malen, aber in der Theorie könnte jemand, der dafür ist, dass wir endlich im Volkspark spielen, mit vier Aufsichtsratsmitgliedern die Macht sichern, indem er diese vier Kandidaten nächstes Jahr von der Mehrheit des AR (die bei vier liegt) zum Präsidenten vorgeschlagen wird und als einziger Kandidat zur Präsidentenwahl antritt (ich überspitze jetzt). Einen Tag später verkündet er: „Vergesst die Bagger, ab morgen gibt es Fussball nur noch im Volkspark“. Ein Albtraum (oder auch Alptraum, habe mir letztens einen Duden angeschafft, was für mich echt ein spannendes Buch ist. Hier sind beide Schreibweisen möglich), oder? Aber auch nicht ganz so krass muss es kommen. Daher: Augen auf beim Aufsichtsratseinkauf ;-)
Bisher haben zehn Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen: Die sechs bisherigen Aufsichtsräte (es gibt sieben, aber Jost Münster scheidet wohl aus. Die Fakten in diesem Abschnitt basieren auf einem Weltartikel und einem Interview in der Gazetta), dazu Holger Scharf und Uli Preuss und noch zwei, die mir bisher gar nix sagen. Ich will nicht zu allen was sagen, aber ein paar Gedanken zu einzelnen Kandidaten vielleicht schon jetzt: Uli Preuss, Christoph Kröger und Michael Burmester sind für mich absolut okay. Die kommen alle drei aus der Fanszene, haben jahrelang in der Kurve gestanden und machen eigentlich immer einen netten und ansprechbaren Eindruck. Natürlich kann ich nicht in allen Details beurteilen, ob sie den Job nun gut gemacht haben oder machen, aber für mich zählt da so ein bisschen der persönliche Eindruck von den Leuten. Holger Scharf mag ich persönlich zwar sehr, halte ihn aber komplett für unwählbar. Sorry, Holger, aber aus meiner Sicht sind die ganzen Querelen (an denen du ja nicht mal zwingend Schuld warst) zu kurz her und ich halte es nicht für sinnvoll, wieder Ämter in diesem Verein anzustreben. Zumindest jetzt noch nicht. Bei Kion wundert es mich, dass er sich das erneut antun will. Lebt meines Wissens immer noch in Frankfurt, ist nicht mehr der Jüngste und will weiterhin AR sein? Ich kann seine Arbeit nicht beurteilen, hab zwar ein paar Mal nett mit ihm geschnackt, aber mich wundert, dass er angeblich weiter machen will. Wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt gewesen sich mit Standing Ovations verabschieden zu lassen. Denn vor vier Jahren hatten wir ja eine etwas andere Situation, da wäre ich vielleicht auch nicht als AR nicht wieder angetreten, um nicht das falsche Signal zu senden. Aber nun, wo der Stadionbau in die richtige Richtung läuft und wir zur Zeit mal wirklich ein bisschen Ruhe an der Finanzfront haben? An Tay Eich spalten sich wahrscheinlich die Geister. Viele werden ihn fürchterlich finden, der Übersteiger meinte ja zwischendurch ihn vollkommen bashen zu müssen, ich finde es ja immer noch gut, dass zumindest ein klassischer Jurist im AR sitzt. Denn der Rest hat meines Wissens andere Vorbildungen. Und hinzu kommt, dass auch er für Fans erreichbar ist und nahezu jedes Auswärtsspiel abreisst (was in letzter Zeit bei vielen Vereinsverantwortlichen relativ dünn geworden ist). Mal sehen, ob sich die Politikzeitung (Übersteiger), die AGiM oder sonst irgendwer zu einer Wahlempfehlung hinreissen lässt. Mal sehen, was die Vorstellungsveranstaltung (die ja wohl hoffentlich noch kommen wird) so bringt. Ihr werdet es hier lesen.
… der Jahresrückblick 2005/2006: Vorab, es ist absolut zu begrüssen, dass es so ein Heft gibt. Es ist grundsätzlich auch sehr ansprechend layoutet und wäre eigentlich uneingeschränkt zu empfehlen, wenn… Ja, wenn da nicht ein paar ärgerliche Details wären. Zum einen ist der Zeitpunkt des Erscheinens zu weit weg vom Zeitpunkt des Redaktionsschlusses. So haben sich viele Aussagen der Spieler und viele Aussagen in den Artikeln durch Zeitablauf überholt (so wird der Fanladen während der WM 2006 nicht mehr auf haben, ausser wir befinden uns in einer Zeitfalle). Weiterhin hat das Teil unglaublich viele Rechtsschreib- und Tippfehler. Achtet nur mal auf die Schreibweise unseres Jubelgottes Mazingu-Dinzey. Meine Lektorin sagte mir, dass da auch ganz viele Kommata an der falschen Stelle sind, aber das kann ich nicht nachprüfen. Für nächstes Jahr empfehle ich einen guten Lektor. Ich kenn da ja einen, der bringt dieser Kolumne und dem „Amateur“ auch immer Deutsch bei ;-) Genauso traurig ist es, dass die U23 unseres FC nicht mit einem Wort erwähnt ist (ausser versteckt in den Oddsetpokalergebnissen). Das finde ich sehr schade und zeigt auch ein bisschen das vereinsseitige Desinteresse an unserem Nachwuchs. Kein Wunder, dass die Zuschauerzahlen an der Schanze rückläufig sind. Auch hier wären zwei bis vier Seiten absolut angemessen gewesen. Trotzdem: Kaufen! Damit es einen zweiten Versuch gibt und der dann perfekt wird.
… die Hamburger Morgenpost, die ja schon Mittwoch vor dem Emdenspiel wusste, dass nach der jetzt anstehenden Pause Timo Reuss im Tor steht. Nun mal ganz ehrlich: Entweder ist das ein MoPo-Hirngespinst oder unsere sportliche Leitung hat einen absoluten Hasch mich. Denn wenn dieser Spieler für mich als sportliche Leitung die Nr. 1 ist und dieser nach Bekunden aller Beteiligten fit ist, dann muss ich ihn auch bei einem so wichtigen Spiel wie in Emden ins Tor stellen. Erst danach zu wechseln ist doch vollkommener Blödsinn. Wenn jedoch Paddy Borger die Nr. 1 sein soll muss ich solchen MoPo-Schwachsinn sofort dementieren, denn ich muss einem Spieler auch mal den Rücken stärken. Wenn ich mich noch nicht endgültig entschieden habe sollte ich das erst den beiden Spielern sagen und dann der Presse. Aber so definitiv, wie es in der MoPo steht, würde ich das nie stehen lassen, ausser es entspricht der Wahrheit, und dann fragt man sich halt: warum erst nach Emden tauschen? Mal ganz davon ab, dass Paddy in Emden erneut eine solide Leistung gezeigt hat und es eigentlich keinen Grund gibt, auf dieser Position zu wechseln.
… die Wahl in MeckPomm, die mal wieder alle Vorurteile bestätigte. Es ist beschämend, dass ca. 60.000 Leute dort Nazis wählen. Natürlich ist das nur eine Minderheit, aber wenn man sich die Wahlergebnisse mal genauer ansieht, dann werden die nach den nächsten Kommunalwahlen in einigen Gemeinden Bürgermeister stellen bzw. in den Gemeinderäten richtig was zu sagen haben. Hier muss dringend was passieren. Peinlich ist insbesondere, dass sich die „grossen“ Parteien anscheinend vollkommen aus der Fläche zurückgezogen haben. Das ist das grösste Versagen. Denn Jobs schaffen können die Nazis auch nicht, aber sie tun so, als ob sie vor Ort auf die Menschen hören. Das muss doch jede demokratische Partei auch tun können.
Endlich mal gut vorbereitet war ein Sender, auf dem ich zufällig ein Interview mit dem Spitzenkandidaten der NPD gesehen habe. Bisher waren diese Interviews immer nach folgendem Muster verlaufen: Kandidat kommt, Reporter stellt Frage, Rechter pöbelt, Reporter (merklich unvorbereitet) reagiert empört, Rechter pöbelt weiter, Interview wird abgebrochen. Aus meiner Sicht immer unglücklich, da sich die Nazis hier als Opfer darstellen können. Diesmal wurde er knallhart und sachlich mit einem eigenen Zitat konfrontiert und geriet dadurch sofort in die Defensive und kam ins Schwimmen. So muss es sein. Was mich jedoch ärgert sind diese Verharmlosungen als „rechtsextrem“ oder „rechtsradikal“. Nennt die NP