Norbert regt sich auf vom 23.4.2007

 

über

Momentaufnahme

oder

Spitzenreiter!

Präwort

Diese Kolumne ist die geborene Euphoriebremse und auch heute möchte ich mich als eine solche betätigen. Der Sieg gestern war schlichtweg überlebensnotwendig. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich erfasste auch mich gestern die blanke Euphorie, aber am Tag danach muss man wieder die Fakten bewerten und einfach folgendes feststellen: Es wird noch ein langer Weg bis zum Aufstieg.

Die Autobahn war braun-weiss

„Magisches St. Pauli, siege heute hier für uns“ pfiff ich schon, als ich kurz nach sieben den Dienst antrat. Und ich muss sagen, ich habe schon effektivere Tage für meinen Arbeitgeber abgeleistet. Endlich vorbei mit ruhigem Arbeiten war es, als um ca. 11 Uhr mich die Nachricht ereilte, dass es um 14 Uhr noch eine Pressekonferenz geben würde, wo Littmann „zur aktuellen Stadionsituation“ „Stellung beziehen“ würde. Diese doch sehr neutrale Formulierung weckte bei mir doch arge Zweifel, dass der lang ersehnte Baubeginn nun verkündet wird. Rückblickend muss man nun sagen, dass sich Christian Bönig einfach nur als Meister des Erzeugens von Spannung betätigt hatte. Ist ja auch gut so, so finden seine Presseerklärungen wenigstens Anklang.

Zwischendurch hatte besagter Christian auch die Fotokarte mit einem „Medientor 12, Sorry Stress“ bestätigt, so dass eigentlich einem schönen Tag nix mehr im Wege stand.

Netterweise war mit meinem Vertreter abgesprochen, dass ich den Nachmittag Nachmittag sein lassen konnte, so dass ich um kurz nach halb zwei endlich den Versuch, noch irgendwas sinnvolles auf der Arbeit zu schaffen, sein liess und mich gen Millerntor auf machte. Wirklich effektiv ist es auch nicht, wenn man gerade über eine Rückstellung in einer Bilanz brütet, die man irgendwie nicht versteht, wenn man alle 20 Sekunden ein „Magisches St. Pauli, siege heute hier für uns, hey“ in seinen Gehirnwindungen hat. Nun ja, die Bilanz wurde dann heute verstanden und wieder Geld eingenommen (hähä).

Hinter unserer bald-Südtribüne geparkt und durch den Zaun noch gesehen, wie sich gerade die Presse von der Pressekonferenz entfernt. Netterweise brachte mich ein Teilnehmer dieser PK, der zufällig vorbei kam, auf den neusten Stand. Aber der Stadionbau wird im Detail erst am Ende Thema.

Dann ging es in die Kleine Pause, wo aus reinem Aberglauben das übliche Ritualhähnchen gefuttert wurde. Ich habe das aus einer Mischung von Appetitlosigkeit und Anspannung nicht wirklich aufgegessen und nebenbei ist es auch beim Essen sehr ablenkend, wenn man alle naslang „Magisches St. Pauli, siege heute hier für uns, hey“ im Kopf hat.

Am Bus sammelte sich die übliche Besatzung für eine solche Kurztour. Kutten ohne Gruppen, ein paar versprengte Ultras, Skins und die Leute, die sowieso kein zu Hause haben, aber gerne bequem reisen und nicht in überfüllten Zügen.

Laber Larry fuhr glücklicherweise mit einem anderen Bus, so dass sich unsere Gruppe unterstützt von Sprecherrats-Annika samt Familie bequem und ruhig in den ersten Reihen des Busses platzieren konnte. Der nebenbei kein Klo hatte, was schon zu Schätzungen führte, wie viele Pinkelpausen wir denn machen würden.

Aber dann kam Daniela, die mit eisener Hand dem Ganzen eine Richtung gab. Grundbergsee wird Pause gemacht, sonst nicht. Feierabend.

Was sich dann auf der Autobahn abspielte lässt sich nicht beschreiben. Im Sekundentakt überholten uns Fahrzeuge mit Schals, Flaggen oder anderen Fanutensilien. Es war schlichtweg unglaublich. Aufgrund der Pinkelpause und zwei kleinen Staus waren wir erst 30 Minuten vor Anpfiff am Stadion. Ich machte mich auf die Suche nach Medientor 12 und der Rest auf die Suche nach einem Platz im Stadion.

Im Stadion: unglaublich viele Leute. Die Zeitungen sprechen heute von 9.000, aber wenn man bedenkt, dass die Blöcke, die Bremen zur Verfügung gestellt hat, 7.500 Leute fassen und diese nicht ganz voll waren, man dann aber wieder die Versprengten auf der Haupttribüne hinzuzählt kommt man wohl realistisch auf 7.000 bis 8.000 Leute. Immer noch eine absolut unglaubliche Zahl.

Dementsprechend war Alarm im Stadion und es war wirklich teilweise schreiend laut. Angetrieben von USP entwickelte sich eine wirkliche Superstimmung. Selbst klassische Ultralieder fanden mal ein bisschen mehr Mitmacher. Und wenn es nur durch rhythmisches Klatschen war, weil man den Text nicht kennt bzw. hört. Finde ich voll okay, und selbst auf der gegenüberliegenden Seite kam die ganze Sache mit verdammt viel Druck an. Wechselgesänge mit der gesamten Kurve klappten auch, nur das „Magisches St. Pauli, siege heute hier für uns, hey“ von oben nach unten klappte noch nicht 100 %. Aber wenn man das vom Innenraum hört, dann ist das wirklich beeindruckend. Und das sollten vielleicht mal alle „lalala“-Kritiker machen.

Zum Spiel: Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich sagen „Im Stile einer Spitzenmannschaft“. Nun sind wir dies nur von der Tabelle her, nicht aber von der Leistung. Dafür läuft vieles noch zu unrund und selbst gegen Bremer, die nicht wirklich 100 % gingen, gab es Phasen, wo die einfach zu drückend waren. So etwas würde von den nun folgenden Spitzenteams gnadenlos ausgenutzt werden. Absolut überragend war erneut Schultz, der einen 1A-Antreiber mit Torgefahr spielte. Und der Pass zu Kuru beim 1-0 war ja nun wirklich klasse (und der war gewollt). Kuru zeigt endlich, was er drauf hat und steht halt dort, wo man als Stürmer stehen muss. Und dann klappt das von ganz alleine mit den Toren. Lechner spielte den Antreiber auf der rechten Seite, auch wenn einige Flanken echt ins Nirwana gingen, aber alleine schon der Dampf, mit dem er nach vorne kommt, macht ihn zur Zeit wertvoll. Bruns, Meggle und Boll mimen die Dauerläufer und die Abwehr steht sicher. So kann es bleiben. Und mit Takyi steht bald ja eine echte Alternative in den Startlöchern.

Eine Stammelf haben wir nebenbei noch nicht gefunden. Selbst gegenüber dem 5-1 in Gladbach wurde die Mannschaft wieder verändert. Warum Stani Jerry keinen zweiten Einsatz zugetraut hat, ist mir nach seiner Leistung in Gladbach nicht klar. Der war dort ja nun wirklich okay. Und diesmal eben wieder Kuru von Anfang an und Sako als Einwechselspieler. Fand ich auch keinen zwingenden Wechsel, aber das Tor von Kuru gibt Stani natürlich komplett recht.

In der Halbzeit die Seiten gewechselt, Christian noch kurz zugeworfen, dass er aufgrund solcher Pressekonferenzen immer gerne Stress haben darf, und dann begann bei mir das grosse Zittern. Bis zum Abpfiff hatte ich immer noch das Gefühl, dass das irgendwie schief gehen könnte. Keine Ahnung warum, aber irgendwie war ich extrem unsicher und guckte ab der 55. Minute eigentlich alle zwei Sekunden auf die Uhr. Da half auch das 2-0 nur bedingt. Rational zu erklären war das nicht, aber ab und zu ist das halt mal so.

Noch ein Wort zu den Bremern. Im Gegensatz zu letzter Saison (ein Spiel welches schon gut 2 Jahre her ist, da es sich damals um das erste Spiel der Saison handelte) waren diesmal irgendwelche Faschos nicht anwesend. Ob es nach dem Spiel irgendwo geknallt hat, weiss ich nicht. Bei uns war alles friedlich. Und dies obwohl wir direkt hinter der Ostkurve parkten. Wer nebenbei USP als „Kinder“ oder so verspottet, der hätte sich mal die Kurve von Bremen an diesem Abend ansehen sollen. Bei denen ist ja kein einziger über 18. Mann, kam ich mir alt vor. Ich werde auch nie dieses Prinzip hinter 90 Minuten-Fahne-schwenken begreifen. Ich hab mir mal den Spass gemacht, die Bremer dabei ein bisschen länger zu beobachten und wirklich auf das Spielfeld gucken die nicht eine Sekunde. Dafür wäre mir der Aufwand echt zu gross um am Ende nix vom Spiel mitzubekommen.

Nach dem Spiel löste sich die gesamte Anspannung und vor der Gästekurve kam es zu einer grossen Party. Das könnt ihr dann alles auf den Bildern sehen, trotz schwieriger Lichtverhältnisse sind da schon ein paar sehr nette bei.

Negativ ist jedoch, dass beinah die Intergalactic Zaunfahne weggekommen wäre. Da fing doch so ein übereifriger Ordner an, die abzumachen, bevor überhaupt ein Besitzer dieser Zaunfahne zu sehen war. Und ob die Mädels, die ihm halfen das so lange in der Hand gehalten hätten, bis jemand kommt, wage ich mal zu bezweifeln. Das sah eher nach entweder klauen oder einfach in den Dreck schmeissen aus. Wurde dann halt von mir kurz an mich genommen, dann war es wenigstens in Sicherheit.

Natürlich hat es ziemlich gedauert, bis wir nun alle am Bus waren, aber dann ging es los. Daniela übernahm wieder das Kommando und alles war bester Laune. Das bereits viel zitierte „Magisches St. Pauli, siege heute hier für uns, hey“ wurde ohne Unterbrechung von der Abfahrt bis zur ersten Raststätte gesungen. Und zwar immer als Wechselgesang zwischen vorderen Sitzreihen und und mittleren Sitzreihen. Wer bis dahin nicht triefend nass und heiser war, der wurde es nun.

Nach der Pause wurde es ruhiger und mit einer weiteren Pinkelpause waren wir gerade pünktlich für die letzten Bahnen in Hamburg. Super Tour in einem absolut entspannten Bus, der perfekt von Daniela begleitet wurde. Die hatte sich aber auch nach den ganzen Horrortouren, die sie mit uns schon machen musste, eine entspannte Fahrt verdient. In diesem Zusammenhang sei auch folgender Dialog erwähnt (es geht um Pannen von Bussen): „Also wenn man gleich bei der ersten Bustour eine Panne hat, dann fährt man ja wohl nie wieder mit.“ „Doch, tut man.“ U.a. dem Autor dieser Zeilen geht es so. Meine erste Bustour kann man in einem NRSA namens „Seesen bei Nacht“ nachlesen.

So, und nun treten wir auf die absolute Euphoriebremse. Dieser Sieg war absolut zwingend notwendig, um überhaupt eine Chance im Aufstiegsrennen zu haben. Warum dieses? Gehen wir mal davon aus, dass es noch 6 ernsthafte Kandidaten für die 2 Plätze gibt (Osna, Magdeburg, Dresden, Emden, Ahlen und wir), dann fällt auf, dass Ahlen die schlechtesten Karten hat, da sie noch ein Spieltag spielfrei haben und eigentlich nur noch Gegner von oben haben. Die besten Karten scheint Magdeburg zu haben. Die haben nur noch scheinbar simple Spiele (Mannschaften, die auf einem Abstiegsplatz stehen, Union Berlin, Emden und uns zu Hause) und werden wahrscheinlich 10 bis 15 der möglichen 15 Punkte bis zu dem Showdown mit uns holen. Sprich: Die sind dann wahrscheinlich schon aufgestiegen. Was für uns ganz elegant ist, ist dass Osnabrück am letzten Spieltag gegen Ahlen spielt und damit zwei Gegner gegeneinander.

Was unsere Chancen aber noch schmälert: Wir haben nun drei Heimspiele, die alle drei absolute Hammer sind: Ahlen, Düsseldorf, Dresden. Im Endeffekt müssen wir alle drei zwingend gewinnen, und selbst dies könnte nicht reichen. Und wenn man dann unser auswärtiges Restprogramm sieht (Osnabrück, Erfurt, Magdeburg) gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir gewinnen in Osnabrück oder legen ganz schnell unsere Ostphobie ab.

Ich denke, ein Minimum von 12 Punkten muss man noch holen. Wobei 63 Punkte für einen Aufsteiger verdammt wenig sind. Besser sind wahrscheinlich selbst noch 15 Punkte, und das wird mit diesem Restprogramm Hammer hart. Aber in dieser Liga kann auch alles anders kommen, als man denkt. Wahrscheinlich reichen schon drei Siege zum Aufstieg, da alle Verfolger wie üblich ihre Chancen verstolpern. Vier Punkte aus den nächsten beiden Spielen wären allemal eine sehr schöne Grundlage.

Was man auch nicht vergessen darf: In der Rückrunde waren u.a. auch schon Wuppertal, Düsseldorf und Lübeck Tabellenführer. Guckt mal, wo die jetzt so stehen.

Aber erstmal stehen wir an der Tabellenspitze mit dem besten Torverhältnis und können den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen. Falls wir alle Spiele gewinnen steigen wir nebenbei zwingend spätestens gegen Dresden auf. Wäre doch auch was Schönes, oder?

Und ein neues Stadion sollte nun auch endlich kommen

Gestern wurde auch verkündet, dass der Baubeginn nun endlich kommen soll. Als Daten werden der 7.5. für die Einrichtung der Baustelle und der 14.5. für den Beginn der Erdarbeiten genannt. Ob der Grund für die Verzögerung von heute an nun wirklich ist, dass es so lange dauert, Kräne und Bagger zu besorgen (so MoPo), lass ich mal dahin gestellt. Das ist – um es mal deutlich zu sagen – eher unwahrscheinlich. Ich denke, dass auch einige Kleinigkeiten noch in der Bauvorbereitung erledigt werden müssen. Z.B. ein paar Vermessungen etc. Geldgeber sollen nun nicht mehr die Schweizer sein, sondern ein internationales Konsortium mit den Schweizern (Abendblatt), Littmann übernimmt noch eine 4 Millionen Bürgschaft (alle Zeitungen) und die Tribüne soll zu Beginn der nächsten Saison immerhin soweit stehen, dass die Plätze eingenommen werden können (auch alle Zeitungen). Laut Abendblatt sind noch einige kleinere Fragen zu klären, da u.a. noch nicht das gesamte Catering verkauft ist. Dies soll in den nächsten zwei Wochen geklärt werden.

Kommen wir aber mal zur Bewertung dieser Entwicklung.

Vorbemerkung

Ich zitiere nach Zeitungen. Trotz der Möglichkeit sich diese PK im Internet anzusehen, habe ich diese nicht genutzt, da zu zeitaufwendig.

Es ist schon erschreckend, was für abstruse Ideen einige Leute im Internet entwickeln. Der Höhepunkt ist nun, dass die Littmannkritische Fraktion angeblich den Stadionbau torpedieren will. Das ist nun wirklich der blödeste Schwachsinn, den ich jemals gelesen habe. Da muss man nun wirklich nicht inhaltlich drauf eingehen. Wenn man alleine bedenkt, wie viele vom Haus aus Littmann-kritische Geister an diesem Projekt an vielen Stellen konstruktiv mitgearbeitet haben (genannt sei hier nur der Lenkungsausschuss), dann ist das einfach Schwachsinn.

Was bedeutet das für Littmann?

Natürlich ist der Stadionbau sein Verdienst, wenn er denn kommt, und er kann sich diesen als grosses Plus an das Revers heften. Über seine Art und über viele Fehler im Zusammenhang mit diesem Stadionbau kann man stundenlang den Kopf schütteln, aber sollte es nun los gehen, dann ist immerhin ein gutes Ende draus geworden, und das ist das wichtigste. Bei den entstandenen Verzögerungen sollte er sich im stillen Kämmerlein mal fragen, ob das wirklich nötig war. Gleiches gilt für diese ganze AR-Posse, die einfach überflüssig wie ein Kropf war und die er mit meinem alten Leitspruch „Der Klügere gibt nach“ sehr einfach aus der Welt hätte schaffen können. Aber, und das ist das wichtigste: die Tribüne wird Schritt für Schritt reeller. Nun bin ich kein Mensch, der für den Zweck die Mittel heiligt, aber immerhin scheint alles zu einem guten Ende zu führen und dann kann man viel Frust zwischendurch auch vergessen. Vollkommen kritiklos wird trotzdem das Verhalten des Corny L. nicht hingenommen von mir. Da ist viel zerscheppert worden, was noch immer hätte heil sein können.

Geht es wirklich los?

100 % dran glauben tue ich erst, wenn die Bagger rollen. Und ein angeblich in 2 Wochen noch zu klärender VIP Catering Vertrag lässt einen natürlich alle Nackenhaare hochstellen, denn auch diesmal haben „unterschriftsreife Verträge“ noch mal einen Monat verschlungen. Ich schätze aber die Wahrscheinlichkeit, dass es nun zu den genannten Terminen wirklich los geht auf 90 %.

Werden wir pünktlich fertig?

Schwer zu sagen. Viel Probleme wie schlechtes Wetter oder Stammsiel darf es nicht geben. Der 14.5. ist die 20. Kalenderwoche. Die Saison beginnt irgendwann im Juli (gehen wir mal von dem negativen Fall „Regionalliga“ aus), sprich so um die 28. bis 30. Kalenderwoche. Das heisst wir haben genau 8 Wochen, um einen Rohbau mit montierten Sitzen hochzuziehen, der begehbar ist und schon Separees hat (sprich ein paar Glasscheiben). Knapp, oder? Der Innenausbau kann dann ja nach und nach passieren, da hätten die Sponsoren wahrscheinlich auch wenig Probleme mit.

Was kostet das uns?

Eine Frage, die man nicht seriös nach dem jetzigen Wissen beantworten kann. Zinsen allemal, das ist klar. Und was diese „internationale Investorengruppe“ noch so alles bekommt, ist vollkommen unklar. Das Hauptgeschäft der Schweizer ist „Ticketing“, eine Sache, die sie nun nicht mitgekauft haben. Ob die durch diesen Vertragsabschluss auch dort später ein Stein ins Brett haben wollen, ist unklar. Und ob das angemessene Gegenleistungen waren, werden wir wohl erst sehr viel später erfahren. Wahrscheinlich genau nach dem nächsten Präsidentenwechsel. Oder wenn wir – mal wieder – pleite sind.

Allemal haben sie das Catering gekauft, werden wohl nun Holz ablösen und da muss man mal gucken, ob das gut läuft, besser läuft oder schlechter läuft als nun.

Die Bürgschaft

Die erstaunt schon etwas. Zum einen geht hier Littmann (obwohl wir die genauen Konditionen nicht kennen, denn Bürgschaft ist juristisch nicht gleich Bürgschaft) ein – wie auch immer geartetes – persönliches Risiko ein. Eine wirkliche Sicherheit für die Investoren stellt diese Bürgschaft meines Erachtens nicht dar. Denn ich bezweifele ganz stark, dass Hr. Littmann ein persönliches Vermögen von 4 Millionen Euro besitzt. Mir klingelt immer noch sein „Ich bin nicht reich“ aus irgendeiner JHV-Rede in den Ohren. Und vor ein paar Jahren musste noch Frank Otto für eine Lizenz bürgen. Aber vielleicht laufen die „Aida“-Geschäfte auch so glänzend, dass er für 4 Millionen gut ist. Das Schmidts wirft aus meiner Sicht solche Summen nicht ab. Er macht aber natürlich deutlich, dass er irgendwie persönliche Nachteile in Kauf nehmen will, falls das jetzt nicht klappt.

Die Bürgschaft hat für ihn aber auch Vorteile. Zum einen ist er so natürlich als Präsident unkündbar, zum anderen auch als Geschäftsführer der Stadionbaugesellschaft. Und sie stellt ihn als grosszügigen Mäzen dar. Eine Methode, die schon Heinz Weisener gegenüber seinen Kritikern benutzt hat. Ob ich ihm diese Motive unterstelle? Nicht wirklich, aber denkbar sind sie schon.

Fazit

Hoffen wir mal, dass wir irgendwann im Juni Richtfest feiern können, und dann wird gemeinsam ein Fass aufgemacht. Und dann müssen wir die aufgerissenen Gräben mit der gebauten Tribüne zuschütten. Ich denke, Littmann wird dann noch vier Jahre Präsident bleiben und in vier Jahren werden wir dann sehen, ob d