Norbert regt sich auf vom 20.11.2006 (!!!!)
über
A few Cops are Bastards
oder
Was Bergmann wirklich falsch (ge)macht (hat)
Ich habe lange überlegt, wie ich mich den Ereignissen von Freitag nähere. Es gibt dabei folgende Möglichkeiten: A. ich schreibe gar nix und stelle die Seite als Protest gegen die Leistung der Mannschaft, der Fans und der Hamburger Polizei offline. B. ich verschweige gewisse Ereignisse oder C. ich schreibe alles. A. entspricht nicht meinen Therapiezwecken, B. wäre zwar eine Lösung, die einen absolut vor Repressionen durch die Hamburger Polizei sichert, die aber einfach feige wäre und C. beinhaltet die Gefahr von Repressionen und dämlichen Kommentaren, ist aber wenigstens mutig. Denn wenn Kritik aus Angst verstummt, dann ist es zu einer Meinungsdiktatur nicht mehr weit. Daher hab ich mich entschlossen alles zu schreiben.
Alles wie üblich. Fanladen, Hähnchen, Stadion. Aus Erfurt war ganz viel Pack angekündigt, so soll selbst die Lokalrivalen-Tankstelle Angst vor Übergriffen gehabt haben, weil angeblich 100 Chemnitzer mit auf dem Weg gewesen sein sollen. Inwieweit dies der Wahrheit entspricht oder die - auch übliche - Panikmache war, kann ich nicht sagen. Fakt ist, dass die Polizei vor dem Spiel schon eine strikte Fantrennung versuchte und Erfurtern den Weg in Richtung Klubheim von der Budapester Strasse verbaute. Das diese Massnahme nicht wirklich zu einer Fantrennung führt, steht auf einem anderen Blatt, da viele Erfurter auch aus Richtung Dom kamen. Darunter viele “normale”, die teilweise echt entspannt mit St. Paulianern Bier tranken, aber auch einige absolute Dummbatzen. Zum Beispiel der Typ, der freundlich darauf hingewiesen wurde, dass Thor Steinar hier nicht erwünscht ist, seine Jacke daraufhin auszog, was jedoch nur den Blick auf seinen Thor Steinar Pulli freigab. Leider kam es auch zu ein paar Auseinandersetzungen, die aus meiner Sicht nicht hätten sein müssen (irgendwelche Erfurter asseln rum, einige St. Paulianer gehen dankbar drauf ein), aber diese wurden auch durch interne Schlichtungsanstrengungen (u.a. auch von Bene) schnell gelöst. Also ab ins Stadion.
Bei uns auf der Höhe leider drei Vollhonks, die sich unbedingt ihre Plätze erdrängeln mussten. Da aber über dem Wellenbrecher genug Platz war und “der Klügere gibt nach” immer noch mein Lebensmotto ist, hab ich mich halt hinter den Wellenbrecher gestellt. Frech ist es aber schon und hätte bei weniger Platz auch zu einer ernsthaften Unterhaltung geführt.
Choreo USP hatte die Südverlegung zum Thema, sah nett aus, kann man auf den Fotos bewundern.
Unsere Mannschaft mit einem mässigen Auftreten. Nun ist Erfurt keine Mannschaft, die man abrammt, aber man muss schon konzentriert spielen um eine solche Mannschaft zu schlagen. Und genau das sind die Sachen, die unserer Mannschaft fehlen: Kondition und Konzentration. Leider haben wir auch in allen Spielen absolute Totalausfälle, diesmal Takyi, Luz und Dinzey. Nun mach ich Takyi am wenigsten Vorwürfe, denn nach absolut starken Spielen darf auch der mal ein schwaches Spiel haben. Luz mach ich etwas weniger Vorwürfe, denn er versucht wenigstens alles. Was aber bei Luz entscheidend ist, ist dass er wenig bis gar keine Bälle in Strafraumnähe erhält und so wenig Gefahr ausstrahlt. Dinzey war eine Frechheit. Seine Lustlosigkeit insbesondere in der 2. Halbzeit war schon mehr als augenscheinlich. Und dabei hat dieser Spieler alles, um diese Liga zu dominieren. Aber sich nach einer schönen Torvorbereitung die restliche Zeit auszuruhen zeigt entsprechende Defizite. Brückner gehört einfach nicht auf die Linksverteidiger-Position (zumindest nicht ohne dies nach seiner Verletzung mal in der 2. geübt zu haben), machte dementsprechend einige haarsträubende Stellungsfehler, aber kämpfte immerhin wie Sau. Wenn dies alle Spieler machen würden, hätten wir weniger Probleme. Zu diesem Thema aber später noch mal was. Die Kritik im Forum war jedoch in dieser Form unter aller Sau. Scharping fand ich okay, ein Sprinter wird er nicht mehr, aber mit seinem “Arsch raus, Bälle verteilen” bringt er wenigstens eine spielerische Note und Gefahr in unser Mittelfeld. Braun trifft und erarbeitet sich auch diese Chancen. Bisher einer der Gewinner dieser Saison.
Nicht wirklich beschweren können wir uns, dass das Tor von Erfurt Abseits war (und zwar der zweite Querpass, da steht der aber meilenweit vor dem Ball und allen seinen Gegenspielern), denn in einer Szene wo der Erfurter komplett alleine durch war, wurde vollkommen zu Unrecht Abseits entschieden (und beide Szenen waren genau auf unserer Höhe).
Ganz mies auch der Auftritt der Fans. Bereits in der 60. Minute bei einem Spielstand von 1-1 und einem komplett offenen Spiel “Bergmann raus” zu schreien hatte ich bisher im Volkspark vermutet, aber nicht auf den heiligen braun-weissen Rängen. Mein Verständnis eines “anders seins” lässt so etwas nicht zu, ich finde das absolut schwach und peinlich. Und dabei geht es nicht um den Fakt, ob man nun Bergmann feuern soll oder nicht, aber während eines laufenden Spieles (was zu diesem Zeitpunkt ja auch noch 3-1 hätte ausgehen können, wenn auch nur glücklich, aber ein Torerfolg unserer Mannschaft war ja nicht ausgeschlossen) ist ausschliesslich Support angesagt. Ob man dann nach Abpfiff “Bergmann raus” brüllen will, sei jedem selbst überlassen. Mir ist das zu platt. Aber während eines Spieles will ich so etwas nie wieder hören. Ich finde es einfach nur peinlich. Und sonst sollte man sich mal eingestehen, dass man kein Stück besser ist als Volksparkzuschauer. Zu unserem Trainer aber noch später ein Absatz
Ansonsten ging auf der Gegengrade eigentlich ziemlich viel. Unser Team wurde immer wieder aufgemuntert und wenn ein Spieler sich mal kämpferisch einsetzte, dann war die Kulisse auch voll da. So möchte ich das hören.
Leider mussten einige Erfurter dann doch ihren schlechten Ruf gerecht werden, indem sie Leuchtspur abfeuerten und Bengalos zündeten und in Richtung Haupttribüne rumhoolten. Sehr schade. Der Cotrainer forderte seine Ersatzspieler sofort auf doch mal in die Kurve zu gehen, was die jedoch wohl nicht wirklich verstanden haben. Aber immerhin scheint da auch mal eine Reaktion der Vereine zu kommen.
“Nach dem Spiel zum Fanladen”. Das ist nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen St. Paulianern unterschiedlichster Couleur ein festes Ritual. So auch an diesem Freitag. USP macht diesen Weg auch, schon seit gut zwei Jahren in einem geschlossenen Block, aus dem auch gesungen und geklatscht wird. Zwar ist es immer mal wieder zu kleineren Zwischenfällen gekommen (hier auch mal angerissen), aber irgendwas strafbares ist in all den Jahren nicht passiert. Die schlimmste Tat dieses Marsches ist, dass es sich um eine nicht angemeldete Demo handelt. Ein Fakt, der eigentlich zu vernachlässigen ist, da Anfang und Ende ja schnell erreicht sind und eigentlich niemand wirklich behindert wird. Und falls doch mal ein Auto entgegen kommt, wird das eigentlich immer elegant umschifft. Ich nehme an diesem Marsch normalerweise nicht teil, alleine schon, weil mir nach Spielen selten bis niemals nach singen und Begleitung zumute ist.
Nun hat die Polizei zum wiederholten Male ihre Taktik gegenüber diesem Marsch geändert. Wurde er früher gar nicht oder nur mit kleinen Kräften begleitet, wurde er bereits nach dem Oddsetpokalspiel gegen den Lokalrivalen in einem Kessel geführt. Bereits da wirkte das komplett übertrieben und auch unsinnig. Insbesondere wenn man bedenkt, dass auf Lokalrivalenseite vielleicht 500 Leute anwesend waren, die sich absolut friedlich (man kann schon beinah sagen, lethargisch) verhielten. Auch gegen Erfurt wurde erneut Flutlicht aufgebaut, Wasserwerfer aufgefahren und der Marsch in einem Polizeikessel geführt. Dabei wird jedoch keine Fantrennung vorgenommen, denn Erfurter konnten ungehindert die Budapester Strasse in Richtung U-Bahn St. Pauli benutzen. Wenn hier irgendwelche Hools dabei gewesen wären, die hätten alle Möglichkeiten gehabt, denn die Aufmerksamkeit der Polizei richtete sich ausschliesslich auf den USP-Marsch. So stand auch eine Kette von Polizisten in der Auffahrt zum Klubheim, liess aber alle Leute passieren bis eben entsprechender Marsch kam, der erneut von behelmten Polizisten gekesselt wurde. Ich verfolgte das ganze dahinter gehend und ohne von der Polizei beachtet zu werden. Bereits vor dem “Miller” kam der Zug zum stoppen und es kam zu Rangeleien (aber hier noch in einem ganz kleinen Rahmen). Erfurter waren nicht da, aber die Polizei begann wohl St. Paulianer von St. Paulianern zu trennen. Sehr sinnvoll das ganze. Es kam aber schnell zu einer Beruhigung und der Marsch bog in Richtung Fanladen ein. Aus dem Marsch heraus wurde zwar “Scheiss Polizei” und “ACAB” gerufen, aber dies auch nur am Miller. Später nicht mehr.
Der hintere Einsatzzug der Polizei blieb am Miller zurück und der links begleitende Zug sperrte die letzte Linksstrasse vor der Fanladenkreuzung (Wohlwillstrasse / Brigittenstrasse). Bereits diese Massnahme ist eigentlich komplett albern, denn erneut wurden nur St. Paulianer daran gehindert durch St. Pauli zu gehen. Von Erfurtern war weit und breit keine Sicht. Aber insgesamt sah es in diesem Zeitpunkt so aus, als ob das ganze relativ ruhig zu Ende gehen würde.
Vorne vor dem Marsch befand sich noch eine Einheit in schwarz gekleideter Polizisten (wenn ich das richtig verstehe ist so etwas eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit / BFE) an der Seite (vor dem Bioladen und dem Friseur) befanden sich noch die rechts begleitenden grünen Polizisten. Diese komische BFE befand sich jedoch schon Höhe B5, so dass der Weg in den Fanladen frei war. Sprich: Alles machte einen komplett entspannten Eindruck. Insofern ist auch nicht von einer angespannten Situation zu sprechen. Zumindest machte das auf alle Beteiligten nicht den Eindruck. Vor dem Fanladen schon lachende Leute, der Marsch zählte (deutlich hörbar mit lachendem Unterton) von 10 runter und wollte dann den Rest laufen. Ein Ritual, was schon mehrfach praktiziert wurde, was der Polizei absolut bekannt ist und was normalerweise am Tresen oder auf dem Sofa des Fanladens endet.
Alles lief lachend los, aber leider war doch nicht alles so entspannt, denn die BFE Truppe hatte wohl alles in den falschen Hals bekommen oder hatte einfach gar nix gecheckt. Zumindest fing sie nun an auf alles zu prügeln, was in ihre Reichweite kam. So wurden Leute im Fanladeneingang mit Schlagstöcken und Pfefferspray attackiert und die Spitze der Laufenden bekam ordentlich einen mit. Wohlgemerkt ohne dass es vorher zu irgendwelchen Beleidigungen, Bedrohungen oder ähnlichem in Richtung Polizei kam. Geschweige denn war irgendeine Straftat, nicht mal eine wirkliche Ordnungswidrigkeit (mal vom gehen auf der Fahrbahn abgesehen) begangen worden. Sprich es gab überhaupt keinen Grund für diese Nummer. Jetzt brach leider die Hölle los und leider wurden auch Flaschen auf die Polizei geworfen (eine genau falsche Reaktion) und erst nach Minuten beruhigte sich die ganze Situation. Da hatten aber Leute schon volle Elle Pfefferspray in die Fresse bekommen und lagen krankenwagenreif im Fanladen.
Damit aber noch nicht genug, nach ca. 40 Minuten kam die Polizei, die dann abgezogen war, wieder, blockierte die Brigittenstrasse und behandelte sämtliche im Fanladen befindliche Personen erkennungsdienstlich. Ein Schritt der nur folgendes bewirken sollte: absolute Eskalation und Schikane. Zwischenzeitlich hatte sich er Besuch im Fanladen schon bestimmt dreimal ausgetauscht, so dass ein Zusammenhang “jetzt im Fanladen = eben beteiligt” absolut nicht mehr herzustellen war.
Glücklicherweise war die Poppenbütteler WG kurz vorher gegangen, so dass wir unsere Personalien nicht auch noch abgeben mussten.
Bevor jetzt gleich die Polizei vor meiner Tür steht: Vergesst es. Im dunklen sind einzelne Personen nicht zu erkennen und ich stand die ganze Zeit mit den Händen in den Taschen an der Ecke. Insofern eigne ich mich weder als Täter noch als Zeuge. Und Beamtenbeleidigungen liegen mir aus beruflichen Gründen fern. Diese Position führte nebenbei dazu, dass man von der links begleitenden Staffel beinah über den Haufen gelaufen wurde, weil die jetzt natürlich vorrückte und so etwas wie “Weg da Polizei” nicht von sich gab. Erst an die Metallpfosten der Kreuzung wurde mit den Schlagstöcken geschlagen, so dass man eine Möglichkeit hatte aus dem Weg zu gehen. Nur ein zufälliger Blick nach hinten rettete mich vor dem “übergelaufen” werden.
Wie kam es nun zu dem ganzen? Ich bin nicht der Mensch, der sonst USP in Schutz nimmt, und wenn Mist gebaut wird, dann wird es auch als Mist bezeichnet, aber in dieser Situation waren sie einmal komplett unschuldig. Als sie losliefen, war die ganze Situation eigentlich komplett entspannt und deswegen ist z.B. die rechts begleitende Staffel auch nicht eingeschritten, als sie losliefen (warum auch?). Meines Erachtens ist das ganze auf eine komplette Planlosigkeit der Polizei zurückzuführen. In mehreren Dialogen ist wohl deutlich geworden, dass die Polizei weder wusste, wo man ist, noch was der Fanladen ist. Daher ging man wohl von einem Angriff aus. Hier ist schwerste Kritik an unseren SKBs und auch an der Einsatzleitung der Polizei angebracht. Denn solche Infos sollten den jeweiligen Zugführern zur Verfügung stehen und sollten auch in das Einsatzkonzept der Polizei übernommen werden. Aber anscheinend waren die eingesetzten Polizisten komplett orientierungslos. So soll sich folgender Dialog zugetragen haben (nicht selber gehört, daher hier deutlich als Zitat vom Hören sagengekennzeichnet): “Ist das hier der Paulinenplatz?” -“Nein, das ist der Hans-Albers-Platz”. Wenn man so informierte Polizisten losschickt, dann muss man sich nicht wundern, wenn diese ein Laufen zum eigenen Fanprojekt als Angriff auf eine Kneipe missverstehen.
Sprich: hier haben insbesondere unsere SKBs (wozu haben wir die eigentlich, wenn die in einer solchen Situation nicht sagen “Ist Fanprojekt, Kräfte können sich zurückhalten”?) und die Einsatzleitung der Polizei komplett versagt.
Und nun? Nun ist offener Krieg. Dem ist einfach so. Die Polizei wird mit allen möglichen Mitteln versuchen ihr Vorgehen zu rechtfertigen. Eine Selbstkritik wird nicht passieren. Eher werden wahrscheinlich alle erkennungsdienstlich Behandelten noch mit Stadion-verbotsverfahren überzogen. Die Spirale der Eskalation wird wieder eine Stufe höher gestellt und wahrscheinlich wird es in nächster Zeit krachen. Was kann man nun machen? Zum einen “der klügere gibt nach”. Gegen Magdeburg und Wuppertal ist absolutes Füsse still halten angesagt. Auch wenn das heisst, Provokationen von Magdeburger Asseln absolut hilflos gegenüber zu stehen. Aber Gewalt ist absolut keine Lösung. Zum anderen muss der Verein nun deutlich gegenüber der Polizei aktiv werden. Denn wenn selbst der Fanladen (immerhin ein Projekt, was Vertrauen zu problematischen Gruppen suchen soll, was gewaltpräventiv tätig sein soll) nicht mehr Tabu ist, dann haben wir ein Problem. Hier sollte der Verein deutlich machen, dass eine weitere Zusammenarbeit mit diesen SKBs absolut nicht mehr möglich ist. Hier müssen dringend fähigere, offenere und auch wirklich konfliktverhindernd tätige Beamte eingesetzt werden. Wie kann es z.B. sein, dass von denen niemals versucht wurde, Kontakt aufzunehmen? Mal öffentlich sich bei allen vorzustellen? Das Gespräch zu suchen? Auch mal vermittelnd tätig zu werden? In solchen Konfliktsituationen auch mal sich dazwischen zu stellen? Wozu brauch ich die, wenn sie sowieso nicht szenekundig sind und wenn sie sowieso keine Rolle haben ausser wichtig ins Funkgerät zu labern? Das ist reine Steuerverschwendung und lässt mich als Steuereintreiber an meinem Job zweifeln. Dem Verein kann man nur empfehlen, Sicherheitsbesprechungen der Polizei nicht mehr zu besuchen, denn anscheinend macht die Polizei ja sowieso was sie will.
Von den Fans erwarte ich absolute Solidarität. D.h. nächstes Mal geht nicht USP zum Fanladen, sondern “die Fans”. Sollte also USP einen Marsch nach dem Magdeburgspiel planen, so ist dies ein Pflichttermin. Nebenbei war dieser Marsch mal entstanden, damit man geschlossen, ruhig und friedlich zum Fanladen geht und nicht irgendwo Kleingruppen in einen Konflikt hineingezogen werden.
Ein pauschalisierendes “ACAB” werdet ihr trotzdem nicht von mir hören. Hier werden auch viele Polizisten verheizt und einfach durch “dumm gehalten” in solche Situationen geschickt. Der Fisch stinkt insbesondere am Kopf, nicht in der Breite. Und das es auch andere Polizisten gibt, wissen wir allemal, seitdem wir unserer Nr. 17 zujubeln. Vielleicht sollte der den SKB machen, der weiss wenigstens, was für Fans wir haben…
Die Kritik an Bergmann hat ein absolut schwaches und peinliches Niveau erreicht. Was selbsternannte Fussballexperten ins Forum schreiben, zeigt nur, dass die gerade mal Bildzeitungsniveau erreichen und mehr nicht. Dabei gäbe es genug an unserem Trainer zu kritisieren, aber nicht das, was kritisiert wird. Was wird denn kritisiert? A. dass er nichtssagende Aussagen in der Presse macht. Ja und? Was soll er denn sagen? Ganz mal davon ab, dass die Hamburger Presse nun wirklich keine Perle ist, ist aus meiner Sicht ein öffentlicher Rundumschlag nun wirklich nicht sinnvoll. B. Er sässe teilnahmslos auf der Bank. Was für ein Schwachsinn. Zum einen stimmt es nicht mal, zum anderen ist das nun auch Stilfrage. Und Stil hat jeder Trainer einen anderen, ich glaube aber nicht, dass das viel ändert.
Die ganzen Annahmen, die jetzt folgen basieren auch darauf, dass wir letzte Saison ja doch gewissen Erfolg hatten und definitiv besser dastanden als diese Saison. Dass es letzte Saison nicht mit dem Aufstieg geklappt hat, liegt aus meiner Sicht auch am Pokal und daran, dass dann die letzte Kraft und die letzte Konzentration fehlte. Dies hätte vielleicht ein wahrer Meistertrainer aus der Mannschaft kitzeln können, aber die laufen in der 3. Liga nicht rum (was man auch an dem Niedergang des ja so hoch gelobten Hollerbachs sehen kann).
Was wirklich falsch läuft? Das kommt nun:
1. Ohne Not wurde unser Spielsystem gewechselt. Wie unsere Nr. 17 so schön im Forum anmerkte, sind wir mit Boll/Brückner als Doppelsechs ungeschlagen gegen 1. 2. und 3. Liga. Nicht, dass ich diese Person für zwingend halte, aber das System mit der Doppelsechs war letzte Saison sehr erfolgreich und wurde zu dieser Saison ohne Not aufgegeben. Ob diese Doppelsechs nun mit Boll/Brückner, Boll/Schulz, Brückner/Schulz, Meggle/Schulz, Meggle/Boll oder Brückner oder auch noch ganz anders besetzt spielt, ist dabei zweitrangig. Fakt ist, dass das System letzte Saison funktioniert hat. Und es wurde letztendlich ohne Grund geopfert. Gerade mit unseren schnellen Leuten Takyi, Braun, Arifi könnte man immer noch mit einem Sturmbrecher in der Mitte (Stendel/Scharping/Luz) und einer schnellen hängenden Spitze in einem 4-5-1 agieren. Oder alternativ in einem 3-5-2.
2. Das Training wurde umgestellt. Letzte Saison als es lief, war zweimal pro Tag Training. Dies galt eigentlich immer, ausser wir hatten “englische Wochen” (wobei Oddsetpokal nicht gezählt wurde). Auch dies wurde geopfert. Jetzt wird eigentlich grundsätzlich nur einmal pro Tag trainiert. Gerade bei einer Mannschaft, die sich leicht von Fussball ablenken lässt, ein Fehler.
3. Das Anschwitzen entfällt. Ich war erstaunt, dass vor dem Erfurtspiel morgens nicht trainiert wurde. Auch das war letzte Saison ein absolutes Ritual und aus meiner Sicht auch nicht schlecht. So musste sich die Mannschaft bereits morgens konzentrieren. Dabei geht es ja nicht um eine Ausbelastung, sondern einfach um eine Konzentrationssammlung.
4. Montag Nachmittags geht es nicht mehr ins Elexia. Letzte Saison wurde Montagsnachmittags immer noch im Elexia gezielte Übungen gemacht. Ist zwar nicht sehr beliebt bei Fussballern, aber auch das ist anscheinend entfallen. Auch dies ist sehr schade und hätte insbesondere der Fortentwicklung einzelner Spieler sehr genützt. Ob das hier nur eine Entscheidung des Trainers ist oder ob es auch daran liegt, dass die nicht mehr Sponsor sind, kann ich nicht sagen. Falls letzteres zu dieser Entscheidung geführt hat, kann man nur sagen: Am falschen Ende gespart.
5. Der rituelle Kreis nach dem Spiel ist entfallen. Diese ganze “Wir siegen zusammen und verlieren zusammen”-Idee ist aufgegeben worden. Natürlich handelt es sich nur um ein Ritual, aber dieses stärkt schon den Mannschaftssinn und den Zusammenhalt.
6. Es ist falsch eingekauft worden. Wir haben fünf Stürmer (Luz, Scharping, Arifi, Stendel, Dinzey), 10 Mittelfeldspieler (Meggle, Schulz, Brückner, Boll, Takyi, Braun, Bruns, Prediger, Bougard, Sosnowski), aber nur sieben Verteidiger (Joy, Lechner, Rothenbach, Morena, Sall, Eger). Wenn ich nun gelernt habe, dass normal 4 Stürmer, 8 Mittelfeldspieler, 8 Verteidiger sind, dann merkt man, dass alleine schon mahlenmässig eine gewisse (wenn auch leichte) Abweichung da ist. Insbesondere da man aufgrund der roten Karten eigentlich einen Verteidiger mehr gut gebrauchen kann. Und dabei sind Prokoph und Lange noch gar nicht mitgezählt. Zwar kann man gerne noch Brückner in die Abwehr schieben, aber gelernt hat er das nicht und hat es auch letzte Saison eher als Aushilfe, denn als Stamm gespielt. Natürlich kann man noch zwischen Mittelfeld und Sturm anders abgrenzen (Dinzey, Braun, Scharping und Arifi spielen beides), aber trotzdem bleibt das Missverhältnis. Insbesondere weil wir für Joy keinen Ersatz haben (und JEDEM war klar, dass Brückner das nicht sein kann). Das ist umso mehr fahrlässig als dass Joy schon letzte Saison anfällig für Verletzungen war. Was noch hinzu kommt: Drei unserer Stürmer sind ähnliche Typen (Luz, Scharping, Stendel) oder wenn man Scharping unbedingt ins Mittelfeld schieben will, dann haben wir mit Meggle, Schulz, Scharping auch drei 10er, die noch durch Takyi aufgefüllt werden. Sprich: Wir hätten lieber Luz z.B. abgeben und dafür noch einen guten Aussenverteidiger holen sollen.
Und während ich dieses schreibe, erreicht mich die Nachricht, dass Bergmann entlassen worden ist. So ist das ganze nur als Anregung für den neuen Trainer zu verstehen, was man so ändern kann. Bleibt nur zu hoffen, dass das Gespann Truller/Stani (was ja absolut nicht fehlerfrei in dieser ganzen Sache ist) nun das Ruder rumreisst. Denn - seien wir mal ehrlich - bei jeglicher Kritik wäre es ja wohl doch der Traum aller St. Paulianer, mit den beiden aufzusteigen. Mach et, Truller. Mach et, Stani. Mal abwarten, ob sie überhaupt eine Chance bekommen oder ob wir nach Dresden jemand ganz anderes erleben. Fascher vielleicht? Ein Trainer, der zwar definitiv was kann, den ich persönlich bisher jedoch menschlich in ganz böser Erinnerung habe (was aber nun wirklich nicht entscheidend ist). Nebenbei erst der vierte Trainer, den ich während des Schreibens dieser Kolumne hatte. Nun kommt der 5.
7. Nicht mutig genug gewesen. Wir haben seit Spielen Probleme im Mittelfeld und auf den Aussenbahnen. Insbesondere Dinzey und Arifi sind meilenweit von ihrer Form entfernt. Hier fehlte bisher auch Mut mal einen jungen reinzuwerfen. Und wenn es nur ist um zu zeigen, dass die beiden nicht zwingend im Kader sind, weil es keine Alternativen gibt.
So besser, lieber Gazetta Vorwortschreiber? ;-)
Sehr peinlich auch der Typ, der im Forum nach dem Spiel am Freitag einen “Ich mach mal Hauke fertig”-Thread aufgemacht hat. Das war umso peinlicher, als dass Hauke in diesem Forum mitschreibt. Natürlich hat er nicht gut gespielt, aber jegliche Kritik an einem Spieler, der menschlich und kämpferisch absolutes Vorbild ist, verbietet sich. Wie sagte jemand so schön? “Der hat jedes Spiel Grass im Gesicht, so etwas will ich sehen”. Dem gibt es nix hinzuzufügen. Und das Hauke sich noch selbstkritisch äussert, zeigt eigentlich das er trotz gewisser Defizite schon lange eine Legende sein sollte. Hinzu kommt, dass er sowohl bei der Mannschaft, als auch bei den Betreuern ein sehr hohes standing hat und dies nicht zu Unrecht. Es bleibt zu hoffen, dass ein neuer Trainer ihn endlich wieder da einsetzt, wo Hauke hingehört: Im Mittelfeld auf der 6. Rennen, beissen, grätschen. Dafür ist er da. Einige Zuckerpässe sind nebenbei auch immer bei ihm drin. Wer erinnert sich nicht an die Kopfballvorlage letztes Jahr zum 2-0 beim Lokalrivalen?
Freitag hat es wohl auch ein Protestflugblatt in der Süd gegeben. Leider kenn ich weder den Inhalt noch die Macher, so dass eine inhaltliche Beurteilung schwer fällt. Was sich hier aber zeigt ist, dass - auch ich - den Infobedarf und auch die Vorbehalte unterschätzt habe. Die Pöbler im Forum hab ich, ehrlich gesagt, auch nicht so ernst genommen, weil es wieder die üblichen “ich bin gegen alles, was ich nicht mache”-Typen waren. Aber hier scheint wohl doch mehr Info nötig gewesen zu sein. Vielleicht wäre ein Infoabend, der gleich auf dem Flugblatt mit vermerkt gewesen wäre besser gewesen. Zugegeben eine Idee, die ich auch nicht hatte.
Ich persönlich glaube immer noch, dass es eine gute Idee ist, die auch einen gewissen Erfolg haben wird. Nur - und das sei auch zu dem Kommunikationsartikel in der Gazetta angemerkt - Info hätte wohl doch mehr im offenen Gespräch stattfinden müssen. Und da muss wohl auch USP lernen, dass ein Treffen mit ca. 80 Leuten auf Fremde nicht sehr einladend wirkt.
Dann hat die Vermarktung der Business-Seats begonnen. Nicht nur, dass hier nun ein etwas anderer Preis im Raume steht, als der auf der Vorstellung genannte, nein die Anzahl der bereits bestellten Sitze erstaunt. In der Vorstellung damals wurde von einem Preis von ca. 1.500 Euro gesprochen und von Mehreinnahmen von 2,4 Millionen Euro, die bei einer Vollauslastung von Logen und Sitzen erreicht werden soll. Wenn man mal von 1000 Business-Seats ausgeht (die Presseerklärung spricht von “knapp 1000”), dann sind das alleine schon 1,9 Mio, wenn denn alle verkauft werden. Die 10 Logen müssten dann “nur” (man beachte die Anführungszeichen) 500.000 Euro erwirtschaften. Wenn ich letztens gehört habe, dass die Logen 18 Plätze haben (das ist aber unbestätigte Info), dann wären die nahezu gleich teuer. Da würd ich doch eher ne Loge nehmen. Umso erstaunlicher, dass sich bereits 40 Irre gefunden haben, die diese Plätze abnehmen. Und dies anscheinend ja nur unter den Leuten, die bisher solche Plätze bei St. Pauli haben, denn eine öffentliche Vermarktung ist erst jetzt gestartet worden. Ich hoffe mal es geht so weiter und wir kommen wirklich auf die 2,4 Millionen Mehreinnahmen, die wir uns alle erhoffen.
Die AGiM hat sich aufgelöst bzw. ihre Tätigkeit verändert. Zwar ist die AGiM hier nicht immer ganz unkritisch gesehen worden, aber jede Gruppe, die sich irgendwie in diesem Verein engagiert ist irgendwo positiv zu sehen und daher ist es schade, wenn sie aufhört. Es bleibt nur zu hoffen, dass die nun etwas anders organisierte AFM (mit ihrem Plenum) diese Lücke schliessen kann. Nun daraus zu schliessen, dass nur noch Ultra in diesem Verein wächst, halte ich jedoch für falsch. Denn dafür gibt es zu viele andere Sachen, die nebenbei auf unterschiedlichsten Gebieten wachsen (da sei nur mal Beispielhaft “der Amateur” als auch viele Sachen der Basis genannt). Und passt auf, da kommt noch mehr ;-)
Habe ich - wie üblich - nicht gelesen, da ich den seit gewissen Forenartikeln nicht mehr kaufe. Aber das Titelblatt und das “Gimmick” überzeugten.
Es war nass. Und dem Rasen entsprechend bekam man kein gutes Spiel zu sehen. Aber ich gewinn lieber immer noch 2-1, wenn in der letzten Minute ein Elfer (diesmal komplett unberechtigt) verschossen wird, als 4-0 und mit keiner Aufregung. Es sei nebenbei mal angemerkt, dass aus meiner Sicht Nemet einen wirklich guten Job mit der Truppe macht. Und das schliesst auch seine Rotation ein. Denn wenn es sich wirklich um eine Ausbildungsmannschaft handelt, dann ist eine Rotation vielleicht nicht das schlechteste, damit alle Spieler mal Erfahrung sammeln. Bene hat auch wieder gespielt, ist diesmal aber absolut nicht zu bewerten. Hat einen Ball aufs Tor bekommen, den schön abgewehrt, war dann aber gegen den Nachschuss machtlos. Beim Elfer war er im richtigen Eck, aber der ist soweit daneben gegangen, da kann der Torhüter nicht wirklich Elferkiller spielen. Ansonsten war es nass