Norbert regt sich auf vom 9.7.2007
über
Mama, nicht lachen, das nervt.
oder
Drei Testspiele, keine Erkenntnisse
Die Ruhe ist wieder vorbei, es gibt wieder Fussball. Und die vollkommen Irren haben immerhin schon drei Spiele gesehen. So viele werden dies nicht sein, die sich wirklich dreimal ein Dorf in Aufruhr angetan haben. Obwohl ich es für komplett unsinnig halte, irgendwelche Rückschlüsse aus Testspielen zu ziehen, möchte ich euch trotzdem alle drei Spiele kurz nahe bringen. Den Tag der offenen Tür am Sonntag habe ich nebenbei geschwänzt, sowas ist mir zu voll und zu rummelig.
Nur 1700 Zuschauer fanden ihren Weg zum ersten Testspiel beim alten Rivalen Altona 93. Dabei kann auch die ziemlich perverse Summe von 9 Euro, die man für ein Ticket hinlegen musste, eine Rolle gespielt haben. Wer an diesem komplett frechen Eintrittspreis schuld ist, kann ich nicht beurteilen. Meine Vermutung ist, dass es sich dabei um eine Mischung aus Antrittsgage und Altonaer Frechheit handelt, so dass man beiden Vereinen wohl eine Schuld geben muss.
Ansonsten war es ein ganz entspanntes Spiel, dessen einzige wirklich interessante Notiz war, dass Dinzey zwar verabschiedet wurde, aber nicht mehr spielen durfte (angeblich, weil er dann für Kiel gesperrt gewesen wäre, eine Sache, die so sein mag, ich aber nicht nachprüfen kann). Da Kiel ja relativ schnell auf dem Spielplan der 2. Mannschaft steht, werden wir ihn also bald wiedersehen.
Entspanntes Spiel eher von den Zuschauern her, denn auf dem Platz ging es von beiden Seiten ordentlich zur Sache, was letztendlich auch bei einem Altonesen zu einer Verletzung im Schulterbereich geführt hat. Gute Besserung an dieser Stelle.
Das Spiel endete leistungsgerecht 1-1. Wenn man überhaupt einen sportlichen Schluss ziehen will, dann vielleicht dass bei unserer Truppe der Ball auch über kürzeste Distanzen nicht lief.
Hier hatte ich echt Heimvorteil, liegt dieses doch direkt am Heimweg von meiner Arbeit. So arbeitete ich an diesem Freitag mal länger als üblich und machte mich direkt auf den Weg. Zwar wurde das Spiel ständig als „Ausverkauft“ in der lokalen Presse angekündigt, aber letztendlich gab es den ganzen Abend noch Karten an der Abendkasse.
Sülfeld hatte gross aufgefahren. Nicht nur, dass es einen riesigen VIP Bereich gab (das Büffet nach dem Spiel sah ziemlich lecker aus), nein, sie hatten auch „Ich war dabei“-T-Shirts gedruckt mit den Wappen beider Vereine. Die sahen zwar so scheisse aus, dass sie schon wieder gut aussahen, aber gekauft habe ich trotzdem keines. Wobei das natürlich das Shirt schlechthin für die erste Auswärtsfahrt gewesen wäre. Unter den 1800 Zuschauern befanden sich vielleicht 10 bekannte Gesichter, wobei insbesondere wir (FC 42) glänzten, kam er doch mit zwei Mitgliedern an und verliess den Platz mit vier Mitgliedern, da Mama und Papa Pieper schlichtweg während des Spieles aufgenommen wurden.
Der Platz ist von der Marke „schöner Dorfplatz“, mitten zwischen Feldern und Wald gelegen und auch mit einem beachtlichen Büdchen ausgestattet. Nur hinter dem einen Tor befindet sich irgendso eine Sprunganlage, die den Abstand zum Feld doch ein bisschen gross macht.
Abzüge in der B-Note gab es aber für das Entertainment-Programm. Über falsch ausgesprochene oder falsch zusammen gesetzte Spielernamen blickt man ja noch hinweg (so spielte bei uns ein Algan Berkan), aber „Millerntor Atmosphäre“ und „You will never walk alone“ anzukündigen um dann eine Schnulze gleichen Namens, die vor ca. 5 Jahren auf den Markt gekommen ist, zu spielen, das ist unverzeihlich. Dieses Lied tut sowieso schon in den Ohren weh, aber das nun ein ganzes Dorf denkt, dass wir zu diesem Lied abgehen, schmerzt beinah noch mehr.
Nass war es, dunkel, und das einzig wirklich spannende bei dem 20-0 Sieg unserer Helden war, dass Ralle seine ersten Minuten spielte. Natürlich mit einer überzeugenden Leistung ;-) Der Ball lief besser als gegen Altona, aber das mag auch am Gegner gelegen haben. Nach dem Spiel schnell ins warme Auto verzogen und nach Hause gefahren.
Gerade zu Hause angekommen, erstmal entschieden, dass dies noch nicht genug Fussball gewesen sein kann, und Bornbach gesucht. Das erwies sich als etwas komplexer. Wenn man „SV Bornbach“ in Google eingibt, dann findet man ein paar Ergebnisse, aber mehr nicht. Wenn man „Bornbach“ eingibt, dann findet man einige Firmen gleichen Namens, aber nix über das Dorf. Erst „Gemeinde Bornbach“ führte zu einem sinnvollen Ergebnis. Und zum Bedauern, dass man sich gerade selbst versprochen hatte, dort hinzufahren. B 73 - und das bis knapp vor Hemmoor. Jeder, der diese Kolumne seit Anbeginn liest und insbesondere auch die „Brief vom Deich“ Zeit mitgemacht hat, weiss, was für eine abgöttische Liebe ich dieser Strecke gegenüber empfinde. Ich habe mir bis heute geschworen, Cuxhaven nie wieder zu betreten. Und die Stadt kann echt wenig dafür. Mitfahrer waren in Form der Ironlady (inklusive Tochter) und des Paulchens schnell gefunden. Die beiden hatten mein etwas verklausuliertes Mitfahrangebot richtig verstanden.
So blieb leider kein Platz mehr für meinen üblichen Auswärtsmitfahrer Moritz, der erst anrief, als ich mich schon durch den Stau in Richtung Elbtunnel quälte.
So begann nun die Tour über die ach so geliebte B 73, die von einer Mitfahrerin gepflegt verschlafen, von uns gepflegt verlabert wurde. So kamen wir relativ entspannt um 14.20 Uhr in Bornbach an. Der Platz war schnell gefunden, denn Paulchen hatte Recht, als er meinte, dass an der entscheidenden Kreuzung schon die freiwillige Feuerwehr stehen würde. So war es dann auch, und kurze Zeit später hatten wir einen Parkplatz gefunden und gingen zum Platz. Und wie soll ich sagen: Dorfplatz at it’s best. Direkt hinter dem einem Tor die Bahngleise, hinter dem anderen Tor Wald. Der Platz ist auch nicht umzäunt oder so, sondern grenzt direkt an eine kleine Dorfstrasse, die kurzerhand gesperrt war.
Diesmal war das Entertainment auch angemessen, hatte man doch einfach die Übersteiger-CD eingelegt. Diese (oder aber auch der ständig einsetzende Regen) killte nur irgendwann zwischendurch die Anlage, so dass „Hells Bells“ ohne Mitteltöner gespielt wurde. Klingt irgendwie komisch.
Das Spiel erneut ohne wirkliche Erkenntnisse. Gerade in der ersten Halbzeit lief der Ball nicht wirklich. Hinzu kam noch, dass „Schmiddi“ in der Abwehr des Gastgebers durch die ständigen Anfeuerungsrufe seiner Fans eine Glanzpartie ablieferte und auch der Torhüter zu grosser Form auflief. So stand es zur Halbzeit erst 5-0. In der zweiten Halbzeit lief es dann besser, und als der Torhüter ausgewechselt wurde und sein Vertreter Platz nahm, brachen alle Dämme, so dass letztendlich ein 18-0 zu Buche stand.
Schade, dass an beiden Tagen unsere Truppe kein „Ehrentor“ zulies, was jedoch auch bei der Unfähigkeit beider Heimmannschaften, über die Mittellinie zu kommen, etwas schwierig gewesen war.
In der zweiten Halbzeit noch ein paar bekannte Gesichter ausgemacht und viel geschnackt und dann ging es auch wieder nach Hause. Diesmal mit einem gelangweilten Kleinkind, welches u.a. die Überschrift prägte.
Abends ging es dann noch ins Jolly, vorbei an komischen Menschen, die Blumenkleider trugen, so dass meine erste Reaktion im Jolly auf die Frage „Was machst du denn hier?“ nur war „Viel Alkohol trinken“. So viel wurde es dann gar nicht und nach einer langen Bahnfahrt war auch dieser Tag zu Ende.
… Carsten Wehlmann, dessen Verpflichtung das kalte Kotzen auslöst. Was alles gegen diesen Spieler spricht mag ich hier gar nicht aufzählen, dann wird dieser Bericht 10 Seiten lang. Nur mal so die Highlights: Bildzeitungsliebling (so dass die Blöd natürlich gleich einen fetten Artikel bringt), Verräter (man gucke sich das Foto an, was heute in der Blöd ist (darauf trägt er ein „Nur wo St. Pauli draufsteht, ist auch St. Pauli drin“-Shirt). Ein paar Tage später unterschrieb er dann beim Lokalrivalen) und Unsympath. Ich finde es traurig, dass unsere Manager (ob nun Stani, Piepel und oder Klauck dafür verantwortlich sind) auf diesen Typen reingefallen sind und ihn vor der Arbeitslosigkeit gerettet haben. Einen freundlichen Empfang wird der an der Waidmannstraße nicht bekommen. Definitiv nicht.
… die DFL, die Ausnahmen für Trainerlizenzen nicht mehr zulassen will. Es ist ja typisch deutsch, für alles eine Ausbildung zu fordern, und ich frage mich wirklich, ob es denn einen Unterschied macht, ob man nun irgend so ein albernes Diplom an der Wand hat oder nicht. Ich würde ja noch verstehen, wenn man einen Fussballlehrer im Trainerstab haben muss, aber warum dies nun der Chef sein muss und warum Strohmannlösungen angeblich super böse sind, versteh ich einfach nicht. Ebenso wenig verstehe ich, wie man eine jahrelang geübte Praxis nun plötzlich ändern will. Was ist der Grund dafür? Oder ist der Grund nur, dass Holger H. seine Spielerkarriere zwar bei uns begonnen hat, dann aber zur Raute mutiert ist?
Einen bitteren Beigeschmack bekommt das Ganze, wenn man erfährt, dass der Verein wohl schon seit Beginn der Trainertätigkeit von Stani um das Problem weiss. Wenn dem so ist, fragt man sich (warum wiederhole ich diese Frage eigentlich ständig?), wer denn da geschlafen hat? Denn eventuell wäre in dieser Zeit ja schon eine B-Lizenz und ganz eventuell auch eine A-Lizenz möglich gewesen. Und dann wären wir schon ein ganzes Stück weiter.
Die jetzt getroffene Lösung ist natürlich sehr charmant, insbesondere da Truller natürlich schon viel Trainingsarbeit macht. Wasser in den Wein ist natürlich, dass er durch den Lehrgang auch belastet ist und teilweise beide fehlen.
Positiv ist aus meiner Sicht auch, dass wir wirklich nun einen Spieler für die linke Seite gefunden haben. Besser als der Deal mit super Risiko.
… unsere szenekundigen Beamten, die nicht nur beim Trainingsauftakt auftauchten (da war auch echt Randalegefahr), nein, die auch bei Altona rumliefen und wo ich aufschnappte, dass der eine zu seinem Kollegen mit Blick auf den Verfasser meinte „Das ist der rasende Reporter“. Hm, so wird man also von der Polizei gesehen.
… die Blödzeitung, deren minimale Berichterstattung in den letzten vier Jahren nun wieder durch eine tägliche volle Seite mit Berichten ersetzt wird. Nicht nur, dass man so wieder täglich Direngas Fresse sehen kann, nein irgendwie hat einem diese reisseris