Norbert regt sich auf vom 21.5.2007

 

über

Er hat das „A“-Wort gesagt!

oder

Werden nun aller Aberglaube und alle Serien ausser Kraft gesetzt?

Vorwort

Willkommen in der Welt der verqueren Gedanken, des Berufspessimismus und der gelebten Euphoriebremse. Willkommen in der Welt des Norbert regt sich auf. Diese Woche mit einem Bericht aus Erfurt. Döntjes etc. müssen ausfallen, da ich mir noch einen „Der Amateur“ bis morgen irgendwie aus den Fingern saugen muss.

Das Echauffier-Auto / Die Hinfahrt

Meine Schwester und ich hatten uns vorgenommen, Freitag uns Samstag in Erfurt zu verbringen. Durch die kurzfristige Spielverlegung mussten wir noch spontan ein Zimmer buchen, aber auch dies funktionierte, und so machten wir uns Freitag nach der Arbeit auf den Weg. Nicht mit meinem Auto, welches das Wochenende bei der Reparatur verbrachte, sondern dankenswerterweise mit einem anderen Familienauto. Und da mein Schwesterherz nicht von der Lenkung zu trennen war, hatte ich das Vergnügen, als Beifahrer im Auto zu sitzen.

Im Echauffier-Auto, denn beinah schon zum Spaß wurde sich über jedes Thema erstmal richtig aufgeregt. Zwischendurch wurden noch deutsche Schlager komplett verhunzt, da a. die Texte frei geändert wurden („Tief im Osten, wo die Sonne verstaubt…“), b. wir jede Melodie kaputt machen und c. nicht gerade gute Sangesstimmen haben.

Eine vermeintliche Abkürzung entpuppte sich als kleine Sightseeing-Tour durch Thüringen. Aber irgendwann hatten wir Erfurt erreicht. Erfurt zeichnet sich durch eine grosse mittelalterlich geprägte Altstadt aus. Wenn man sich der Stadt auf der B 4 nähert sieht man nur Platte, aber wenn man dann in die Innenstadt abbiegt ist das wirklich schön. Leider besteht die Altstadt beinah nur aus kleinen verwinkelten Einbahnstrassen und genau in diesem Moment verliess uns auch noch unser ausgedruckter Routenplan. Aber einige waghalsige Manöver später hatten wir unsere Pension erreicht.

Erstmal was essen gehen - eine Spezialität dieses Bundeslandes sind Klösse. Und ich kann euch sagen: hammerlecker und ungefähr für 10 kg mehr auf meinen Rippen verantwortlich.

Die einheimischen Biere kann man auch trinken, so dass wir leicht angeheitert wieder auf dem Weg zu den Betten waren, als wir an einer Kneipe vorbei kamen, die Cocktails ausschenkt. Hurra, ein Absacker! Nun ja, in dem Klub steigerten wir den Altersdurchschnitt erheblich (da war keiner sonst über 25, inklusive der Bedienung) und legten am Ende für vier Cocktails und irgendeinen finsteren Kirschschnaps nicht einmal 20 Euro auf den Tisch. Nette Preise dort.

Konzentrische Kreise / Sonnabend Sightseeing

Viel zu früh wurde ich geweckt, da meine Schwester kein Langschläfer ist und mich um sieben mit den Worten „Ich geh nun laufen, geh duschen!“ aus dem Bett beförderte. Gut, gesagt getan, und nach einem leckeren Frühstück ging es in die Stadt. Und diese haben wir dann echt bis ins letzte Detail erkundet. Dom und Festung zuerst und danach wurde ungefähr jede Gasse dreimal durchlaufen. Und ich kann euch sagen: Das lohnt sich touristisch richtig. Was das Ganze noch angenehmer macht: Die ganze Stadt klebt voller Anti-Nazi Aufklebern und Werbungen für Konzerte in besetzten Häusern. An diesem Tag habe ich nur einmal einen Typen mit Thor Steinar-Shirt gesehen und das war ein mittelalter Motorradfahrer.

Selbst als wir nachmittags eine Fussballkneipe suchten (absolute Mangelware, es gibt ca. zwei davonund beide waren komplett überfüllt) trafen wir dort eigentlich nur Leute, die vollkommen okay und normal waren. Die Jugend selbst eher mit langen Haaren und alternativ gekleidet.

Der Abend wurde dann mit einer lokalen Zeitung und einer Auswahl aller lokalen Biermarken verbracht. Interessant ist, dass die Polizei einen Vatertag mit 150 Schlägereien in Thüringen (alleine 39 in Erfurt) als „normal“ ansieht. Ich habe aber nun keine Vergleichszahl für Hamburg.

Ich glaub noch nicht dran / Der Spieltag

Diesmal wurde man von Schwesterherz nicht offiziell geweckt, aber wenn in einem kleinen Raum einer sich fürs laufen umzieht, dann ist der andere definitiv wach. Wieder war es kurz nach sieben, so dass wir nicht wirklich viel mehr Schlaf gehabt haben als die Busfahrer (3 Stunden mehr Schlaf! gez. die Lektorin). Die meldeten sich denn auch schon fröhlich per SMS und wir nutzen unsere Zeit, uns mal die ega (Erfurter Gartenbauausstellung) anzusehen. 7,50 Euro Eintritt war der einzige Preis, den ich am ganzen Wochenende etwas teuer fand. Aber dafür kam man auf ein Gelände, das wirklich hübsch ist. Und da wir früh da waren, war es auch noch nicht sehr voll. Als wir gingen, belagerten Familien das Gelände (es war Kinderfest).

Btw: ein paar hübsche Fotos dieses ganzen Ausfluges seht ihr dann auf der Fotoseite.

Nun war es aber Zeit, den Fussballfan zu mimen. Was man den Erfurter Verantwortlichen lassen muss war die gute Planung. Bereits im Vorfeld war ein Parkhaus für St. Paulifans ausgelobt worden. Dieses steuerten wir auch an, und wenn man vorab bezahlte, konnte man dort für 2 Euro parken. Ein Preis, der komplett okay ging. Wir waren – wie üblich – sehr früh vor Ort und neben einem Grossaufgebot von Polizei (ich behaupte mal, dass die locker 1000 Leute am Start hatten) war auch schon die gesamte regionale Unterstützung auf den Beinen. Das Parkhaus zu diesem Zeitpunkt natürlich noch relativ dünn besucht, aber in den Gängen patrouillierten schon ordentlich Polizei. Eine Massnahme, die ich schon zu diesem frühen Zeitpunkt etwas lächerlich fand.

Ich machte mich erstmal auf die Suche nach der Fotokarte. Aus Gewohnheit war ich zu der Kasse vom letzten Jahr gelaufen, dort war die Karte aber nicht, aber nach einem kurzen Telefonat mit Christian Bönig fand ich den richtigen Ort. Leider erwies sich jedoch die Kassendame, die keine Ahnung hatte, wo die Karten lagen, als etwas planlos. Und leider lief ich einmal hin und wieder zurück, hatte dann aber zwei Karten für die FC St. Pauli-„Fotografen“ in der Hand. Aber immerhin war so der Tag um eine Anekdote reicher, denn vor mir versuchte echt ein Typ ca. 15 Minuten lang zu diskutieren, dass es keine ermässigten Karten in Block A gab. Und das ohne wirklich Argumente zu haben. Als ich dies meinen Mitreisenden später erzählte, war die Reaktion nur „garantiert Pädagoge“. Zwischenzeitlich hatte sich auch Reisegruppe Nürnberg, Reisegruppe Südzecken-Hippies und die Mega-Reisegruppe Fanladentours eingefunden. So kam es erstmal zu einem grossen „Hallo“.

Sonst hat Afroh ja immer tolle Ideen, aber die Idee „wir nutzen mal den Gästeeingang, um ins Stadion zu kommen“ war keine brilliante. Sowas von planlosen Ordnern habe ich lange nicht gesehen. Reaktion auf eine Arbeitskarte Foto waren u.a. „Die Taschen müsst ihr aber abgeben“ und dies selbst, wenn man darauf hinwies, dass es sich um die Kameras handelt. Dazu noch vollkommene Unkenntnis, um was für eine Karte es sich handelt „Was ist das denn?“. Gefilzt wurden wir natürlich auch noch.

So bekam man aber Kontakt mit einem Oberordner, der „Nordland“ auf den Arm tätowiert hatte, und konnte sich die absolut schikanösen Kontrollen ansehen. U.a. mussten alle Taschen, in die ein DIN A-4-Blatt passt, abgegeben werden. Der Inhalt von Hosen-, Jacken- und sonstigen Taschen musste vor den Ordnern auf Tischen ausgebreitet werden. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Tische komplett einsehbar waren und die Eingänge nicht nach Frauen und Männern getrennt waren, dann finde ich das absolut ungeheuerlich. Prinzipiell geht es niemanden etwas an, was ich in meinen Taschen habe. Klar, spitze Gegenstände etc. alles kein Problem, aber dies hier war einfach frech. Ich frag mich, ob jeder/jede so gerne ihre Tampons, Kondome etc. öffentlich ausbreitet. Und diese Ordner erdreisteten sich auch noch, in Taschentuchpackungen zu gucken und Handys aufzuklappen. Nebenbei wurde als Ausrede angeführt, dass man darin ja Rauchpulver verstecken könne. Unglaublich, oder? Und das bei einer Fanszene, deren letztes Zündeln auswärts in der 2. Liga stattfand. Ich finde diesen Pauschalverdacht absolut unerträglich. Auch hier erwarte ich nebenbei von meinen Zivis, dass sich auch mal positiv für unsere Fanszene einspringen. Aber das haben diese Typen anscheinend nicht nötig.

Ein Südzeckenhippie hat nebenbei bei der Kontrolle erstmal elegant die Hosen fallen lassen. Fotos gibt es leider nicht davon.

Und noch was zum Gästeblock, und hier muss der DFB dringend eingreifen und ich finde, hier können auch mal Lizenzstrafen angebracht sein. In diesem Gästeblock gab es weder genügend Getränke (so war Wasser bald ausverkauft, ein Umstand, der dazu führte, dass die mitreisende Knuffi kein einziges Tor gesehen hat, weil sie sich Wasser bei den Sanis besorgte) noch genügend Toiletten. Drei Dixie Klos bei erwarteten 4.000 Gästefans ist schlichtweg ein Skandal. Gewaltprävention ist ein geheuchelter Witz, wenn man Gästefans wie ein Stück Scheisse behandelt und so aggressiv macht.

Auch die Zivilpolizei glänzte auch mal wieder durch einen grossen Auftritt. Bei unseren Jungs dachte ich nur in der Seitenansicht „Mann, Jungs, wohl ein bisschen häufig in letzter Zeit den Polizeisport geschwänzt“, bei einem Erfurter Zivilpolizisten muss man jedoch an seiner Tauglichkeit für den Staatsdienst zweifeln, da er in Thor Steinar-Shirt auflief. Wie kann so etwas sein? Das ist ja wohl unglaublich.

Thor Steinar ist nebenbei ein gutes Stichwort. Natürlich gab es auch wieder einen Ordner mit Thor Steinar-Bauchtasche. Unglaublich nebenbei, dass in dieser Nazitruppe echt ein Mensch afrikanischer Herkunft Dienst tat. Und der steht auch noch direkt neben dem Bauchtaschenträger im Innenraum. Der nebenbei beim Auftauchen allen seinen Kollegen die Hand gibt, nur dem Menschen afrikanischer Herkunft nicht. Noch Fragen?

Im Presseraum waren die Ordner dann freundlich, und eine grosse Gruppe von St. Pauli begleitenden Leuten hatte sich eingefunden. Eva Kalla noch mit einer offiziellen Pressekarte des Vereines, andere Leute durchgeschnorrt mit einem NFV-Ausweis. Der bei einem solchen Spiel nicht wirklich gültig ist. Aber wenn man denn meint.

Es ist nebenbei erstaunlich, Stani vor einem Spiel zu beobachten. Ab so ca. 40 Minuten vor dem Spiel nimmt der nix mehr wahr. Er steht irgendwo abseits, in sich gekehrt, raucht eine nach der anderen und geht auf und ab. Ich möchte nicht wissen, welche Blutdruckwerte der bei einem solchen Spiel hat. Diesmal wurde er mehrfach von Reportern gestört und ich möchte nicht wissen, ob die eine vernünftige Antwort bekommen haben.

Noch erwähnenswert ist die annehmbare Musikauswahl im Stadion (ausser diesem komischen Lied über Rot-Weiss, welches ungefähr 10 mal gedudelt wurde), und dass bei der Vorstellung des Gegners eher ein freundliches Klatschen von den Heimfans zu vernehmen war als aggressive Buhrufe oder so. Der Osten ist auch nicht mehr das, was er mal war.

Zum Spiel: Nun ja, die erste Halbzeit fällt unter „War was?“ Bis zur Halbzeit hatte das Spiel niederes Kreisliganiveau. Erfurt teilweise mit grauenhaften Stockfehlern und wir mit unglaublich miesen Pässen. „Not gegen Elend“ beschreibt das absolut vollständig. Kuru hatte in der 1. Minute eine 100 %ige, die er versemmelte, und danach wollte ich den schon mit Note 6 zur Halbzeit auswechseln. Aber gute Stürmer sieht man halt nur bei Toren ;-) Aber wenn wir zur Halbzeit 2-0 zurück gelegen hätten, hätten wir uns nicht beschweren dürfen.

Der Presseraum liegt direkt neben den Kabinen, man hörte aber keinen brüllenden Stani. Trotzdem kam die Mannschaft wie verwandelt aus der Kabine. Man klatschte sich ab, irgendein Spieler schlug noch gegen den Spielertunnel und die wilde Entschlossenheit sprach aus unseren Mannen (klingt schwülstig, was).

Und plötzlich spielte nur noch braun-weiss. Ein indirekter Freistoss klatschte noch an den Pfosten, aber fünf Minuten rückte unser Linksverteidiger vor, knallte den Ball unter die Latte und drehte vollkommen durch. Nein, es kann sich nicht um Michel Mazingu-Dinzey gehandelt haben. Der redet doch weder mit der Presse noch tickt der nach eigenen Toren so aus. Keine Ahnung, wer das war, der dort die linke Seite perfekt zu machte und auch noch ein lockeres Tor des Monats erzielte. Aber Spass beiseite - Mensch, wenn er doch immer so spielen würde!

Innerhalb von 10 Minuten stand Kuru dann noch zweimal da, wo ein Stürmer halt stehen muss, und so fuhren wir mit einem lockeren 3-0 nach Hause. Nach dem 3-0 plätscherte das Spiel so dahin, da St. Pauli nicht mehr wollte und Erfurt nicht mehr konnte.

Die Zuschauer vertrieben sich die Zeit mit Spässchen und Gesang. So wurde eine kleine Wolke, die sich vor die gnadenlose Sonne schob, bejubelt und ungefähr das gesamte Sangessortiment ausgepackt. Dazu kamen noch SMS wie „Mach dich nackig“ oder „Nun sind wir aber aufgestiegen, oder glaubst du immer noch nicht dran?“ bei mir an. Den ersten Wunsch mochte ich nun nicht erfüllen, bei dem zweiten ist die Überschrift die Antwort.

So klappte auch zum ersten Mal das „Magisches St. Pauli siege heute hier für uns, hey“ als Wechselgesang (später selbst mit der Mannschaft) und auch sonst ging der Punk ab.

Nach dem Schlusspfiff kam es zu wilden Jubelarien, Höhepunkt war, dass die Mannschaft ein „Fussballfans sind keine Verbrecher!“ zum besten gab und die dann (wer hatte bitte dieses Drehbuch geschrieben?) die Polizei-Hundertschaft hinter der Mannschaft her geht und sowohl von Fans wie auch von Mannschaft mit „Haut ab“-Rufen bedacht wird. Das sich da ein gewisser Fabian B. hervortat sorgte bei der Mannschaft für besondere Heiterkeit.

Dann war Abklatschen angesagt und der Weg zum Auto begann. Aber nicht ohne vorher den Präsidenten zu fragen, wie man sich denn so als Präsident eines Fast-Zweitligisten fühlt. Er war der Meinung, dass wir uns das nicht mehr nehmen lassen, ich bin da ja noch nicht ganz so optimistisch, dazu aber später mehr.

Diesmal kamen wir problemlos an den Ordnern vorbei und konnten so glückliche Menschen mit verschiedensten Sonnenbränden bewundern. Beim Parkhaus spielte die Polizei noch einmal Amok, da sie Leute ohne Parkticket nicht in das Parkhaus lassen wollte. Was für ein Blödsinn. Gruppen, die sich aus unterschiedlichsten Gründen trennen, treffen sich nun mal am Auto wieder. Und pro Auto gibt es eben nur ein Parkticket. Der Kassenautomat war auch noch defekt, aber da hatten wir ja keine Aktien mehr drin, unser Ticket hatten wir schon von der Ankunft her in der Tasche.

Für die Rückfahrt hatten wir uns mit Afroh und Knuffi verstärkt, und so begann eine fröhliche Rückfahrt, diesmal als Auto der animalischen Triebe. Ausrufe wie „Hunger“ waren da an der Tagesordnung. Leider stellte sich die Rückfahrt als etwas kompliziert dar. Erst war kurz hinter Erfurt auf der B 4 ein Bahnübergang defekt. Der blinkte rot, die Schranken blieben aber oben und es kam auch kein Zug. Trotzdem standen erst einmal alle Wagen, bis die Leute anfingen, auf den Gleisen rumzulaufen und nach dem Zug Ausschau zu halten. Hierauf fuhren vorsichtig die ersten Wagen weiter. Die defekte Bahnschranke haben wir als brave Bürger natürlich der Polizei gemeldet, wobei sich dieses Telefongespräch komisch entwickelte, denn genau in diesem Moment krachte es hinter uns, was lautstark bei uns im Wagen kommentiert wurde. Dies mit der Polizei am Telefon, die sich nun mehr mit dem Unfall beschäftigen wollte als mit dem Bahnübergang. Für den waren sie laut deren Aussage eh nicht zuständig.

Wir machten erstmal einen langen Stop in einer wirklich leckeren und netten Kaschemme zum Essen. Bei der Weiterfahrt überlegten wir, ob wir die Fanladenbusse noch vor Hamburg bekommen würden, als wir direkt hinter der Autobahnauffahrt auch schon die Ultrabusse überholten. Die standen gerade auf einer Raststätte und machten anscheinend ihre übliche längere Essenspause (warum nun meine Mitfahrer bei diesem Satz vor Lachen zusammenbrechen ist nicht wirklich erklärbar).

Und gerade als man sich eine Ankunft gegen ca. 22 Uhr ausrechnete kam er. Der Stau. 15 km im Fussgängertempo und es wurden sämtliche Ankunftszeiten Makulatur. Wir hatten auch gedacht, dass wir so definitiv hinter dem Nichtraucherbus ankommen, aber wir waren gerade aus dem Stau heraus und wer stand da auf der Raste? Genau, der Bus. Mit ihm auch der Mannschaftsbus, die wahrscheinlich auch erst sehr spät in Hamburg gewesen sein wird. Dann kamen die Baustellen, dann die Vollsperrungen. Wir jedenfalls haben Autobahn-Hopping gemacht, sind ab- und später wieder aufgefahren (oder auch nicht) und haben uns den Weg nach Hause anhand der Karte gesucht.

Man stelle sich mal vor, in Hamburg vor Cornys Theater hätte ein riesiger Mob in Partylaune gestanden und unsere Truppe wäre unterwegs gestrandet. So vielleicht ganz gut, dass wir noch nicht theoretisch aufgestiegen sind.

Womit wir letztendlich bei diesem Thema angelangt sind. Sind wir nun durch? Ich bin immer noch sehr skeptisch. Es hat schon so viele Meister der Herzen, Aufsteiger der Herzen etc. gegeben, dass man lieber auch theoretisch durch ist. Denn wenn wir zweimal verlieren und Osnabrück zweimal gewinnt, dann sind auch neun Tore nicht wirklich zu viel. Das kann man dann auch schnell wieder verlieren. Man bedenke, dass wir bei Gladbach auch 5-1 gewonnen haben. Dies und eine 2-0 Niederlage von uns gegen Dresden und schon ist alles wieder offen.

Und Dresden ist und bleibt ein knallharter Gegner, für die es auch um alles geht.

Insofern konzentriert bleiben und gegen Dresden irgendwie ein dreckiges Unentschieden holen. Es wäre mir vollkommen egal, ob dies das übelste Spiel wird, was ich mir je angesehen habe (das ist bisher definitiv St. Pauli – Fortuna Köln vor Jahren), Hauptsache, es geht irgendwie mindestens unentschieden aus.

Ich finde es aber gut, dass die Mannschaft als Ziel „Meisterschaft“ ausgibt, denn so bleibt die Konzentration und die Spannung. Ich drücke alle Daumen.

Kleine erzählte Anekdote: Der Mannschaftsbus ist echt um halb eins wohl noch von ca. 30 Fans an der Kollaustrasse begrüsst worden.

Abschließend noch was zum Aberglauben. Fussballfans sind nun mal abergläubisch. So haben wir kein Tipspiel mehr in Nichtraucherbussen gemacht und überall die USP Fahne mitgeschleppt. So hatte man Angst vor dem Osten und so weiter und so fort. Und all dies gilt nach d