Norbert regt sich auf vom 7.7.2005

 

über

Fünf Jahre

Vorwort

Genau heute vor fünf Jahren erschien der erste NRSA. Am 7.7.2000 ging es um die WM 2006. Damals noch nicht nach Deutschland vergeben und der Autor opponierte schon damals gegen dieses angebliche Fest und tut es bis heute. Ihr wollt ihn nachlesen? Guckt ihr hier. Der grosse Gag ist, dass es sich wahrscheinlich gleichzeitig um den kürzesten aller NRSA handelt. Ich habe erst überlegt, ob ich euch auch die sonstigen Rekorde nenne, wie z.B. den längsten oder den am meisten gelesenen, aber beides ist schwer zu bestimmen. Am längsten sind alle JHV-Berichte, und welcher nun wirklich am meisten gelesen wurde, kann ich euch nicht sagen, da ich nicht alle Zugriffsdaten habe. Die Aufrufzahlen schwanken zwischen 200 bis 400 Lesern, was nicht viel ist, aber für mich allemal ausreichend.

Danken möchte ich noch ein paar Leuten. Allemal Knuffi, HoTo, meiner Mutter und einigen anderen, die in den fünf Jahren abwechselnd den wahrscheinlich schwersten Job übernommen haben, nämlich dieser Kolumne Deutsch beizubringen; RK dafür, dass er wahrscheinlich am meisten Leserbriefe geschrieben hat; dem FC 42 dafür, dass er mir diese Plattform gewährt hat, all denen, die mir bei technischen Problemen geholfen haben und natürlich all den Menschen, die im Laufe der Jahre die Geschichten geschrieben haben, die hier erzählt werden. Und natürlich danke ich allen meinen Lesern und allen meinen Wählern ;-) für das gezeigte Vertrauen.

Bleiben wir doch bei den Superlativen. Natürlich ist es reine Geschmackssache, welcher nun der beste NRSA ist. Für mich ist es einer, der nicht annähernd etwas mit St. Pauli zu tun hat, sondern der sich mit dem Spiel Velbert – Düsseldorf beschäftigt ( guckst du hier ). Bis heute finde ich den sehr gut gelungen und dies obwohl mir – nach eigener Einschätzung – vieles in die Wiege gelegt ist, aber garantiert kein Sprachwitz.

Der NRSA, welcher mit am wenigsten Schlaf entstanden ist, ist definitiv der Aufstiegs-NRSA aus Nürnberg ( guckst du hier ). Wobei halt! Dies ist gar kein NRSA. Zwischenzeitlich nannte sich diese Kolumne ja mal „Briefe vom Deich“ und dies war der erste davon. Egal, zählen wir ihn allemal dazu. Wenig Schlaf? Ich hatte damals gerade meine erste Stelle angetreten, war eine Woche im Betrieb und musste natürlich trotzdem nach Nürnberg. Um fünf Uhr hatte mich Cuxhaven wieder und um sieben bin ich aufgestanden und zur Firma gegangen. Das komische daran? Ich war nicht wirklich müde und so schrieb ich am Abend eben noch diesen Bericht und bin um 22 Uhr sehr glücklich ins Bett gegangen.

Der anstrengendste NRSA war definitiv der Linzmeier-JHV-Bericht. So viele komplett unsinnige Fakten niederzuschreiben und zu bewerten hat mich mindestens 10 Jahre meines Lebens gekostet. Hier! Das schlimme daran? Er ist auch noch so herrlich unfreiwillig komisch. Noch schlimmer? Auch dies ist kein NRSA, denn in der Zeit war ich mal (wieder) mucksch mit mir und der Welt ;-)

Was bringen die nächsten 5 Jahre? Hoffentlich noch viele NRSA, viele Fahrten, viele Leute die mich dabei begleiten, und hoffentlich wenig Sachen, um sich wirklich aufzuregen.

Leider habe ich in diesen 5 Jahren auch viel sterben sehen müssen. So sind viele exellente Internetseiten von uns gegangen oder haben ihren Betrieb reduziert. Beispielhaft seien hier nur die West-Brigade oder „Die feuchten Biber“ genannt. Es ist wirklich schade, dass man heutzutage zwar 1.000 Fotoseiten findet, aber nur noch ganz wenig regelmässige Berichtsseiten. Nix gegen schöne Fotos, aber die „Stimme“ der Fans sind nun mal Berichte. Und gerade das Internet mit seinen Möglichkeiten, schnell und ohne Aufwand Berichte zu publizieren, ist eine tolle Ergänzung zu den gedruckten Fanzines. Nur leider gibt es diese ja auch immer weniger. Wenn ich bei meinen Eltern in alten Fanzines stöbere, dann merke ich immer wieder, dass mir Zines wie der Splitter oder das PiPa fehlen. Insbesondere da sich die Fanzines der heutigen Zeit nur noch wenig um Spielberichte und das Erlebte aus Fansicht kümmern.

Ich hoffe also in den nächsten 5 Jahren auf mehr Konkurrenz und würde mich freuen, wenn viele Leser mich als Beispiel sehen würden und ihre eigenen Gedanken zu HTML bringen würden. Und vielleicht ja selbst klassisch zu Papier? Denn bedenkt: Hier schreibt jemand, der nun wirklich kein Talent zum schreiben hat und der nun wirklich nicht doll recherchiert - und dies ist eigentlich jedem möglich.

Ach ja: Während ich hier fünf Jahre feiere, feiert mein Fanclub am Wochenende 10 Jahre. Ich würde mich freuen, euch dort alle zu sehen! Wie? Wann? Wo? Guckt einfach auf die Startseite!

Genug gefeiert

Testspiele sind nicht wirklich aussagekräftig. Aufgrund der Stärke der Gegner kann man nicht viel sagen, und ob das nun für die neue 3. Liga reicht, steht in den Sternen. Trotzdem will ich kurz für euch die beiden Testspiele von Freitag und von Dienstag zusammenfassen. Denn ein paar Erkenntnisse konnte man diesseits und abseits des Platzes denn doch machen.

Freitag

Oststeinbek: Eine Stadt, durch die man durchfährt ohne es gemerkt zu haben. Und merken tut man auch den Sportplatz nicht, denn eine Ausschilderung hatte man vorsichtshalber vergessen. Nur die Parkplätze waren handschriftlich ausgeschildert, dies hatte ich jedoch übersehen. Aber irgendwann fand man dann doch den Platz.

Bemerkenswertes ausserhalb des Platzes? Der Bürgermeister hielt eine Rede, der Stadionssprecher war unglaublich unfreundlich und man schaffte es nicht, eine Liste der Namen der Spieler für die Presse zu haben. Dies musste von unserem Teammanager nachgeholt werden, der doch eigentlich nicht mehr für die Presse zuständig ist. Auch nicht begreifen werde ich, wie man auf die Idee kommen kann, dass ein Bierstand, der auch noch Glasgläser ausschenkt, für die anreisenden St. Paulifans ausreichen soll. So hatte mein Mitfahrer doch schwer zu kämpfen, sein Ziel „Frühes Besäufnis, meine Freundin will schnell ins Bett“ zu erfüllen.

Auf dem Platz konnten die Neuen eigentlich ganz gut gefallen und insbesondere Luz wird wahrscheinlich der neue Frauenschwarm. Nur insgesamt gefiel mir das Zusammenspiel insbesondere in der ersten Halbzeit noch nicht so. In der zweiten Halbzeit dann schon mehr.

Während wir uns also entspannt vom Acker machten, wurden unsere Spieler fröhlichst beklaut. Ein Unding, welches aber absehbar ist. Oder wie sagte ein Amateurspieler am Dienstag bei TuS Hamburg? „Wenn man auf dem Dorf spielt, dann lässt man nix in der Kabine.“ Man kann nur hoffen, dass die Diebe wenigstens die ganzen Papiere zurückgeben. Denn eine Hoffnung, dass die Täter gefasst werden, muss man wahrscheinlich nicht haben.

Mittwoch

Die grösste Frechheit war definitiv der Eintrittspreis. Acht Euro für ein Vorbereitungsspiel ist echt zu viel. Aus meiner Sicht sind 6 Euro nun wirklich die obere Grenze für Vorbereitungsspiele, bei denen ein Drittligist der Zuschauermagnet ist. Dementsprechend kam es auch zu erheblichen Schwarzseh-Aktionen an dem nicht blickdichten Zaun.

Wer erinnert sich nicht an die Grandschlammschlacht von vor zwei Jahren? Jetzt hat der TuS Hamburg einen schicken Rasenplatz und da der vollkommen neu ist war der auch ganz entspannt zu bespielen.

Es trafen sich erneut alle Mitglieder des noch nicht gegründeten Fanclubs „Wir haben kein Zuhause und gucken uns deswegen auch jedes blöde Testspiel an“ und durften vor dem Anpfiff noch einer grossartigen Rockband (Achtung! Ironie!) lauschen. Kurz: Ein Typ sang mehr falsch als richtig, einer spielte Gitarre und einer spielte Keyboard. Zu dritt verhunzten sie jedes Lied, was auch nur annähernd als „Stimmungshit“ bezeichnet werden kann.

Der Stadionssprecher hatte schon ordentlich vom Eröffnungsbier genommen, bzw. hörte sich so an. Das führte zu einigem Gelächter bei seinen Versprechern.

Zum Spiel: Ganz nett, diesmal mit 5 Toren in jeder Hälfte, und das Zusammenspiel klappte schon um einiges besser. Wirklich gut ist das aber immer noch nicht. Auch wenn Herr Hollywood schon in anderen Tönen schwelgte. Ich bleib dabei, komplett überzeugen tut mich die Formation mit Meggle und Shuibuze (Schreibweise??) noch nicht.

Immerhin durfte Hauke in der zweiten Halbzeit den Kapitän mimen und Arifi zeigte erneut, warum er wohl doch als ein erhebliches Talent gehandelt werden muss. Nur der neue Frauenschwarm Luz musste feststellen, dass man auch Tage hat, an denen man aus ca. 100 Chancen nur ein Tor macht. Trotzdem ist es beeindruckend, wie der Junge an Kopfbälle herankommt.

Der Einladung des Stadionssprechers, noch 1-2 Bierchen zu bestellen, wurde nicht Folge geleistet, denn man musste sich ja noch um die Bilder kümmern. Über meine kleine Odyssee auf meiner Terrasse ohne Schlüssel lege ich jetzt lieber den Mantel des Schweigens.

Und dann kam der grosse Schock…

Der Kassenwart der AFM H.W. hat zugegeben, dass er grössere Summen aus der Kasse der AFM unterschlagen hat. Auch wenn die Freibeuterin meinte, ich solle mich ja durch nix mehr schocken lassen, so hat dies doch einen erheblichen Schrecken bei mir und nicht nur bei mir hinterlassen. Ich habe diese Person immer als eine der wenigen angesehen, denen man blind vertrauen kann. Dies liegt nicht an einer persönlichen Bekanntschaft, denn die gibt es zu ihm nicht. Aber da er nicht aus dem üblichen St. Pauli-Klüngel stammte (als ehemaliges FDP-Mitglied schon gar nicht) und auch sonst einen sehr unabhängigen Eindruck machte hatte ich Vertrauen. Hinzu kam, dass die AFM-Kasse in den Jahren seiner Verantwortung immer einen absolut konservativ geplanten und seriös abgerechneten Eindruck machte, was ja auch in meinen Berichten unzählige Male lobend erwähnt wurde. Umso grösser die Überraschung.

Über die Motive zu spekulieren ist aus meiner Sicht müssig. Eine persönliche Notlage scheint wohl ausschlaggebend gewesen zu sein, besser macht es das Ganze nicht. Ich denke, dass er nun mit einem Vereinsausschluss und einem Strafverfahren rechnen werden muss, und das wird ihn beruflich und privat genug treffen. Nun irgendwelche Stadionverbote oder am besten noch Kreuzigungen zu verlangen finde ich absolut lächerlich. Für Straftäter gibt es ein Strafgesetzbuch und das ist als Strafe auch angemessen und ausreichend. Mal ganz davon ab, dass er die neuen Schulden auch noch begleichen werden muss.

Noch etwas zu dem Weg, wie der ganze Spass an die Öffentlichkeit gekommen ist. Ein gewisser „Und zu“ musste das Ganze in das Forum posten, so dass die AFM-Leitung nahezu genötigt wurde, dazu eine Stellungnahme im Forum abzugeben. So ist das Forum ehrlich gesagt nicht gedacht. Es wäre mir deutlich lieber gewesen, die AFM-Leitung hätte frei entscheiden können, wie sie diese Meldung an die Mitglieder bringt. Natürlich soll man nicht den Überbringer schlechter Nachrichten umbringen, aber wenn dieser seine Meldungen immer mit einer gewissen destruktiven Note versieht und dazu noch Halbwahrheiten erzählt, weil es gerade reisserisch passt (so wurden hier keine „Mitgliedsbeiträge“ veruntreut, aber es klingt natürlich besser und macht Leute betroffener, als wenn man schreibt „Gelder der AFM“), dann muss er sich nicht wundern, wenn er sich keine Freunde macht. Insbesondere da ja bewusst versucht wird die Identität zu verdecken. Besser bei den Menschen ankommen würde man, wenn man schlechte Nachrichten wertfrei weitergeben würde und wenn man vielleicht offen und nicht aus dem Hintergrund agieren würde.

Ist dies nun ein Grund, das System zu ändern? Ich denke nicht. Eine jährliche Kassenprüfung ist vollkommen ausreichend. Es wird immer die Möglichkeit eines Betruges geben, dagegen ist man nicht geschützt. Dem restlichen AFM-Vorstand kann ich hier nur bedingt einen Vorwurf machen, denn wie schon gesagt: Ein gewisses Vertrauen muss halt da sein.

Ach ja: Den Vorwurf, den man „Und zu“ machen muss, dieser gilt natürlich auch für die Hamburger Presse. Liebes Abendblatt, es liegt kein Diebstahl vor, auch wenn das natürlich besser klingt als „Unterschlagung“ (lange nicht so einen juristischen Unsinn gelesen). Liebe Bildzeitung, mit unserem Aufstiegschancen steht dies nicht in Verbindung, auch wenn das Foto und der Text dies suggerieren will. Liebe MoPo, die AFM-Kasse ist weder leer dadurch (wenn man sich mal den Gesamtumsatz der Abteilung ansieht, dann sind das eben mal 10 %), noch handelt es sich um einen Finanzskandal, da eben nur eine Person beteiligt war, der Vorfall aufgeklärt ist bzw. wird und nun an der Schadensgutmachung gearbeitet wird.

Schön fand ich die ironische Betrachtungsweise, welche Thorsten ins Forum gestellt hat: „Wer in diesem Verein noch Geld zum Unterschlagen findet, den sollte man zum