Norbert regt sich auf vom 11.6.2007

 

über

Stadionbau erneut verschoben?

oder

Was war noch mal Sommerpause?

Und dann war da noch…

… unsere Rugbydamenmannschaft, die am Samstag überlegen, entspannt und um Klassen besser ihren 3. Meistertitel in Folge (und den 7. insgesamt) einfuhr. Leider nur vor ca. 400 Zuschauern. Mehr verhinderte wohl das schlechte Wetter, regnete es doch bis kurz vor dem Anpfiff Hunde und Katzen. Da als Vorspiel die Meisterschaft der 2. Liga entschieden werden sollte, taten mir die Damen, die bei diesem Wetter spielen sollten, doch sehr leid.

Und trotzdem sind 400 Zuschauer eine echte Enttäuschung. Selbst bei diesen Witterungsbedingungen wären eigentlich 1000 Leute das Minimum gewesen. Während irgendein blöder langweiliger 3. Liga Kick Massen hinter dem Ofen hervorlockt, sind nicht mal 500 Leute bereit, an einem solchen Tag sich nass regnen zu lassen. Auch die gesamte aktive Fanszene glänzte eigentlich durch Abwesenheit, wenn man mal ein Mitglied der Skinheads, einen BlöVo, eine Intergalactische, eine Senile und vier (!!!) FC 42er ausnimmt. Nicht einmal der Herr, der im Forum gross Werbung für diese Veranstaltung gemacht hat, wurde erblickt. Aber immerhin waren doch einige Forengrössen dort.

Das Finale litt dann leider ein bisschen unter den Witterungsbedingungen. Während ich bei anderer Gelegenheit echt schon klasse Spiele da gesehen habe, war diesmal die grösste Kunst, den Ball überhaupt zu kontrollieren. Trotzdem waren unsere Damen einfach athletischer, fitter und auch technisch besser.

Meine Kamera mochte das Wetter auch nicht und beschloss, für immer von mir zu gehen. Insofern gibt es nur ein paar vereinzelte Bilder, die ich noch online stellen werde. Dementsprechend wurde der Ort des Geschehens auch noch während der Siegerehrung verlassen und sich nach Saturn aufgemacht, wo eine neue Kamera gekauft wurde. Also keine Panik: Es wird zukünftig noch Bilder geben.

Abschließend also ein riesiges: Herzlichen Glückwunsch! an unsere Damen.

… die Neuverpflichtungen unseres Vereines, die bisher eigentlich ganz gut laufen. Ralle ist definitiv eine Verstärkung, und wenn der wirklich für 100.000 Euro zu bekommen war, dann gibt es eigentlich nur zwei Erklärungsansätze: 1. Wir vergöttern ihn zu Unrecht oder 2. Mainz hat nicht erkannt, warum wir ihn vergöttern. Und da wir unfehlbar sind, können wir Alternative 1. definitiv ausschliessen. Welcome back, Ralle.

Nur als man gerade zufrieden mit der Einkaufspolitik war und selbst solche Horrornamen wie “Maul” an sich vorüber ziehen sah, da fiel einem die Kinnlade runter, als der Name “Simak” in den Zeitungen auftauchte. Anfänglich habe ich das für eine Zeitungsente gehalten, aber dem ist augenscheinlich nicht so. Ich halte von dem vorgeschlagenen Transfer gar nix. Und zwar aus folgenden Überlegungen:

Simak ist definitiv ein toller Fussballer. Jeder, der ihn in seinen Hochzeiten in Hannover gesehen hat, kann dies bestätigen. Nur ist definitiv nicht klar, ob er diese Leistung noch einmal abrufen kann. Von “Alkoholproblemen”, “Heimweh” “Sensibel” ist immer die Rede. Nun mag das ja alles mit einem sogenannten leistungsbezogenen Vertrag kontrollierbar sein, aber hier sieht die Situation doch ein bisschen anders aus. Der Manager möchte seinen Klienten durch St. Pauli wieder in Deutschland ins Gespräch bringen. Sprich wir sind nur Durchgangsstation. Sprich wenn der einschlägt, dann will er spätestens nach einem Jahr wieder weg. Sprich, spätestens ab April haben wir dadurch Unruhe im Kader und dies nicht zu knapp. Nicht gerade eine gute Aussicht, wenn wir gerade mitten im Abstiegskampf stehen. Und jede andere Planung der nächsten Saison wäre vermessen.

Sollte es nicht klappen, so haben wir doch ein Risiko, denn Simak hat noch ein Jahr Vertrag in Prag. Sprich: Er kostet eine wie auch immer geartete Ablöse. Und mit dieser gehen wir definitiv in Vorleistung. Und die bekommen wir nicht wieder, wenn er nicht einschlägt. Und eventuell haben wir ihn selbst drei Jahre an den Backen, vielleicht nicht mit viel Gehalt, aber doch immer noch mit ein wenig. Denn so leistungsbezogen der Vertrag sein mag, ein Grundgehalt von gut 150.000 Euro oder mehr wird auch Herr Simak verdienen. Und das ist für uns eine Stange Geld. Nur weil wir aufgestiegen sind, sind wir noch lange nicht unsere finanziellen Probleme los.

Und noch etwas spricht aus meiner Sicht gegen diesen Spieler. Bisher haben wir Leute gekauft, die jung sind, für die die 2. Liga ein Karrieresprung ist und die Feuer im Arsch haben müssen. Dieses Konzept hätte ich ehrlich gesagt weiter verfolgt.

… unser Stadionbau, bei dem es nicht vorwärts und nicht rückwärts geht. Sehr interessant ist heute ein Artikel im Hamburger Abendblatt, der nun von einem Baubeginn (!!!!) im September spricht. Wenn wir dann mal zwei Monate Bauzeit rechnen (eine sehr optimistische Herangehensweise), dann wäre die Tribüne nicht vor November fertig. D.h. sie wäre selbst im besten Fall ¾ der Zeit nicht nutzbar!

Da stellen sich viele Fragen. Ist daran jemand schuld oder ist es nur eine Verkettung unglücklicher Umstände? Warum wird nicht Klartext geredet? Was kann man tun, damit es nun endlich los geht?

Kommen wir zur Schuldfrage. Die ist so einfach gar nicht zu beantworten. Historisch gesehen treffen natürlich einige Leute Schuld. Denn natürlich haben die “Querelen” zwischen Aufsichtsrat und Präsidium Zeit gekostet. Wie ich darüber denke, ist bekannt, ich wiederhole das jetzt alles nicht. Was soll das aufkochen hinlänglich bekannter Positionen? Wer so etwas gerne mag, der lese im Forum nach.

Dann gibt es garantiert auch unglückliche Umstände, für die niemand was kann, wie z.B. der Versorgungstunnel, der entdeckt wird. Solche Fragen wie “Warum ist der nicht früher entdeckt worden, hat man sich hier eventuell auf unklare Faktenlage verlassen, anstatt das Gelände wirklich zu röntgen?” kann ich nicht abschliessend klären. Aber auch dieser unglückliche Umstand ist ja bereits Historie.

Und nun gibt es aber aktuelle Umstände, die dringend aufklärungsbedürftig sind und die zwischen “unglücklichem Umstand” und “jemand hat ganz klar Schuld” pendeln. Da wäre z.B. der Komplex, der in den Zeitungen immer als “Statikgutachten" bezeichnet wird.

Hier kann man nun schwerlich alleine “unglückliche Umstände” konstruieren, denn hier liegt eine reine planerische Leistung eines Menschen vor, die entweder erbracht wird oder nicht. Und hier stellt sich definitiv die Frage, warum sie nicht erbracht wurde. Keine Ahnung, es gibt die für den Verein und seine Organe positive Variante, in der man sagt: “Der hat einfach geschlampt und wir haben ihn zur Nachbesserung aufgefordert.” Oder die negative Variante, wo man ein Aufsichtsverschulden oder ein Beauftragungsverschulden konstruieren kann. Das bei unserem Verein immer mal wieder das Gerücht von unbezahlten Rechnungen öffentlich gemacht wird, sei hier nur am Rande erwähnt.

Als weiteres wäre da der heute im Abendblatt genannte Umstand, dass Bauteile angeblich im März bestellt wurden, zugesichert wurden und nun erst im September geliefert werden können. Ziemlicher Hammer, oder? Wer ist denn hier bitte Schuld? Denn wenn dieser Schuldige ausserhalb des Vereines liegt, dann müsste man dringend über eine Haftung desjenigen nachdenken. Insbesondere, da die “aktuelle zu hohe Auslastung” (so laut Abendblatt) kein Grund ist, der auch nur annähernd den Begriff von “höherer Gewalt” erfüllt. Sollte eine solche Haftung in den Bauverträgen ausgeschlossen sein, dann müsste man sehr daran zweifeln, ob solche Verträge wirklich vorteilhaft sind.

Oder liegt das Verschulden im Verein? Dann muss dringend der Verantwortliche gefunden werden und zumindest (doppelt unterstreichen) von der Verantwortung für dieses Bauprojekt enthoben werden.

Kann man das Ganze - wie es gerne unser Präsident auch macht - aber vielleicht negieren mit dem Satz “Hey, wir haben 20 Jahre gewartet, nun kommt es auf ein paar Monate nicht an”? Ich denke, dies wäre der komplett falsche Ansatz. Natürlich sind gewisse Bauverzögerungen vollkommen normal und auch in einem gewissen Rahmen akzeptabel. Aber diesen Rahmen haben wir bei einer angenommenen Bauzeit von sechs Monaten und einem Baubeginn am 19.12.2006 bereits weit überschritten. Wir liegen immerhin gut ein halbes Jahr hinter unserem Zeitplan. Und nicht nur, dass uns das ganz konkret Geld kostet (als nur kleiner Posten sei hier mal genannt, dass unsere Geschäftsstelle ausgelagert ist und Miete kostet), es kostet eben auch Einnahmen, denn anstatt 21.000 Plätze haben wir eben nur 15.000.

Und noch ein weiterer Aspekt kommt hinzu: Jetzt eine laisser-faire-Haltung aufzubauen, hiesse, dies auch in den nächsten Bauabschnitten und bei dem noch kommenden Innenausbau zu akzeptieren. Und gerade bei den nächsten Bauabschnitten sind Teile dabei, wo es um Zeitplan einhalten oder Volkspark geht. Denn wie wir ein Jahr ohne eine Gegengrade auskommen wollen, ist mir nicht klar. Daher ist es unglaublich wichtig, dass nun auch klar die Fehler benannt werden und die Schuldigen “bestraft” (man beachte bitte die Anführungszeichen, mir fehlt ein besseres Wort) werden.

Kommen wir noch zu einem anderen Aspekt, die Aussendarstellung. Hier hat der Verein definitiv kein Ruhmesblatt abgegeben. Mag ja noch ein bisschen Wahlkampf okay sein (“Das geht dann rattadazong”), so ist auch nach der Versammlung nicht viel Klartext in die Aussagen und die Zitate der Presse gekommen. Eigentlich geht es immer nächste Woche los. Das man sich so dem Spott und auch dem Vorwurf der Unseriösität aussetzt, sei nur so am Rande erwähnt. Und das ist natürlich um so bitterer, wenn man - wie unser Präsident - sich als seriös und “Kontinuität” verkauft.

Nun gehört ja ein bisschen Chaos immer dazu. Das ist nun mal der Verein, den wir lieben. Was man hier aber bedenken muss ist, dass wir gerade alle wichtigen Werbepartner, Kleinsponsoren und andere potentielle Geldgeber verschrecken. Die werden sich nämlich bedanken, dass sie für 1910 Euro oder für 40.000 Euro keine Gegenleistung bekommen, sondern einen Platz, den sie ebenso für 600 Euro kaufen hätten können. Und dabei spielt es keine Rolle, ob die noch einen Platz mehr oder so bekommen. Das ist nicht das, was die haben wollten, und da wird es böses Blut geben. Und wenn man dann immer wieder mit dem Satz vertröstet wird “Nächste Woche geht es los” und es geht wieder nicht los, dann ist das nicht gerade vertrauensstiftend.

Nun mag das ja noch okay gewesen sein, um die Sitze zu verkaufen, wobei man sich hier natürlich fragen muss, ob man dann nicht zivilrechtlich in der Täuschungsanfechtung ist, aber spätestens, seitdem genügend verkauft sind, hätte man Klartext reden müssen. Und wenn nicht direkt öffentlich, dann bitte doch mit den Kunden der Sitze und Logen (was anscheinend bisher nicht passiert ist, denn auch so etwas hätte den Weg an die Öffentlichkeit gefunden).

Hier sind Fehler passiert, die schnell ausgebügelt werden müssen.

Die gleiche Klarheit und Offenheit sollte nun gegenüber dem DFB benutzt werden, denn nix ist gefährlicher, als im Rahmen von Etats “Kopf in den Sand” zu spielen. Wenn das schief geht feiern wir im schlimmsten Fall den Klassenerhalt und den Lizenzentzug gleichzeitig. Und damit wä