Norbert regt sich auf vom 25.10.2007

 

über

Immerhin war der Knoblauchdip gut

oder

Frühstück gibt es nur bis halb elf

Vorwort

Es ist wieder so eine Woche, wie ich sie hasse. Von einem vergeigten Auswärtsspiel kommt man irgendwann Sonntag Nacht nach Hause, muss dann gleich wieder arbeiten, nervt sich mit irgendwelchen durchgeknallten Leuten, muss abends den Bericht irgendwie auf Krampf schreiben, die Bilder online stellen. Und am Horizont, sprich am Freitagabend, lauert schon wieder das nächste Spiel. Diesmal also mit: Null Punkte in Freiburg! 60 % fürs Präsidium? und anderen Geschichten. Btw: die angedrohte Sperrung dieser Kolumne ist immer noch Ziel und wird hoffentlich auch bald umgesetzt (siehe letzten Artikel). Da diese Präsenz jedoch auf dem gleichen Server wie stpauli-forum.de liegt, könnt ihr euch vorstellen, dass ich andere Probleme habe. Von Mailanfragen zu diesem Thema bitte ich zur Zeit noch abzusehen. Wie der Zugang ermöglicht wird, wird dann schon an entsprechender Stelle stehen.

Keiner will mit mir trinken / Planung und Hinfahrt

Why I never walked away

why I played myself this way

now I see your testing me pushes me away

Linkin Park / Pushing me away

Auswärtsfahrten bedürfen einer Planung, und in irgendeinem der Busse, die uns üblicherweise zu auswärtigen Spielen bringen, kam mir und Christine die Idee, dass es eigentlich mal wieder Zeit für eine Horrortour mit dem Auto sei. Diese haben bei uns beiden Tradition, so sind wir u.a. schon nach Stuttgart und nach Saarbrücken mit dem Auto gefahren. Diesmal also Freiburg. Schnell war BlöVo Andy überzeugt, halb mitzukommen (nur Rückfahrt), und auch Heike fand die Idee eigentlich ganz überzeugend. So wurden wir unserem geliebten Fanladen untreu, packten uns ins Auto und ab ging die Post. So wenigstens der Plan.

Der jedoch so nicht zur Ausführung kam, senn am Samstag abend rief Heike an und musste absagen. Das erste Spiel seit Menschengedenken, das Heike nicht vor Ort sieht, aber wenn die Rückenprobleme schon zu Handtaubheit führen bleibt man lieber zu Hause. An dieser Stelle ein riesiges und lautes: „Gute Besserung!“

Um 2 Uhr nachts klingelte also mein Wecker. Auswärtsfahrten werden auch immer von Musik begleitet. Ich lass mich in so etwas immer fremd steuern, da ich einen sehr eigenwilligen Musikgeschmack habe. Bei einer Autofahrt ist man da doch etwas freier und daher möchte ich euch den Bericht mit einigen Beispielen der gehörten Musikstücke versüssen.

Ich kam nicht ganz pünktlich los und so musste Christine ein paar Minuten am Treffpunkt warten. Beim Vorbeifahren konnte man erkennen, dass die „Klischee“-Party im Jolly wohl ein voller Erfolg gewesen sein muss, denn obwohl es schon drei Uhr war, die Partymäuse durch Auswärtsfahrt und USP-Party am Tag zuvor ausgedünnt waren, war das Jolly immer noch gerappelt voll.

Aber wir waren ja nicht zum Spass hier, sondern um 760 km abzureissen, und so begann unser langer Marsch.

Schnell war der Skinhead Neunsitzer überholt und wir auf der freien Autobahn unterwegs. Bis knapp hinter Hannover passierte nichts, man redete, man fuhr und man musste dann mal tanken. Und Frühstück war um ca. 4:30 Uhr auch angesagt. Das fiel sehr unterschiedlich aus, aber der halbe Liter Milch zum Brötchen war schon lecker.

Lookin' back to find my way, never seemed so hard

Yesterday's been laid to rest, changing of the guard

I would never change a thing even if I could

All the songs we used to sing, everything was good

Foo Fighters / Resolve

Weiter ging es, und während draussen Hildesheim, Göttingen, Hannoversch Münden, Kassel, Guxhagen und andere vorbei flogen, amüsierten wir uns mit Gesprächsthemen, die von AFM bis Kindererziehung schwankten. Ungeklärt blieb nur die Frage, wohin und insbesondere: mit wem der Mannschaftsbus von Eintracht Braunschweig da um diese Zeit fuhr. Unsere Theorie, dass Benno M. das 1-1 gegen Magdeburg als Ausrede zu einem Straftraining um 5 Uhr in Kassel-Wilhelmshöhe (10 mal rauf und runter) nutzen wollte, konnten wir nicht bestätigen. BlöVo Andy wurde auch mal kurz geweckt, was ganz gut war, denn er hatte seinen Wecker wohl doch etwas falsch gestellt.

Man näherte sich der FastFood Oase Kirchheim. Geliebt und gefürchtet für ein McDreck und einen Würgerschling direkt nebeneinander. Unser Auto bestand nicht wirklich aus zwei Fastfood Liebhabern, aber das musste irgendwie sein. Sonst ist das keine Auswärtsfahrt in den Süden der Republik. Kleiner Haken nur an der Sache, dass kurz vorher die Beifahrerin zur Augenpflege übergehen wollte. Nun ja, erstmal verschoben. Man hielt also an, nutze die Toilette und kaufte sich einen Kaffe (war okay) und einen Anachronismus. Oder fällt euch ein besseres Wort für eine „Bio-Milch“ ein, die McDreck in einer Einwegplastikflasche verkauft?

Und gerade als man beschloss sich weiter in die dunkle Nacht zu stürzen, da meldete sich der Skinheadneunsitzer und meldete, dass er gleich da sei. Jubel und sozusagen ein direkter Staffelübergabe an die Jungs und Mädels. Nur der Standfussballer war nicht wirklich mit dem Verlauf der Tour zufrieden, denn er prägte die Überschrift. Keiner wollte mehr mit ihm trinken. Um 6:30 morgens eventuell eine verständliche Regung ;-)

Es ist egal, ob wir das Spiel verlieren,

denn darauf kommt es nicht an.

Und ob das irgend jemand hier sonst kapiert,

ist für uns nicht interessant.

Die Toten Hosen / Auswärtsspiel

Sind diese Zeilen richtig oder falsch? Das war nun das Diskussionsthema. Ansonsten kann man sich das Lied quer über den Hintern tätowieren, so passend ist es. Es dämmerte sehr langsam und auch der Regen war ein ständiger Begleiter. Nur leider regnete es nie oder blieb lange Zeit trocken, so dass die Scheibenwischer immer wieder auf den Scheiben quietschten.

An Frankfurt ging es in schnellen Schritten vorbei und wir hatten nur noch gut 350 km bis zu des Gegners Ort. Wobei dieser immer noch nicht auf den Hinweistafel geschrieben war. Aber Basel war schon eine ganze Zeit ausgeschildert. Jetzt ging es im Auto um Randale beim Kopenhagener Derby und andere Kuriositäten aus der Welt des Fussballs.

Zeit, die CD zu wechseln. Wir hatten uns für die letzten paar Kilometer Partymukke eingepackt, und das sind die Toten Hosen nur bedingt, wenn man die Unplugged CD mithat und gerade „Nur zu Besuch“ als Lied ansteht.

He knows the meaning of success;

His needs are more so he gives less.

He looks at this world and once in all;

Then he strikes like Thunderball

Tom Jones / Thunderball

Ein eigenes Genre der Musikgeschichte ist ja “Titelmelodien für James Bond Filme” und hier hatten wir ein sehr grossartiges Exemplar. Auch sonst sind Tom Jones grösste Hits zwar teilweise echt schnulzig („Das kann auch Howard Carpendale sein“), aber einfach geil zum Mitwippen und Schunkeln. Trotzdem beschloss die Beifahrerin mitten im Gespräch in die Augenpflege einzusteigen und bis der Tank leer war war sie auch nicht mehr ansprechbar.

Die letzten 100 km warteten auf uns, wurden abgerissen und kurze Zeit später kamen wir wie geplant am Hauptbahnhof von Freiburg im Breisgau zum Stehen.

Keiner will mit uns lungern / Vor dem Spiel

Wir machten uns also auf in die Innenstadt. Traditioneller Treffpunkt in Freiburg ist eigentlich das Münster und viele bekannte Gesichter, die wir trotz der frühen Zeit trafen wollten da auch grundsätzlich hin. Wir aber begaben uns erstmal zu einem Cafe und versuchten Frühstück zu bekommen. Mein Frühstück sollte nur aus Milchkaffee bestehen, dass war noch einfach, aber meine Mitreisende musste eine leichte Enttäuschung hinnehmen, als es hies: „Frühstück gibt es nur bis halb elf“. Wohlgemerkt: Es war zu diesem Zeitpunkt genau 10:38. Immerhin ein lieblos hingeworfenes Croissant wurde ihr noch serviert. Also ging es relativ schnell zum Brunnen, wo wir eigentlich gedacht haben, wenn wir uns da hinstellen, dann werden schon andere Leute dazu kommen. Als erstes kam Hr. O im Trikot des neuen Weltmeisters, aber der wollte nur kurz verweilen. Dann kam eine Meute USP, die jedoch noch Catering machen wollte, dann kam irgendwie niemand mehr. Okay, versuch gescheitert, wir begeben uns wieder zum Auto. Wen wir da trafen, warum dieser Albaner oder Hells Angels anheuern will und alle anderen Details bleiben hier mal ungenannt. Im Bahnhof konnten wir dann BlöVo in unsere Gruppe einschliessen und ein kurzes Meeting mit der Schweizer Abordnung (war wohl zu kurz Hr. Lustri?) folgte auch. Dann ging es zum Stadion. Auch hier konnte man mal wieder Schnitzeljagd von einem Polizisten zum nächsten machen. Warum bei einem solchen Spiel soviel Polizei rumrennen muss, wird mir nie begreiflich sein.

Auf geht’s Pauli, Duschen und Heimfahren / Das Spiel

Am Stadion alle bekannten Gesichter getroffen (naja beinah alle) und sich dann in den Pressebereich auf gemacht. Der ist in Freiburg ganz okay, leckeres Essen gibt es nicht und so machte ich mich schnell auf den Weg in den Innenraum in der Hoffnung dort noch ein bisschen am Zaun reden zu können. Die Hoffnung war jedoch schnell zerstört, als ich es wagte hinter das Tor zu gehen. Das ist nämlich in Freiburg nicht erlaubt, wie man sich von ziemlich unfreundlichen und teilweise einfach bescheuerten Ordnern anhören musste. Nicht einmal vor dem Spiel und schon gar nicht auch nur zwei Minuten um vielleicht die einlaufenden Mannschaften zu fotografieren, wie ich mir vom Oberordner anhören musste. Mein Hinweis darauf, dass ich meine, dass dies irgendwie anders in den DFB Bestimmungen steht, wurde mit „Der DFB weiss um die Situation und das ist hier so.“ gekontert. Zurück in HH erfuhr ich, dass es wohl nicht zwingend ist Fotografen auch hinter das Tor zu lassen, aber bisher war das nie ein Problem (abgesehen von Ahlen, aber die hatten sowieso einen Knall und selbst dort durfte man vor dem Spiel hinter das Tor). Wenn man dann noch bedenkt, dass es sich um ein vollkommen neues absolut modernes Stadion handelt, dann ist es schon spannend, dass es weder Rollstuhlplätze hinter dem Zaun gibt (was bei uns ja angeblich dringend notwenig ist), noch wirklich vernünftig Platz für Fotografen. Es waren vielleicht insgesamt 10 Fotografen anwesend und die standen sich schon auf den Füssen. Wie das bei mehr Leuten funktionieren soll, ist mir unbegreiflich.

Du bist hamma, wie Du dich bewegst in dei'm Outfit, hamma!

Einzigartig. Unglaublich. Hamma.

Du weißt, dass Du übertrieben hamma bist.

Warum bist du nicht geblieben?

Culcha Candela – Hamma

Exkurs: Alter Schwede, und da wundert sich jemand, dass a. kein vernünftiger Mensch mehr Chartmusik hört und b. unsere Jugend weder richtig lesen noch schreiben kann? Exkurs Ende

Und da war sie wieder, die typische Stadionunterhaltung. Insgesamt ist Freiburg definitiv das fanunfreundlichste, was ich seit langem gesehen habe. Transparente aufhängen? Weder für Heim- noch für Gästefans irgendwo möglich. Alles ist mit Werbung zugeschissen, selbst Bereiche, die nie in der Kamera auftauchen werden. Vorsänger auf den Zaun? Wird mit dem netten Hinweis, dass man da sofort runter kommen soll, sonst gibt es Stadionverbot gekontert. Flaggen? Doppelhalter? Nur für Heimfans, natürlich nicht für Auswärtsfans. Und wenn man sich darüber beschwert, dass einer der Polizisten (die nebenbei vollkommen überflüssigerweise im Block standen) einem ständig den Knüppel in die Rippen haut, wenn er sich bewegt, dann bekommt man auch eine sehr freundliche Antwort (Ironie hier mal gekennzeichnet).

Immerhin wird man freundlich begrüsst und das Publikum hat einen Hang zum Hippietum, denn die gegnerischen Fans wurden einmütig beklatscht und die ehemaligen Spieler (Reus und Bruns) bei der Mannschaftsaufstellung von uns auch. Und auch die Rufe während des Spieles waren mehr als harmlos. Siehe Überschrift. Da fällt ein „Ihr seid Scheisse, wie der VfB“ schon aus der Rolle.

Stimmung verliert sich in diesem Laden, so dass nicht wirklich was bei mir ankam. Und da wir eben kein anderes Thema haben, müssen wir jetzt wohl zum Spiel kommen. Ja ganz nett mitspielen tun wir ja, aber auch wirklich perfekt für jede Heimmannschaft. Denn Tore schiessen wir in 10 Jahren nicht und irgendeinen hirnrissigen Fehler, der zum 1-0 führt machen wir mit Garantie auch. Womit wir das Spiel dann auch erfolgreich abgehandelt hätten.

Nach dem Spiel galt es wieder meine Reisegruppe zu treffen, was sich als relativ einfach herausstellte, sie lief mir nämlich schlichtweg in die Arme.

Drei Stunden noch / Die Rückfahrt

Wir fahren weit, wir trinken viel und wir verlieren jedes Spiel

Melodie und Text / St. Pauli Traditional

Unter dem absingen dieser Zeilen und ziemlich schlecht gelaunten Gemotze ging es wieder zur Bahn. Ein Freiburger Hippie hatte die Lektion „Mache keine Witze über Fussballfans, die gerade verloren haben“ noch nicht gelernt und meinte nun uns irgendwelche witzig gemeinten Statements an den Kopf zu werfen. Als ich zu meinem Mitfahrer sagte: „Am liebsten hätte ich zugehauen“, da sagte der nur so laut, dass auch der Hippie das hören konnte: „Ich hätte zugehauen.“ So war wenigstens Ruhe.

Es ist echt gut, dass da Sonderstrassenbahnen fahren, warum aber dort sich dann kein Ordnungshüter zeigt und es so ein gedrängel of the fittest wird, wird auf Dauer das Geheimnis von Freiburg bleiben. Immerhin brachte uns die Bahn schnell wieder zum Bahnhof, so dass wir gut 20 Minuten eher als geplant am Auto waren.

Schnell waren wir auch auf der Autobahn, so dass wir eine etwas längere Pause einschieben konnten. Kommen wir also zu den positiven Dingen dieses Tages: Der Knoblauchdip von Christine war lecker. Extrem lecker!

Erstmal Pause mit Musik, wir müssen erstmal hören, wie die Bundesliga läuft. Aber auf der A 5 gibt es nicht nur drei Ausfahrten nach Straßburg, nein, es gibt auch ca. 20 französischsprachige und 5 deutschsprachige Sender im Radio. So blieb uns nur SWR 3, die zwar eine Sportsendung hatten, diese aber ohne scheiss, alle 5 Minuten zur Formel 1 schaltete, aber beim Fussball gerade mal sporadische Zwischenergebnisse und zwei Liveeinblendungen brachte. Und dies obwohl ja ein Verein aus Baden Württemberg in Aktion war.

So ging es über Karlsruhe (Gedanken sich noch die 2. Halbzeit rein zu pfeifen wurden schnell wieder verworfen) in Richtung Frankfurt. Voll war es auf der A 5 und vor Frankfurt wurden wir auch noch spannend geleitet. So war der Traum um 23 Uhr wieder in Hamburg zu sein, relativ schnell wieder ausgeträumt.

No place for hidin' baby

No place to run

You pull the trigger of my

Love gun, (love gun), love gun

Kiss / Love Gun)

„Naja so knapp drei Stunden werden wir wohl schon noch brauchen“ war ein geflügelter Satz auf dieser Rückfahrt. Sonst passierte nicht wirklich viel berichtenswertes mehr. Wenn man mal von dem Freak absieht, denn wir nach jeder Pause überholten, der uns dann aber immer wieder durch Pausen einholte. Warum Freak? Weil er alleine (!!!) anscheinend ohne Pause (wie sonst konnte er uns immer wieder überholen, er war deutlich langsamer als wir), mit einem Bremer Kennzeichen, mit zwei St. Pauli Schals aus dem Auto fliegend nach Freiburg und wieder zurück gefahren ist. Das nenn ich mal Ultra!

Und als es gerade noch so ca. 3 Stunden waren, da musste auch ich dem Tag Tribut zollen und BlöVo Andy kam die grosse Ehre zu uns nach Hamburg Hinein zu fahren. Diese Aufgabe löste er mit Bravour, so dass um kurz vor 0:00 Uhr das Klubheim uns wieder hatte. „Habt ihr noch was vergessen?“ „Ja, die drei Punkte“ Nun ja und das Intergalactische Plakat, was noch in meinem Auto liegt...

Könnten wir gehen vom Süden des Landes

Bis zum Norden der Welt

Um zu sehn was der Standt ist

Ich werde dich wiedersehen, weil ich es will.

Und wir singen ein Lied,

das uns begleitet

Ein kleines Licht,

das durch die Dunkelheit leitet

Ich werde dein Schatten sein

wohin du auch gehst

Tomte / Norden des Landes

Wie passend ist es bitte, dass genau dieses Lied das letzte war, bevor mich um 01:00 meine Wohnung wieder hatte. 22 Stunden 26 Minuten, nachdem ich sie verlassen hatte. Das alles für Null Punkte.

In diesem Sinne: CU in Hoffenheim.

Und dann war da noch...

... die Kandidaten für unsere neue Führungsriege. Da sie bereits länger bekannt sind, fang ich mal mit dem Präsidium an.

Das Präsidium

Soll bestehen aus Corny Littmann, Theatermacher und Fussballpräsident; Stefan Orth Textil und Technikunternehmer; Marcus Schulz Untenehmer mit unzähligen Unternehmen, Dr. Gernot Stenger Rechtsanwalt und Dr. Bernd Georg Spies. Aus meiner Sicht bleiben da doch einige Fragen offen.

Fangen wir mal mit dem Gesamtpräsidium an. Wer soll sich da um „den Verein“ bzw. um die Gremienarbeit kümmern? So richtig ein sofortiger Kandidat springt einem da nicht ins Auge. Zwar ist Dr. Spies Mitglied der Radsportabteilung, aber dass er nun jemand ist, der im Amateurbereich aktiv tätig war, ist mir bisher verborgen geblieben. Das ist definitiv zu vermissen. Natürlich war Rummelhagen damals grösstenteils ein Grüßaugust, aber dass eine Sitzung einer Satzungskommission durch ihn nicht besetzt gewesen wäre, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. So jemand fehlt hier auf den ersten Blick. In den ganzen Pressemitteilungen wurde auch eine Arbeitsaufteilung des Präsidiums im dunklen gelassen, so dass auch diese vor einer Wahl definitiv zu klären wäre.

Zu den einzelnen Mitgliedern: Über Corny muss man nicht mehr viel sagen, ich denke das ist ausgekaut. Mir fehlt so ein bisschen der bremsende Verstand um unseren Macher auch mal an Satzungen und andere Regelungen zu erinnern. Aber auch da ist natürlich die Frage, wie die beiden Dottores ticken. Stefan Orth ist aus meiner Sicht dafür niemand und Marcus Schulz eher auch nicht.

Zu den beiden Dottores ist insgesamt nicht viel zu sagen. Die Infos in der Pressemitteilung sind mehr als dünn. Aus der Partnerschaft in einer Wirtschaftskanzlei und einem Headhunter für Führungspersonal mag man eine eher wirtschaftliche Schiene vermuten, aber viel mehr als ein Vorurteil ist das nicht. Das kann natürlich wiederlegt werden. Und aus rosa Hemden und bunten Krawatten (wie auf dem offiziellen Foto) ist nur eines zu schliessen: Die haben nicht meinen Modegeschmack. Hier ist viel davon abhängig, wie die sich vorstellen. Aber insgesamt kauft man hier die Katze im Sack. Ausser vielleicht einige Leute, welche die Leute persönlich kennen.

Die Rückkehr von Marcus Schulz hingehen sehe ich extrem kritisch. Ich weiss, dass ich dafür gesteinigt werde, denn in diesem Verein besitzt diese Person einen beinah gottgleichen Status und bis zu den Vorgängen im letzten Frühjahr hätte ich auch immer gesagt: „Ein Punkrocker im Herzen“, aber irgendwie baut er jetzt einen riesigen Widerspruch auf. Und das gefällt mir gar nicht. Ich zitiere aus dem NRSA über die aoMV: „Er selber (MS) habe 3 ½ Jahre gekämpft, dass der Verein nicht untergeht. Er habe sich dies hart erkauft, seinen, Job, für den er bezahlt werde, ein halbes Jahr nicht richtig erledigen können, seine Ehe gefährdet und seinen Sohn teilweise nur schlafend gesehen. Der AR hat diese Arbeit diskreditiert und deswegen sei wegen des AR nun Schluss. Er lasse sich nicht verhauen.“ Das sagte Marcus Schulz damals. Und das soll jetzt nicht mehr gelten? Laut einem bereitgestellten Zitat bei der offiziellen Vorstellung soll er beruflich nicht mehr belastet sein. Und wie es in seiner Familie aussieht soll uns nicht interessieren, aber der Aufsichtsrat ist immer noch der gleiche (zu 4/7 und damit zur Mehrheit). Und entweder sein Statement stimmte vor sechs Monaten nicht oder es stimmt jetzt irgendwas nicht. Und das stört mich. Und zwar ungemein. Denn immerhin bleibt zu ¾ der Amtszeit für die er jetzt nun gewählt werden soll der Aufsichtsrat voraussichtlich der gleiche.

Mal ganz davon ab, dass alter Wein in neuen Schläuchen immer kritisch zu sehen ist. Das gilt aber nicht nur für Marcus Schulz, das gilt genauso für Werner Prokopp und Guntram Uhlig. Womit wir dann auch beim Aufsichtsrat gelandet wären. Die ersten beiden wären damit auch schon abgehandelt. Die waren schon in allen Positionen für diesen Verein tätig (so ungefähr) und so honorige Herren das auch sind, ich befürchte beinah, dass ihre Zeit abgelaufen ist. Und damit hab ich nur freundliche Sachen gesagt. Trotzdem geht diese Reihenfolge von Unwählbar zu wählbar. Sie ist also nicht zufällig.

Machen wir doch weiter im Ausschlussverfahren. Nils Richter kenn ich nicht und wenn da als Wohnort „Berlin“ steht, dann befürchte ich beinah, dass wir dann wieder das „Kion“ Problem haben. (Schlimm genug, dass ich in diesem Zusammenhang immer an diesen Menschen, der garantiert vieles gutes für den Verein getan hat denken muss). Mag noch so kompetent sein, aber ich befürchte beinah, dass bei diesem Verein ein Aufsichtsrat nicht weiter als 150 km entfernt vom Millerntor sein sollte.

Alexander Müller-Elsner kenn ich auch nicht. Kleinsponsor bei uns ist seine Firma, die wohl – wenn man der Google Suche trauen darf – u.a. für Flensburger Pilsener Werbefilme hergestellt hat. Ansonsten findet man unter diesem Namen noch folgenden Leserbrief aus dem Abendblatt zur damaligen Abwahl von Heidi Simonis: „Heide Simonis hat eindrucksvoll ihre Auffassung von Demokratie demonstriert: Erst wollte sie den Wählerwillen nicht wahrhaben, dann hat sie ihn ignoriert, indem sie durch ihre Machtbesessenheit diese fatale Koalition eingehen wollte. Zum Glück ist ihr Plan nicht aufgegangen. Ob Frau Simonis nun eine gute oder schlechte Ministerpräsidentin war - sie hat spätestens nach diesem erbärmlichen Auftritt in der Politik nichts mehr verloren. Alexander Müller-Elsner, Hamburg“

Ob das aber unser Alexander Müller Elsner ist? Keine Ahnung. Hier würde zumindest ich die Katze im Sack kaufen. Und dies tue ich ungern

Martin Plotzki: Ha, den kennt man wenigstens. Ne, kommt bei mir aber irgendwie nicht an. Sorry, ich werde mit dieser Person nicht warm. Mag an den Schlachten am Beginn der AFM liegen, keine Ahnung. Und dabei gehe ich nicht so weit wie böse Zungen, die aus Plotzki „Komplotzki“ machen. Das finde ich dann schon wieder zu hart. Und das dies eher ein Gefühl als eine auf Fakten aufgebaute Meinung ist, sei hier auch mal deutlich erwähnt. Die Arbeit des Gremiums Kassenprüfer war eigentlich immer gut.

Roger Hasenbein: Kenn ich, mag ich, macht viel, aber sorry Roger, ich weiss nicht, ob Aufsichtsrat so dein Posten ist. Und ich befürchte beinah auch, dass das eine Überlastung zu Folge hat, wenn er nicht andere Posten abgibt (und das wollte er nach eigenem Bekunden nicht). Wenn man jedoch jemanden haben will, der sein Herz definitiv am richtigen Fleck hat und in dessen Adern neben viel Teer auch braun-weisses Blut fliesst, dann ist hier euer Kandidat. Der hält nun nicht nur sinnbildlich die Knochen für den FC überall hin.

Bleiben Uwe Doll und Lars Sörensen und beide halte ich für sehr gute Kandidaten. Uwe Doll nervt zwar wahrscheinlich jeden in diesem Verein mit seinen Reden auf einer JHV, aber niemand anders ist so Satzungskompetent und kann dies so ruhig und sicher rüber bringen wie er. Und jemand mit absoluter Satzungskompetenz kann dem AR absolut nur gut tun. Und Lars Sörensen hat den richtigen Beruf (Steuerberater), kann vermitteln (wie auf der aoMV gezeigt), hat als Kassenprüfer gute Arbeit geleistet und ist auch auf der richtigen Seite. Also wenn ihr eure zwei Stimmen an die beiden gebt, dann macht ihr aus meiner Sicht nix falsch. Und das obwohl garantiert auch andere Kandidaten e