Norbert regt sich auf vom 27.9.2007

 

über

Niveau ist keine Creme

oder

Endlich ein Grund zur Panik? Grund! Los! Panik!

Vorwort

Liebe Leser, vielleicht wartet der eine oder andere auf den Bericht zur AFM-Versammlung. Leider habe ich den bisher nicht anfangen können, da der doch ein etwas anderes Konzentrationslevel benötigt als diese hingerotzten Spieltagsberichte. Ich hoffe aber ihn nächste Woche beginnen und ihn dann Ende der nächsten Woche online stellen zu können. Ansonsten gibt es heute – logischerweise – nur einen relativ kurzen Zwischenwochenbericht.

Das war es wohl für heute

Wochenspieltage um 17:30 anzufangen ist schlichtweg unglaublich, unverantwortlich, ein Skandal und eine Frechheit. Dazu ist die Ansetzung in dieser Form einfach schlichtweg überflüssig. Wenn man schon Wochenspieltage machen möchte, dann wäre es aus meiner Sicht sinnvoller, die 2. Liga Mittwochs und die 1. Liga Dienstags spielen zu lassen. Dann müsste zwar eine Liga vorher auf ihre geliebten Sonntagsspiele verzichten, aber dass dies möglich ist, zeigt die Tatsache, dass es den vorherigen Spieltag kein Montagsspiel gab. Und wenn man dies so organsieren würde, könnten beide Ligen gepflegt um 19:30 oder 20:00 Uhr spielen und alle wären glücklich. Und das Pay-TV hätte nicht mal viel abgeben müssen, geschweige denn die anderen Sendeanstalten.

Viele Leute konnten dementsprechend nicht und so hatte ich trotz des attraktiven Gegners doch einige Karten über, die dann den Besitzer wechselten. Und dabei fehlten nicht nur auswärtige Leute, nein, auch in Hamburg gibt es viele Leute, die diesen frühen Anpfifftermin nicht schaffen. Dies zeigte sich auch daran, dass kurz vor der Halbzeit immer noch ein stetiger Strom von Leuten durch die Eingänge ging, weil sie früher halt nicht kommen konnten.

Meinereiner nutzte die Flexibilität seines Jobs und die in letzter Zeit aufgebauten Überstunden und haute um 12 in den Sack. So erreichte ich kurz nach zwei das Stadion und holte erstmal Piepers Karte aus dem AFM-Container. Der war schon gut umlagert, es hatten also auch genug andere Leute frei machen können.

Ebenso ging’s dem Fanladen, wo die Ultra-Meute schon auf Geg… Hefter wartete und die Gazetta klar machen wollte. Die erste gute Nachricht des Tages war, dass wir nun Spaddel Dipl. Ing. FH Fachrichtung Wirtschafts-Informatik nennen können. Zitat: „Dass mich dieser Staat noch mal zum Diplom Ingenieur macht…“. Dipl. Ing. Spaddel orderte also erstmal Bier und eine Unterkunft und feierte seinen Titelgewinn. Nur die nächste Auswärtsfahrt fällt dem Diplom noch zum Opfer, da Dipl. Ing. Spaddel zur feierlichen Diplomübergabe gehen möchte. Zitat: „Da zeig ich es all denen, die immer gesagt haben ‚Du schaffst das nie, immer nur Fussball und Saufen.’“

Dies war nebenbei das letzte Heimspiel von Daniela als Fanladenmitarbeitern *cry* Die Gute meint, dass sie etwas Besseres gefunden hat, als uns (!!!) stundenlang (!!!) in engen (!!!) Bussen (!!!) zu komischen (!!!) Auswärtsspielen (!!!) zu begleiten. Naja, und die ganzen anderen Tätigkeiten im Fanladen zu machen. An dieser Stelle schon einmal viel Erfolg bei der – nebenbei wirklich spannend klingenden – neuen Tätigkeit. Und lass dich mal als „Privatfrau“ am Millerntor sehen, wenn du Zeit hast.

Dann traf erstmal das Westpack ein. Irgendwie ändern sich doch die Zeiten. Früher erschien hier massenweise West-Brigade, nun ist ihr Platz durch die Millerntoristen eingenommen. Aber fröhliche Gesellen bleiben das. Denn die Diskussion drehte sich dann über Versöhnungssex, Streitthemen („Wenn es um Fussball gegangen wäre, käme diese Diskussion 10 Jahre zu spät“) und andere Dinge, die zu dem Zitat aus der Überschrift führten.

Kurze Zeit später fand man sich dann auch am AFM Container wieder. Neben Bier gab es heute Heavy Metal, beinah schon ein interessanter Klang in den Ohren des PunkSkamitIrishFolkeinflüssen geplagten St. Paulianers. Am Millerntorbus traf dann auch ein notorischer Berliner Zuspätkommer ein (wie sonst soll man den Fanclub Namen „Last Minute“ deuten?) und wurde dann auch noch frech, aber was verzeiht man nicht alles dem Pusch? Aber mir Geltungsdrang vorzuwerfen ist ja wohl das letzte *motz* ;-)

Unser Organisationsleiter stimmte mir nebenbei zu, dass Zigaretten am Ende eines Zuges sein müssen und zu den beschriebenen Gefühlen führen. Dankeschön. Wenigstens einer, der mich versteht.

So, ab ins Stadion, was ja nun wirklich im Raddadazong Stil wächst. Hätten die Bauarbeiter während des Spieles die erste Stehplatztraverse eingepasst, dann hätte es wahrscheinlich lauteren Jubel als bei einem Tor gegeben. Aber dieses Puzzleteil der Baustelle war bereits stillgelegt und nur die Verschalungsjungs machten wieder ihre Heimspielüberstunden. Es ist trotzdem schön zu sehen, wie unser Stadion langsam aber wirklich Formen annimmt. Und es deutet sich an, dass die Stehränge wirklich verdammt steil werden. Remember Bökelberg? Schön wäre es.

Etwas gerupft war unsere Gruppe, aber Thomas, das Bier und auch sonst die gute Laune war da, so dass zu Beginn des Spieles auf unserer Höhe eigentlich ganz gute Stimmung herrschte. Naja, bis dann klar wurde, dass heute nix klappt. Erst die gelb-rote Karte gegen Boll (aus meiner Sicht nebenbei vollkommen okay), dann das 1-0, und richtigerweise übte sich ein Vagabund in diesem Moment in Vorhersagen, als er meinte „Das war es wohl für heute“. Unsere Truppe stand vollkommen neben sich, spielte einfach grottenschlecht, kam nicht zu einer Chance und machte es mit ihrem körperlosem Spiel den Gladbachern einfach. Unser Vorsitzender sprach per SMS wortwörtlich von „Flag Football“ und wer diese Sportart kennt (Football ohne Körperkontakt) weiss, dass er Recht hatte.

Aus dieser Leistung noch irgendeinen Spieler hervorzuheben erscheint mir unsinnig. Das war glatte 5 für alle eingesetzten Spieler. Sako zeigte kurz, wie wichtig er werden könnte, aber man merkte ihm auch die lange Verletzungspause an. So haben wir nun nur noch zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge, aber dass diese Situation irgendwann mal eintritt, muss niemanden überraschen. Immerhin sind wir nun schon Fürth, Gladbach, 1860 und Köln von den angeblichen Aufstiegsfavoriten los. Fehlen nur noch Mainz und Freiburg. Aachen zähle ich nach den gezeigten Leistungen nicht mehr in diese Reihe.

Ein bisschen geht die Niederlage auch auf meine Kappe, hatte ich doch in der letzten Kolumne geschrieben, dass unsere Truppe mit jeder anderen Truppe in der 2. Liga mithalten kann. Das hatten die Spieler sich wohl zu Herzen genommen und geglaubt. Ja, ich glaube das immer noch, aber es geht halt nur, wenn 1 bis 11 100 % körperlichen Einsatz und 100 % Siegeswillen mitbringen. Und der war bei diesem Spiel definitiv nicht vorhanden.

Ein Beinbruch ist das trotzdem nicht. Wir sind immer noch locker im Soll und wären es mit einem Punkt in Osnabrück auch immer noch. Und dann kommt mit Paderborn eine Truppe ans Millerntor, die schlagbar sein sollte. Wenn wir dann 13 Punkte haben ist alles in Ordnung. Es bleibt nur zu hoffen, dass wir von Verletzungen verschont bleiben, denn die ständigen Ausfälle schwächen unsere Truppe natürlich. Wenn man bei uns Takyi, Morena, Meggle, Eger, Trojan und vielleicht noch Gunesch als die gesetzten Leistungsträger definiert, dann haben wir noch kein Spiel (mein ich) mit allen gleichzeitig auf dem Platz bestritten. Und das ist natürlich sehr ärgerlich. Und der Ausfall von Rothenbach trifft uns auch sehr. Der Junge ist für die Stabilität des Abwehrverbandes einfach unverzichtbar.

Nach dem Spiel ging es relativ schnell nach Hause, aber nicht ohne noch kurz mit der Fotokollegin zu schnacken, ohne Tommy noch kurz zu besuchen, ohne den Fanladen noch kurz zu supporten, ohne Frida zu ihrem Mann zu fahren und ohne ein Bulmers für den Nachhauseweg im Jolly zu ordern.

Abschliessend vielleicht noch ein paar Worte zu der Poker Werbegeschichte: Liebe Leute, so kommt Werbung bei St. Pauli nicht an. So wird sie schlichtweg ausgebuht und erscheint in einem schlechten Licht. In der Politik heisst es immer: „Man muss die Menschen mitnehmen.“ Und dies gilt auch bei Werbeaktionen bei St. Pauli. Da ist schon die Pressemitteilung unglücklich, wenn da verkündet wird, dass 15.400 Leute Poker spielen. Blödsinn, es wird 15.400 Leuten die Möglichkeit gegeben, an einem Gewinnspiel teilzunehmen, aber bei weitem nicht alle machen mit. Weiterhin nehme ich für so etwas nicht einen Moderator, der die Leute überfährt und mit denglischen Fachbegriffen nur so um sich schmeisst. Wenn ich so etwas einführen will, dann muss ich das behutsam machen. Beispielsweise wird deren amerikanischer Schulbus, den die vor dem Millerntor haben und der nicht sehr laut und aufdringlich ist, doch sehr gut besucht. Und dann nehm ich schon gar nicht irgendwelche Mädels zum Kartenumdrehen. Ein paar Jugendspieler z.B. hätten sich hier viel besser gemacht. Man kann nur hoffen, dass bei aller notwendigen Vermarktung die Vermarkter irgendwann merken, dass man nicht ständig die L