Norbert regt sich auf vom 20.8.2007

 

über

Zahlensalat

oder

Warum 4 ½ Minuten, 6 ½ Stunden, 90 Minuten, 476 km, 4 gewinnt, 5. kürzestes, 12.300 Zuschauer, 40 Jahre Knast, 30 zu 5, 5-1 Tore, 0-1 Tore, 7 Punkte und 6 Stunden zusammenpassen und 3 Punkte ergeben

Vorwort

Herzlich willkommen, liebe Leser, es war Derbyzeit in der zweiten Liga. Davon sollt ihr einen Bericht bekommen und natürlich auch von der 2., die Freitag auf dem Rhen (warum das so heisst? Kein Plan…) gespielt hat. Ein paar Geschichten zum Stadionbau gab es auch und auch sonst finde ich garantiert noch ein paar Döntjes.

Derby?

Als Derby bezeichnet man normalerweise Spiele von Mannschaften, die relativ dicht nebeneinander spielen. So ist z.B. Schalke – Dortmund ein klassisches Derby. Klassisch kann man in diesem Zusammenhang Hamburg – Jena nicht gerade nennen, denn die Städte sind ja gepflegte 476 km voneinander entfernt. Und wäre dies in früheren Jahren noch eine Fahrt, wo die meisten St. Paulianer gesagt hätten „Ist mir zu weit“, so ist dies die fünftkürzeste Auswärtsfahrt der ganzen Saison. Und dann kann man mit Fug und Recht von einem Derby sprechen.

Zu dieser traf man sich also um fünf Uhr am Klubheim. Freudige Erregung sieht irgendwie anders aus. Zu doll erinnert Jena an vergangene Regionalligazeiten. Trotzdem machten sich immerhin vier Fanladenbusse (inklusive Ultrabussen) und ein kurzhaariger Bus auf den Weg. Tolle Quote, die hoffentlich auch bei den anderen Spielen gehalten wird. Wobei ich behaupte, dass wir nach Hoffenheim an einem Freitagabend wahrscheinlich nur mit einem Bus fahren werden. Abwarten.

Die Busse kamen erfreulich früh und so nahmen wir unsere üblichen Plätze ein, wobei wir leider nur noch sechs Personen waren. Traurig, aber wahr - meine soziale Bezugsgruppe ist auch diese Saison erneut ausgedünnt worden. Was waren das noch für Zeiten, als wir noch 12 Plätze besetzt haben. Nun waren es gerade mal 6 Plätze.

Eine Regel gibt es bei Auswärtsfahrten: Habe am besten einen Busfahrer, der dich noch nie gefahren hat. Er wird ruhig sein und die Fanladenleute seine Arbeit machen lassen. Genau so einen Busfahrer hatten wir heute nicht. So hatten wir einen Bushund (das stört nun weniger) und viele blöde Ansagen (das stört dann doch). Und der Humor von Busfahrern und Fussballfans ist nicht zwingend deckungsgleich, sehr verwirrte Damen und Herren (Achtung Insider und Beispiel für den Humor).

Was störte sonst noch auf der Hinfahrt? Die vielen Pinkelpausen, die alle mit der Länge 4 ½ Minuten angesagt wurden. Die haben natürlich länger gedauert und zwischendurch sahen wir uns nicht wirklich gut in der Zeit. Das lag aber auch an einem Navigationsgerät, welches auf eine sehr langsame Durchschnittsgeschwindigkeit eingestellt war, aber dies merkten wir erst später.

Was dann jedoch nervt ist, wenn man dann kurz vor dem Ziel plötzlich in Panik ausbricht und als Busfahrer behauptet, wir könnten jetzt keinen Stop mehr machen, weil wir schon 14:00 als Ankunftszeit hätten und wir noch 140 km machen müssen. Wohlgemerkt wurde dies um 11:30 verkündet, und wir hatten noch ca. 70 km. So kamen wir trotz Stau pünktlich und sicher nach 6 ½ Stunden an des Gegners Ort an.

Nicht geändert hat sich die Situation des Gästeparkplatzes. Es ist zum einen sehr begrüssenswert, dass die in Jena einen solchen haben, aber die Zufahrt ist zumindest mit Bussen mehr als beschwerlich. Aber immerhin hatten sie diesmal ein Tor geöffnet, so dass uns das Busballett von vor zwei Jahren erspart blieb.

Erstmal Franca begrüssen, die glücklicherweise auf mich wartete, obwohl unsere SMS Kommunikation gescheitert war. Viel zu schnell musste ich von ihr auch wieder Abschied nehmen, da ich mich um das Geknipse kümmern musste. So durfte ich noch mal eine Runde um das Stadion machen. Was dabei erstaunlich war: Wir hatten ein Spiel der Sicherheitsstufe 1 (d.h. ein Hochrisikospiel), aber die Polizei war zum einen nicht wirklich zahlreich vorhanden und die, die da war, war auch noch entspannt. Ich wurde zwar gefragt, was ich an dem anderen Eingang wolle, aber man hat diese Erklärung akzeptiert und es wurde einem freundlich der Weg gewiesen. Sprich man wurde wie ein vernünftiger, mündiger und intelligenter Bürger behandelt. Schlimm genug, dass man solche Selbstverständlichkeiten schon in einem Bericht erwähnen muss. Nebenbei sowieso komisch: Sicherheitsspiel Stufe 1 und die Polizei ist eher mit bescheidenen Kräften vor Ort (vor zwei Jahren waren das mindestens doppelt so viele) und es gibt Vollbier. Kann es sein, dass langsam die Anweisungen „Sicherheitsspiel“ von den örtlichen Kräften nicht mehr so wirklich ernst genommen werden, weil sie halt ständig kommen?

Die Ordner waren die gleichen wie in Erfurt, also irgendwelche wirklich finsteren Stiernacken, aber ich musste ja diesmal nicht durch den Gästeeingang, und obwohl ich mit der Pressekarte durch den falschen Eingang gegangen war, waren die höflich und freundlich. Das war mal wieder der Vorteil einer Pressekarte. Das sah am Gästeeingang wohl teilweise etwas anders aus. Der Höhepunkt war wohl, dass am Intergalactischen Transparent gerochen wurde, da dies ja „getränkt“ sein könnte. Womit denn eigentlich? Mit LSD? Mit Rauchpulver?

Sehr süss auch, dass zwischen den Ordnern unsere eigenen Ordner standen. Die müssen wohl als Auflage des DFB mit. Und so standen zwischen den Stiernacken teilweise unsere etwas entspannter aussehenden Ordner. Ein Bild für die Götter.

Was gibt es noch zu berichten? Das Ernst Abbe Sportfeld ist und bleibt eine schöne Sportstätte. Der Fanblock von Jena ist in den zwei Jahren, in denen wir nicht da waren, direkt neben den Gästeblock gewandert, ein Fakt, der jedem Sicherheitsfanatiker eigentlich Tränen in die Augen treiben müsste. Was dabei verwundert ist, dass dies bei uns angeblich immer ein Riesenproblem in der Sicherheitsbesprechung war, hier aber wohl noch offensiv vom Verein gefördert wurde. Jetzt sei schon hier erwähnt, dass sich die Jena Fankurve absolut vorbildlich benahm, aber ob dies auch bei einem Spiel gegen Erfurt der Fall gewesen wäre, kann ich nicht sagen.

Genauso lustig ist, dass dieses Stadion ja immerhin sich nicht im Umbau befindet, dass dieses Stadion seit zwei Jahren für 2. Ligafussball genutzt wird und die Rollis auf der Tartanbahn stehen. Bei uns ein riesiges Problem, dort anscheinend okay. Und mal ganz ehrlich: Diese Leute sind geschlagen genug, warum sollen sie dort nicht stehen? Und welche Gefahr soll bitte von Rollstuhlfahrern ausgehen? Ich finde, hier wird ein Problemchen vom DFB/von der DFL aufgebauscht, während es eigentlich 1.000.000 dringendere Probleme gäbe.

Sehr schön nebenbei, wie kreativ Handicaps umgesetzt werden können. Ein junger Mann mit gebrochenem Bein hatte sich das Bein wirklich und wahrhaftig in Vereinsfarben eingipsen lassen.

Vorbildlich? Ja, und zwar habe ich in keinem Stadion in Deutschland bisher eine so deutliche, so krasse und so begrüssenswerte Ansage gegen Nazis gehört. Und ich habe auch noch nicht im Osten erlebt, dass die Fankurve geschlossen applaudiert und „Nazis raus“ anstimmt. Das Ganze gipfelte darin, dass aufgerufen wurde, an einer Anti-Nazi Demo teilzunehmen. So deutlich soll es sein und nicht irgendwelche verklausulierten und abgeschwächten „gegen Gewalt und Radikalismus“-Aussagen. Ross und Reiter sind deutlich benannt worden. Das dabei das Plakat von USP (dazu gleich mehr) in den falschen Hals beim Stadionsprecher kam, ist eher nebensächlich. Auf den Werbebanden hingen nebenbei auch sehr deutliche Aufrufe gegen Nazis (leider sehr klein und insofern nur zu erkennen, wenn man weiss, was da hing). Und natürlich übernahm der St. Pauliblock die Rufe und man beklatschte sich gegenseitig. Ich muss sagen, Jena, insbesondere im Ultraumfeld, hat jetzt meinen Respekt. Nebenbei ein Zeichen, dass Fanprojekte und langjährige Arbeit Erfolg haben.

Wozu führt das? Im Heimblock sammelt sich an der Trennung zum Gästeblock kein Pöbel, der provozieren will. Thor Steinar oder „Sport frei“ ist hier sehr selten zu sehen und deutlich in der Minderheit. Auf der Haupttribüne gibt es noch einen Block, in dem einige finstere Gestalten mit entsprechenden Insignien sitzen, aber wenn ich mal Dresden als Massstab nehme, wo solche Klamotten Alltag sind, dann hat die Deutlichkeit hier schon zu einem Wandel geführt. Insbesondere wenn ich das mit vor zwei Jahren vergleiche, wo noch deutlich mehr Volk rumlief.

So blieb es auch während des ganzen Spieles und auch danach komplett friedlich (nach meinem Eindruck). Klar gab es ein paar ausgestreckte Mittelfinger und ein paar Gesänge, aber hey, Fussball ist kein Hallenhalma und ein bisschen Gepöbel gehört komplett dazu. Selbst als es hoch her ging auf dem Platz kam nichts Brutales oder Schlimmes in Richtung Gästeblock. Und wenn das so ist, dass ca. 10 Jena Leute und 10 St. Paulianer an der Ampel stehen, der eine Typ von Jena bepöbelt den Bus, realisiert aber nicht die anderen St. Paulianer und lässt sie in Ruhe, dann ist das absolut normal und gut.

Kommen wir zum Plakat von USP (siehe Fotoseite): Es gibt bei der Titanic (zitiert nach einem Bericht des Sternes) zwei Einteilungen für Gags. „Kannmanmachen“ und „Jadasistes“. Das Plakat fiel eher unter „Kannmanmachen“. Eher kein Highlight, aber doch in die Wunde der Nazis den Finger steckend. Aber eben auch missverständlich und an der Grenze zur Geschmacklosigkeit.

Spiel? Ja, das gab es auch noch. Es dauerte 90 Minuten plus ein bisschen Nachspielzeit und war von einer überlegenen Jena Truppe und einer eiskalten, aber auch glücklichen St. Pauli Truppe geprägt. Der einzige, der an diesem Tag definitiv bewies, dass er nix in der 2. Liga zu suchen hat, war der Schiedsrichter. Da waren doch einige sehr komische Entscheidungen bei. Der Platzverweis gegen Jena fiel noch unter „Kannmanmachen“, immerhin war der beinah letzter Mann und verhinderte so, dass Schnitzler ins Laufen kommt und alleine in Richtung Tor geht. Die Karte gegen Takyi war ein gespielter Witz, insbesondere da der Freistoss in einem Bereich liegt, wo Schiedsrichter gerne mal das Spiel wieder anpfeifen, insbesondere nach einer Verletzungspause. Und das hatte er nicht gemacht, geschweige dann mal mit einem Pfiff aufgefordert weiterzuspielen. Mal ganz davon ab, dass es ja wohl lächerlich ist, auf Zeitspiel in der 40. Minute zu erkennen.

Aber so wirklich beschweren können wir uns dann doch wieder nicht, denn es gab auch so zwei bis drei Situationen, wo ein Elfmeter für Jena wieder unter „Kannmanmachen“ gefallen wäre. Insbesondere das Handspiel war selbst aus meiner gegenüberliegenden Position deutlich zu erkennen, wobei ich aus meiner Position nicht sagen konnte, wem die Hand gehörte. Hier hätten wir uns auch nicht beschweren dürfen, so dass sich das vielleicht ausgleicht. Bei den gelben Karten hatte der sowieso überhaupt keine Konstanz drin. Mal gab es für Allerweltsfouls gelb, dann wieder für Ellenbogenchecks nicht einmal eine Verwarnung. Komische Pfeife.

7-1 Torschüsse kurz nach dem Tor, 30-5 Torschüsse am Ende des Spieles. Aber 0-1 ging das Spiel aus. Da sieht man wieder, wenn das Runde nicht ins Eckige geht, dann ist Statistik graue Theorie. Und so wie wir gegen Köln komplett unverdient mit 0 Punkten vom Platz gingen, gingen wir diesmal vollkommen unverdient mit drei Punkten vom Platz.

Die erste Halbzeit war von unseren Jungs richtig klasse, auch wenn man Brunnemann die Verwirrung durch die Pfiffe der Jena-Leute (und das nur, weil er mal für Erfurt gespielt hat? Oder war da noch mehr?) anmerkte. Aber sonst stand die Abwehr gut, und durch Takyi wurden immer wieder schöne Aktionen eingeleitet. Und Schnitzler machte das, wofür Stürmer bezahlt werden. Er nutze seine erste Chance.

Nachdem Takyi weg war ging nicht mehr viel und mit Glück, Unvermögen und Prinz Valium retteten wir uns über die Zeit. Paddy Borger ist wirklich ein Phänomen. Sieht immer aus, als ob er dem Einschlafen nah wäre, macht deswegen auch gerne mal kleinere Konzentrationsfehler, wird aber in hektischen Phasen nie hektisch, so dass die Truppe auch ruhig bleibt. Und dann ist er auch gut dafür, drei bis vier schwere Bälle zu fischen. So diesmal auch.

Im Erfolg soll man ja auch kleinere Fehler ansprechen und so müssen wir über unsere linke Seite, über die entschieden zu viel lief, noch reden. Aber hier bin ich bester Hoffnung, dass das von Spiel zu Spiel besser wird. Gleiches gilt für Trojan, dem teilweise noch die Bindung fehlt. Nicht verstehen kann ich die Noten in einigen Zeitungen für Meggle und Rothenbach. Meggle geht echt alle schmutzigen Wege, ist laut, kämpft wie Sau. Und genau deswegen ist er wichtig. Zwar gelingt ihm vorwärts wenig, aber die Kampfsau, die brauchen wir. Sein wievielter Frühling bei uns ist das eigentlich? Und Rothenbach verliert immer noch beinah keinen Zweikampf nach hinten. In der Vorwärtsbewegung zwar teilweise eine Katastrophe, aber nach hinten echt eine Bank. Und wenn wir schon bei Bank sind: Das ist unser Kommissar in der Beurlaubung allemal. Und der Pass zum 1-0 war wirklich Zucker. Nur das Lächeln auf Fotos muss er noch lernen.

Stimmung? In einem engen langgestreckten Gästeblock, der zwischen zwei Heimblocks eingezwängt ist? Nicht wirklich überragend, aber auch nicht so, dass man nun sagt, das war schlecht. Immer wieder kamen St. Pauligesänge auch laut im Innenraum an. Jena war teilweise echt klasse und ich möchte nicht wissen, was da abgeht, wenn die mal führen.

Nach dem Spiel eine schöne Party und Freude bei Fans und Spielern. Relativ schnell waren wir alle bei den Bussen und relativ schnell ging es dann auch auf den langen Rückweg. Der begann mit einem Stau vor der Autobahn, der uns gut eine Stunde kostete. Der Blick aufs Navi verhiess nix gutes, denn da war als Ankunftszeit 23:49 vermerkt. Aber dann machten wir nach der Pause richtig Kilometer, stellten fest, dass das Navi zu langsam eingestellt war und merkten, dass unsere Ankunftszeit immer weiter nach vorne rückte.

Was gibt es noch von der Rückfahrt zu berichten? Wenn es einen Rekord für „4 Gewinnt“ Spielen in einem Fussballbus gäbe, diesen hätten zwei Mitglieder der Veteranen locker gewonnen, denn sie spielten beinah die Hinfahrt und Rückfahrt durch. Endstand der spannenden Auseinandersetzung ist nicht bekannt. Ansonsten stellten wir fest, dass man sich Statistik auch schön reden kann. Ostfluch? Hey, wir haben von den letzten drei Auswärtsspielen im Osten zwei gewonnen. Und wir sind am Sonntag im Osten zwei Spiele hintereinander siegreich. Das Ganze nebenbei bei 5-1 Toren und 7 Punkten. Zitat daher: „Kann Fürth nicht in den Osten verlegt werden?“ Vielleicht reicht es ja, dass es im Osten von Bayern liegt.

Ein bisschen nervte noch der Busfahrer, einige Herren, die einfach zu betrunken waren (und dann aggressiv werden) und einige Leute, die einfach nicht begreifen, dass eine kurze Pinkelpause, wenn alle nach Hause wollen, nicht der Moment ist, wo man sich bei Burger King anstellt. Dann hatte uns aber Hamburg wieder, und nachdem ich Basis und Youngtimers nach Hause gefahren hatte, fand ich auch mein Bett. Aber nicht ohne vorher Geschäftsstellen-Josip vorher noch Bilder zu schicken.

Abschliessend bedanken muss ich mich noch bei dem Leiher des Objektives für Jena. Vielen Dank dafür! Es hat wirklich schöne Fotos gemacht und ich bin schwer neidisch auf das Teil.

Pöbeln auf dem Rhen

Bereits Freitag spielte unsere 2. gegen Henstedt Rhen und gewann eigentlich sicher 3-1. Unsere Nr. 31 ist nebenbei das genaue Gegenteil unserer Nr. 1. Seine Fehler macht er, weil er zu hektisch ist. Sonst zeigte er wieder sein Können, weil er u.a. auch einen Fehler ausbügelte, in dem er den Ball sehr gut hielt. Insgesamt braucht dieses grosse Talent aber noch zwei bis drei Jahre Spielpraxis. Wenn der Verein und auch er selber diese Geduld aufbringen, dann wird aus ihm noch was. Hoffen wir mal, dass das klappt.

Sonst war das ein Gegner, den man schlagen muss, wenn man um Platz 5 mitspielen will. Und dies taten unsere Jungs. Der einzige St. Paulianer, der an diesem Abend nicht wirklich zufrieden gewesen sein wird ist Berkan Algan, der zwar das 1-0 machte, dann aber den Platz verlassen musste, weil er laut Piepel „zuviel quatscht“. Bereits vor dem 1-0 war der Trainer mit ihm ständig unzufrieden.

Unzufrieden war wahrscheinlich auch der Torhüter von Rhen, der mit uns ein kleines Pöbelduell anzettelte, was mit seiner „Sterbenden Schwan“ Nummer und einem Gerangel um den Ball anfing, sich dann über „Assozial“ und „Komm doch her, wenn du was willst“ steigerte, bis das 3-1 fiel und man das erneute „Assozial“ nur mit „Ja, aber wir nehmen 3 Punkte mit“ kontern konnte. Was ein Spass.

Und dann war da noch…

… unser Präsident, der nun vom AR für vier weitere Jahre vorgeschlagen wurde. Eine überraschende Wende, deren Hintergründe vollkommen unklar sind. Ob man intern zu einem gewissen Pakt gefunden hat und alles geregelt hat, ist mir nicht klar. Zu hoffen wäre es. Es bleibt nur zu hoffen, dass in den nächsten vier Jahren (von denen man ja drei mit diesem AR mindestens verbringen wird) ruhig und konstruktiv voran gehen.

… unser Stadion, welches natürlich auch noch durch den Fund von Kriegsmaterial verzögert wird. Es bleibt zu hoffen, dass das Problem bereits gelöst ist und so die Verzögerung im Bereich von ein bis zwei Tagen bleibt. Dass man jedoch keine Kriegsrückstände unter unserem Stadion findet, das hätte wahrscheinlich selbst der kühnste Optimist nicht zu behaupten gewagt. Dass es nun gleich irgendein Reizgas sein muss, das war eigentlich bei unserem Pech klar. Glück hat halt nur der Tüchtige. Warum - laut Abendblatt - nun plötzlich die Verschalungen das Problem sein sollen, erschliesst sich mir nicht, denn dieses Problem wäre doch durch den Einsatz von mehr als drei Bauarbeitern innerhalb von einem Tag zu lösen. Die neuerlichen Verzögerungen wurden dann ja auch via Blöd dementiert. Mal sehen, wer in der Zukunft Recht behält.

… Raffi van der Vaart, dessen Verhalten mal wieder zeigt, dass so etwas wie Ehre oder Treue im Fussball nicht existiert. Natürlich mag Spanien sein Traum sein, aber den hatte er auch schon, als er beim Lokalrivalen anfing. Und wenn das so sein Traum ist, warum schreibt er sich dann nicht in den Vertrag eine feste Ablöse? So wirkt das alles wie ein Eiertanz. Insbesondere da wahrscheinlich England sein Traum gewesen wäre, we